Berechnung Unterhaltspflichten

15. September 2020 Thema abonnieren
 Von 
Sonnenanbeter81
Status:
Frischling
(23 Beiträge, 0x hilfreich)
Berechnung Unterhaltspflichten

Hallo Community,
ich habe eine etwas spezielle Frage zum Thema Unterhaltsberechnung.

Ich habe mich im Mai 2019 von meiner Frau getrennt. Sie blieb im gemeinsamen Haus mit den Kindern wohnen, ich habe mir was anderes gesucht. Alles ging von Anfang an über Anwälte. Sie hat mich damals aufgefordert Belege zu liefern was auch alles brav gemacht wurde. Nachdem sich unsere Anwälte viel hin und her geschrieben haben wurde im August von mir eine Urkunde über den KU erstellt. Daraufhin gab es auch keinen Schriftverkehr mehr. Beim Thema Trennungsunterhalt waren sich die 2 nicht einig, es ging um knapp 100€ pro Monat, da ich aber eine Fortbildung begonnen habe ist es nach kurzer Zeit auf 0 raus gekommen. Ich hatte damals angeboten meiner Frau 1200€ einmal zu zahlen um das Thema ab zu schliessen worauf es keine Reaktion gab.

Im Februar 2020 hat sie dann die Scheidung eingereicht, im April 2020 nun auf Kindes und Trennungsunterhalt geklagt. Leider gab es wegen Corona bisher keinen Gerichtstermin, jedoch quälen mich viele Fragen. Ich habe eine sehr gute Anwältin aber sie sagt immer man kann nicht 100% voraussagen wie das Gericht entscheidet, sie hält die Klage jedoch für ein Himmelfahrtskommando meiner Frau.

Ich habe nun eine Frage zu Berechnung:

Ich zahle aktuell folgendes:

- Unterhalt nach Stufe 3 - 12% da ich den Hauskredit anteilig zahle
- PKV der Kinder 130€ - hier müsste sich der Betrag eigentlich reduziert haben da meine Frau das Bundesland gewechselt hat, jedoch habe ich das bis zur Klage erst mal gezahlt da es mit um die Kinder ging.
- ca 600€ Hauskredit.

Meine Frage ist nun:
Wie wird das Gericht den Unterhalt nun berechnen? Sagen wir mal es kommt jetzt nach 18 Monaten heraus, dass ich durch meine Schichtzulagen eigentlich nach Stufe 4 eingestuft werden müsste, dann wäre ich ja Unterhalt schuldig. Im Gegenzug wird meiner Frau jedoch nach einreichen der Scheidung ja der volle Wohnvorteil angerechnet. Wird das dann am Ende miteinander verrechnet oder wird jeder Unterhalt einzeln gezählt?

Vielen Dank!

Notfall oder generelle Fragen?

Notfall oder generelle Fragen?

Ein erfahrener Anwalt im Familienrecht gibt Ihnen eine vertrauliche kostenlose Einschätzung!
Ein erfahrener Anwalt im Familienrecht gibt Ihnen eine vertrauliche kostenlose Einschätzung!
Kostenlose Einschätzung starten Kostenlose Einschätzung starten



7 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
Sunrabbit
Status:
Praktikant
(657 Beiträge, 115x hilfreich)

Deine Schilderung ist nicht ganz schlüssig.

Wenn deine Frau mit euren Kindern im Haus verblieben ist, also nicht umgezogen ist, wie kann sie dann das Bundesland gewechselt haben (bezügl. private Krankenversicherung)?

Und allgemein gesprochen: Der Wohnvorteil deiner Frau und auch der Kredit für das Haus spielen beim Kindesunterhalt keine Rolle. Der wird errechnet und ist zu zahlen, denn er steht den Kindern zu. Er wird nicht mit Ansprüchen verrechnet, die du gegen deine Frau hast.

0x Hilfreiche Antwort

#2
 Von 
Sonnenanbeter81
Status:
Frischling
(23 Beiträge, 0x hilfreich)

Hallo,
vielen Dank für die schnelle Antwort.

1. Sie hat nur den Arbeitgeber gewechselt - Sie ist Beamtin und von Hessen nach RLP gewechselt.

2. Das mit dem Kredit ist klar, wurde auch beim Unterhalt erst später berechnet. Die Frage ist nur folgende:

Mal angenommen ich müsste nicht in die 3 sondern 4, was ja knapp 40€ pro Monat bei 2 Kindern (4&8) ausmacht.
40x18=720€ Nachzahlung

Beim Unterhalt der Frau stünde mir jedoch ab März 500€ mehr Wohnvorteil zu, macht also 8*500=4000€

Wird das dann am Ende gegengerechnet oder muss ich dann 720€ für die Kinder zahlen, der Wohnvorteil für meine Frau verpufft dann aber weil ich es bisher nicht geltend gemacht habe?

Mir geht es ganz sicher nicht darum Unterhalt zu sparen, die Kinder sollen das bekommen was ihnen zusteht, was mich aber nervt wären die Anwaltskosten die ja dann von beiden Seiten dazu kommen obwohl ich mich die ganze Zeit Gesetzeskonform verhalten habe.

0x Hilfreiche Antwort

#3
 Von 
smogman
Status:
Student
(2743 Beiträge, 900x hilfreich)

Was für eine Klage auf Kindesunterhalt soll denn das sein? Eine Abänderungsklage auf den erstellten Jugendamtstitel? Bestand keine Einigkeit über die Unterhaltshöhe zum Zeitpunkt der Beurkundung? Wenn doch, dann kann man eine Abänderung auch nur dann erfolgreich beantragen, wenn sich etwas geändert hat. Wurde die Urkunde dagegen einseitig erstellt ohne vorherige Absprache, so kann die Mutter die Abänderung auch dann gerichtlich verlangen, wenn nach der Beurkundung keine Änderungen eingetreten sind. Und zwar auch rückwirkend.

Von einer Verrechnung halte ich grundsätzlich nichts. Ich vertrete die Auffassung, dass einzelne Zahlungsansprüche auch einzeln zu zahlen sind.

0x Hilfreiche Antwort

#4
 Von 
Sonnenanbeter81
Status:
Frischling
(23 Beiträge, 0x hilfreich)

Hallo,
also gefordert wurde von ihrem Anwalt die Stufe 5, meine Anwältin hat Stufe 4 berechnet, jedoch wegen 3 Unterhaltsberechtigten auf Stufe 3 abgestuft. Die Berechnung hat ihr Anwalt bekommen mit der Information, dass ich eine Urkunde erstellen lasse. Daraufhin kam zu dem Thema nichts mehr. Ich habe dann eine Urkunde erstellen lassen, mit 1 Jahr Laufzeit da sich die Umstände mit der Scheidung ja ändern werden.

Im Februar hat meine Frau erneut Gehaltsnachweise angefordert welchen ich nicht nachgekommen bin da laut meiner Anwältin nur alle 2 Jahre ein Anspruch darauf besteht. Daraufhin folgte dann die Stufenklage:

1. Lohnzettel
2. Berechnung Unterhalt Kind
3. Berechnung Unterhalt Frau



0x Hilfreiche Antwort

#5
 Von 
Ballivus
Status:
Lehrling
(1127 Beiträge, 303x hilfreich)

Eine Aufrechnung gegen Unterhaltszahlungen ist nicht möglich, BGH - Beschluss v. 08.05.2013 - XII ZB 192/11.
Darüber hinaus dürfte es an der Gegenseitigkeit der Forderungen schon scheitern.
Auf der einen Seite steht der Unterhaltsanspruch der Kinder gegen den Vater auf der anderen Seite der Anspruch des Vaters gegen die Mutter. Eine Gegenseitigkeit sehe ich nicht.

0x Hilfreiche Antwort

#6
 Von 
Sonnenanbeter81
Status:
Frischling
(23 Beiträge, 0x hilfreich)

Ok, also ich müsste dann Unterhalt nachzahlen, die Verpflichtung von meiner Frau gegen mich muss ich dann zusätzlich einklagen obwohl sie mich auf Unterhalt verklagt hat?

Kann man den Kindesunterhalt denn überhaupt berechnen wenn man den Aspekt des Trennungsunterhaltes aussen vorlässt? Nach dem Trennungsjahr bekomme ich ja prinzipiell den vollen Wohnvorteil, was zu einer Zahlung von meiner Frau an mich führt. Da dies wiederum auch den Kindesunterhalt beeinflusst kann man das ganze doch garnicht alleine betrachten oder gibt es auch dazu Rechtsprechungen?

0x Hilfreiche Antwort

#7
 Von 
smogman
Status:
Student
(2743 Beiträge, 900x hilfreich)

Aus verfahrensrechtlicher Sicht und nach deiner Schilderung kann ich erst mal nicht erkennen, dass der gerichtliche Antrag der Mutter ein Himmelfahrtskommenado sei. Höchstens, wenn der Antrag inhaltlich einfach unbegründet ist. Wenn die Forderungshöhe dagegen begründet ist, dann ist dein Verhalten bisher genau das Gegenteil von deiner Aussage

Zitat (von Sonnenanbeter81):
Mir geht es ganz sicher nicht darum Unterhalt zu sparen, die Kinder sollen das bekommen was ihnen zusteht, was mich aber nervt wären die Anwaltskosten die ja dann von beiden Seiten dazu kommen obwohl ich mich die ganze Zeit Gesetzeskonform verhalten habe.
Einseitig erstellte Unterhaltsurkunde unterhalb des Forderungsbetrages, dazu noch befristet für ein Jahr und nun verweigerte Einkommensauskunft trotz fehlender Übereinkunft. Und das alles mit Anwälten und wegen 2 Stufen Unterhalt, also monatlich 40-50 € Unterschied pro Kind? Es klingt nicht so, als ob es hier um beengte wirtschaftliche Verhältnisse geht.

0x Hilfreiche Antwort

Und jetzt?

Für jeden die richtige Beratung, immer gleich gut.
Schon 264.669 Beratungen
Anwalt online fragen
Ab 30
Rechtssichere Antwort in durchschnittlich 2 Stunden
107.124 Bewertungen
  • Keine Terminabsprache
  • Antwort vom Anwalt
  • Rückfragen möglich
  • Serviceorientierter Support
Anwalt vor Ort
Persönlichen Anwalt kontaktieren. In der Nähe oder bundesweit.
  • Kompetenz und serviceoriente Anwaltsuche
  • mit Empfehlung
  • Direkt beauftragen oder unverbindlich anfragen
Alle Preise inkl. MwSt. zzgl. 5€ Einstellgebühr pro Frage.

Jetzt Anwalt dazuholen.

Für 60€ beurteilt einer unserer Partneranwälte diese Sache.

  • Antwort vom Anwalt
  • Innerhalb 24 Stunden
  • Nicht zufrieden? Geld zurück!
  • Top Bewertungen
Ja, jetzt Anwalt dazuholen