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Eltern gegen Auszug

 Von 
Dakine
Status:
Frischling
(3 Beiträge, 1x hilfreich)
Eltern gegen Auszug

Hallo,
ich möchte von Zuhause ausziehen, weil mein Vater wöchentlich ausrastet und mich und meine Mutter terrorisiert. Mein Plan ist, mit einer Freundin zusammen zu ziehen. Mit Geld war alles geklärt, habe inzwischen einen Mini-Job wo ich im Monat 240€ verdiene, Kindergeld bekomme ich 150€ und zusätzlich hätte ich Geld noch von meinen Eltern bekommen und anschließend wollte ich mir noch einen besser bezahlten Job suchen.
Das jetzt aufkommende Problem: plötzlich ist mein Vater dagegen. Er will nicht, dass ich vor meinem Abi ausziehe. Jetzt habe ich ein Geldproblem. Bekomme kein Bafög, keine Unterstützung vom Jugendamt und kein Unterhalt...
was kann ich tun, muss ich rechtlich oder mit Jugendamt gegen meinen Vater einschreiten. Was ich sehr ungern tun würde.
Freue mich auf Beiträge.

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Eltern Jugendamt Kind Vater


5 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
nero070
Status:
Bachelor
(3591 Beiträge, 1256x hilfreich)

Hallo Dakine,

wie alt bist Du denn?

LG nero

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#2
 Von 
Dakine
Status:
Frischling
(3 Beiträge, 1x hilfreich)

quote:
wie alt bist Du denn?

also im April werde ich 20 Jahre

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#3
 Von 
altona01
Status:
Weiser
(17736 Beiträge, 7877x hilfreich)

"ich möchte von Zuhause ausziehen, weil mein Vater wöchentlich ausrastet und mich und meine Mutter terrorisiert."

Das reicht, da ist die Entwicklung eines jungen Menschen gefährdet. Sprechstunde des Jugendamts aufsuchen und es genauso drastisch schildern, wie Sie es erleben.

Auch mit 20 ist das Jugendamt noch zuständig:
SGB8
§ 41 Hilfe für junge Volljährige, Nachbetreuung
(1) Einem jungen Volljährigen soll Hilfe für die Persönlichkeitsentwicklung und zu einer eigenverantwortlichen Lebensführung gewährt werden, wenn und solange die Hilfe aufgrund der individuellen Situation des jungen Menschen notwendig ist. Die Hilfe wird in der Regel nur bis zur Vollendung des 21. Lebensjahres gewährt; in begründeten Einzelfällen soll sie für einen begrenzten Zeitraum darüber hinaus fortgesetzt werden.



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#4
 Von 
nero070
Status:
Bachelor
(3591 Beiträge, 1256x hilfreich)

Hallo,

ich würde der Einschätzung von hamburgerin01 folgen wollen.

Ergänzend dazu, entgegen einiger Meinungen hier im Forum, dass der § 1612 (2) BGB greift, würde ich vermuten, dass hier ein Zerwürfniss zwischen Kind und Eltern vorliegt. Zumindest zwischen Kind und Vater.

In dem Fall stellen einige OLG´s die Bedürfnisse des volljährigen Kindes vor die Belange der Eltern.

OLG Brandenburg - Beschluss v. 21.5.2008 - 9 WF 116/08

quote:
Beim elterlichen Bestimmungsrecht gemäß § 1612 II BGB kommt dem Willen des volljährigen Kindes über die Art seiner Lebensführung keinesfalls stärkere Bedeutung zu als dem Gebot der Rücksichtnahme gegenüber wirtschaftlichen Interessen des unterhaltspflichtigen Elternteils. Allein ein tiefgreifendes Zerwürfnis würde den Vorrang der kindlichen Belange rechtfertigen.


OLG Celle - Beschluss v. 5.5.2006 - 17 WF 60/06

quote:
Bestehen zwischen den Eltern und einem volljährigen Kind tiefgreifende Differenzen, müssen im Rahmen von § 1612 II BGB die Interessen der Eltern hinter denen des Kindes zurückstehen.


Leistungsfähigkeit vorausgesetzt, berechnet sich der Untergaltsanspruch wie folgt:

Bedarf 670€ abzüglich Kindergeld (184€ ;) , welches an das Kind weiterzuleiten ist, abzüglich BAföG ergibt den Restbedarf, welcher durch die Eltern zu decken wäre.

BAföG muss beantragt werden, auch ein negativer Bescheid ist nachzuweisen.

Den Mini-Job würde ich hier als überobligatorisch ansehen, findet damit keine Anrechnung.

LG nero



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#5
 Von 
Dakine
Status:
Frischling
(3 Beiträge, 1x hilfreich)

Hallo nero,
erstmal vielen, vielen Dank. Das hilft mir auf jedenfall weiter.
optimistische Grüße, Dakine

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