Aufenthaltsbestimmungsrecht, Was kann man noch tun nach einem erstellten Gutachten

19. Oktober 2015 Thema abonnieren
 Von 
Becca123mitglied
Status:
Frischling
(1 Beiträge, 0x hilfreich)
Aufenthaltsbestimmungsrecht, Was kann man noch tun nach einem erstellten Gutachten

Hallo an alle Leser,
wie viele hier weiß ich nicht mehr weiter.

Die Geschichte:

ich habe mich vor 1 Jahr von dem Vater meines Kindes getrennt und bin gemeinsam mit unserer damals 2 Jährigen Tochter regelrecht geflohen.
Er drohte mir an, sie mir weg zu nehmen und mich fertig zu machen.
Vom Gericht wurde entschieden, dass unsere Tochter bei mir lebt und er Umgang hat, was für mich in ordnung war.
Ich kam jedoch in die Lage, in der er es ausgenutzt hat, dass ich Unterstützung brauchte.
Mein Ex holte unsere Tochter ab und behauptete ich wäre suizitgefährdet und nahm sie mir weg.
Ich sah meine Tochter über einen Monat nicht, das Jugendamt meinte sie können nichts tun, da ich kurzzeitig Obdachlos war obwohl ich einen ärztlichen Nachweis erbrachte, dass seine Behauptung erlogen ist und Anzeige erstattete.
Nachdem ich per Eilverfahren zumindest wieder Umgang mit ihr hatte beantragte ich, dass sie wieder zu mir komme und tat alles um dies zu ermöglichen.
Das Gericht und eine Mediatorin wollten dies nicht Entscheiden, da sie uns beide für gute Eltern halten, wobei anzumerken ist, dass es ja Gründe hat wenn man schon vor jemandem flüchten muss.
Es wurde veranlasst, dass ein psychologisches Sachverständigengutachten gemacht werden soll.
Dies ist nun erstellt und die Empfehlung lautet, dass sie beim Vater bleiben soll.
Sie ist 3 Jahre alt, ich war immer ihre Hauptbezugsperson und nicht nur ich sehe, wie sie darunter leidet, dass sie mich nur noch so wenig sieht, ihr Vater sich nicht gut um sie kümmert, da er das nur tut um mich "fertig" zu machen und auch gegen alles hält, was ich sage ( bitte Kleidung zu kaufen, da alles was sie an hat 2Nr. zu klein ist oder zum Arzt zu gehen, weil sie beim Toilettengang weint vor Schmerzen Krankenkassenkarte gibt er mir nicht).
In dem Gutachten werde ich zum Hauptthema wobei es da auch nur um meine Kindheit und meinen Burn out von vor 2 Jahren geht. Egal ob meine Befragung oder seine. von seinen Leichen im Keller wird nichts geschrieben obwohl zumindest von mir genannt.
Zum Schluss benennt die Gutachterin als Grund für ihre Empfehlung, dass wir beide gute Eltern sind, jedoch unsere Tochter sich bei ihm sicherer fühlt und er bessere Zukunftsperspektiven für sie hat.

Meine Frage:

Habe ich noch irgendeine Möglichkeit gegen die Entscheidung etwas Sinnvolles zu tun um diese abzuändern?

Wenn nicht, sollte ich dann doch zumindest gegen die Ausführungen im Bericht angehen, da diese auch teilweise falsch sind oder so ausgelegt, dass sie nur falsch zu verstehen sind?

Und Wie mache ich das dann?

Bisher hatte ich eine Anwältin über Prozesskostenhilfe ein Freund von mir meinte jedoch, wenn es Sinn macht bezahlt er für weitere Instanzen einen der Top ist.

Bitte helft mir mit allem was euch einfällt. Sie ist noch so klein, braucht ihre Mama und ihr Vater ist wirklich kein netter Mensch.
Ich möchte nicht, dass sie daran kaputt geht, wie er mit ihr umspringt.

Danke an alle, die es lesen.

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2 Antworten
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#1
 Von 
Rechtschreibung
Status:
Lehrling
(1107 Beiträge, 1206x hilfreich)

Zitat:
das Jugendamt meinte sie können nichts tun, da ich kurzzeitig Obdachlos war obwohl ich einen ärztlichen Nachweis erbrachte, dass seine Behauptung erlogen ist und Anzeige erstattete.
Das passt alles nicht zusammen.Das Jugendamt hat damit nichts am Hut, die konnten tatsächlich nichts machen und hatten dazu auch keinen Anlass. Die Staatsanwaltschaft hat damit auch nichts am Hut, weshalb das Erstatten von Anzeigen sinnfrei ist. Auch Ihr Arzt hat damit nichts am Hut, da dieser wohl kaum anstelle eines Richters die Gefährdung des Kindes zu prüfen hat.
Wenn Sie obdachlos waren, dann ist das nunmal ein Indiz dafür, dass die Tochter bei Ihnen nicht gut aufgehoben ist oder Sie zumindest andere große Probleme am Hals hatten und diese nicht rechtzeitig lösen konnten. Warum haben Sie die Tochter denn in dieser Zeit nicht von sich aus zum Vater gegeben und damit zugleich umsichtiges Handeln und verantwortungsbewusste Elternschaft bewiesen?

Zitat:
wobei anzumerken ist, dass es ja Gründe hat wenn man schon vor jemandem flüchten muss.
Vom Vorliegen solcher Gründe konnten Sie das Gericht wohl nicht überzeugen. Oder Sie konnten deren Ursache in der Sphäre des Vaters nicht darlegen. Oder deren Bezug zum Kind war nicht gegeben. Oder die Gründe sind ganz einfach uninteressant. So eine "Flucht" ist zunächst auch erstmal nur eiliges Handeln und alles andere als ein gewöhnlicher Abschluss der Paarbeziehung. Wenn man also wirklich über Nacht "flieht" und das gemeinsame Kind gegen den Willes des anderen aus der bisherigen Familienwohnung mitnimmt, dann wirkt das erstnal etwas unbesonnen.

Da Sie im Übrigen doch keine Einwände gegen den Umgang zwischen Vater und Tochter hatten, werden diese Gründe wohl kaum das Kind gefährdet haben. Damit sind sie in einem Verfahren das Kind betreffend auch nicht relevant.

Zitat:
bitte Kleidung zu kaufen, da alles was sie an hat 2Nr. zu klein ist
Vor 1 Jahr haben Sie noch zusammen gelebt. Auch danach war die Tochter noch eine Weile bei Ihnen. Und in der Zwischenzeit sind sämtliche Klamotten so unbrauchbar geworden, dass das Wohlergehen des Kindes betroffen ist? Im Notfall könnten natürlich auch Sie etwas kaufen, gibt es gebraucht schon für wenige Euros, mit Glück sogar ganz umsonst.
Zahlen Sie eigentlich Unterhalt? Beziehungsweise wie sieht es bei Ihnen mit Einkommen und Arbeitszeiten aus? Auch sowas könnte das Gericht berücksichtigen, wenn es nach der Frage von Stabilität geht. Siehe "Zukunftsperspektiven". Führt das Gutachten das noch weiter aus?

Zitat:
zum Arzt zu gehen, weil sie beim Toilettengang weint vor Schmerzen Krankenkassenkarte gibt er mir nicht
Auch ohne Krankenkassenkarte kann man einen Arzt konsultieren. Und auch ohne Sorgerecht kann man die Krankenkassenkarte erlangen. Umgekehrt bringt einem selbst das Sorgerecht nicht die Krankenkassenkarte wieder.
Natürlich können Sie das vor Gericht thematisieren, wenn Sie das für sinnvoll halten.

Zitat:
Habe ich noch irgendeine Möglichkeit gegen die Entscheidung etwas Sinnvolles zu tun um diese abzuändern?
Bisher gab es noch keine Entscheidung, jedenfalls theoretisch. Praktisch schreiben Richter erschreckend oft einfach das Gutachten ab und fertig ist der Beschluss. Natürlich können Sie auch noch eine Einlassung dazu verfassen. Ich wüsste nicht, was dagegen spricht. Wie das Gericht aber diese Einlassung würdigt, entscheidet es weiterhin alleine. Sie meinen, dass viele Stellen "falsch" sind. Das kann hier keine beurteilen. Nur gibt es bei solchen Gutachten oft kein objektives richtig oder falsch.

Zitat:
Bisher hatte ich eine Anwältin über Prozesskostenhilfe ein Freund von mir meinte jedoch, wenn es Sinn macht bezahlt er für weitere Instanzen einen der Top ist.
Da kommen aber nicht mehr viele Instanzen. Nur noch die Beschwerde vor dem OLG. Aber auch dort ist nicht entscheidend, wer den besser bezahlten Anwalt hat. Und bis das OLG entschieden hat, hat das Mädchen wieder lange Zeit im Haushalt des Vaters gelebt und ist daran gewohnt. Ich würde das doch dringend in dieser Instanz klären wollen. Was ein neuer Anwalt da besser machen könnte, ist nicht erkennbar. Die Einschatzung des Bruders macht keinen Anwalt "top" und die PKH keine Anwältin "flop". Fachanwältin für Familienrecht?

Zitat:
Sie ist noch so klein, braucht ihre Mama und ihr Vater ist wirklich kein netter Mensch.
Ich will ehrlich sein:
Ich sehe da erstmal die Mama, die eigenmächtig mit dem geneinsamen Kind abgehauen ist. Dann ist die Mama ausgetickt (inklusive Jugendamt und Anzeigen), als der Vater nichts anderes gemacht hat. Dabei hat der Vater das Kind nur zurück geholt. Außerdem hat der Vater mit Obdachlosigkeit und Burnout erstmal zwei unbestrittene Aspekte, die kein super Licht auf die Mama werfen. Jetzt kommt das Sachverständigengutachten und bescheinigt, dass der Vater doch ein netter Mensch ist und die Tochter sich bei ihm sicher fühlt. Sieht auf den ersten Blick erstmal alles nicht so super aus für die Mama.

Das Problem ist vor allem, dass man bezweifeln kann, ob die Mama hier immer ausschließlich das Kindeswohl im Blick hatte und diesem auch tatsächlich gedient wurde. Ich würde Ihnen raten, die ganze Angelegenheit nicht auf eine emotionale Ebene zu heben. Denn da ist sie nicht gut aufgehoben. Hier geht es allein darum, wo das Kind tatsächlich besser aufgehoben ist. Da bringt es Ihnen überhaupt nichts, wenn Sie die "Leichen im Keller" des Vaters nochmals hervorholen wollen.


Sie sollten das weitere Vorgehen zeitnah mit der Anwältin besprechen. Das Internet kann Ihnen bestimmt nicht besser helfen als die Anwältin vor Ort. Natürlich können Sie hier Meinungen dazu einholen, ob ein Wechsel der Anwältin angesagt wäre. Dazu müssten Sie aber mal ein paar Details wissen lassen, etwa was denn nun entscheidend gegen den Verbleib beim Vater spricht, was das Gericht bisher dazu sagt und warum das Gutachten falsch sein soll. Vor allem dazu, was die Anwältin besser hätte machen sollen und ein neuer Anwalt jetzt noch retten können sollte.
Bisher lese ich bei Ihnen nur emotionale Unzufriedenheit. Das ist verständlich. Aber nicht hilfreich.

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#2
 Von 
wirdwerden
Status:
Unbeschreiblich
(38135 Beiträge, 13928x hilfreich)

"Burn out" ist keine medizinische Diagnose. Diese Vokabel wird gebraucht, wenn man auch schlicht und ergreifend "Überforderung" sagen könnte. Möglicherweise kommen noch Elemente aus anderen psychischen Erkrankungen dazu. Die Überforderung ist jedoch immer dabei.

Was haben wir? Eine junge Mutter, die so überfordert war, dass sie es mit einem Kleinkind in die Obdachlosigkeit geschafft hat. Und das trotz flächendeckender Hilfsangebote, die es in Deutschland gerade für Frauen mit Kleinkindern gibt. Von Frauenhäusern über Diakonie, Caritas, Pro Familia u.s.w. Auch jetzt scheint die Mutter ja nicht gerade lebenstüchtig zu sein. Sie schafft es nicht mal, die Sache mit der Krankenkarte zu regeln (auf Antrag gibt es eine zweite Karte ohne Probleme), oder im Notfall mit dem Kind in die nächste Ambulanz zu gehen. Dazu braucht es keine Karte. Sie schafft es nicht, Garderobe zu organisieren, die sie für richtig hält. Gibt es, auch hochwertige im Rot-Kreuz-Laden für "nen Appel und ein Ei."

Sie hat auch die Aufgabenstellung an den Gutachter völlig verkannt. Es geht nicht darum, Fehltritte der Eltern auszugraben und zu analysieren. Es geht einzig darum, zu entscheiden, was dem Kindeswohl am ehesten entspricht. Und da sind Beständigkeit und Zuverlässigkeit wesentliche Elemente. Und auch Alltangsmanagement. Und daran scheint es ja immer noch zu fehlen. Vielleicht das Gutachten mal unter diesem Gesichtspunkt durchlesen und versuchen, es nachzuvollziehen.
.
Der Instanzenweg ist in diesen Verfahren recht kurz, wie mein Vorschreiber schon feststellte. Man kann nur zwei Ratschläge geben. Wenn das Gutachten offensichtliche Fehler enthält, dann sollte der Anwalt dieses schriftlich dem Gericht mitteilen. Aber bitte nicht auf Leichen im Keller des Ex konzentrieren, sondern auf das Kind. Wenn das Gutachten keine Fehler aufweist, kann man sich das schenken, anregen, dass die Gutachterin im Termin ihr Gutachten mündlich erläutert, dann kann man auch Fragen stellen.

Wenn das Kind beim Vater bleibt, dann sollte sich die Mutter darauf konzentrieren, den Alltag des Kindes, wenn es sich bei ihr aufhält, zu managen. Also, zum Arzt gehen bei Bedarf, sich auch ansonnsten wie eine verantwortungsvolle Mutter aufführen. Das fehlt mir hier allerdings bisher.

Und wo das Kind in ein paar Jahren lebt, wenn die Mutter sich so zeigt, dass man ihr auf Dauer auch ein Kind anvertrauen kann, das ist eine ganz andere Frage. Regelungen über Aufenthaltsort des Kindes, über Dauer des Umganges, all das ist nie für die Ewigkeit festgezurrt.

wirdwerden

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