Erpressung wechselmodell

31. Mai 2015 Thema abonnieren
 Von 
Deti2014
Status:
Frischling
(19 Beiträge, 0x hilfreich)
Erpressung wechselmodell

Hallo.... Ich brauche dringend Rat und Hilfe.
Fakten :

Geschieden
3 Kinder (davon eins behindert)
Vater darf Kinder jederzeit sehen und abholen
Vater zahlt bisher kein Unterhalt


Im Januar gab es einen Termin beim Jugendamt. Ich wollte das der KV alle Kinder mindestens 1 mal im Monat zusammen nimmt, anstatt sie ständig zu "zerpflücken"... Das lehnte er ab, da er weder Räumlichkeiten für alle 3 hätte und somit nicht allen gerecht werden könnte.

Nun ist es so, das er ja Unterhalt zahlen soll und ihm die Beistandschaft ziemlich im Nacken sitzt.
KV machte mir den Vorschlag, das ein wechselmodell eine gute Lösung für alle ist da er dann keinen Unterhalt zahlen muss und dies zum wohle der Kinder ist. Wenn er Unterhalt zahlen müsste, dann könnte er den Kindern nichts bieten und sich kein Leben mit Ihnen aufbauen....
Ich lehnte das Wechselmodell ab da er jederzeit seine Kinder sehen und auch holen darf.....Zudem wäre das Wechselmodell absolut nicht machbar da er vollzeit arbeitet, keinen Garten hat, keine Zimmer und unsere Kinder eine Kontinuität brauchen, gerade unsere behinderte Tochter.
Außerdem wohnt er 20 km entfernt und somit wäre das auch absolut nicht mit Therapien, Kiga und Schule der Kids vereinbar.
Nun drohte er mir, entweder wechselmodell oder er will die Kinder ganz... Das heißt er will sich nun das alleinige sorgerecht erstreiten.
Sein Argument bei der Sache ist, das er finanziell ruiniert ist wenn er Unterhalt zahlen muss und somit er und die Kids keine Zukunft hätten.
Ich habe ihm auch damals beim Jugendamt finanzielle Hilfe angeboten, auch das ich die Kids bringe und abhole......

Nun dreht er völlig durch obwohl wir vorher sehr gut auf der Eltern Ebene bezüglich unserer Kinder funktioniert haben.

Heute hat er mir gedroht.... Meine Tochter (6)erzählte mir Dinge die er ihr gestern gesagt hatte, und das geht eindeutig gegen mich....
Das hat der KV vorher nie gemacht und nun beginnt mein Alptraum.

Er schrieb mir das er sich ein Leben ohne seine Kinder nicht vorstellen kann und wenn ich nicht dem wechselmodell zustimme dann eben vor Gericht das sorgerecht....

Ich bin fertig mit den Nerven, zumal ich ihm alle Türen offen lasse und sogar meine Unterstützung angeboten habe..... Und nun das.

Mein Ex Mann ist glaub ich emotional am Ende und hat eine Vision die einfach nicht realisierbar ist..... Aber muss ich mich erpressen lassen?
Zudem habe ich Angst ihm die Kids zukünftig anzuvertrauen, da ich ihn so überhaupt nicht kenne und er neuerdings schlecht von mir bei den Kindern redet..... So wollte ich das nie. Er wirkt absolut verzweifelt.

Nun meine Fragen :

Kann er mir die Kinder wegnehmen?

Sind WhatsApp Nachrichten und Mails als Beweis zugelassen, wenn die Erpressung dadurch nachgewiesen wird?

Wie mache ich das nun mit dem Umgang?

Werden die Kinder beim Jugendamt /Gericht befragt obwohl eins behindert ist und das andere emotionale Störung als Diagnose hat?

Wie kann ich mich wehren wenn mein ex Mann "dreckige Wäsche" wäscht obwohl wir vorher gut miteinander als Eltern funktioniert haben?

Wie läuft die ganze Klage überhaupt ab? Bekommt er überhaupt Prozesskosten Beihilfe oder muss er das aus seiner eigenen Tasche bezahlen?

Wir haben geteiltes sorgerecht....

Ich würde mich über Hilfe bzw Meinungen sehr freuen.....

LG Deti


-- Editier von Deti2014 am 31.05.2015 22:50




8 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
Mio2344
Status:
Schüler
(269 Beiträge, 112x hilfreich)

Mach Dich nicht verrückt, ein Wechselmodell hätte doch nur Sinn, wenn beide am selben Ort wohnen und sich einig sind. Ein Wechselmodell heisst aber auch, dass man sich die Tage teilt. Da er beim arbeiten ist, wird das wohl schon gar nicht möglich sein. Mir ist schon auch klar, dass ein Vater von drei Kindern nicht viel an Selbstbehalt angerechnet bekommt. Das ist oft ein Leben am Limit. Ich kenne das, weil ich das selbe mitgemacht habe. Im Prinzip müsst ihr beide euch einigen wie ihr das zusammen stemmen wollt. Seid ihr jetzt schon verschiedener Meinung, wird ein Richter entscheiden müssen.
Aber Du brauchst keine Angst haben, dass man dir die Kinder nimmt. Die Mutter hat da schon noch ihre Rechte vor dem Gericht.

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#2
 Von 
Deti2014
Status:
Frischling
(19 Beiträge, 0x hilfreich)

Danke für deine Antwort!
Ich mache mir nur einfach sorgen, da er den Kindern Dinge über mich erzählt die absolut nicht stimmen. Ich würde sie nicht pflegen und nicht mit ihnen spielen. Er hat einen Plan und beeinflusst die Kinder..... Das macht mich fassungslos.

Anfang des Jahres lehnte er beim Jugendamt alle 3 Kids zur Übernachtung bei sich ab und nun will er das alleinige sorgerecht.
Und wenn ich so eine schlechte Mutter bin, warum bietet er mir dann das Wechselmodell an? Er widerspricht sich selber....... Das macht mir Angst

Er wirkt wirklich hysterisch und verzweifelt und ich glaube das es daher kommt das er nun bald den Unterhaltstitel bekommt.

0x Hilfreiche Antwort

#3
 Von 
edy
Status:
Junior-Partner
(5653 Beiträge, 2368x hilfreich)

Hallo .

Keine Ahnung wie er auf diese Meinung kommt?
Dies wäre nur der Fall wenn du das gleiche Einkommen wie er hättest.
Dein Einkommen müsste mindesten ca. 1300€ betragen.

Zitat (von Deti2014):
Nun ist es so, das er ja Unterhalt zahlen soll und ihm die Beistandschaft ziemlich im Nacken sitzt.
KV machte mir den Vorschlag, das ein wechselmodell eine gute Lösung für alle ist da er dann keinen Unterhalt zahlen muss und dies zum wohle der Kinder ist. Wenn er Unterhalt zahlen müsste, dann könnte er den Kindern nichts bieten und sich kein Leben mit Ihnen aufbauen....


lg
edy

Signatur:

Ein freundliches "Hallo" setzt
sich auch in Foren immer mehr
durch.

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#4
 Von 
Hafenlärm
Status:
Lehrling
(1505 Beiträge, 1744x hilfreich)

"Nun dreht er völlig durch obwohl wir vorher sehr gut auf der Eltern Ebene bezüglich unserer Kinder funktioniert haben."

Damals hatten Sie ihm aber auch noch nicht die Beistandschaft in den Nacken gesetzt. Sie wollten die Situation für die Zukunft abschließend über den Rechtsweg geklärt haben. Genau das will er jetzt auch. Er bietet eben eine andere Form der Unterhaltsgewährung an, was erstmal vollkommen zulässig und sein gutes Recht ist. Ihre Einwände gegen das Wechselmodell klingen erstmak auch nur teilweise sinnvoll. Kinder können auch ohne Garten leben und Sie verkennen die Möglichkeit, dass er umzieht. Wie es weitergeht? Mal abwarten....

Meiner Meinung nach reagieren Sie gerade total über und machen sich völlig unbegründete Panik über Dinge, die Sie sowieso nicht in der Hand haben. Den Antrag auf die Alleinsorge zu stellen wäre sein gutes Recht. Das hat mit Erpressung nichts zu tun und hätte er auch ganz ohne Ankündigung machen können. Wie er den Antrag dann vor Gericht begründet, müssten Sie erstmal abwarten. Die Kinder würden dabei selbstverständlich angehört werden, wenn sich aus dem nicht genannten Alter keine Besonderheit ergibt. Sobald das alles passiert, suchen Sie sich einen eigenen Anwalt. Bisher scheint das aber noch gar nicht der Fall zu sein. Der Vater spricht bisher nur von Absichten, hst aber keinen Antrag gestellt.
Das Verfahren könnte selbstverständlich auch so ausgehen, dass die Kinder bei ihm leben. Er ist der Vater und damit ebenso Elternteil für die Kinder wie Sie es auch sind. Mit "Wegnehmen" ist da nichts. Wie das Verfahren dann aber ausgeht, kann Ihnen keiber sagen. Selbst für wilde Soekulationen bräuchte man irgendwelche Anhaltspunkte, die aber nur derjenige hat, der auch die Situation vor Ort kennt. Wir kennen hier aber nichtmals die Perspektive des Vaters, der das alles wohl etwas anders formulieren würde. Schon aus der Behinderung der Tochter oder gelungenen Manipulationen der Kinder wird Ihr Fall so speziell, dass er jederzeit in die eine oder andere Richtung kippen könnte.

Meine Meinung:
Sie beschweren sich über eine nun gescheiterte Elternebene. Als der Vollbeweis, aber gerne auch als Garant für ein funktionierendes Einvernehmen wird regelmäßig das Wechselmodell gesehen. Der Vater bietet dieses an. Sie hingegen lehnen es kategorisch ab und machen lieber Unterhalt geltend, zurren also das typische Modell fest, das bekanntlich keine Anforderungen an gar nichts stellt, schon gar nicht an die Vernunft der Eltern. Möglicherweise liegt der Weg zum Glücke aller also in dem Überdenken der eigenen Position und dem anschließenden gemeinsamen Ausarbeiten eines Modells für die Zukunft. Sie sollten zum einen bedenken, dass eine Trennung nunmal zwangsläufig Abstriche bedeutet. Zum anderen sollten Sie in Betracht ziehen, dass der Vater vielleicht ganz ähnliche Ängste hat wie Sie, nur diese von Ihnen verkannt werden.

Sie können sich zu allen diesen Fragen jederzeit beim Jugenamt beraten lassen. Wenn es aber vor Gericht geht, würde ich auf einen Anwalt umsteigen. Noch mehr würde ich aber versuchen, genau da abzuwenden und zu einem Einvernehmen zurückzukehren.

0x Hilfreiche Antwort

#5
 Von 
HeHe
Status:
Richter
(8427 Beiträge, 3799x hilfreich)


Zitat:
KV machte mir den Vorschlag, das ein wechselmodell eine gute Lösung für alle ist da er dann keinen Unterhalt zahlen muss und dies zum wohle der Kinder ist. Wenn er Unterhalt zahlen müsste, dann könnte er den Kindern nichts bieten und sich kein Leben mit Ihnen aufbauen....


Was ist das für eine Logik? Er meint scheinbar, dass die Kinder keine Kosten verursachen, wenn sie im Wechselmodell kommen! Er braucht dann u. a. eine ausreichend große Wohnung und bei einem Vollzeitjob eine Betreuungslösung während seiner Abwesenheit. An Geld sparen ist dadurch nicht zu denken.

0x Hilfreiche Antwort

#6
 Von 
wirdwerden
Status:
Unbeschreiblich
(41953 Beiträge, 14650x hilfreich)

Wechselmodell kann funtionieren, wenn man dicht beieinander wohnt. So dass die Kinder IHR soziales Umfeld behalten. Freunde, Kindergeburtstage, später Verein und natürlich die Schule. Das alles läuft nicht bei 20 km Entfernung. Entspricht in diesem Fall also nicht dem Kindeswohl.

Das Wechselmodell ist teuer. Es muss die doppelte Anzahl von Wohnungs-Qm aufgebracht werden. Die wollen unterhalten werden. Da geht es nicht mehr, dass die Kids regelmässig auf Luftmatrazen pennen, was bei Umgangswochenenden ja durchaus möglich ist. Dazu kommen die zwei gefüllten Kleiderschränke, 2 PCs (wenn die Kids älter sind) u.s.w. Man muss sich das Wechselmodell also auch finanziell leisten können.

Es ist ein Irrglaube, dass bei Wechselmodell kein Unterhalt zu zahlen ist. Mutter hat für die Zeit, in der die Kids beim Vater leben, Unterhalt zu zahlen, und Vater hat für die Zeit, in der die Kids bei der Mutter leben, Unterhalt zu zahlen.

Und - das Allerwichtigste: viele Kinder verkraften das Wechselmodell gar nicht. Den permanenten Wechsel. An das Kindeswohl sollte man vielleicht auch mal denken.

Diese Problematik ist den Gerichten auch bekannt. Das wird mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nicht laufen. Zumal beim Wechselmodell ja auch noch die Kommunikation untereinander optimal funktionieren muss. Die Erziehungsprinzipien müssen entsprechen. Auch das liegt hier nicht vor.

Werte das Ganze als das, was es ist, eine Schnapsidee. Und mach den Kindern klar, dass der Papa zur Zeit etwas neben der Spur läuft. Kindgerecht, dass sie das nicht ernst nehmen sollen.

Und lehn Dich ganz entspannt zurück. Das ist wichtig.

wirdwerden

0x Hilfreiche Antwort

#7
 Von 
Deti2014
Status:
Frischling
(19 Beiträge, 0x hilfreich)

Danke für eure zahlreichen Antworten!
Ja, ich bin sehr enttäuscht das die Eltern Ebene nicht mehr funktioniert...... Und ich könnte sein Verhalten verstehen wenn ich eine Mutter wäre die ihm Steine in den Weg legt..... Aber es ist eher gegenteilig!

Ich bin nicht egoistisch sondern sehe die Fakten, und das geht gegen das wohl unserer Kinder.

Meine Tochter ist völlig am Boden zerstört weil sie Angst hat das ihr Papa sie nicht mehr lieb haben könnte wenn sie bei mir wohnen bleiben will....... So wollte ich das nie und darum bin ich verzweifelt!

0x Hilfreiche Antwort

#8
 Von 
wirdwerden
Status:
Unbeschreiblich
(41953 Beiträge, 14650x hilfreich)

Nun ja, vielleicht hat der Vater erst jetzt erkannt, was Trennung bedeutet. Dass es eben nicht mit einem "ich packe meine Koffer und geh dann mal" getan ist. Dann ruckelt es sich auch wieder zurecht, dauert nur etwas. Das haben wir doch häufig.

Wichtig ist im Augenblick, dass Du Dich nicht fertig machen lässt. Dazu gehören nämlich zwei: einer der es tut, und einer, der es zulässt. Mach Dir das erst einmal vom Kopf her klar. Und strahle den Kindern gegenüber Ruhe aus. Vermittle ihnen eine starke Mama, auf die sie sich verlassen können. Das ist jetzt unglaublich wichtig. Also keine verhuschte verzweifelte Mama. Kinder spüren sowas. Und die Gewissheit, dass er Dir nicht ans Bein pinkeln kann, die sollte doch stark machen. Und aus dieser Sicherheit heraus, die Du ausstrahlst, kannst Du dann auch den Kindern helfen.

Bring klar rüber, dass sie sich auf Dich verlassen können. Mach ihnen klar, dass der Papa und Du im Augenblick nicht so ganz einig seid, dass das aber so ist, wie man sich auch mal mit dem besten Freund streitet. Und, dass man Liebe nicht mit einem Schalter an- oder ausschalten kann. Dass der Papa natürlich seine Kinder lieb hat, es nur im Augenblick nicht so zeigen kann.

So würde ich vorgehen.

Viel Erfolg!

wirdwerden

1x Hilfreiche Antwort

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