Exfrau meldet Kind von der Schule ab ,ohne meine Zustimmung

21. Februar 2024 Thema abonnieren
 Von 
enzoenzo
Status:
Frischling
(4 Beiträge, 0x hilfreich)
Exfrau meldet Kind von der Schule ab ,ohne meine Zustimmung

Hallo , mein 16 jähriger Sohn hatte im letzten Jahr die Sekundarstufe erfolgreich abgeschlossen und befindet sich aktuell in der Oberstufe , leider nicht so erfolgreich... Ab August fängt er nun eine Lehre an und hätte meiner Meinung bis dahin in der Schule verbleiben sollen. Heute erfuhr ich , das meine Exfrau ihn von der Schule abgemeldet hat und er bis Ausbildungsbeginn zu Hause bleibt. Darf sie dass ohne meine Zustimmung entscheiden?
Vielen Dank schonmal :-)

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9 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
wirdwerden
Status:
Unbeschreiblich
(38731 Beiträge, 14053x hilfreich)

Wir wissen nicht, wer das Sorgerecht inne hat. Aber abgesehen davon, was willst Du jetzt noch ändern? Vielleicht ging es einfach nicht mehr. Das ist zwar sehr unerfreulich, aber manchmal kann es sinnvoll sein. Unabhängig vom Sorgerecht wäre es natürlich sinnvoll gewesen, die Gründe für diese Entscheidung mit Dir abzustimmen.

wirdwerden

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#2
 Von 
smogman
Status:
Student
(2830 Beiträge, 931x hilfreich)

Zitat (von enzoenzo):
Ab August fängt er nun eine Lehre an und hätte meiner Meinung bis dahin in der Schule verbleiben sollen.
Wahrscheinlich sogar müssen. Mir ist jetzt ad hoc kein Bundesland bekannt, welches für Minderjährige keine (Berufs)schulpflicht hätte.

Zitat (von enzoenzo):
Heute erfuhr ich , das meine Exfrau ihn von der Schule abgemeldet hat und er bis Ausbildungsbeginn zu Hause bleibt.
Womit er dann gegen diese Schulpflicht verstößt, soweit nicht von der zuständigen Behörde etwas anderes beschieden wurde.

Zitat (von enzoenzo):
Darf sie dass ohne meine Zustimmung entscheiden?
Nicht, wenn ihr gemeinsam sorgeberechtigt seid.

Zitat (von wirdwerden):
Aber abgesehen davon, was willst Du jetzt noch ändern?
Man könnte z.B. einen Antrag auf Übertragung der alleinigen Entscheidungsbefugnis in schulischen Angelegenheiten stellen, da die Mutter ihre sorgerechtlichen Pflichten verletzt und ggf. nicht in der Lage ist, diesen Teil des Sorgerechts umzusetzen.

Außerdem verliert das Kind seinen Unterhaltsanspruch, wenn es keine Ausbildung absolviert. Denn es ist ja nun scheinbar in der Lage, sich selbst zu versorgen. Oder was ist als Aktivität für die ganzen Tage, Wochen und Monate jetzt vorgesehen? Das war der Mutter sicher auch klar...

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#3
 Von 
wirdwerden
Status:
Unbeschreiblich
(38731 Beiträge, 14053x hilfreich)

Zumindest in meinem Land ist das mit der Berufsschulpflicht seit etlichen Jahren anders geregelt, leider. Berufsschulpflichtig ist, wer nicht volljährig ist UND sich in einer Ausbildung befindet. Wer nicht mehr allgemein schuldpflichtig ist und in keiner Ausbildung, der ist auch nicht berufsschulpflichtig. Vor dieser Gesetzesänderung gab es bei uns spezielle Klassen eben für diese Fälle, wurden dann aber abgeschafft. Im jetzigen System wäre bei uns also überhaupt kein Platz an einer Berufsschule da.

Und, um wie viele Monate handelt es sich denn? Bitte die Sommerferien nicht vergessen.

wirdwerden

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#4
 Von 
Besserweiß
Status:
Praktikant
(760 Beiträge, 251x hilfreich)

Mit 16 verliert er ganz sicher nicht den Unterhaltsanspruch und wenn er im August eine Lehre beginnt, kommt er auch der Schulpflicht nach.

Was soll er auf der Oberstufe, wenn er nicht mitkommt?
Was soll er auf der Berufsschule, der Unterrricht für nicht Azubis wird ihn völlig unterfordern.

Ich verstehe das Gewese nicht, es ist nicht nötig, ihn jetzt in irgendeine Zwangsmaßnahme zu stecken.

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#5
 Von 
Besserweiß
Status:
Praktikant
(760 Beiträge, 251x hilfreich)

Mit 16 verliert er ganz sicher nicht den Unterhaltsanspruch und wenn er im August eine Lehre beginnt, kommt er auch der Schulpflicht nach.

Was soll er auf der Oberstufe, wenn er nicht mitkommt?
Was soll er auf der Berufsschule, der Unterrricht für nicht Azubis wird ihn völlig unterfordern.

Ich verstehe das Gewese nicht, es ist nicht nötig, ihn jetzt in irgendeine Zwangsmaßnahme zu stecken.

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#6
 Von 
wirdwerden
Status:
Unbeschreiblich
(38731 Beiträge, 14053x hilfreich)

Besserweiß, es geht um ein paar Monate. Und bei uns würde ihn keine Berufsschule aufnehmen. Abgesehen davon, es gibt Schulsituationen, in denen das vorzeitige rausnehmen aus der Schule durchaus Sinn macht. Und - zwischen Schulende und Ausbildungs/Studiumsbeginn liegen doch eh immer die großen Ferien.

wirdwerden

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#7
 Von 
smogman
Status:
Student
(2830 Beiträge, 931x hilfreich)

Zitat (von Besserweiß):
Mit 16 verliert er ganz sicher nicht den Unterhaltsanspruch
Auf welcher Rechtsgrundlage sollte dieser bestehen? Der Barunterhaltsanspruch endet mit Abschluss der Erstausbildung. Altersgrenzen gibt es nicht. Wer seine Ausbildung absichtlich abbricht, hat keinen Unterhaltsanspruch mehr. In diesem Fall könnte man sicherlich recht problemlos einen neuen Anspruch auf Ausbildungsunterhalt ab Beginn der Berufsausbildung bejahen. Aber im Zwischenzeitraum sehe ich keinen Anspruch. Es handelt sich auch nicht um einen Übergang zwischen zwei Ausbildungsabschnitten oder eine notwendige Wartezeit.

Zitat (von Besserweiß):
wenn er im August eine Lehre beginnt, kommt er auch der Schulpflicht nach.
Wer ab August eine (Berufs)schule besucht, kommt der Schulpflicht von jetzt bis Juli nicht nach.

Zitat (von Besserweiß):
Was soll er auf der Oberstufe, wenn er nicht mitkommt?
Diese Entscheidung hätten beide Eltern treffen müssen. Details wurden gar nicht genannt.

Zitat (von Besserweiß):
Was soll er auf der Berufsschule, der Unterrricht für nicht Azubis wird ihn völlig unterfordern.
Könnte stimmen.

Zitat (von Besserweiß):
Ich verstehe das Gewese nicht, es ist nicht nötig, ihn jetzt in irgendeine Zwangsmaßnahme zu stecken.
Absolut. Er ist frei. Und er unterliegt (im Rahmen des Jugendschutzgesetzes) der Erwerbsobliegenheit und kann sich selbst versorgen. Deshalb entfällt auch der Unterhaltsanspruch.

Zitat (von wirdwerden):
Abgesehen davon, es gibt Schulsituationen, in denen das vorzeitige rausnehmen aus der Schule durchaus Sinn macht.
Darüber entscheiden sie Sorgeberechtigten. Allein das ist hier - vermutlich - schon nicht erfolgt.

Zitat (von wirdwerden):
wischen Schulende und Ausbildungs/Studiumsbeginn liegen doch eh immer die großen Ferien.
Wer keine Schule besucht, hat keine Ferien.

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#8
 Von 
Besserweiß
Status:
Praktikant
(760 Beiträge, 251x hilfreich)

Seit wann muss ein minderjähriges Kind irgendetwas erfüllen, um unterhaltsberechtigt zu sein?
Er fängt am 1.8. seine Ausbildung an. Das wird nix, mit Geld sparen.

-- Editiert von User am 22. Februar 2024 21:26

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#9
 Von 
smogman
Status:
Student
(2830 Beiträge, 931x hilfreich)

Wie bereits mitgeteilt, gibt es beim Kindesunterhalt keine Altersgrenzen. Der Unterhalt ist an eine Ausbildung gekoppelt. Wie sich aus § 1602 BGB ergibt, kann ein minderjähriges Kind von seinen Eltern, auch wenn es Vermögen hat, die Gewährung des Unterhalts insoweit verlangen, als die Einkünfte seines Vermögens und der Ertrag seiner Arbeit zum Unterhalt nicht ausreichen. Das Kind unterliegt im Unterhaltsverhältnis genauso einer Erwerbsobliegenheit wie der Elternteil. Es kann sich aber wegen § 1610 BGB eine angemessene Vorbildung zu einem Beruf mit finanzieren lassen. Ergänzend ist § 1618a BGB zu beachten.

Siehe dazu z.B. OLG Brandenburg, Beschluß vom 23. 8. 2004 - 9 WF 157/04

1. Nimmt das minderjährige Kind an keiner Ausbildung teil, so trifft es im Verhältnis zu seinen Eltern eine Erwerbsobliegenheit, also die Verpflichtung zur Aufnahme einer Erwerbstätigkeit.

2. Verstößt das minderjährige Kind dagegen, so muss es sich in erzielbarer Höhe fiktive Einkünfte, die es bedarfsdeckend einzusetzen hat, zurechnen lassen. Dies kann auch bei noch nicht 16 Jahre alten Kindern der Fall sein.


...oder OLG Rostock, Beschluss vom 18.10.2006 - 10 WF 103/06

Auch minderjährige Kinder trifft nach Ansicht des Oberlandesgerichts Rostock für die Zeit, in der sie nicht zur Schule gehen und auch keine Ausbildung absolvieren, eine Pflicht zur Aufnahme einer Erwerbstätigkeit. In einem solchen Fall hat der Unterhaltsschuldner Anspruch auf Abänderung des Unterhaltstitels.


...oder die anderen ähnlich oder gleichlautenden Entscheidungen zu dieser Frage.

Zitat (von Besserweiß):
Seit wann muss ein minderjähriges Kind irgendetwas erfüllen, um unterhaltsberechtigt zu sein?
Die Antwort lautet: Schon immer!

In der Regel sind Altersgrenzen schon deshalb nicht notwendig, weil eben gerade bei Minderjährigen zumeist eine Schulpflicht besteht und damit eine Ausbildung absolviert wird. Oder eben auch zahlreiche andere Ausbildungsmöglichkeiten bestehen. Die Ausbildungslandschaft war noch nie so breit gefächert wie heute. Zeiten, in denen selbst für den Freiwilligendienst ein Teilzeitgesetz eingeführt wird.

Zitat (von Besserweiß):
Das wird nix, mit Geld sparen.
Es geht beim Unterhalt nicht um Geld sparen. Es geht darum, ob ein Bedarf besteht, jemand bedürftig ist und jemand anderes leistungsfähig. Beim nichts tuenden Kind besteht keine Bedürftigkeit, womit der Unterhaltsanspruch ausscheidet.

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