Änderung der Rückführungsklausel durch das Jugendamt OHNE richterlichen Beschluss?

26. August 2022 Thema abonnieren
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Rekommandeur
Status:
Frischling
(9 Beiträge, 1x hilfreich)
Änderung der Rückführungsklausel durch das Jugendamt OHNE richterlichen Beschluss?

Vor knapp einem Jahr wurde uns aufgrund unserer familiären Situation (finanziell ungesicherter Haushalt, Frau schwer depressiv, Wohnung daher unzureichend gepflegt) das Sorgerecht unserer Kinder (14, 7 und 5 Jahre) "in wesentlichen Teilen" entzogen, das Gericht hat eine Ergänzungspflegekraft bestellt und die Kinder in eine Dauerpflege überführt. Das Gericht stellte in Aussicht (Schreiben liegt uns vor), dass eine Rückführung möglich sei, wenn wir als Eltern unsere Dinge geklärt haben - meine Frau befindet sich mittlerweile in psychiatrischer Behandlung und ist stabiler geworden, ich habe einen neuen Job gefunden und habe - wie vom Gericht mehr oder weniger ohne Begründung verlangt, eine Erziehungsstelle aufgesucht.

Im Hilfeplangespräch von Dezember 2021 wurde protokolliert, dass die Pflege der Kinder "auf Dauer und auf unbestimmte Zeit" ausgelegt sei - so, wie auch im Gerichtsurteil. Dieses Protokoll lag uns bis dato nicht vor, da unser zuständiger Sachbearbeiter es schlichtweg verschlampt hatte. Über diesen Sachverhalt, den wir neben anderer Querelen mit diesem fachlich unqualifizierten Sachbearbeiter immer wieder ausfechten müssen, habe ich mich in einem Schreiben an die Amtsleitung beschwert. Auch über das in der vergangenen Woche stattgefundene Hilfeplangespräch wurden wir erst kurzfristig informiert, obwohl der Termin laut Hilfeträger und Ergänzungspflege bereits lange fest stand. In diesem HPG wurde uns mitgeteilt, dass eine Rückführung ausgeschlossen sei. Das verwunderte uns doch sehr, konnten dies aber nicht entkräften, weil besagtes Protokoll aus 2021 nicht vorlag. Der Sachbearbeiter motzte in seiner gewohnt arroganten und empathielosen Art über das "unverschämte Schreiben" meinerseits und wies mal wieder alle Schuld von sich.

Erst gestern erhielten wir die Protokolle des aktuellen wie vergangenen HPGs aus 2021. Dabei fiel uns in der Tat auf, dass im neuen Protokoll vermerkt wurde, dass die Pflege "wie bekannt" "auf Dauer und ohne Rückführung" angelegt sei. Dabei ist uns nicht bekannt, dass es ein neues Urteil des Familiengerichts gibt, welches eine solche Entscheidung rechtfertigt.

Sehe ich richtig, dass das Jugendamt diesen Beschluss nicht einfach "übergehen" darf? Ich persönlich halte es für eine Überschreitung der Kompetenzen.

Auch die Tatsache, dass die Umgangskontakte (ursprünglich wöchentlich, danach 14-tägig, mittlerweile nur noch monatlich) nochmals seitens des Jugendamtes ohne fachliche Begründung geändert wurden (ab sofort nur noch alle 2 Monate), empfinden wir als willkürlich und anmaßend. Pflegeeltern und Hilfeträger berichten, dass die Kinder seit Kurzem nach unseren Besuchen unter starken Albträumen leiden. Aus unserer Sicht kein Wunder, denn die Kinder wollen sich von uns nicht gerne trennen und fragen nach jedem Besuch "Wann dürfen wir endlich wieder nach Hause?" Dieser Fakt wird seitens des Jugendamtes vollkommen ignoriert und man schiebt die Verhaltensauffälligkeiten der Kinder auf uns. Das empfinden wir ohne psychologisches Gutachten als ebenso anmaßend wie quälend für die Kinder. Das kann aus unserer Sicht nicht dem Kindeswohl entsprechen.

Nun zusammengefasst nochmals die Frage:

Liegt hier eine Kompetenzüberschreitung des JA vor und wenn ja, an wen kann ich mich mit diesem Fall wenden außer an unseren Anwalt? Unser Ziel ist schlussendlich nicht nur die Rückführung der Kinder zu uns, sondern auch eine klare Absage an solche inkompetenten Sachbearbeiter, die aus unserer Sicht nicht mal Akten sortieren dürfen.

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10 Antworten
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#1
 Von 
Tehlak
Status:
Praktikant
(921 Beiträge, 271x hilfreich)

Ab zum Anwalt. Gegen das Familienvernichtungsamt wird man in so einer Konstellation ohne professionelle Hilfe nicht ankommen. Wenn das Gehalt zu gering ist, vorher einen Beratungshilfeschein besorgen.

Und wenn möglich alle Unterlagen kopieren und sichern. Es ist mehrfach Aktenkunding vorgekommen, dass das Jugendamt gerne mal wichtige Unterlagen verliert, verschweigt oder leugnet.

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#2
 Von 
Rekommandeur
Status:
Frischling
(9 Beiträge, 1x hilfreich)

Zitat (von Tehlak):
Wenn das Gehalt zu gering ist, vorher einen Beratungshilfeschein besorgen.


Daran wird es nicht scheitern. Bis dato hatten wir per Beratungsschein einen Anwalt, der uns begleitet hat. Leider sind wir mit seiner Arbeitsweise nicht ganz zufrieden gewesen, weil er nicht eindringlich genug war. Spätestens seit dem Gerichtsurteil im vergangenen Jahr haben wir das Gefühl, dass er sich nicht mehr so gerne hinein knien möchte.

Zwischenzeitlich habe ich einen gut bezahlten Job gefunden und noch eine Kleinigkeit geerbt. Zusätzlich haben wir die Zusage meiner Eltern, dass sie uns ggf. auch mit unterstützen.

Daher haben wir nun eine Anwältin konsultiert, die uns gerade auf dem Gebiet des Sorgerechts wärmstens empfohlen wurde.

Termin haben wir allerdings leider erst in 3 Wochen. Bis dahin würde ich gerne noch andere Wege ausschöpfen. Daher die Frage nach Alternativen. Wie gesagt, ich als Laie sehe hier ne ganz klare Kompetenzüberschreitung, vielleicht auch Amtsmissbrauch.

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#3
 Von 
wirdwerden
Status:
Unbeschreiblich
(38199 Beiträge, 13950x hilfreich)

Da wir hier nicht einmal den Wortlaut der Gerichtsentscheidung kennen, können wir nur im Nebel stochern. Jedenfalls wird keine Zauberfee für die nächsten drei Wochen irgend etwas abändern können. Entscheidend ist doch auch, den Kindern ein ständiges hin- und her zu ersparen. In so Verfahren muss doch erst einmal Ruhe reinkommen. Und, die Verhältnisse vor einem Jahr müssen ja katastrophal gewesen sein. Das alles jetzt auf die kranke Frau zu schieben, sorry, wo warst Du denn die ganze Zeit? Nichts gesehen, nichts bemerkt? Glaub ich eigentlich nicht.

So, jetzt muss man schauen, was in der Gerichtsentscheidung steht und dann entscheiden, wie man gerichtsfest eine Abänderung vorbereiten kann.

Noch eine Anmerkung: Kinder in dem Alter sind unglaubliche Flunkerer. Wetten, dass sie bei den Pflegeeltern ganz was anderes erzählen? Kinder wollen lieb sein und gefallen, das ist ihr gutes Recht, aber das muss man einfach wissen.

wirdwerden

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#4
 Von 
Rekommandeur
Status:
Frischling
(9 Beiträge, 1x hilfreich)

Zitat (von wirdwerden):
Und, die Verhältnisse vor einem Jahr müssen ja katastrophal gewesen sein. Das alles jetzt auf die kranke Frau zu schieben, sorry, wo warst Du denn die ganze Zeit? Nichts gesehen, nichts bemerkt? Glaub ich eigentlich nicht.


Ich konnte nicht alles auffangen, weil ich meine eigenen Themen hatte, die ich umsetzen musste. Das hier zu bewerten, tut nichts zur Sache und beantwortet in keinster Weise meine Frage. In der Schule würde man sagen: Thema verfehlt.

Ich habe den genauen Wortlaut gerade nicht griffbereit, bin aber mit meinem Verstand durchaus in der Lage, ihn zu deuten. Zum Zeitpunkt des. Laut Beschluss waren wir seinerzeit nicht in der Lage, die elterliche Fürsorge in vollem Maße zu übernehmen. Als Prognose-Entwicklung wurde meiner Frau dringend nahegelegt, sich psychologische Hilfe zu holen -> hat sie getan. Mir wurde nahe gelegt, meine finanzielle Situation zu verbessern, um den Haushalt abzusichern sowie eine Elternberatung aufzusuchen, um meine eigenen Skills in Sachen Erziehung zu "verbessern" (warum auch immer, denn das Meiste an Wissen, das unsere Kinder sich aneignen konnten, haben sie von mir bekommen). Auch das ist alles passiert.

und jetzt nochmal zu der Faktenlage - OHNE unnötige Spekulation über die familiären Hintergründe:

Ist das Jugendamt berechtigt, ohne jeglichen weiteren Gerichtsbeschluss einfach zu bestimmen, dass eine Rückführung ausgeschlossen ist, obwohl das Gericht eine mögliche Rückführung an eben diese mittlerweile erfüllten Bedingungen geknüpft hat? Wie gesagt, ist schriftlich alles belegbar...

Mehr möchte ich nicht wissen!

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#5
 Von 
wirdwerden
Status:
Unbeschreiblich
(38199 Beiträge, 13950x hilfreich)

Das kommt auf den genauen Text des richterlichen Beschlusses an.

wirdwerden

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#6
 Von 
smogman
Status:
Student
(2763 Beiträge, 908x hilfreich)

Nirgendwo sonst liegen die Wahrnehmung der Eltern und die des Jugendamtes subjektiv soweit auseinander wie im Bereich Hilfe zur Erziehung. Eine objektive Beurteilung wäre nur möglich, wenn man auch die Erläuterung des Jugendamtes hätte. Im Streitfall entscheidet, so wie hier, ein Gericht. Das Gericht sah sich immerhin veranlasst euch Teile der elterlichen Sorge zu entziehen. Dahingehend wäre interessant ob dort auch der Teil zur Beantragung von erzieherischen Hilfen dabei war und diese letztlich vom Ergänzungspfleger beim ASD beantragt wurden oder von euch selbst. Das ist aus rechtlicher Sicht ein ganz erheblicher Faktor.

Am Hilfeplan hättet ihr beteiligt werden müssen (je nach Teil der elterlichen Sorge), zumindest aber können (unabhängig von der elterlichen Sorge). Am ersten habt ihr scheinbar nicht teilgenommen!?

Zitat (von Rekommandeur):
Der Sachbearbeiter motzte in seiner gewohnt arroganten und empathielosen Art über das "unverschämte Schreiben" meinerseits
Selbst schuld. Wenn man eh schon Schwierigkeiten miteinander hat, hilft auch eine Beschwerde beim obersten Vorgesetzten nichts. Nach meiner hinreichenden Erfahrung dazu, steht in diesen Beschwerden zu 99% Unfug und erschwert die eigene Situation noch weiter. Sowas sollte man nur verfassen, wenn eklatantes persönliches Fehlverhalten vorliegt (z.B. Beleidigungen) oder ein nachweislich fachliches Fehlverhalten (dazu sollte man sich dann aber auch selbst wirklich richtig gut auskennen).

Zitat (von Rekommandeur):
Das Gericht stellte in Aussicht (Schreiben liegt uns vor), dass eine Rückführung möglich sei, wenn wir als Eltern unsere Dinge geklärt haben
Was für ein "Schreiben" soll das sein? Ist es der Gerichtsbeschluss zur elterlichen Sorge? Denn nur darüber könnte das Familiengericht befinden. Hat hier etwa das Familiengericht im Tenor entschieden, dass eine befristete Vollzeitpflege durchzuführen ist? Für die Ausgestaltung und Rechtsmittel bei der Hilfe zur Erziehung wäre das Verwaltungsgericht zuständig.

Zitat (von Rekommandeur):
Sehe ich richtig, dass das Jugendamt diesen Beschluss nicht einfach "übergehen" darf?
Niemand darf einen Gerichtsbeschluss übergehen. Ich vermute jedoch, dass das hier gar nicht passiert ist.

Zitat (von Rekommandeur):
Auch die Tatsache, dass die Umgangskontakte (ursprünglich wöchentlich, danach 14-tägig, mittlerweile nur noch monatlich) nochmals seitens des Jugendamtes ohne fachliche Begründung geändert wurden (ab sofort nur noch alle 2 Monate), empfinden wir als willkürlich und anmaßend.
Die fachliche Begründung hast du im nächsten Satz doch selbst geliefert. Zumindest aus Sicht des Jugendamtes. Das Umgangsrecht ist gerichtlich durchsetzbar, auch während einer laufenden Hilfe zur Erziehung. Wenn ihr euch im Unrecht seht und die Kommunikation mit dem Jugendamt als erschöpft betrachtet, so könntet ihr einen gerichtlichen Antrag stellen.

Zitat (von Rekommandeur):
Unser Ziel ist schlussendlich nicht nur die Rückführung der Kinder zu uns
Absolut zu begrüßen und das Hauptziel von Hilfe zur Erziehung! Das sollte man in den absoluten Fokus rücken!

Zitat (von Rekommandeur):
sondern auch eine klare Absage an solche inkompetenten Sachbearbeiter, die aus unserer Sicht nicht mal Akten sortieren dürfen
Selbst wenn es zuträfe, so ist eine solche Aussage ziemlich selbstgefälliger und überheblicher Müll. Ein völlig sinnfreier und zielloser Nebenkriegsschauplatz, der euch dem eigentlichen Ziel keinen Zentimeter weiterbringt. Wenn ihr mit eurer Einschätzung dazu noch daneben liegt (nach meiner Erfahrung wie gesagt in 99% der Fälle so), dann kann euch dieses Gezeter auch zurückwerfen.

Zitat (von Tehlak):
Gegen das Familienvernichtungsamt (...) Es ist mehrfach Aktenkunding vorgekommen, dass das Jugendamt gerne mal wichtige Unterlagen verliert, verschweigt oder leugnet.
Was ist denn ein Akten(k)unding? Was für die Mülltonne. So wie dein ganzer Beitrag.

Zitat (von Rekommandeur):
Daher die Frage nach Alternativen.
Es gibt Ombudsstellen an die man sich wenden kann, zu finden unter https://ombudschaft-jugendhilfe.de/ombudsstellen/

Zitat (von Rekommandeur):
vielleicht auch Amtsmissbrauch.
Lass es einfach. Es ist aus deiner Schilderung noch nicht mal der Hauch eines solch schweren Vorwurfes zu erkennen.

2x Hilfreiche Antwort

#7
 Von 
Rekommandeur
Status:
Frischling
(9 Beiträge, 1x hilfreich)

Zitat (von smogman):
Lass es einfach. Es ist aus deiner Schilderung noch nicht mal der Hauch eines solch schweren Vorwurfes zu erkennen.


Es gibt noch weitaus mehr Punkte, welche diese Vermutung nahe legen. In unserem Fall geht es sich seitens des Jugendamtes schon lange nicht mehr um das Kindeswohl, sondern um was ganz Persönliches.

Ich arbeite in einem kaufmännischen Beruf und bin durchaus in der Lage, meine Papiere entsprechend zu ordnen und zu archivieren. Das Protokoll des HPGs aus 2021, bei welchem wir natürlich auch anwesend waren, wurde uns de facto nie zugestellt. Das ist in der Vergangenheit schon mehrfach vorgekommen, wurde aber vom Sachbearbeiter immer wieder bestritten. Auch die Hilfeträger beklagen die Unzuverlässigkeit, mit welcher man dort Protokolle und andere wichtige Schriftstücke versendet. Von Einsicht keine Spur. So steht in jenem Anschreiben, mit welchem wir gestern endlich auch das damalige Protokoll erhielten u.a. drin: anbei nochmals (fett und unterstrichen!) das Protokoll des Hilfeplangesprächs vom xxx..." Frei nach dem Motto: "haben die Eltern selber verschlampt, nicht ich". Auch die Tatsache, dass wir ständig Schreiben ablehnen müssen, weil sie voll inhaltlicher wie formaler Fehler stecken, wird stets bagatellisiert.

Ein weiteres Thema: laut Gerichtsurteil sollte auch sichergestellt werden, dass sich alle Geschwister regelmäßig untereinander sehen können. Die Termine hierzu sollten Ergänzungspflege und Jugendamt festlegen - wurde sogar im "verschollenen" HPG-Protokoll festgehalten. Nur leider hat de Sachbearbeiter diese regelmäßigen Treffen immer wieder blockiert und kurzfristig abgesagt ohne weitere Begründung. Die Ergänzungspflegerin sowie der Hilfeträger können dies ebenso nicht nachvollziehen. Weil ich auf diesen Missstand bei der Amtsleitung aufmerksam gemacht habe, findet sich nun folgender Absatz im neuen Protokoll: "...der KV führt derzeit eine Beschwerde gegen den Fallführenden, weil er mit der Durchführung der Umgangskontakte zwischen den Geschwistern nicht einverstanden ist. Die bisherige Nichtdurchführung hat organisatorische Gründe, die bei der Familie zu suchen sind." - BITTE WAS?!

Es werden schlichtweg Tatsachen verdreht und stets zu unseren Ungunsten transformiert. Ich könnte aus den letzten 4 Jahren noch viele weitere Beispiele bringen, die hier allerdings den Rahmen sprengen würden.

Nur noch was zum Thema Beleidigung oder Ähnliches: nachdem ich seinerzeit aus gesundheitlichen Gründen meinen eigentlichen Beruf nicht mehr ausüben konnte, habe ich einen Minijob in der Gastronomie angefangen. Hierzu stellt der Sachbearbeiter ohne jegliche Hinweise und Grundlagen fest, dass ich spielsüchtig und alkoholabhängig sei. Letzteres wurde sogar durch entsprechende Tests, die wie über uns Beide ergehen lassen mussten, widerlegt. Es wird dennoch immer wieder gerne zum Anlass genommen, mich diesbezüglich zu diskriminieren. Kellner sind nun mal Säufer und Zocker... ich habe bereits mehrfach darum gebeten, meine Berufswahl nicht immer wieder zum Thema des Falls zu machen.

Immer noch davon überzeugt, dass ich zu 99% daneben liege?

0x Hilfreiche Antwort

#8
 Von 
smogman
Status:
Student
(2763 Beiträge, 908x hilfreich)

Zitat (von Rekommandeur):
Es werden schlichtweg Tatsachen verdreht und stets zu unseren Ungunsten transformiert.
Du meinst in etwa so, wie du meinen Beitrag mit deiner abschließenden Suggestivfrage zu einer Unterstellung meinerseits gemacht hast, die ich nie getätigt habe? ;-)

Ich habe in keiner Silbe behauptet, dass du zu 99% daneben liegst. Ich habe behauptet, dass 99% aller Beschwerden völlig sinnfrei sind, weil sie grobe inhaltliche und formelle Mängel aufweisen, mit denen man sich häufig lächerlich macht. Schon eine falsche Überschrift kann zur Einstellung der Beschwerde führen und wird häufig nur netterweise überhaupt beantwortet.

Ferner habe ich behauptet, dass die subjektive Wahrnehmung im Bereich Hilfe zur Erziehung sehr häufig von einer objektiven Bewertung abweicht. Ich vermag das für deine Angelegenheit nicht zu beurteilen ohne die Gegenseite gehört und alle Akten gelesen zu haben. Es steht mir nicht zu.

Wenn der Dialog mit einer Behörde scheitert, so ist der richtige Ansprechpartner die Judikative. Für alles rund um die Hilfe zur Erziehung ist das Verwaltungsgericht zuständig. Für alles rund um das Sorgerecht und den Umgang das Familiengericht.

Zitat (von Rekommandeur):
Die Ergänzungspflegerin sowie der Hilfeträger können dies ebenso nicht nachvollziehen.
Dann sollte die Ergänzungspflegerin sich als Vertreterin der Kinder vielleicht mal um die ihr übertragene Aufgabe kümmern.

0x Hilfreiche Antwort

#9
 Von 
Zuckerberg
Status:
Lehrling
(1909 Beiträge, 1138x hilfreich)

Wieso war das Jugendamt denn überhaupt involviert und wieso war der Sorgerechtsentzug notwendig? Inwiefern hatten Sie zuvor freiwillig mit dem Jugendamt kooperiert?

Ein wenig überspielt wird hier der Anlass für den weitgehenden Sorgerechtsentzug und die Fremdunterbringung der Kinder. Normale finanzielle Schwierigkeiten taugen da nicht als Argument, sonst wäre jeder Hartz4-Haushalt seine Kinder los. Die Depression von einem der zwei Elternteile begründet auch noch keine Erziehungsunfähigkeit. Damit wird interessant, was es mit dem sonstigen "Themen" auf sich hat und inwiefern diese fortbestehen.

Sie werden sich entscheiden müssen, was Sie wollen: Wollen Sie weiterhin organisatorische Defizite im Hause des Jugendamtes analysieren und einen gewissenhafteren Umgang mit Papierkram erreichen? Oder wollen Sie Ihre Erziehungsfähigkeit wiederherstellen und dass die Kinder bald wieder gemeinsam bei Ihnen leben? Suchen Sie sich eines dieser Ziele aus und konzentrieren Sie sich voll auf dieses. Beide sind vollständig unabhängig von einander. Das würde nur derjenige verkennen, der seinen Blick für das Wesentliche verloren hat.

Eine "Rückführungsklausel" gibt es im deutschen Familienrecht nicht. Es gilt das, was das Familiengericht entschieden hat. Und das steht ganz oben im Tenor des Beschlusses. Was stehr denn dort nun? Welche Teile des Sorgerechts wurden Ihnen entzogen? Und an wen sind diese gegangen? Alles an diese eine Ergänzungspflegerin?

Solange keine Kindeswohlgefährdung vorliegt (und auch das müsste das Familiengericht überprüfen), kann das Jugendamt eigentlich wenig entscheiden. Die Entscheidungsgewalt insbesondere auch hinsichtlich des Aufenthaltsortes der Kinder liegt bei den sorgeberechtigten Eltern bzw. teilweise bei der insofern sorgeberechtigten Ergänzungspflegerin. Wenn die Kinder noch nicht bei Ihnen zurück sind, dann muss sich das so deuten, dass die Ergänzungspflegerin doch nicht so ganz auf Ihrer Seite ist bzw. nicht alles genau so sieht wie Sie. Sonst hätten Sie gemeinsam das Jugendamt schon längst weitgehend aus dem Spiel nehmen können.

Wenn das Familiengericht nebenbei angemerkt hat, dass das langfristige Ziel (natürlich!!!) Darin bestehen soll, dass die Kinder wieder bei Ihnen sind, dann erwähnt das Familiengericht da nur eine Selbstverständlichkeit. Dieser Selbstverständlichkeit kommt keine eigenständige Bedeutung zu, auf die man sich berufen könnte oder deren Verletzung für sich genommen juristische Bedeutung hätte.

Ebenso selbstverständlich ist aber auch, dass die Rückführung nur erfolgen kann, wenn das im Interesse der Kinder ist. Wenn Sie meinen, dass das so ist, dann wenden Sie sich doch an das Familiengericht und beantragen Sie die Rückübertragung des vollständigen Sorgerechts. Dies wird früher oder später notwendig sein. Die "Rückführungsklausel" bedeutet nicht irgendwie, dass der Sorgerechtsentzug nur vorübergehend ist und nach einiger Zeit das Sorgerecht automatisch auf Sie zurückfällt.

Da die Entscheidung des Familiengerichts zunächst unbefristet ist, liegt das Jugendamt doch richtig damit, auch die Pflege zunächst unbefristet vorzusehen. Mit dieser Formulierung kann (und will) das Jugendamt aber nichts in Stein meißeln. Es bleibt dabei, dass Sie nach gegebener Zeit wieder das Familiengericht anrufen können. Da dieser Firmulierung des Jugendamtes also gar keine Bedeutung zukommt, ist es auch unsinnig, sich so sehr an dieser zu stören.

Weder die "Klausel" des Familiengerichts noch die Formulierung des Jugendamtes dürften also nennenswerte Bedeutung haben. Daher kann es auch keinen relevanten Konflilt zwischen diesen geben. Abgesehen davon, dass beide bei gebauem Hinsehen vermutlich doch zueinander passen.

Von Sorgerecht, Pflegschaft und Fremdunterbringung zu unterscheiden ist der Umgang. Auch zu diesem können Sie das Familiengericht anrufen und um eine verbindliche Regelung bitten. An diese würde sich dann auch das Jugendamt halten.

0x Hilfreiche Antwort

#10
 Von 
wirdwerden
Status:
Unbeschreiblich
(38199 Beiträge, 13950x hilfreich)

Fremdunterbringung von Kindern soll immer vorübergehenden Charakter haben. Nur man weiß in so Fällen wie diesem hier nicht, wie lange es erforderlich ist. Und der Wegfall der Erforderlichkeit muss dann noch mit dem Kindeswohl in Übereinstimmung gebracht werden. Dafür ist ein Konzept zu erarbeiten.

Ein "meiner Frau geht es besser, wir sind keine Alkoholiker, das Jugendamt ist unfähig und arbeitet schlampig" wird da nicht ausreichen. Es gibt genug Alkoholiker, die trotzdem gut für ihre Kinder sorgen, es gibt genug ALG II Empfänger, die das auch tun. Ehe drei Kinder aus ihrer Familie genommen werden, da muss schon sehr viel gravierendes passiert sein. So Aktionen fallen nicht vom Himmel. Wir wissen hier immer noch nicht, was genau in der richterlichen Entscheidung steht. Irgendetwas aus dem Kopp zu zitieren, das hilft überhaupt nicht weiter.

Und bitte nicht mit Nebenkriegsschauplätzen verzetteln. Bei sensiblen Gesprächen mit Behörden, wie etwa den Hilfeplangesprächen rate ich immer, ein eigenes Protokoll zu führen, und zwar penibel. Sich vorher die Fragen, die man hat, aufzuschreiben und die dann abzuarbeiten. Das hilft beiden Seiten und bringt den Fall auch vorwärts. Nur, die Amoklauferei bringt überhaupt nichts, verhärtet nur die Fronten. Verlierer sind dann mal wieder die Kinder, die ja in diesem Fall ohnehin bis jetzt die Verlierer waren. Was will man? Prinzipienreiterei weiter durchziehen, einerlei mit welchem Ergebnis oder aber verantwortungsvoll dem Kindeswohl entsprechend handeln?

wirdwerden

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