Erste Hilfe in Rechtsfragen seit 2000.
503.923
Registrierte
Nutzer

Aufenthaltsbestimmungsrecht bei Wiederheirat?

22.4.2009 Thema abonnieren Zum Thema: Mutter Kind Sohn
 Von 
bobbl
Status:
Frischling
(2 Beiträge, 0x hilfreich)
Aufenthaltsbestimmungsrecht bei Wiederheirat?

Hallo zusammen, hoffe hier kann mir jemand weiterhelfen.
Ich habe einen 10 jährigen Sohn aus nichtehelicher Lebensgemeinschaft. Habe aber seit Anfang an gemeinsames Sorgerecht.
Seit unserer Trennung vor 8 Jahren hatten ich mit der Mutter die Regelung, dass mein Sohn Freitag bis Montag bei mir lebt und der Rest der Zeit bei der Mutter. Jedoch habe ich ihn auch während der Schulferien bzw wenn die Mutter im Urlaub oder sonst beschäftigt ist. Hat bisher gut geklappt.
Nun möchte ich im August heiraten (meine Zukünftige hat selbst 2 Kinder, 12 und 17 J). Jetzt möchte ich meinen Sohn zu uns holen, was auch der Wunsch meines Kindes ist.
Hat jemand Erfahrung wie Gerichte reagieren, wie die Chancen für Väter sind und welche rechtl Möglichkeiten ich habe, da die Mutter einer gütlichen Einigung verschlossen ist.

Verstoß melden

Nicht genau ihre Frage? Wir haben weitere Antworten zum Thema
Mutter Kind Sohn


6 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
uwe3/61
Status:
Praktikant
(689 Beiträge, 74x hilfreich)

also ehrlich, ich verstehe nicht, wie du im schlussatz von einer gütlichen einigung sprechen kannst.

ich habe deinen beitrag (überspitzt formuliert) so gelesen, dass du eine bisherige gute, für kind und beide elternteile kindgerechte lösung dahingehend zu ändern, dass die mutter keinen täglichen umgang mehr mit dem kind hat.

das finde ich erst einmal schlecht, weil ich den eindruck habe, dass du deinen sohn jetzt in deine neue familie integrieren willst. ich glaube dass dies gut überdacht sein sollte.

wenn dein sohn dies auch will, dann solltest du erklären, warum er den umgang mit der mutter reduzieren will.

gefährdet sie ihn oder schadet sie dem kindswohl?

klar kann ein 12 jähriger schon viel entscheiden, aber ich bitte dich darüber nach zu denken, ob es nicht für euch alle wichtig wäre, alles daran zu setzen eine normalität in der kindessituation bei zu behalten?

leibliche eltern bleiben dies immer und eine wesentliche veränderung in den kontakten muss gut begründet sein.

die begründung, dass der vater jetzt eine neue funktionierende ehe anstrebt reicht für mich nicht aus, dem kind warum auch immer, die möglichkeit zu geben, die mutter als leibliche mutter mehr oder weniger zu degradieren.

wie gesagt, es soll nur eine überspitzte darstellung einer anderen sicht sein.

aber ich wünsche dir alles gute und eingutes gelingen dieser neuen familie

uwe

0x Hilfreiche Antwort Verstoß melden

#2
 Von 
Haselstrauch
Status:
Student
(2473 Beiträge, 343x hilfreich)

Hallo bobbl,

schließe mich @uweundpapa an.

Was spricht dagegen, die bisherige Regelung einfach beizubehalten?

Das Kind kommt mit einer solchen Entscheidung, um deretwillen es zu Konflikten kommen wird, wie du selbst einräumst, fast zwangsläufig in einen Loyalitätskonflikt zwischen euch als Elternteilen.

Wenn der Sohn bisher seinen Hauptlebensmittelpunkt bei der Mutter hat, wird sich ohne gravierende Vorkommnisse bei der KM kaum bis kein Richter finden, der dir aus den von dir geschilderten Gründen das Aufenthaltsbestimmungsrecht zusprechen wird.

Und für eine solch extrem unsichere Kiste nun das ganze bisher scheinbar zumindest einigermaßen funktionierende Verhältnis zur KM zu gefährden ... :augenroll:

quote:
Jetzt möchte ich meinen Sohn zu uns holen, was auch der Wunsch meines Kindes ist.

Hat der Junge sich auf Nachfrage geäußert oder aus eigenem Antrieb den Wunsch formuliert?


Grüße

0x Hilfreiche Antwort Verstoß melden

#3
 Von 
bobbl
Status:
Frischling
(2 Beiträge, 0x hilfreich)

Der Hauptlebenspunkt des Kindes war immer geteilt. Von Freitag mittag bis Montag abend bei mir. Montag abend bis Freitag mittag bei der Mutter. Also gleiche Zeiten. Die kompletten Schulferien verbringt mein Sohn bei mir.
Ebenso ist es schon verwunderlich wenn ein 10 jähriges Kind zu weinen und sich zu verstecken beginnt, wenn es heißt die Mama kommt gleich.
Der Wunsch bei uns zu bleiben kam aus freien Stücken von meinem Sohn. Jetzt durch die Heirat erhalten wir die Möglichkeit eine Kinderbetreuung zu gewährleisten, da ich auch berufstätig bin. Meine Zukünftige arbeitet auf Grund Ihrer Kinder halbtags.
Unter der Woche verbringt mein Sohn die Nachmittage in der Gastronomie des LG der KM, da diese ebenso berufstätig ist. Täglich bekomme ich von meinem Sohn Anrufe, dass er allein ist, keine Hausaufgabenbetreuung hat und abends alleingelassen wird, da die KM noch"weggehen" will.
Also nochmal...
Wer hat Erfahrungen mit Gerichten, Entscheidungen von Richtern und Jugendämtern, da ich denke, dass ich dem Kindswohl voll entspreche.
Außerdem fragt mein Sohn ob er zu meiner Zukünftigen auch Mama sagen darf...
LG

0x Hilfreiche Antwort Verstoß melden

#4
 Von 
Loddar
Status:
Junior-Partner
(5207 Beiträge, 891x hilfreich)

Hallo Bobbl,

was hält eigentlich die Mutter von deinen Plänen?

quote:
Außerdem fragt mein Sohn ob er zu meiner Zukünftigen auch Mama sagen darf...

Man hat nur eine Mama und das ist die eigene! Oder wie siehst du das?

Grüßle

-----------------
""Jeder, der sich die Fähigkeit erhält, Schönes zu erkennen, wird nie alt werden.""

0x Hilfreiche Antwort Verstoß melden

#5
 Von 
guest123-2345
Status:
Praktikant
(868 Beiträge, 428x hilfreich)

--- editiert vom Admin

0x Hilfreiche Antwort Verstoß melden

#6
 Von 
uwe3/61
Status:
Praktikant
(689 Beiträge, 74x hilfreich)

..auch wenn ich einiges von dem was du schreibst verstehe und erkenne, dass der aufenthalt bei der mutter nicht so ist, wie du es dir wünscht und (wie du schreibst) sich der sohn es sich wünscht, glaube ich dass dein ansinnen der falsche ansatz ist.
wenn ihr das aber innerhalb eurer familie so kommuniziert, wird es zwangsläufig die meinung deines sohnes in deinem sinne beeinflussen. das muss dir klar sein.

letztlich bin ich der meinung, dass über allem steht, den kontakt zum leiblichen elternteil so gut wie möglich zu erhalten und dies zu unterstützen.

es muss halt für jede situation eine besondere lösung gefunden werden.

dass die allgemeine situation für deinen sohn nicht ideal ist, hat er nicht zu verantworten. ausschließlich deine ex und du.

ich rede hier nicht theoretisch sondern aus erfahrung. meine ex kümmert sich aus vielen gründen auch nicht so um unser zwei kinderund zwar seit jahren.

ich würde mir auch wünschen, das dies anders wäre..die kinder übrigens auch..trotzdem ist es uns gelungen die mutter kind ebene zu erhalten..auch wenn ich oft genug mega genervt bin...aber deutlich öfter läuft die beziehung ruhig und weitestgehend normal...

selbst wenn deine ex an zwei von vier abenden weg wäre ist sie an zwei abenden da und mutter. wenn ihr nicht all zu weit auseinander wohnt, kann der kleine an diesen abenden doch zu dir kommen, oder ist dir das dann zuviel aufwand und entgegenkommen für die mutter?

hat mama sich so zu verhalten wie du das definierst oder sie darf es nicht mehr???
es geht aber nicht um sie sondern um deinen sohn...es wird euch nur eine vernünftige und für das kind gerechte lösung gelingen, wenn es dir gelingt deine enttäuschung zur mutter in den griff zu bekommen (meine ich wirklich ernst, weil ich die auch durchgemacht habe und heute sehe, dass es sich im sinne der kinder echt gelohnt hat)

aber jetzt zu deiner frage.

natürlich gibt es hier genügend erfahrungen zum aufenthaltsbestimmungsrecht. ich würde da auch einfach mal googeln vielleicht mit den stichworten Aufenthaltsbestimmungsrecht, Änderung, Wechselmodell,

So mache ich es immer, wenn ich konkrete vorgänge suche. meist kommen aus den ersten ergebnissen gute hinweise zum letztlich gesuchten ergebnis.

grundsätzlich solltest du zum jugendamt gehen und den wunsch deines kindes und deinen äußern. ich erwarte dann, dass man sehr genau hinterfragen wird, warum ihr diesen schritt vollziehen wollt. ohne eine enrsthafte begründung, die im wohlergehen des kindes liegen, werden diese einer offiziellen änderung wahrscheinlich nicht zustimmen.

auf alle fälle werden sie die mutter und das kind befragen. ich könnte mir vorstellen, dass daraus eine völlig andere sicht der situation und dinge entsteht. ich vermute, dass euch dann empfohlen wird, eine mediation zum umgang durch zu führen.

im übrigen halte ich es für sehr wichtig, dass du von dir aus eine solche zielsuchende gesprächsrunde mit der mutter anstrebst.

weil eines muss dir klar sein, ein einseitgies bestimmungsrecht eines elternteiles gibt es zum glück bei geteiltem sorgerecht nicht..
selbst wenn du dich mit deinem sohn verbündest bzw. wenn er dir aus emotionalen abhängikeitsgründen gut sein will und mehr vorteile bei dir sieht.(denke bitte über das nach..-..nicht böse sein, wenn ich ab und zu überspitzt formuliere...aber du hast wirklich noch gute möglichkeiten euer problem vernünftig und im sinne des kindes zu lösen)

solltest du mit dem ja und dessen vorschläge nicht zufrieden sein, kannst du das familiengericht zum aufenthaltsbestimmungsrecht anrufen. aber auch hier gilt, dass diese das recht des kindes in den vordergrund stellen (recht ist nicht immer gleich wunsch!), das ja befragen, die mutter befragen und dann eine entscheidung treffen. nach den mir hier vorliegenden infos, glaube ich aber nicht, dass sie deinem ansinnen folgen werden, da aus meiner sicht keinerlei echte rechtfertigung für diesen wunsch vorliegt.

noch ist ja das kind nicht in den brunnen gefallen. offensichtlich hast du ja sehr gute verbindungen zu deinem sohn. das ist gut und freut mich. nutze diese stärke aber nicht, die mutter aus zu schalten und das wird bei einem streit geschehen, sondern dadurch habt ihr zwei doch alle möglichkeiten missstände an zu prangern und im rahmen von gesprächen diese situation zu verbessern. ich denke das sollte dir auch die frau, die dir vor 13 jahren einiges bedeutet hat heute noch wert sein, oder?

auch wenn deine pubertärer sohn sich heute ärgert, ist es doch seine mutter und er wird diesen äreger überstehen. mein sohn ist heute 17 und meine tochter 14. wir leben seit jehtz fast 6 jahren ohne die mutter und es gab echt viel stress in der vergangenheit. gestern hat mein großer ein fussbalspiel gehabt. ich bin mit meiner tochter am abend zum zusehen gefahren, die mutter war überraschend mit ihrem freund auch da. mein sohn hat sich gefreut, meine tochter war die erste hälfte bei ihr und in der zweiten hälfte bei mir..weil da war es der mutter zu kalt und sie ging heim..ziemlich normal und für alle seiten so gut wie möglich..versuche dies auch hin zu bekommen

gruß

uwe

-- Editiert am 23.04.2009 08:37

0x Hilfreiche Antwort Verstoß melden

Jetzt Anwalt dazuholen.

Für 60€ beurteilt einer unserer Partneranwälte diese Sache.

Jannis Geike Nicolas Reiser Felix Hoffmeyer
  • Antwort vom Anwalt
  • Innerhalb 24 Stunden
  • Nicht zufrieden? Geld zurück!
  • Top Bewertungen
Ja, jetzt Anwalt dazuholen