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Anulierung einer Adoption

24.8.2011 Thema abonnieren Zum Thema: Adoption Kind Vater
 Von 
liebteinengebrauchtenPrinzen
Status:
Frischling
(3 Beiträge, 0x hilfreich)
Anulierung einer Adoption

Hallo zusammen,

folgendes beschäftig mich, ich führe eine Beziehung mit einem Mann, der schon zweimal verheiratet war und aus seiner ersten Ehe vor 12 Jahren ging ein Kind hervor...

Diese scheiterte, anfangs zahlte er den Unterhalt, doch dann wurde vor 4 Jahren der Wunsch geäußert durch seine Ex-Frau und angeblich seinem Sohn, ihn (den Sohn) zur Adoption frei zugeben.
Damit der neue Mann, der Ex-Frau, den Sohn meines Freundes adoptieren kann. Da der Kleine sich das so sehr wünschte stimmte mein Freund bedauerlicherweise dem zu. Dabei ging es nur um den Nachnamen, der kleine wollte so heißen wie seine kleine Schwester. Ich weiß das mein Freund dadurch alle seine Rechte und Pflichten verloren hat. (Unterhaltszahlungen, Sorgerecht, Erbrecht etc.)

Die Eltern meines Freundes, also die Großeltern, haben sich zum Glück noch das Besuchsrecht eingeklagt und bekommen, seitdem die Adoption vor 4 Jahren durch ist kann mein Freund seinen Sohn nur noch heimlich sehen, da seine Ex-Frau, ihm den versprochenen Umgang mit seinem Sohn kurz danach verwährt.
Er bereut es so sehr, es ist mittlerweile so belastend, dass er sogar körperlich leidet.
Ich hab schon viel gelesen über das Thema, aber irgendwie noch keine zufriedenstellenden Antworten gefunden.

Zusammengefasst: Mein Freund 33Jahre hat seinem Sohn 12 Jahre auf Wunsch seines Sohnes vor 4 Jahren zu Adoption freigegeben, damit der neue Stiefvater ihn adoptieren kann und sie alle zusammen den gleichen Familiennamen haben.
Die Großeltern haben ein Besuchsrecht bekommen.
Meine Bitte, wie können wir vorgehen, damit mein Freund seinen geliebten Sohn wieder ofiziell sehen kann, bzw. können wir die Adoption rückgängig machen oder ihn vielleicht zurück adoptieren??? Oder gibt es einen andere Möglichkeit???
Mir ist bewusst, dass man ein Kind nicht so hin und her zerren darf, denn ich bin selbst ein Scheidungskind, jedoch wünscht sich mein Freund seinen Sohn wieder und sein Sohn hat leider jetzt erst verstanden, dass er damals seinen leiblichen Vater "verloren" hat. Was können wir tun? Jetzt handeln wo er noch minderjährig ist oder warten bis er volljährig ist? Es geht uns auch um das Erbrecht für den Kleinen etc.

Ich danke euch, die sich um eine Antwort bemühen.

Liebste Grüße

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"Es sind die einfachen Dinge die glücklich machen."

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Adoption Kind Vater


6 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
wirdwerden
Status:
Unbeschreiblich
(31845 Beiträge, 12581x hilfreich)

1. Erbrecht: er kann sein Kind jederzeit testamentarsich als Erben einsetzen. Das hat nichts mit der Adoption zu tun.

2. Den Nachnahmen hätte es auch ohne Adoption gegeben, sog. Einbenennung.

3. Es gibt verschiedene Formen der Adoption, also mit Kontakt, ohne Kontakt. Wenn er damals der Adoption ohne Kontakt zugestimmt hat, dann ist das sein Problem. Er war beraten, es gibt eine "Übergangsphase" von einem Jahr, auch diese hat er versreichen lassen.

Ergebnis: Adoptionen fallen nicht vom Himmel. Man hat ausgiebig Zeit, sich das alles zu überlegen. Aber, wenn es vorbei ist, dann sollte man im Interesse des Kindes auch Ruhe geben. Gerade im Interesse des Kindes. Denn vorher war das Interesse am Kind ja nicht so prickelnd groß, oder? Könnte es vielleicht sein, dass Dir Dein Freund die Geschichte nicht so ganz erzählt hat?

wirdwerden

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#2
 Von 
liebteinengebrauchtenPrinzen
Status:
Frischling
(3 Beiträge, 0x hilfreich)

Danke für deine Antwort.

Mist!
Früher hat er seinen Sohn jedes zweite Wochenende gesehen und Urlaub mit ihm gemacht, sowie es ihm auch zustand.

mmhhh...natürlich kann es sein, dass er es mir nicht ganz so richtig erzählt, jedoch will ich mal davon nicht ausgehen. Heute sieht er ihn regelmäßig über seine Eltern, denn die haben noch ein Besuchsrecht.
Das mit der Einbenennung wusste ich, denn den Weg hat meine Mutter damals für mich und meinen Bruder gewählt, zum Glück.

Jedoch wusste ich nicht das es zwei Arten von Adoptionen gibt. Mit Kontakt und ohne Kontakt...wie muss denn sowas festgehalten werden, diese mit Kontakt Adoption?

Das Problem ist ja, dass der Kleine jetzt plötzlich versteht, was seine Bitte vor 4 Jahren bewirkt hat und nun will er es nur nicht mehr so wie es ist, weil er seinen Vater nun jetz auch regelmäßig und offiziel sehen will...jedoch wird da seine leibliche Mutter nicht mitspielen...

Daher suchen wir nun nach einer gesunden Lösung für alle.

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"Es sind die einfachen Dinge die glücklich machen."

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#3
 Von 
wirdwerden
Status:
Unbeschreiblich
(31845 Beiträge, 12581x hilfreich)

Schaust Du in die Adoptionsurkunde, da steht alles drinnen.

Ich bin kein Freund von Adoptionen, aber ganz ehrlich, wenn es mal passiert ist, dann sollte man auch daran festhalten, und das Kind nicht mental zerreißen. Dein Prinz hatte alle Zeit der Welt, er hat sich so entschieden. Wahrscheinlich auch aus unterhaltstechnischen Gründen. Und dann sollte es gut sein. Anfechtung, ich sehe nicht mal einen Ansatzpunkt. Adoptionen fallen nicht vom Himmel. Er hatte seine Zeit zum überlegen, er hat sich entschieden.

wirdwerden



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#4
 Von 
liebteinengebrauchtenPrinzen
Status:
Frischling
(3 Beiträge, 0x hilfreich)

Letzendlich bin ich ganz deiner Meinung, und bin froh das meine Mutter anders entschieden hat, jedoch ist es in diesem Fall nun der Wunsch des Kindes.

Ich werde mal in die Urkunde hineinschauen...vielleicht klärt sich da ja einiges...

Danke für die schnelle Antwort

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"Es sind die einfachen Dinge die glücklich machen."

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#5
 Von 
HeHe
Status:
Schlichter
(7741 Beiträge, 3454x hilfreich)

´´Das Problem ist ja, dass der Kleine jetzt plötzlich versteht, was seine Bitte vor 4 Jahren bewirkt hat und nun will er es nur nicht mehr so wie es ist, weil er seinen Vater nun jetz auch regelmäßig und offiziel sehen will...jedoch wird da seine leibliche Mutter nicht mitspielen...´´

Das Wohl des Kindes muss die Basis für jede Entscheidung sein:

Der leibliche Vater hat zwar keinerlei Rechte mehr, aber im Fall dieser Adoption ist dem Kind bekannt, dass es einen leibl. Vater hat. Wenn es den Umgang wünscht, dann sollte die Mutter den verständlichen Wunsch zu akzeptieren und den Kontakt zuzulassen.

Wenn das Kind keinen Wert auf Kontakt zum leibl. Vater legt, dann muss der leibl. Vater damit leben.

Es ist hier sowieso irritierend, dass auf Grund des Wunsches eines damals 8-jährigen Kindes den Nachnahmen zu ändern, eine Adoption veranlasst worden ist. Wie schon von anderen Schreiben erwähnt, geht das auch, ohne das verwandschaftliche Verhältnisse gelöscht werden.

-- Editiert HeHe am 25.08.2011 13:14

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#6
 Von 
wirdwerden
Status:
Unbeschreiblich
(31845 Beiträge, 12581x hilfreich)

Ich denke mal, der Märchenprinz hat seine Neue (vorsichtig formuliert) nicht so ganz informiert. Wenn man sich anschaut, wie aufwendig und schwierig es ist, ein Kind zu adoptieren, dann ist diese Adoption mit Sicherheit nicht erfolgt, weil ein 4-jähriges Kind es so wollte. Ein Kind, welches natürlich die Vokabel "Adoption" nicht kapiert.

Und die Motive, warum der Vater zugestimmt hat, über die können wir nur spekulieren. Nur, wenn ein so entscheidender Schritt gegangen wurde, dann bleibt doch nur noch die Möglichkeit, zu schauen, welche Form der Adoption gewählt wurde. Die mit Kontakt, also die offene Adoption oder die ohne Kontakt. Aber, was auch immer gewählt wurde, das hat er jetzt zu akzeptieren.

wirdwerden

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