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Vorübergehend freiberuflich bzw Kleinunternehmer

11.1.2020 Thema abonnieren
 Von 
go535789-60
Status:
Frischling
(6 Beiträge, 0x hilfreich)
Vorübergehend freiberuflich bzw Kleinunternehmer

Hallo,
ich befinde mich derzeitig im Jobwechsel und habe ein Angebot zur Überbrückung dieser Phase einen Werk- bzw Honorarvertrag abschließen zu können.
Leider habe ich keinerlei Erfahrung von der Materie und Sorge, in irgendwelche Fallen zu laufen was zum Beispiel die Steuer oder Sozialversicherung betrifft. Aber auch die Kalkulation, welche alle meine Sorgen betrifft, bereitet mir Schwierigkeiten.

Dazu einige Fragen:
Falle ich im Falle einer vorübergehenden Freiberuflichkeit über voraussichtlich 4 Monate noch in die Kleinunternehmung bzw. betrifft mich diese überhaupt als Freiberufler?
Wie läuft das mit den Sozialversicherungen? Laut Krankenkasse zahle ich in dem Zeitraum den Arbeitnehmer- und Arbeitgeberanteil komplett alleine? Wie verhält es sich mit den anderen Versicherungen?
Welche Schritte muss ich in dem Fall bei der Steuer gehen? Wie verhält es sich, wenn ich im Anschluss meiner freiberuflichen Tätigkeit wieder in ein sozialversicherungspflichtiges Arbeitsverhältnis rutsche?

Soviel erstmal bis dato. Ich würde mich über Antworten freuen!

Danke und Liebe Grüße!

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11 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
muemmel
Status:
Unbeschreiblich
(28103 Beiträge, 15309x hilfreich)

habe ein Angebot zur Überbrückung dieser Phase einen Werk- bzw Honorarvertrag abschließen zu können. Das riecht stark nach Scheinselbständigkeit - offenbar haben Sie da ja nur einen Auftraggeber?

Signatur:Bei nur einer Ratte im Zimmer handelt es sich nicht um einen Reisemangel ( Amtsgericht Köln).
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#2
 Von 
go535789-60
Status:
Frischling
(6 Beiträge, 0x hilfreich)

Ja. Für die 4 Monate hätte ich nur einen Auftraggeber.
Ist das für den kurzen Zeitraum ein Problem?

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#3
 Von 
muemmel
Status:
Unbeschreiblich
(28103 Beiträge, 15309x hilfreich)

Natürlich. Hier soll eine Selbständigkeit vorgetäuscht werden, um SV-Beiträge zu sparen - das mag insbesondere die Rentenversicherung gar nicht.

Signatur:Bei nur einer Ratte im Zimmer handelt es sich nicht um einen Reisemangel ( Amtsgericht Köln).
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#4
 Von 
go535789-60
Status:
Frischling
(6 Beiträge, 0x hilfreich)

Ok. Das ist ja schon mal eine Antwort.

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#5
 Von 
go535789-60
Status:
Frischling
(6 Beiträge, 0x hilfreich)

Und wenn man das als Gewerbe laufen lässt?
Fällt es denn auch unter eine Scheinselbständigkeit?

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#6
 Von 
muemmel
Status:
Unbeschreiblich
(28103 Beiträge, 15309x hilfreich)

Na sicher doch. By the way kann man das nicht einfach auswählen - man ist Freiberufler ODER Gewerbetreibender. Das ergibt sich schlicht aus der Art der Tätigkeit.
Leider habe ich keinerlei Erfahrung von der Materie und Sorge, in irgendwelche Fallen zu laufen was zum Beispiel die Steuer oder Sozialversicherung betrifft. Aber auch die Kalkulation, welche alle meine Sorgen betrifft, bereitet mir Schwierigkeiten. Mein Rat - lassen Sie es einfach. Sich wegen 4 Monaten in die ganze umfangreiche Materie einzuarbeiten lohnt sich echt nicht...

Signatur:Bei nur einer Ratte im Zimmer handelt es sich nicht um einen Reisemangel ( Amtsgericht Köln).
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#7
 Von 
go535789-60
Status:
Frischling
(6 Beiträge, 0x hilfreich)

Danke muemmel.
Dann werde ich das so beherzigen.

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#8
 Von 
eh1960
Status:
Student
(2910 Beiträge, 885x hilfreich)

Zitat (von go535789-60):

Leider habe ich keinerlei Erfahrung von der Materie und Sorge, in irgendwelche Fallen zu laufen was zum Beispiel die Steuer oder Sozialversicherung betrifft. Aber auch die Kalkulation, welche alle meine Sorgen betrifft, bereitet mir Schwierigkeiten.

Dann sollte man es nicht machen.

Zitat:
Falle ich im Falle einer vorübergehenden Freiberuflichkeit über voraussichtlich 4 Monate noch in die Kleinunternehmung bzw. betrifft mich diese überhaupt als Freiberufler?

Die Kleinunternehmerregelung des UStG greift für alle Selbständigen, die maximal 17.500 € Jahresumsatz erzielen.
Zitat:
Wie läuft das mit den Sozialversicherungen? Laut Krankenkasse zahle ich in dem Zeitraum den Arbeitnehmer- und Arbeitgeberanteil komplett alleine?

Ein Selbständiger hat weder Arbeitnehmer- noch Arbeitgeberanteil. Er zahlt seine Sozialversicherungsbeträge vollständig selbst.
(Es gibt Ausnahmen,Publizisten und Künstler z.B., da übernimmt die Künstlersozialkasse die Hälfte.)

Zitat:
Wie verhält es sich mit den anderen Versicherungen?

Genauso.
Zitat:
Wie verhält es sich, wenn ich im Anschluss meiner freiberuflichen Tätigkeit wieder in ein sozialversicherungspflichtiges Arbeitsverhältnis rutsche?

Es verhält sich gar nicht, weil beides zwei getrennte Baustellen sind. Man kann auch gleichzeitig angestellt und selbständig arbeiten.

Signatur:Eine "UG" gibt es nicht. Es gibt nur die "UG haftungsbeschränkt".
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#9
 Von 
Anami
Status:
Philosoph
(13625 Beiträge, 2080x hilfreich)

Zitat (von eh1960):
Die Kleinunternehmerregelung des UStG greift für alle Selbständigen, die maximal 17.500 € Jahresumsatz erzielen.
Neu: Ab 2020 gilt: Im Vorjahr darf der Umsatz 22.000 Euro nicht überschritten haben und im laufenden Jahr (wie bisher) voraussichtlich nicht über 50.000 Euro liegen.

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#10
 Von 
go535789-60
Status:
Frischling
(6 Beiträge, 0x hilfreich)

Ich mache das Thema doch nochmal auf:

Falle ich auch unter die Kleinunternehmerregelung, wenn ich meinen Umsatz von ca. 20.000€ in vier Monaten im Jahr erreiche und in den weiteren Monaten des Jahres keinen Umsatz mache?
Oder wird der in den vier Monaten gemachte Umsatz auf das Jahr hochgerechnet und ich falle folgenschwer aus der Kleinunternehmerregelung?

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#11
 Von 
muemmel
Status:
Unbeschreiblich
(28103 Beiträge, 15309x hilfreich)

Wenn man sein Gewerbe nur einen Teil des Jahres betreibt, und das ist ja offenbar Ihr Plan, dann wird der Umsatz entsprechend hochgerechnet.

Signatur:Bei nur einer Ratte im Zimmer handelt es sich nicht um einen Reisemangel ( Amtsgericht Köln).
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