Abänderungsklage - Wie stehen denn die Erfolgsaussichten?

4. Februar 2009 Thema abonnieren
 Von 
blimunda
Status:
Frischling
(8 Beiträge, 1x hilfreich)
Abänderungsklage - Wie stehen denn die Erfolgsaussichten?

Hallo, der Vater meines Sohnes zahlt seit Januar keinen Unterhalt mehr, da er arbeitslos geworden ist. (er hat von sich aus gekündigt!) Heute bekam ich ein Schreiben vom Amtsgericht, das gegen mich bzw. das Kind Abänderungsklage des bestehenden Unterhaltstitels eingereicht wird.
Jetzt bin ich total verunsichert, da ich jetzt auf der Beklagtenseite stehe.
Ich wollte eigentlich keinen Anwalt für die Sache nehmen, da ich lieber das Geld für meine Kinder ausgebe, als für Anwälte. Aber komme ich wohl doch nicht ohne aus.
Wie stehen denn die Erfolgsaussichten bei solchen Klagen.
Der Antrag lautet darauf, den Unterhaltstitel abzuändern, dass der Kläger keinen Unterhalt mehr schuldet und das ich die Kosten für den Rechtsstreit zahlen soll.

Ich glaube ich bin im falschen Film....

Vielen Dank für Antworten

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14 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
KuschelbaerR
Status:
Student
(2162 Beiträge, 275x hilfreich)

Wie begründet er denn die Kündigung seinerseits?
Als unterhaltspflichtiger Elternteil unterliegt er einer erhöhten Erwerbsobliegenheit, solange das Kind minderjährig bzw. ein privilegierter Volljähriger ist - wie alt ist dein Sohn? Fällt er darunter?

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"Geld verdirbt nicht den Charakter, sondern bringt das wahre Gesicht zum Vorschein! "

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#2
 Von 
guest-12330.03.2009 14:52:31
Status:
Lehrling
(1162 Beiträge, 301x hilfreich)

Geh zum JA und beantrage für die Unterhaltsberechnung und diesen Rechtsstreit eine Beistandschaft.
Das JA vertritt dann Deinen Sohn vor Gericht.
Die Kosten übernimmt dann auch das JA.
Allerdings wird es auch dann so sein, dass Dein Ex Prozesskostenhilfe zugesprochen bekommt.

LG beijing

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#3
 Von 
blimunda
Status:
Frischling
(8 Beiträge, 1x hilfreich)

Hallo, das Kind ist 11.
Die Begründung der Kündigung ist zuwenig Verdienst. War bei einer Versicherung beschäftigt und hat da wohl nicht genügend Umsatz gemacht.
Er würde sich jetzt um eine Arbeit bemühen, hätte Bewerbungen laufen, aber eine Prognose wann diese zum Erfolg führen, könne halt nicht abgegeben werden.

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#4
 Von 
KuschelbaerR
Status:
Student
(2162 Beiträge, 275x hilfreich)

Also dann sehe ich eigentlich gute Chancen für dich und deinen Sohn.
Er darf seine Arbeit nicht einfach aufgeben, wenn er deshalb dann keinen Unterhalt mehr zahlen kann/will.
Erhöhte Erwerbsobliegenheit heißt, er hat alles zu unternehmen, um den Unterhalt sicherzustellen.
natürlich kann er sich beruflich verändern, in der Regel (und nicht nur, wenn man barunterhaltspflichtig ist) kündigt man einen alten, unbefriedigenden Job erst, wenn man einen neuen sicher hat.
Selbst wenn er gekündigt worden wäre, so würde man ihn unterhaltsrechtlich ca. weitere 6 Monate genauso behandeln, als wenn er seine Arbeit noch hätte. Erst danach, wenn er dann immer noch keinen neuen Job gefunden hat, kommt eine Unterhaltskürzung in Betracht.

Da ein Titel besteht (sonst wäre ja keine Abänderungsklage nötig), kannst du rückständigen Unterhalt pfänden lassen.
An deiner Stelle würde ich mich auch sofort an das Jugendamt wenden.

Ob er wirklich PKH bekommt bei der Ausgangslage - fraglich. Der Unterhaltsschuldner hat seine finanzielle Lage mutwillig verschlechtert.


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"Geld verdirbt nicht den Charakter, sondern bringt das wahre Gesicht zum Vorschein! "

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#5
 Von 
ARTiger
Status:
Student
(2429 Beiträge, 212x hilfreich)

Hallo blimunda,

dass er selber gekündigt hat, wird ihm eine gute Erklärung abverlangen, aber vielleicht kann er die glaubhaft vorttragen.
Die Zahlungen gänzlich einzustellen war keine sonderlich gute Idee, weil du jetzt aus dem Titel pfänden lassen kannst.
Er unterwirft sich der Unterhaltsverpflichtung mit seinem gesamten Vermögen und das würde ich ihm nahelegen und bei Weigerung u.U. pfänden lassen.
Wobei Pfändungen ein heißes Eisen sind, das leicht zu einer generellen Verweigerungshaltung führen und seinen Ambitionen zur Erwerbsobliegenheit einen deutlichen Motivationsabschwung bescheren kann.
Man geht von einem halben Jahr aus, in dem der Verpflichtete seiner Barunterhaltsverpflichtung gegenüber einem Kind weiterhin nachkommen kann.
Der Kindesunterhalt wurde schließlich tituliert um den Kindesbedarf gesichert zu haben.
Ansonsten ist es von seiner Warte aus betrachtet der richtige Weg, die Abänderung zeitnah anzustreben.

Der Streitwert ist umso geringer, je geringer die Differenz der Abänderung ausfallen soll.
Insoweit fallen auch die Gebühren relativ gering aus.
Was hatte er denn an KU geleistet und auf welchen Betrag will er nun runter?
Hatte er dich nicht vorher informiert?
Wie hattest du reagiert?

Man kann solche Angelegenheiten nämlich auch so ganz ohne Gerichte klären, wenn sich nur beide Parteien darauf einließen.

Lieben Gruß


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"*Darüber hinaus werden wir die nacheheliche Eigenverantwortung stärken.*Lüge!"

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#6
 Von 
blimunda
Status:
Frischling
(8 Beiträge, 1x hilfreich)

Er hat mir im Dezember mitgeteilt, dass er keinen Unterhalt mehr zahlen kann da er gekündigt hat, das er auf seine Ersparnisse zurückgreifen muss und daraus den Unterhalt nun bestreitet( Mitteilung per Mail).
Im Januar kam der Brief seines Anwalts, dass er den Unterhalt auf Null setzen will. Ich schrieb seinem Anwalt, dass er sich an die Mail-Abmachung halten soll und ich die Reduzierung auf Null nicht akzeptiere. Heute dann die Antwort in Form der Klage.
Kann ich nicht meine Kraft für meine Kinder aufbringen. Muss ich mich immer wieder mit so viel Negativem belasten?
Ich habe versucht ohne Anwalt, Gericht, Pfändung, etc. auszukommen. Aber ich habe doch jetzt gar keine Wahl mehr.

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#7
 Von 
ARTiger
Status:
Student
(2429 Beiträge, 212x hilfreich)

Hi blimunda,

wenn du alle anderen Möglichkeiten ausgeschöpft hast und sich der vater jetzt entgegen der eigenen Ankündigung nicht wohlverhaltend gibt, dann wirst du eben in den sauren Apfel beißen und die Unterhaltsurkunde zum Einsatz bringen müssen - leider.
Was sich zwischen euch Elternteilen daraus entwickeln wird ist ungewiss, aber ich befürchte, dass du dann mehr negative Dinge in diesem Jahr zu durchleben hast als du dir erhofft hattest.

Wie ich aber bereits schrieb, die Klage hätte er ohnehin bereits jetzt einreichen müssen, weil es nunmal an den Gerichten dauert, bis der Beschluss getroffen ist.

Dass er momentan nicht zahlt ist aber echt schon ziemlich blöd.

Nochmal: Auf welchen Betrag will er denn jetzt runter?

Lieben Gruß




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"*Darüber hinaus werden wir die nacheheliche Eigenverantwortung stärken.*Lüge!"

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#8
 Von 
blimunda
Status:
Frischling
(8 Beiträge, 1x hilfreich)

Auf Null, auf garnichts. Keinen einzigen Euro. Und das ab Januar.
Das ist doch kein Angebot auf das man eingehen kann. Ich kann die Bedürfnisse eines Kindes auch nicht auf Null setzen.

Auch viele Grüße

0x Hilfreiche Antwort

#9
 Von 
uwe3/61
Status:
Praktikant
(689 Beiträge, 74x hilfreich)

was schreibt denn das gericht eigentlich?
was wollen die von dir wissen?

ist die klage angenommen?

dein kind ist minderjährig, gehe wirklich sofort zum jugendamt und beantrage beistandschaft und auch unterhaltsvorschuss, wenn er nicht zahlt.

die werden sich tatsächlich um die rechtslage kümmern. aber nicht unnötig in die situation hineinsteigern.

wenn dein ex weniger oder nichts mehr verdient, wird er sicherlich an die leistungsfähigkeitsgrenze kommen. darauf musst du dich einstellen. ist schie.. aber nicht zu ändern...wenn er keinen job findet.

handle aber schnell

uwe

0x Hilfreiche Antwort

#10
 Von 
mikkian
Status:
Bachelor
(3857 Beiträge, 463x hilfreich)

Irgendwie kapier ich das nicht. Ich denke, auf KU kann gar nicht wirksam verzichtet werden. Anspruch auf Mindestunterhalt besteht immer.

Wieso kann dann ein Rechtsanwalt überhaupt bei einem 11jährigen Kind die Herabsetzung des Ku auf Null vertreten??

Grüße

0x Hilfreiche Antwort

#11
 Von 
KuschelbaerR
Status:
Student
(2162 Beiträge, 275x hilfreich)

Naja, wäre ja nicht der erste Rechtsanwalt, der seinen Mandanten falsch berät und in ein unsinniges, teures Gerichtsverfahren treibt :devil:

Manchen ist doch egal, wen bzw. was sie wie vertreten, solange sie dran verdienen können.

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"Geld verdirbt nicht den Charakter, sondern bringt das wahre Gesicht zum Vorschein! "

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#12
 Von 
mikkian
Status:
Bachelor
(3857 Beiträge, 463x hilfreich)

Hast ja recht, Kuschel. Genauso ist es!! :crazy:

Grüße

0x Hilfreiche Antwort

#13
 Von 
blimunda
Status:
Frischling
(8 Beiträge, 1x hilfreich)

Ich habe jetzt nochmal den Brief gelesen. Der enthielt ein Schreiben seines Anwalts an das Gericht um die Bitte dem Kläger(Vater) Prozesskostenhilfe zu gewähren und einen Pflichtanwalt beizuordern.
Ich soll binnen 2 Wochen zu dem Antrag Stellung nehmen. Mehr wollen die von mir nicht wissen.

Ist schon übel, wenn ein Vater sein Kind verklagt.


Ich dachte immer Unterhalt muss man zahlen und wenn man Einkaufswägen schieben muss (nichts gegen diese ehrliche Arbeit)Verstehe ich alles nicht so recht.6 Bewerbungen zu schreiben ist doch keine übermässige Anstrengung die bisher unternommen wurde.

Ich werde keine Hilfe in Anspruch nehmen, sondern alles selbst zahlen.Würde schon mein Stolz nicht zulassen.( da schiebe ich lieber die Wägen)
Ich werde morgen einen Termin beim Anwalt machen.
Traurig und immer wieder das Gleiche.
Vielen Dank für eure Antworten

0x Hilfreiche Antwort

#14
 Von 
guest-12317.02.2011 16:55:55
Status:
Lehrling
(1043 Beiträge, 183x hilfreich)

--- editiert vom Admin

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