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Gesellschaft Haftung beschränken, welche Möglichkeiten außer GmbH?

28.12.2017 Thema abonnieren Zum Thema: GmbH LTD Haftung
 Von 
obiban
Status:
Frischling
(32 Beiträge, 13x hilfreich)
Gesellschaft Haftung beschränken, welche Möglichkeiten außer GmbH?

Hallo zusammen,

ich will mit einem Kumpel zusammen ein Unternehmen gründen.

Anforderungen dabei sind:
1. Haftung beschränken wenn möglich
2. Steuern so niedrig wie möglich halten
3. Wenig Bürokratieaufwand wie möglich

Der Jahresumsatz nächstes Jahr wird 100.000€ betragen.

Danke für eure HIlfe.

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GmbH LTD Haftung


9 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(81389 Beiträge, 33985x hilfreich)

Zitat (von obiban):
1. Haftung beschränken wenn möglich

UG oder GmbH



Zitat (von obiban):
2. Steuern so niedrig wie möglich halten

Steurberater beauftragen



Zitat (von obiban):
3. Wenig Bürokratieaufwand wie möglich

Steurberater beauftragen für Buchhaltung und eine gute Assistentin für das Tagesgeschäft.



Signatur:Meine persönliche Meinung/Interpretation! Im übrigen verweise ich auf §675 Abs. 2 BGB
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#2
 Von 
koivu
Status:
Schüler
(200 Beiträge, 63x hilfreich)

Die Wunder-Rechtsform, die alles kann, gibt es nicht. Sonst gäbe es in der Praxis nur noch diese.

Viele Gefahren könnt ihr umfahren, indem ihr frühzeitig Beratung einkauft, das Unternehmen erst auf die Gleise setzen lasst und dann erst losfahrt, wenn ihr tatsächlich wisst, was ihr tut.

Eine juristische Person zu gründen ist eine gute Möglichkeit, die Haftung auf die Juristische Person zu beschränken (das hat aber Grenzen und die müssen euch von Anfang an klar sein, sonst hängt ihr doch wieder mit eurem Privatvermögen drin). Nachteilig ist der hohe Aufwand für das Betreiben dieser Jur. Person mit Bilanzierung usw.
Dazu kann man Geld in die Hand nehmen und das delegieren; da man letztendlich selbst den Kopf hinhält, sollte man in der Lage sein, die Arbeit zu überwachen.

Möglichst wenig Steuern, warum? Steuern muss man zahlen, wenn man Gewinne macht. Im übrigen kann man viel gewinnmindernd geltend machen.

Umsatz und Gewinn solltet ihr aber unbedingt schon jetzt streng voneinander unterscheiden können.

Es gibt Kurse für Existenzgründer bei der IHK. Geht dort hin.

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#3
 Von 
eh1960
Status:
Bachelor
(3087 Beiträge, 916x hilfreich)

Zitat (von obiban):
ein Unternehmen gründen.

Anforderungen dabei sind:
1. Haftung beschränken wenn möglich
2. Steuern so niedrig wie möglich halten
3. Wenig Bürokratieaufwand wie möglich

Der Jahresumsatz nächstes Jahr wird 100.000€ betragen.


Zu 1:
GmbH - die GmbH haftet mit ihrem Gesellschaftsvermögen, die Gesellschafter haften mit ihrer Einlage ins Stammkapital; Besonderheiten für den Fall nur teilweiser Einzahlung der Einlage beachten!)
AG - Die AG haftet mit ihrem Gesellschaftsvermögen, die Aktionäre haften mit ihrem Anteil am Aktienkapital
GmbH & Co.KG - die Kommanditisten haften mit ihrer Kommanditeinlage

Um das Stammkapital möglichst klein zu halten: Ltd. im UK (Brexit-Folgen einkalkulieren), Ltd. o.ä. in anderen EU-Staaten

Zu 2:
Für die steuerliche Konzeption braucht man einen Steuerberater, da sind pauschale Antworten nicht möglich.

Zu 3:
"Wenig Bürokratieaufwand" widerspricht "Haftung beschränken". Entweder wenig Bürokratie und volle persönliche Haftung, oder aber Einschränkung der Haftung und mehr Papierkram.

Signatur:Eine "UG" gibt es nicht. Es gibt nur die "UG haftungsbeschränkt".
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#4
 Von 
eh1960
Status:
Bachelor
(3087 Beiträge, 916x hilfreich)

Zitat (von Harry van Sell):
Zitat (von obiban):
1. Haftung beschränken wenn möglich

UG oder GmbH

Eine "UG" gibt es nicht. Die "UG haftungsbeschränkt" ist eine GmbH...

Genau gesagt: eine Unterform derselben, die sich von der GmbH einzig und allein dadurch unterscheidet, daß das zur Gründung nötige Mindeststammkapital nicht 25.000€ beträgt, sondern 1€, und vom Jahresüberschuss mindestens 25% für die Aufstockung des Stammkapitals verwendet werden müssen, bis die 25.000€ "voll" sind und die "UG haftungsbeschränkt" dann in eine "GmbH" umgewandelt werden muss. Bzw. automatisch umgewandelt wird.
Für die "UG haftungsbeschränkt" gilt das GmbHG genauso wie für die GmbH.

Signatur:Eine "UG" gibt es nicht. Es gibt nur die "UG haftungsbeschränkt".
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#5
 Von 
koivu
Status:
Schüler
(200 Beiträge, 63x hilfreich)

Mit ausländischen Rechtsformen (Ltd. u.ä.) hält man zwar das Stammkapital niedrig.

Aber: Man holt sich dafür Bilanzierungspflichten, Steuerpflichten usw. nach ausländischem Recht und in ausländischer Sprache mit ins Boot.
Außerdem ist die Rechtsform im Tätigkeitsbereich und Geldgebern eher unbekannt und stößt auf Misstrauen.

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#6
 Von 
PP9325
Status:
Praktikant
(941 Beiträge, 692x hilfreich)

Hallo,

Zitat:
Außerdem ist die Rechtsform im Tätigkeitsbereich und Geldgebern eher unbekannt und stößt auf Misstrauen.

Ob nun UG haftungsbeschränkt, GmbH, Ltd. oder sonstige haftungsbeschränkte Rechtsformen ist bei einer Kreditverabe meistens relativ egal, da es ohne Bürgschaft der Gesellschafter in der Regel eh keinen Cent Kredit gibt, außer das Unternehmen ist nachhaltig sehr gut situiert. Bei Geldgebern würde ich mir noch die wenigsten Sorgen machen, dass denen die Rechtsform unbekannt ist. Bei Lieferanten sieht es da, je nach Branche, oft anders aus. Dort stimmt ich Ihnen zu, dass dort bei manchen (unbekannten) Rechtsformen Misstrauen aufkommen kann und man damit rechnen muss, dauerhaft nur unter Vorkasse beliefert zu werden. Auch (halbwegs) intelligente Kunden, vor allm im B2B-Bereich kann man da schon verschrecken damit.

Auch ist richtig, dass ausländische Rechtsformen, insbesondere bei Gründungen, nur selten wirklich Sinn machen. Zumal vor allem mit Rechtsformen wie bspw. der Ltd. sehr viel Schindluder getrieben wird und so einem ein gewisser negativer Touch anhängt.

Im Übrigen kann ich mich nur anschließen, dass Sie sich auf jeden Fall vor einer Unternehmungsgründung eingehend beraten lassen sollten. Solche Beratungen erhält man bei der IHK, Steuerberatern oder Unternehmensberatungen. Kostet natürlich eine Stange Geld, aber ist es in der Regel auch wert, wenn man überlegt wie viele Unternehmen in den ersten 2 Jahren den Bach runtergehen, nur weil die Leute ohne Ahnung einfach mal drauflosgewerkelt haben.


Zitat:
Steurberater beauftragen für Buchhaltung und eine gute Assistentin für das Tagesgeschäft.


Ich weiß zwar nicht die Branche, folglich auch nicht die übliche Gewinnspanne dieser, aber bei einem Jahresumsatz von TEUR 100,0 wirds schon fraglich, ob es überhaupt drin ist, den Steuerberater die Buchhaltung machen zu lassen. Zumindest vorkontiert sollte es sein, sonst zahlt man sich dumm und dämlich, wenn der Steuerberater bzw. dessen Angestellte dann Rechnungen sortieren und im Minutentakt abrechnen. Eine gute Assistentin dürfte, selbst in Teilzeit nicht wirklich bezahlbar sein. TEUR 100,0 Umsatz bei 2 Personen sind nicht üppig. Das sind Pi mal Daumen EUR 4.000,00 an Umsatz pro Kopf, pro Monat. Da sind keine großen Sprünge drin, zumal die beiden Gründer ja auch was zum draufbeißen haben wollen. Bei einer UG haftungsbeschränkt müsste man sich darum sorgen, dass das Unternehmen wohl bereits nach dem ersten Jahr bilanziell überschuldet wäre und man wahrscheinlich in nicht geringem Umfang nachschießen müsste.

Kurz gesagt: Ein Umsatz von TEUR 100,0 p.a. bei zwei Personen reicht meiner Meinung nach absolut nicht aus, um "überleben" zu könnnen ohne nebenbei zusätzlich, am besten Vollzeit, zu arbeiten. Das ist reines Glückspiel: Man müsste den Umsatz im zeiten Jahr auf jeden Fall mindestens um 75 % steigern oder eher noch verdoppeln, damit sich das ganze trägt. Gelingt das nicht, kann man zusperren, denn ein 3 Jahr wird man sich höchstwahrscheinlich nicht leisten können...

Bitte nicht übelnehmen, aber für mich hört sich das Vorhaben nicht sehr durchdacht und eher nach dem Ausfluss eines glorreichen "Kumpelsabend" an, so ala "Wir haben die ultratolle Idee schlechthin, sind gute Kumpels und wäre ja chillig, wenn wir zusammen auch arbeiten können und deswegen machen wir jetzt eine Firma auf".


Grüße
PP

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#7
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(81389 Beiträge, 33985x hilfreich)

Zitat (von PP9325):
Zumindest vorkontiert sollte es sein, sonst zahlt man sich dumm und dämlich, wenn der Steuerberater bzw. dessen Angestellte dann Rechnungen sortieren und im Minutentakt abrechnen.

Stimmt, ich war schlicht davon ausgegangen das man das macht und denen nicht im Schuhkarton auf den Tisch legt.


Signatur:Meine persönliche Meinung/Interpretation! Im übrigen verweise ich auf §675 Abs. 2 BGB
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#9
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(81389 Beiträge, 33985x hilfreich)

Zitat (von pleindespoir):
Die Methode "das Jahr über Zettel sammeln und dann mal zu Weihnachten vorm Fernseher sortieren" ist nicht mehr zulässig

Das entsprach in der Neuzeit eigentlich noch nie den "Grundsätzen ordnungdgemäßer Buchführung". Auch wenn es immer wieder praktiziert und geduldet wurde.


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