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Lohnt sich eine GmbH zu gründen? (Wohnsitz im Ausland, "virtuelles Büro" in Deutschland)

3.4.2021 Thema abonnieren
 Von 
annag
Status:
Frischling
(24 Beiträge, 12x hilfreich)
Lohnt sich eine GmbH zu gründen? (Wohnsitz im Ausland, "virtuelles Büro" in Deutschland)

Guten Tag,

Ich habe ein paar Fragen.

Zu mir: ich bin Selbstständig als Kleinunternehmer (Bereich Design, Layout). Dazu noch Angestellt in Teilzeit. Zudem habe ich vor einem Jahr ein Gewerbe angemeldet, da ich im online Marketing Bereich tätig wurde.

Nun habe ich vor ins Ausland zu gehen und frage mich:
1. ob ich hierfür eine GmbH gründen kann bzw es sinnvoll ist, da ich mit meinem Gewerbe im onlineMarketing erst angefangen habe und noch nicht "erfolgreich" bin und ich gelesen habe, man sollte mind. 100.000 Umsatz machen, um eine GmbH zu gründen?

2. Ob es sinnvoll ist, um zb auch eine Geschäftsadresse in Deutschland zu behalten (steuerlich viel besser für mich, wenn ich in Deutschland (teilweise) steuerpflichtig bliebe)

3. Wenn es eine Option wäre, eine Gmbh zu gründen: ob ich mein Angestellten Verhältnis dazu auflösen sollte, da ich hier auch Aufträge als Selbstständige erhalten würde. Das tut wahrscheinlich Nichts zu Sache?

4. Hätte ich dann eine GmbH für meinen "Gewerbebetrieb" und wäre im Design/Layout Bereich Selbstständig? Oder läuft das alles unter der GmbH?

5. Da ich vor habe, verschiedene Webseiten zu erstellen, auch zu unterschiedlichen Themen und damit Einnahmen zu erhalten, wüsste ich garnicht, wie ich die GmbH nennen sollte. Kann sie zb auch "Frisör GmbH" heißen, wenn ich dann aber Bücher zum Thema Holzbau vertreibe? (nur als Beispiel) und nicht nur Frisör bin?

Ich freue mich über erste Antworten, einen Steuerberater bzw. Anwalt frage ich selbstverständlich auch noch. Ich wollte nur erstmal einen groben Überblick erhalten und evtl. Erfahrungen austauschen. Danke

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9 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
Anami
Status:
Weiser
(17652 Beiträge, 2893x hilfreich)

Zitat (von annag):
ob ich hierfür eine GmbH gründen kann bzw es sinnvoll ist
Der Sinn erschließt sich mir nicht. Du arbeitest ohne GmbH doch schon seit 3 Jahren wie beschrieben in D.
Zitat (von annag):
man sollte mind. 100.000 Umsatz machen, um eine GmbH zu gründen?
Wo hast du denn sowas gelesen?
Ich habe dazu sowas gelesen:
https://www.fuer-gruender.de/wissen/existenzgruendung-planen/recht-und-steuern/rechtsform/gmbh/

Ich empfehle dir, bei der IHK einen Kurs für Gründer zu buchen... da werden alle Aspekte beleuchtet.
Deine Frage 3 habe ich nicht verstanden. Als selbständig tätiger Unternehmer ist man kein Angestellter/Arbeitnehmer mehr. Oder man ist beides, so wie jetzt.

Signatur:auch ich verweise auf § 675(2) BGB.
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#2
 Von 
annag
Status:
Frischling
(24 Beiträge, 12x hilfreich)

Zitat:
Der Sinn erschließt sich mir nicht. Du arbeitest ohne GmbH doch schon seit 3 Jahren wie beschrieben in D.

Weil ich ins Ausland gehen werde und es sich lohnt, wenn ich in Deutschland einen Firmensitz hätte, den ich aber ja nur mit einer GmbH haben dürfte.

Zudem gefallen mir die Vorteile einer GmbH, dass man nicht privat haftet, sowie dass es ein seriöses Erscheinungsbild ist, wenn "GmbH" im Firmennamen steht.

Wo genau ich das gelesen habe, mit den 100.000 weiß ich nicht mehr - in einer google Suche stand es mal..

Zitat:
Deine Frage 3 habe ich nicht verstanden. Als selbständig tätiger Unternehmer ist man kein Angestellter/Arbeitnehmer mehr. Oder man ist beides, so wie jetzt.

Ich bin derzeit in einem Angestellten Verhältnis, arbeite 20h Teilzeit FEST angestellt. NEBENBEI bin ich selbstständig, habe also Aufträge, die ich abrechne. Und dann noch neu eben meine Online Tätigkeiten (Marketing) mit Gewerbe.
Wenn ich nun umziehe ins Ausland, kann ich ja nicht mehr hier vor Ort beim Arbeitgeber arbeiten. Daher meinte ich, das Arbeitsverhältnis aufzulösen und die Aufträge so anzunehmen, die ich jetzt fest angestellt erledige. War aber nur eine Frage nebenbei.

Gründerseminare finden momentan keine statt.

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#3
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(87257 Beiträge, 35009x hilfreich)

Zitat (von annag):
ich bin Selbstständig als Kleinunternehmer

In DE gibt es weder Kleinunternehmer noch Kleinunternehmen.



Zitat (von annag):
und ich gelesen habe, man sollte mind. 100.000 Umsatz machen, um eine GmbH zu gründen?

Das ist Unfug, Umsatz ist irrelevant.



Zitat (von annag):
wenn ich in Deutschland einen Firmensitz hätte, den ich aber ja nur mit einer GmbH haben dürfte.

Auch das ist falsch.



Zitat (von annag):
dass man nicht privat haftet,

Da sollte man mal "Durchgriffshaftung" googlen - die Haftung mit dem Privatvermögen ist auch bei einer GmbH möglich.



Zitat (von annag):
sowie dass es ein seriöses Erscheinungsbild ist, wenn "GmbH" im Firmennamen steht.

Absolut nicht. Banken z.B. wollen bei Krediten in aller Regel eine selbstschuldnerische Bürgschaft von Dir.



Zitat (von annag):
"virtuelles Büro" in Deutschland

Ist in DE nicht erlaubt, es bedarf stets einer ladungsfähigen Anschrift.



Gibt es noch andere Vorteile die man in der DE GmbH sieht?


Signatur:Meine persönliche Meinung/Interpretation! Im übrigen verweise ich auf §675 Abs. 2 BGB
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#4
 Von 
Anami
Status:
Weiser
(17652 Beiträge, 2893x hilfreich)

Grundsätzlich meine ich, das lohnt sich nicht. Es ist sogar eine sehr teure und umständliche Konstruktion.
Aber wenn du meinst, XY GmbH klinge seriöser...dann wäre das evtl. Lohn genug.
In Deutschland würdest du keine virtuelle Adresse, sondern eine nach geltenden Vorschriften haben müssen.

Zitat (von annag):
Gründerseminare finden momentan keine statt.
Du hättest die Gelegenheit schon seit 2009 mal ergreifen können. ;)
https://www.123recht.de/user.asp?user=annag

btw. es geht gar nicht um Existenzgründung...

-- Editiert von Anami am 03.04.2021 14:46

Signatur:auch ich verweise auf § 675(2) BGB.
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#5
 Von 
annag
Status:
Frischling
(24 Beiträge, 12x hilfreich)

Zitat:
Zitat (von annag):
ich bin Selbstständig als Kleinunternehmer

In DE gibt es weder Kleinunternehmer noch Kleinunternehmen.

Ich falle unter die Kleinunternehmerregelung, daher sprechen alle von Kleinunternehmer. Man weiß ja, was gemeint ist ;)

Zitat:
Zitat (von annag):
wenn ich in Deutschland einen Firmensitz hätte, den ich aber ja nur mit einer GmbH haben dürfte.

Auch das ist falsch.

Falsch? Ich habe es nur so von meinem Steuerberater gesagt bekommen und nachgelesen. Hast du andere Infos dazu? Sonst hätte ich mein "Problem" nicht, dass ich in Deutschland gerne meinen Firmensitz hätte. Deswegen erst kam ich auf die Idee, eine gmbh zu gründen...

Zitat:
Zitat (von annag):
"virtuelles Büro" in Deutschland

Ist in DE nicht erlaubt, es bedarf stets einer ladungsfähigen Anschrift.

es gibt doch Briefkästen, die man mieten kann als Firmenanschrift ?

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#6
 Von 
annag
Status:
Frischling
(24 Beiträge, 12x hilfreich)

Zitat:
Du hättest die Gelegenheit schon seit 2009 mal ergreifen können. ;)

2009? Da war ich auf Mehreren.

jetzt geht es hauptsächlich um das Thema Ausland und Firmensitz hier.

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#7
 Von 
eh1960
Status:
Bachelor
(3583 Beiträge, 1022x hilfreich)

Zitat (von Harry van Sell):
Zitat (von annag):
ich bin Selbstständig als Kleinunternehmer


In DE gibt es weder Kleinunternehmer noch Kleinunternehmen.



Aber selbstverständlich gibt es in Deutschland "Kleinunternehmer":

§ 19 UStG Besteuerung der Kleinunternehmer

(1) Die für Umsätze im Sinne des § 1 Abs. 1 Nr. 1 geschuldete Umsatzsteuer wird von Unternehmern, die im Inland oder in den in § 1 Abs. 3 bezeichneten Gebieten ansässig sind, nicht erhoben, wenn der in Satz 2 bezeichnete Umsatz zuzüglich der darauf entfallenden Steuer im vorangegangenen Kalenderjahr 22 000 Euro nicht überstiegen hat und im laufenden Kalenderjahr 50 000 Euro voraussichtlich nicht übersteigen wird. Umsatz im Sinne des Satzes 1 ist der nach vereinnahmten Entgelten bemessene Gesamtumsatz, gekürzt um die darin enthaltenen Umsätze von Wirtschaftsgütern des Anlagevermögens. Satz 1 gilt nicht für die nach § 13a Abs. 1 Nr. 6, § 13b Absatz 5, § 14c Abs. 2 und § 25b Abs. 2 geschuldete Steuer. In den Fällen des Satzes 1 finden die Vorschriften über die Steuerbefreiung innergemeinschaftlicher Lieferungen (§ 4 Nr. 1 Buchstabe b, § 6a), über den Verzicht auf Steuerbefreiungen (§ 9), über den gesonderten Ausweis der Steuer in einer Rechnung (§ 14 Abs. 4), über die Angabe der Umsatzsteuer-Identifikationsnummern in einer Rechnung (§ 14a Abs. 1, 3 und 7) und über den Vorsteuerabzug (§ 15) keine Anwendung.
(2) Der Unternehmer kann dem Finanzamt bis zur Unanfechtbarkeit der Steuerfestsetzung (§ 18 Abs. 3 und 4) erklären, dass er auf die Anwendung des Absatzes 1 verzichtet. Nach Eintritt der Unanfechtbarkeit der Steuerfestsetzung bindet die Erklärung den Unternehmer mindestens für fünf Kalenderjahre. Sie kann nur mit Wirkung von Beginn eines Kalenderjahres an widerrufen werden. Der Widerruf ist spätestens bis zur Unanfechtbarkeit der Steuerfestsetzung des Kalenderjahres, für das er gelten soll, zu erklären.
(3) Gesamtumsatz ist die Summe der vom Unternehmer ausgeführten steuerbaren Umsätze im Sinne des § 1 Abs. 1 Nr. 1 abzüglich folgender Umsätze:

1. der Umsätze, die nach § 4 Nr. 8 Buchstabe i, Nr. 9 Buchstabe b und Nummer 11 bis 29 steuerfrei sind;
2. der Umsätze, die nach § 4 Nr. 8 Buchstabe a bis h, Nr. 9 Buchstabe a und Nr. 10 steuerfrei sind, wenn sie Hilfsumsätze sind.

Soweit der Unternehmer die Steuer nach vereinnahmten Entgelten berechnet (§ 13 Abs. 1 Nr. 1 Buchstabe a Satz 4 oder § 20), ist auch der Gesamtumsatz nach diesen Entgelten zu berechnen. Hat der Unternehmer seine gewerbliche oder berufliche Tätigkeit nur in einem Teil des Kalenderjahres ausgeübt, so ist der tatsächliche Gesamtumsatz in einen Jahresgesamtumsatz umzurechnen. Angefangene Kalendermonate sind bei der Umrechnung als volle Kalendermonate zu behandeln, es sei denn, dass die Umrechnung nach Tagen zu einem niedrigeren Jahresgesamtumsatz führt.
(4) Absatz 1 gilt nicht für die innergemeinschaftlichen Lieferungen neuer Fahrzeuge. § 15 Abs. 4a ist entsprechend anzuwenden.

Signatur:Eine "UG" gibt es nicht. Es gibt nur die "UG haftungsbeschränkt".
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#8
 Von 
eh1960
Status:
Bachelor
(3583 Beiträge, 1022x hilfreich)

Zitat (von Harry van Sell):
Zitat (von annag):
"virtuelles Büro" in Deutschland


Ist in DE nicht erlaubt, es bedarf stets einer ladungsfähigen Anschrift.


Ein "virtuelles Büro" kann aber durchaus eine ladungsfähige Anschrift sein.

Dann immer nämlich, wenn dort jemand sitzt, der Zustellungsbevollmächtigter ist. Und diesen Service bieten viele Dienstleister, die "virtuelle Büros" anbieten, mit an.

-- Editiert von eh1960 am 03.04.2021 16:52

Signatur:Eine "UG" gibt es nicht. Es gibt nur die "UG haftungsbeschränkt".
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#9
 Von 
Klawuttke
Status:
Beginner
(105 Beiträge, 8x hilfreich)

Zur Ursprungsfrage:

Nach der Darstellung würde es eine "one man show" sein.
Heisst, Du als Person verkaufst Dich selbst und Deine Dienstleistung. Alle Kunden werden sagen, das macht "Annag". Niemand wird sagen, das macht die Super Duper Online Marketing GmbH als Norderfriedrichskoog.

Die Frage ist, welche Risiken würden denn bei der Tätigkeit entstehen, dass eine Haftungsbeschränkung erforderlich ist?
Irgend eine Marketingkampagne, die Du nicht zeitlich schaffst und der Kunde dann fragt, was machen wir jetzt mit den Millionen Osterhasen?

Eine Frage ist auch, wie Du die Kunden gewinnen willst. Alles online, oder durch persönlichen Kontakt? Bei letzterem sind Geschäftsräume oder Besuche beim Kunden vorteilhaft. Das spricht aber gegen ein arbeiten aus dem Ausland.

Natürlich rät der Steuerberater zu einer GmbH. So ein paar Abschlüsse und Bilanzen sind auch Zubrot.

Denk auch an die Gewerbesteuer. Bei letzterer bestimmen die Gemeinden selbst den Hebesatz. Durch entsprechende Wahl des Firmensitzes lässt sich da was sparen.

Was spricht gegen eine haftungsbeschränkte Firma aus dem Ausland? (B.V., S.a.r.l.)

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