Besuchsrecht ändern

21. Februar 2008 Thema abonnieren
 Von 
Cloakmaster
Status:
Frischling
(31 Beiträge, 4x hilfreich)
Besuchsrecht ändern

Ein unverheiratetes Paar wird Eltern. Es wird zu dritt zum JA gegangen, die Vaterschaftsanerkennung und die gemeinsame Sorgeregelung unterschrieben. Doch die Einigkeit ist nicht von Dauer. Die Mutter trennt sich. Um keinen Streit aufkommen zu lassen, willigt der Vater ein, daß das Kind bei der Mutter wohnen soll. Dem Vater wird ein umfassendes Besuchsrecht versprochen, aber nicht schriftlich fixiert. Anfangs kehrt die Harmonie zurück, die Familie ist drei, vier Tage die Woche zusammen, öfters bleibt der Vater auch über Nacht. Irgendwann ist auch das vorbei, die Mutter beginnt, die Trennung immer schäfer zu vollziehen. Das Kind hat bisher 5 mal Weihnachten und Neujahr erlebt, und (entgegen anders lautender Versprechungen) jedes Mal allein mit der Mutter bei deren Familie. Da dort noch eine Schwester der Mutter in ähnlicher Situation lebt, "weiss" das Kind inzwischen, daß Weihnachten grundsätzlich immer ohne Väter stattfindet. Andere Darstellungen aus dem Kindergarten werden als unwahr abgelehnt. Papa ist nur noch für zwei fixe Nachmittage in der Woche zuständig, basta. Ist das Kind krank, fallen auch diese Tage weg, da Mama nicht verpflichtet ist, Papa in die Wohnung zu lassen, und dies nun auch ablehnt. Papa würde gerne seiner "gemeinsamen" Sorge auch im Krankheitsfall nachkommen, und dem Kind zeigen, daß Papa auch da ist, wenn es Töchterchen schlecht geht. Und sei es nur, am Krankenbett zu sitzen, und Händchen zu halten. Einfach das Gefühl geben, da zu sein.
Doch Mama muss das nicht zulassen, und will es nicht zulassen. Mama weigert sich inzwischen sogar, auch nur kleinste Abweichungen von der bisher flexiblen Besuchsregelung zu dulden. Da Papa aber in Wechselschichten arbeitet, ist er auf eine gewisse Flexibilität angewiesen. Zudem hat er bald einen wichtigen Arzttermin beim Spezialisten, der leider nicht anders zu legen war, als genau zum Besuchs-Nachmittag.
Papa hat von Anfang an klar gemacht, daß er seine Tochter auch regelmässig über Nacht bei sich haben will, da auch Frühstück, Abendessen, Gute-Nacht-Geschichte etc Teil des Lebens sind, an denen Vater und Tochter Anteil nehmen wollen. Doch Mama sagt, Papa kann sich nicht um das Kind kümmern, und wird ihm bestimmt nur McDonalds auftischen, und deswegen lehnt Mama jede Übernachtungsregelung ab. Wenn der Kindergarten über die Ferien zu macht, will Mama das Kind zu Oma schicken, damit Mama weiter arbeiten gehen kann. Ob Papa das Kind nehmen kann oder will wurde gar nicht erst gefragt, sondern das Kind für die Ferienzeit 400Km entfernt bei Oma im KiGa angemeldet. Und Papa fragt sich langsam, wie weit das Wort "gemeinsam" beim Sorgerecht noch ausgelegt werden kann.
Papa scheut sich davor, zum JA zu gehen. Er sieht aufgrund seiner negativen Erfahrungen mit andern JAs in anderen Fällen (in denen er nicht selbst beteiligt war) das JA als verlängerten Arm der Mutter, in der Vaterrechte eine bestenfalls untergeordnete Rolle spielen.

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8 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
Nadja24
Status:
Schüler
(210 Beiträge, 19x hilfreich)

Ich weiß, das wird keine Antwort wie du sie erwartest (die kann ich nicht geben) aber:
Meine Mutter hat meinen Papa auch nicht in die Wohnung gelassen. Ergo saß er auch nie an meinem Krabkenbett. Aber trotzdem wusste ich, dass er immer für mich da ist und mir hilft wenn ich Probleme habe.
Das geht natürlich leichter wenn die Kinder älter sind und anrufen können etc, aber du musst dir keine Sorgen machen, dass sich diese Dinge so negativ auf das Kind auswirken.

Natürlich solltest du trotzdem was ändern, denn das Kind hat ja ein Recht auf dich.
Vielleicht hilft es, wenn du gleich zu einem Anwalt gehst und dich bemühst, Besuchsregelungen festzusetzen.
Allerdings kanns ja auch nicht schaden, erst den günstigeren Weg übers Jugendamt zu gehen.

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#2
 Von 
mikkian
Status:
Bachelor
(3868 Beiträge, 471x hilfreich)

Hallo Cloakmaster,

finde dich bis zu einem gewissen Grad damit ab, dass die KM immer am längeren Hebel sitzen wird. Dient dem eigenen Seelenfrieden. Auch wenn es zum :kotz: ist. Dass die Kids zu den Großeltern gebracht werden, kann dir auch als ehelicher Vater passieren. In unserem Fall wurden die Kinder sogar für eine Woche von der Schule abgemeldet. Hauptsache, sie sind nicht beim Vater...

Wenn du mit der Mutter keine Einigung hinbekommst, wird dir nur der Gang zum JA bzw. Gericht übrig bleiben.

Nadja, es ist schön für dich, dass du trotz ähnlicher Situation so ein festes Vertrauen in deinen Papa aufbauen konntest. Leider kann man das aber nicht verallgemeinern. Jeder Mensch verarbeitet solche Erlebnisse anders. Insofern finde ich es schon wichtig, dass der TE zumindest versucht, eine andere Regelung zu finden.

Grüße

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#3
 Von 
Cloakmaster
Status:
Frischling
(31 Beiträge, 4x hilfreich)

Aber soweit ich weiss, muss durch das gemeinsame Sorgerecht ein tiefgreifender Eingriff in den Kindsalltag gemeinsam erfolgen. Demnach ist es der Mutter nicht gestattet, ohne unterschrift des Vaters das Kind bei einem anderen Kindergarten anzumelden, auch wenn es nur um zwei Wochen Ferien geht. Noch dazu, wo es nur dazu dient, damit Mama arbeiten (Mini-Job auf 400€) gehen kann, und Papa gewillt ist, die Betreuung im fraglichen Zeitraum sicher zu stellen.

0x Hilfreiche Antwort

#4
 Von 
ARTiger
Status:
Student
(2429 Beiträge, 213x hilfreich)

Hallo Cloakmaster!

So ganz würde ich die Flinte jetzt nicht ins Korn werfen.

Gehe ruhig zum JA.
Beschreibe die Situation aus der Sicht des Kindes und mache dein Anliegen deutlich, dass du auch bereit bist die genannten Verpflichtungen einzugehen und auszuüben.
Das JA ist nicht der Beistand der KM, sondern der Beistand des Kindes.
Auch wenn wohl etliche Mitarbeiter das nicht so blicken, so heisst es Jugendamt und nicht Derdaskindbetreuendeelternteilamt.
Fragen kostet also nichts und nimm dir ruhig eine nette Vertrauensperson mit zu dem Termin.
Sollte bei dem Termin nichts herauskommen bleibt der Weg zum Fachanwalt.

Umgang stehen dem Kind und dir zu und wenn die Mutter sich weigert, musst du zeitnah tätig werden, nicht gefallen lassen.

Dem Kind und dir steht im Allgemeinen der Umgang auch hälftig der Ferienzeiten zu.
Wenn die KM also das Kind für die gesamte Ferienzeit zur 400km entfernt lebenden Oma schickt ist das nicht rechtens, da es - wie auch beim Unterhalt - eine Rangfolge in Umgangsfragen gibt.
Dort stehen die Großeltern hinter dem Umgangsberechtigten Elternteil.

Lieben Gruß!

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#5
 Von 
henriette68
Status:
Praktikant
(975 Beiträge, 109x hilfreich)

Hallo Cloakmaster,

nicht das du dich jetzt angegriffen fühlst.... welchen Grund gibt die Mutter dafür an das sie dir das Kind nicht anvertraut.
Du hast geschrieben das Euer Verhältnis zu Anfang gut war, das du am Familienleben teilgenommen hast, sogar über Nacht.
Stellt sich nun die Frage warum sich Euer Verhältnis so dermaßen abgekühlt hat das du noch nicht mal ihre Wohnung betreten darfst.??????

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#6
 Von 
Cloakmaster
Status:
Frischling
(31 Beiträge, 4x hilfreich)

Ich zeige ihr, daß ich noch immer an ihr hänge. ein Strauss Blumen zum Valentinstag stellt einen Angriff auf ihre Privatspähre dar. Bei unseren früheren Gesprächen habe ich offen zu gegeben, daß ich mir für mich alleine relativ selten "richtiges Essen" mit Kartoffeln schälen, Gemüse kochen, und Fleisch braten mache, sondern es relativ häufig auf Fertigessen etc. rausläuft. Ich ziehe mich ihrer Anschicht nach schlampig an. (Da mag sie recht haben. in meiner Freizeit trage ich relativ selten Hemden, sondern bevorzuge Jeans und T-Shirt. Es reicht, wenn ich in der Arbeit Anzüge trage. Zudem ist ein Anzug relativ unpraktisch, wenn man einer 3-jährigen auf ein Klettergerüst folgen will) Sie hat Angst, ich könnte in der ex-gemeinsamen Wohnung noch Sachen finden, die mir gehören (90% der Einrichtung habe ich in den guten, alten Tagen angeschafft)
Ausserdem habe ich eifersüchtig reagiert, als sie zwischenzeitlich sich was Neues fürs Bett gesucht hatte. Daß der Typ ein versoffener Akie ist, und ich ihn deswegen auch nicht in der Nähe meiner Tochter sehen wollte, spielte dabei eine untergeordnete Rolle.

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#7
 Von 
mikkian
Status:
Bachelor
(3868 Beiträge, 471x hilfreich)

Hi Cloakmaster,

klärt im Interesse eurer Tochter erstmal eure Beziehung. Sonst werdet ihr immer eure Erwachsenenkonflikte auf dem Rücken der Lütten austragen. Die kann aber nichts für euren Stress miteinander, eure ungeklärte Gefühlslage. Die braucht Mama und Papa und möchte beide lieb haben dürfen.

Ich bitte euch inständig, denkt darüber nach - gemeinsam. Und versucht im Sinne eurer Tochter eine Lösung zu finden.

Ich erlebe seit 6 Jahren, was eine - nur von einer Seite - nicht verarbeitete Beziehung auslösen kann. Erspart es dem Kind!!!


Grüße

0x Hilfreiche Antwort

#8
 Von 
henriette68
Status:
Praktikant
(975 Beiträge, 109x hilfreich)

Hallo Cloakmaster,

so was ähnliches hab ich mir schon gedacht. Vielleicht solltest du zu allererst mal akzeptieren das ein kein neues Verhältnis zwischen dir und deiner Ex gibt.
Sie hat ihr eigenes Leben und darin hast du keinen Platz mehr.
Auf einer Art kann ich nachvollziehen das deine Ex versucht den Kontakt zu dir möglichst gering zu halten. Ich würde mir von meinem Ex auch nicht vorschreiben lassen mit welchem Mann ich gerade mein Bett teilen darf. Das geht ihn nämlich überhaupt nichts an.

Das einzigste was euch noch verbindet ist euer Kind. Und darum solltet ihr nicht streiten.

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