Waren importieren bevor die GmbH eine Steuernummer hat? Als Privatperson kaufen?

27. Februar 2024 Thema abonnieren
 Von 
go659220-59
Status:
Frischling
(6 Beiträge, 0x hilfreich)
Waren importieren bevor die GmbH eine Steuernummer hat? Als Privatperson kaufen?

Hallo Zusammen,

ich habe aktuell ein zeitliches Problem, da sich die Gründung unserer GmbH in die Länge zieht (KW2 beim Notar gewesen) - erst haben wir mehrere Wochen gebraucht, bis wir ein Firmenkonto eröffnen und das Stammkapital einzahlen konnten. Danach hat das Amtsgericht angemerkt, dass im Gesellschaftervertrag nicht notiert wurde, bis zu welcher Höhe die Gesellschaft die Gründungskosten trägt.
Jetzt müssten wir nächste Woche wieder zum Notar und die Ergänzung beglaubigen lassen, was dann zum Amtsgericht geht, und mit der Handelsregistereintragung dann das Finanzamt weitermacht etc.

Wir brauchen also noch viele Wochen, bis wir geschäftsfähig sind.

Mein Problem ist: Ich möchte aus dem Ausland zeitnah Produkte bestellen (Schmuck im Wert von ~ 6.000€), damit ich schon mal mit dem Fotografieren und Webshop vorbereiten weitermachen kann. Damit, wenn die GmbH geschäftsfähig ist, ich den Onlineshop starten kann und nicht dann erst mit den Vorbereitungen beginne.
Allerdings haben wir noch keine Handelsregistereintragung und somit auch noch keine Steuernummer. Daher kann ich diese Bestellung nicht im Namen der Firma auslösen bzw. verzollen.

Ich könnte die Bestellung als Privatperson auslösen und verzollen --> wie bekomme ich diese Kosten dann nachträglich in die GmbH?
Kann ich als Gesellschafter diese Waren dann an die GmbH verkaufen? Wie sieht es aus mit den Zollgebühren etc? Was gibt es wegen der USt zu beachten?

Alternativ fällt mir ein: Eine andere GmbH kauft und verzollt diese Produkte und verkauft sie dann später unserer GmbH ohne Gewinn weiter. Ist das machbar?
Oder müsste diese GmbH auch als Schmuck unternehmen registriert sein, um sowas durchführen zu dürfen?

Was wäre denn eine andere Lösung, außer zu warten?

Wir könnten diese Bestellung noch nicht mal über unser Firmenkonto bezahlen, da wir das Konto momentan nur für Gründungskosten nutzen können, solange wir noch keinen Handelsregistereintrag haben.

Ich freue mich auf die Lösungsvorschläge und bedanke mich vorab!

LG,
Geoffrey



-- Editiert von User am 27. Februar 2024 15:38

-- Editiert von User am 27. Februar 2024 16:32

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12 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
cirius32832
Status:
Schlichter
(7244 Beiträge, 1526x hilfreich)

https://www.ride.capital/faq/kann-ich-kosten-die-vor-der-gr%C3%BCndung-entstehen-in-die-gmbh-einbringen

Zitat:
Kann ich Kosten, die vor der Gründung entstehen, in die GmbH einbringen?

Oft fallen schon vor der Eintragung ins Handelsregister Kosten an, zum Beispiel für Büromöbel, einen Handy- oder Internetvertrag. Können diese Kosten schon geltend gemacht werden?

Ja, diese Kosten gelten als vorweggenommene Betriebsausgaben.

Signatur:

https://www.antispam-ev.de

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#2
 Von 
go659220-59
Status:
Frischling
(6 Beiträge, 0x hilfreich)

Das klingt sehr hilfreich, danke für den Link!

D.h. ich bestelle im ersten Schritt die Produkte einfach ganz normal als Privatperson und versteuere und verzolle auch alles ganz normal?
Oder muss ich hier bereits irgendwo auf den Rechnungen hinterlegen lassen, dass ich plane, diese Produkte für unsere GmbH zu nutzen?

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#3
 Von 
go659220-59
Status:
Frischling
(6 Beiträge, 0x hilfreich)

Da ich meine Beiträge nicht mehr editieren kann, muss ich erneut posten:

Gelten als vorweggenommene Betriebsausgaben nur Gründungskosten, oder auch solche Dinge wie in meinem Fall?

Ich habe nämlich folgendes gelesen:

"Es ist jedoch von der Satzung abhängig, wie die vorweggenommenen Betriebskosten abgerechnet werden dürfen. In dieser wird festgelegt, ob und welche Höhe die GmbH der Gründungskosten übernimmt."

In unserer Satzung steht, dass Gründungskosten bis 2.500€ von der Gesellschaft getragen werden, alles weitere durch die Gesellschafter.
Schießen wir uns somit ins eigene Bein?


Genau wegen dem letzten Grund müssen wir nächste Woche erneut zum Notar:
In der Gründungsurkunde steht die Summe 2.500€ und im Gesellschaftervertrag steht gar nichts dazu. Das Amtsgericht will nun, dass auch im Gesellschaftervertrag die 2.500€ hinterlegt werden.

Da wir sowieso nächste Woche den Notar Termin haben: wäre es sinnvoll, diesen Punkt auf z.B. 10.000€ zu erhöhen? Oder dürfen wir das gar nicht?
Das Stammkapital beträgt 30.000€

-- Editiert von User am 27. Februar 2024 20:23

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#4
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(120279 Beiträge, 39864x hilfreich)

Zitat (von go659220-59):
Schießen wir uns somit ins eigene Bein?

Zumindest Du mit den 6000 EUR ...



Zitat (von go659220-59):
Da wir sowieso nächste Woche den Notar Termin haben: wäre es sinnvoll, diesen Punkt auf z.B. 10.000€ zu erhöhen?

Würde ich so sehen.


Signatur:

Meine persönliche Meinung/Interpretation!
Im übrigen verweise ich auf § 675 Abs. 2 BGB

0x Hilfreiche Antwort

#5
 Von 
go659220-59
Status:
Frischling
(6 Beiträge, 0x hilfreich)

Zitat (von Harry van Sell):
Zitat (von go659220-59):
Schießen wir uns somit ins eigene Bein?

Zumindest Du mit den 6000 EUR ...


Werden denn wirklich vorweggenommene Betriebskosten als Gründungskosten gesehen?

Ich hätte das anders interpretiert. Als Gründungskosten sehe ich Notarkosten, Rechtsanwalt etc.

Ladenmiete, Messebesuche usw. Würde ich nicht als Gründungskosten sondern als "normale" Ausgaben sehen. Liege ich damit falsch?

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#6
 Von 
Taxofit
Status:
Frischling
(27 Beiträge, 6x hilfreich)

Zitat (von go659220-59):
Gelten als vorweggenommene Betriebsausgaben nur Gründungskosten

Genau.

Zitat (von go659220-59):
Ausland

EU oder Drittland?


Zitat (von go659220-59):
Ich könnte die Bestellung als Privatperson auslösen und verzollen --> wie bekomme ich diese Kosten dann nachträglich in die GmbH?
Kann ich als Gesellschafter diese Waren dann an die GmbH verkaufen? Wie sieht es aus mit den Zollgebühren etc? Was gibt es wegen der USt zu beachten?

Bist du gleichzeitig umsatzsteuerpflichtiger Einzelunternehmer? Wenn nicht, keine gute Idee, da dir sonst die Erstattung der (Einfuhr-)umsatzsteuer (>1.000€) flöten geht.

Es spricht m.E. nichts dagegen, die Bestellung schon als GmbH i.G. vorzunehmen. Problematisch wird's, wenn es ein EU-Land ist und die GmbH noch keine UStID hat.

Zitat (von go659220-59):
Alternativ fällt mir ein: Eine andere GmbH kauft und verzollt diese Produkte und verkauft sie dann später unserer GmbH ohne Gewinn weiter. Ist das machbar?

Das wäre ohne weiteres machbar. Es muss aber ja auch nicht zwingend eine GmbH sein. Nur umsatzsteuerpflichtig sollte das Unternehmen sein.

0x Hilfreiche Antwort

#7
 Von 
go659220-59
Status:
Frischling
(6 Beiträge, 0x hilfreich)

Die Waren kommen aus China, also neben der USt fallen ja auch noch Zoll Gebühren an - daher ist es nicht möglich, als GmbH iG die waren einzuführen.. bis wir die USt ID erhalten kann es Monate dauern.

Ich hätte ein Familienmitglied mit einer GmbH, die allerdings der Touristikbranche zugehört und nichts mit Schmuck zu tun hat, der uns unterstützen würde.

Ich reduziere die Bestellung auf ein Minimum und komme am Ende auf einen Betrag i.H.v. 4.800€.

Gibt's hier irgendwelche Fallstricke wegen der USt und Zollgebühren, wenn die andere Firma diese waren einführt und uns dann zu einem späteren Zeitpunkt weiterverkauft?

0x Hilfreiche Antwort

#8
 Von 
Taxofit
Status:
Frischling
(27 Beiträge, 6x hilfreich)

Zitat (von Taxofit):
Zitat (von go659220-59):
Gelten als vorweggenommene Betriebsausgaben nur Gründungskosten

Genau.

Das war natürlich Quatsch. Hab ich falsch gelesen. Vorweggenommene können alles mögliche sein. Die Gründungskosten dürfen nur bis zur festgelegten Höhe als BA abgesetzt werden.
`

Zitat (von go659220-59):
Die Waren kommen aus China, also neben der USt fallen ja auch noch Zoll Gebühren an - daher ist es nicht möglich, als GmbH iG die waren einzuführen.. bis wir die USt ID erhalten kann es Monate dauern.

Ist das so? Wofür wird die ID beim Zoll benötigt? Kenne ich nicht.


Zitat (von go659220-59):
Ich hätte ein Familienmitglied mit einer GmbH, die allerdings der Touristikbranche zugehört und nichts mit Schmuck zu tun hat, der uns unterstützen würde.

Das könnte grundsätzlich funktionieren. Da diese GmbH ja nicht mit deiner Ware auf dem Markt auftritt, sehe ich auch keine gewerberechtliches Problem. Die haben es natürlich in ihrer Buchhaltung als Einkauf und Erlös, was vielleicht etwas merkwürdig erscheint und deren Zahlen aufbläht. Außerdem haben die evtl. viel mit Margenbesteuerung zu tun.


Zitat (von go659220-59):
Gibt's hier irgendwelche Fallstricke wegen der USt und Zollgebühren, wenn die andere Firma diese waren einführt und uns dann zu einem späteren Zeitpunkt weiterverkauft?

Die bekommen die Einfuhrumsatzsteuer angerechnet und berechnen dir den Warenwert zzgl. Zoll (+ ggf. eine kleine Marge) zzgl. Umsatzsteuer weiter.

Wie soll das eigentlich mit der Zahlung an China laufen?

Vielleicht solltest du doch noch einen Steuerberater ins Boot holen oder jemand hat hier noch eine Meinung.

0x Hilfreiche Antwort


#10
 Von 
spatenklopper
Status:
Gelehrter
(10701 Beiträge, 4211x hilfreich)

Es wird vermutlich sowieso alles länger dauern als Ihr denkt.

Für den Import brauch(s)t Du / Ihr (bzw. der Importeur) eine EORI-Nummer und ich gehe mal stark davon aus, dass die "Touristik GmbH" keine EORI-Nummer hat.
Diese muss beim Zoll beantragt werden.
Ich würde diese auch direkt über das Onlineportal des Zolls beantragen und nicht irgendwelche "dubiosen Dienstleister" damit beauftragen.
Die Vergabe dauert in der Regel gute 4 Wochen, selten schneller, oftmals auch länger.....

0x Hilfreiche Antwort

#11
 Von 
go659220-59
Status:
Frischling
(6 Beiträge, 0x hilfreich)

Zitat (von spatenklopper):
Es wird vermutlich sowieso alles länger dauern als Ihr denkt.

Für den Import brauch(s)t Du / Ihr (bzw. der Importeur) eine EORI-Nummer und ich gehe mal stark davon aus, dass die "Touristik GmbH" keine EORI-Nummer hat.
Diese muss beim Zoll beantragt werden.
Ich würde diese auch direkt über das Onlineportal des Zolls beantragen und nicht irgendwelche "dubiosen Dienstleister" damit beauftragen.
Die Vergabe dauert in der Regel gute 4 Wochen, selten schneller, oftmals auch länger.....


Das Thema hat sich mittlerweile erledigt.

Eine EORI-Nummer wurde über die "Touristik GmbH" beantragt. Für die Zoll-Anmeldung reicht die Eingangsbestätigung + der Antrag.

0x Hilfreiche Antwort

#12
 Von 
spatenklopper
Status:
Gelehrter
(10701 Beiträge, 4211x hilfreich)

Oh, hatte nicht gesehen, dass das ganze schon einem Monat her ist.

Aber Danke für die Rückmeldung.

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