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Adoption - Wer muss rein rechtlich das Verfahren einleiten?

 Von 
Bella09
Status:
Frischling
(29 Beiträge, 4x hilfreich)
Adoption - Wer muss rein rechtlich das Verfahren einleiten?

Folgender Sachverhalt:

Frau X hat ein Kind geboren. Der leibliche Vater ist ein "Samenspender".

Frau X lebt mit ihrem Lebensabschnittsgefährten zusammen. Dieser war bereits bei der Geburt des Kindes dabei.

Nun soll das Kind adpotiert werden.
Muss es von der Frau oder vom Lebensabschnittsgefährten adoptiert werden? Wer muss rein rechtlich das Verfahren einleiten?

LG, Bella


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Nicht genau ihre Frage? Wir haben weitere Antworten zum Thema
Mutter Kind Vater Frau


13 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
beijing
Status:
Praktikant
(964 Beiträge, 236x hilfreich)

Hallo!

Also ich sehe es mal so:

Die Frau ist doch die leibliche Mutter und muss demnach nicht adoptieren. Der LG will adoptieren.
Ich weiß nicht genau, ob das beim Jugendamt möglich ist.

Weiß da jeder mehr?

LG beijing

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"Beachten Sie auch die Rückseite dieses Postings!"

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#2
 Von 
Bella09
Status:
Frischling
(29 Beiträge, 4x hilfreich)

Ich nehme auch an, dass der Lebensgefährte den Adoptionsantrag stelllen muss. Wäre zumindest logisch.

Gibt es da jedoch eine Vorschrift im Gesetz?

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#3
 Von 
beijing
Status:
Praktikant
(964 Beiträge, 236x hilfreich)

Hallo Bella!

Da hab ich keine Ahnung.

Mal sehen, vielleicht verirrt sich ja jemand hier in diesen thread und kann präziser Antworten.

LG beijing

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"Beachten Sie auch die Rückseite dieses Postings!"

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#4
 Von 
Haselstrauch
Status:
Student
(2474 Beiträge, 370x hilfreich)

Hallo Bella09,

quote:
Der leibliche Vater ist ein "Samenspender".

Ist das Kind also durch künstliche Befruchtung entstanden?

Demnach gibt es keinen rechtlichen, eingetragenen Vater des Kindes?


Grüße


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"Persönliche Meinung ... ohne Gewähr "

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#5
 Von 
Bella09
Status:
Frischling
(29 Beiträge, 4x hilfreich)

Genau, es ist per Selbstinsemination enstanden.

Ich weiß, wo kein Kläger, da auch kein Richter.

Meine Frage ist aber eher formell. Wenn ein Antrag gestellt wird, muss er dann ledíglich vom LAG oder von diesem plus der Mutter gestellt werden?

Falls er von beiden gestellt werden kann, provoziert man damit die Einstellung eines Verfahrenspflegers?

LG, Bella

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#6
 Von 
Friedelin
Status:
Beginner
(95 Beiträge, 10x hilfreich)

Hallo...Antwort von einer Adoptierten.
Der Lebensgefährte muss den Antrag stellen...meistens beim Jugendamt.
Die Mutter muss damit einverstanden sein. Achtung, eine Adotion kann nie wieder rückgängig gemacht werden. Wenn es zur Trennung kommen sollte, könnte es problematisch werden.
Vielleichtw ürde sich eine Heirat eher anbieten...ist jedenfalls von den Behördengängen nicht so aufwendig. Ich hoffe, ich konnte helfen...

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#7
 Von 
beijing
Status:
Praktikant
(964 Beiträge, 236x hilfreich)

Na siehste, das ist doch mal eine detaillierte Auskunft!

:)

LG beijing

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"Beachten Sie auch die Rückseite dieses Postings!"

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#8
 Von 
Bella09
Status:
Frischling
(29 Beiträge, 4x hilfreich)

Hallo Friedelin,

wenn du mir noch verraten könntest, ob du das nur aus der Praxis weißt oder ob du dazu gewisse Quellen hast, wäre das super!
Vielen Dank trotzdem schon einmal!

LG, Bella

PS: Jep, beijing, du hast Recht :) Falls jemand irgendwann noch mal die selbe Frage stellen sollte, kannst du ja dann auch auftrumpfen, denn jetzt haste ja den Thread verfolgt ;)

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-- Editiert am 28.09.2009 18:17

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#9
 Von 
Dr. Jekyll
Status:
Schüler
(431 Beiträge, 150x hilfreich)

Siehe § 1752 BGB ; der Antrag muss notariell beurkundet werden.

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#10
 Von 
Bella09
Status:
Frischling
(29 Beiträge, 4x hilfreich)

Ja... ich weiß.

Aber wie sieht so ein Antrag aus? Wer ist Antragssteller? Gibts da ne Definition oder Literatur dazu?

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#11
 Von 
Friedelin
Status:
Beginner
(95 Beiträge, 10x hilfreich)

Hallo....hier noch mal Friedlin....Mensch, der Thread ist ja richtig gewachsen.
Also mein Quellen, habe ich aus meiner eigenen Erfahrung und aus der Praxis.
Ich bin erwachsene Adoptierte. Wurde als Kind adoptiert. Allerdings wurde bei meiner Geschichte viel falsch gemacht. So gelte ich als "Negativ-Beispiel, wie man es nicht machen sollte" und werde deshalb oft zu Seminaren der Jugendämter eingeladen um Referate zu halten.
Ein Adoptivvorhaben bringt zumindest in dem Bundesland wo ich lebe ( Sachsen-Anhalt) viele Behördlichkeiten mit sich. Vom Antrag bis zur notariellen Beglaubigung kann es sich auch ein gutes Jahr hinziehen. Einige Jugendämter schicken ihre Bewerber auch vorher zu Vorträgen, die der Aufklärung dienen sollen und auch Geld kosten.
Deswegen war mein Gedanke der Heirat ....um alles schneller und einfacher zu erreichen. Bei einer Heirat hätten ja dann sicher beide das Sorgerecht.
Solltet ihr nicht verheiratet sein und die Adoption ist beglaubigt und ihr trennt euch wieder...wüßte ich nicht, wie sich dann eine Lösung für das Kind bieten sollte. Da man eine Adoption nicht mehr rückgängig machen kann.
Und in aller Offenheit.....auch wenn euch das jetzt beisst....es kann sein, das der Lebensgefährte als Lediger leider keine Vorraussetzung für eine Adoption bietet. Die Jugendämter wünschen familiäre und finanzielle Sicherheit für das Kindeswohl.
Ihc hoffe ich konnte helfen....Friedel

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#12
 Von 
Bella09
Status:
Frischling
(29 Beiträge, 4x hilfreich)

Danke für die ausführliche Antwort!

Ich habe bisher erfahren, dass eine gemeinschaftliche Adoption durch nicht miteinander verheirateten Personen grundsätzlich ausgeschlossen ist. Allerdings ist die Annahme durch einen Unverheirateten ausnahmsweise zulässig.

Der Grund, warum nicht geheiratet wird, ist, dass die Heirat nicht wegen einer Adoption enstehen soll. Eine spätere Hochzeit ist allerdings vorstellbar. Schließlich leben LAG und Mutter schon zwölf Jahre miteinander.

Ich las jetzt die Ausnahmen der Zulässigkeit:

1. Im Allgemeinen dient es nicht dem Wohl des Kindes, in einer unvollständigen Familie aufzuwachsen.

2. Anderes kann gelten, wenn das Kind auch bisher nur einen Elternteil hatte (so im Fall LG Köln FamRZ 1985, 108 mangels Feststellung des nichtehelichen Vaters). Vorliegend weiß man, wer der biologische Vater ist. Sowohl die Mutter, als auch der LAG haben sich um das Kind gekümmert. Rechtlich gesehen hatte es allerdings nur einen Elternteil bisher. Deshalb ja der Wunsch der Adoption.

3. Anderes kan auch gelten, wenn das Kind ein Adoptivelternpaar nicht findet. Das Liegt hier ja nicht vor, da das Kind ja eine Mutter hat.

4. Auch der Kontinuitätsgesichtspunkt kann für die Annahme durch einen Unverheirateten sprechen, wenn das Kind in die Pflege einer unverheirateten Einzelperson gekommen war.

Ich weiß nicht, ob dieser Punkt vorliegend zutrifft. Die Mutter kümmert sich zwar um das Kind als unverheiratete Einzelperson, allerdings "pflegt" sie es ja nicht in diesem Sinne, oder?

5. Auch die Einzeladoption durch einen Angehörigen kann dem Wohl des Kindes dienen, weil dieses dadurch in seinem Verwandtschaftszusammenhang bleibt. Ein LAG ist ja kein Angehöriger, oder?

LG, äd

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#13
 Von 
Friedelin
Status:
Beginner
(95 Beiträge, 10x hilfreich)

Also nach meiner Erfahrung ist es immer eine Ermessensfrage....es kommt leider auch ein bißchen auf die Menschlichkeit der Mitarbeiter der Ämter an.
In kenne zum Besipiel einen Fall in dem eine alleinstehende Frau im Rollstuhl ein vierjähriges Kind adoptieren konnte.
Währen ein Vollweise der bei der Oma lebt , von der Oma nicht mehr adoptiert werden konnte. Sie hat auch nicht das Sorgerecht des Kindes sondern nur das Kind in Obhut. Hier war das Kind alt genug um selbst zu entscheiden, wohin es will . Aber das Sorgerecht bleibt beim Jugendamt.
Es ist von Fall zu Fall verschieden....

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