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Hauskauf - Zusatzvertrag statt Grundbucheintrag?

3.9.2014 Thema abonnieren
 Von 
Tribun
Status:
Frischling
(5 Beiträge, 3x hilfreich)
Hauskauf - Zusatzvertrag statt Grundbucheintrag?

Guten Tag,

es geht um Folgendes.

Es soll durch zwei nicht verheiratete Partner ein Haus gekauft werden. Der Bankkredit wird vollständig auf eine Person laufen, da die zweite Person pleite ist. Die Privatinsolvenz wurde aber noch nicht beantragt.
Die zweite Person wird aber den Kredit mit abtragen und möchte dementsprechend auch eine Absicherung, was verständlich ist.

Kann die zweite Person trotz der bald bevorstehenden Insolvenz im Grundbuch stehen oder ist es besser einen Zusatzvertrag zu machen, wo das gesondert geregelt wird? Welche Auswirkungen hat ein Grundbucheintrag auf die Privatinsolvenz, schließlich ist eine relativ hohe Hypothek auf dem Haus?

Ich bedanke mich bereits im voraus für eure Meinungen.



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7 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
Blaki
Status:
Praktikant
(868 Beiträge, 733x hilfreich)

Guten Abend,

ganz einfach: das im Grundbuch eingetragene anteilige Haus geht mit in die Insolvenzmasse ein. Das Haus ist dann futsch.

Es kommt noch schlimmer: Die Hypothek hat nichts mit dem Grundbucheintrag zu tun. Das Haus gehöre A + B. Auf A läuft die Hypothek, sagen wir einmal 200.000 Euro. A + B sind aber je zu 1/2 im Grundbuch eingetragen. B meldet Privatinsolvenz an. Das Haus wird im zweiten Termin für 150.000 Euro versteigert. Am Verkaufspreis erzielt B 75.000 Euro. Da kann die Bank nichts machen, da sie nur gegen A eine Grundschuld hat. Die 75.000 Eueo gehen in die Insovenzmasse des B ein. Eventuell werden alle Gläubiger befriedigt, B ist die Schulden los und hält unter Umständen noch Geld übrig. A geht es nicht so gut. Nach Abzug von 75.000 Euro aus dem Versteigerungserlös darf er an die Bank noch 125.000 Euro zurück bezahlen.

Solange die Insolvenz läuft, darf der Schuldner auch nicht zu liqidierbaren Guthaben aus irgendwelchen Verträgen kommen. Die Guthaben dürften erst gar nicht entstehen. A könnte im Streitfall niemals einen Anspruch im gegen B wegen anteiliger Rate geltend machen.

Als A würde ich mir sehr genau überlegen, was ich mache.



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#2
 Von 
cruncc1
Status:
Junior-Partner
(5590 Beiträge, 3609x hilfreich)

quote:
Die zweite Person wird aber den Kredit mit abtragen und möchte dementsprechend auch eine Absicherung, was verständlich ist

:???: Ein Mieter hat auch keinen Eigentumsanspruch auf die von ihm bewohnte Wohnung.

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#3
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(71457 Beiträge, 32432x hilfreich)

Bezüglich der legalen Umgehung des Verlustes im Falle der Insolvenz bei gleichzeitiger Absicherung sollte man einen Fachanwalt befragen.





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"Meine persönliche Meinung/Interpretation! Im übrigen verweise ich auf §675 Abs. 2 BGB ."

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#4
 Von 
Paragrafenreiter
Status:
Praktikant
(520 Beiträge, 377x hilfreich)

quote:
Es kommt noch schlimmer: Die Hypothek hat nichts mit dem Grundbucheintrag zu tun. Das Haus gehöre A + B. Auf A läuft die Hypothek, sagen wir einmal 200.000 Euro. A + B sind aber je zu 1/2 im Grundbuch eingetragen. B meldet Privatinsolvenz an. Das Haus wird im zweiten Termin für 150.000 Euro versteigert. Am Verkaufspreis erzielt B 75.000 Euro. Da kann die Bank nichts machen, da sie nur gegen A eine Grundschuld hat. Die 75.000 Eueo gehen in die Insovenzmasse des B ein. Eventuell werden alle Gläubiger befriedigt, B ist die Schulden los und hält unter Umständen noch Geld übrig. A geht es nicht so gut. Nach Abzug von 75.000 Euro aus dem Versteigerungserlös darf er an die Bank noch 125.000 Euro zurück bezahlen.

das würde ich aber bezweifeln. Keine Bank belastet nur den ideelen Miteigentumsanteil, sondern B wird sich ebenso der Zwangsvollstreckung unterworfen haben. Zwar nicht mit dem persönlichen Vermögen, aber dinglich mit der Immobilie.

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#5
 Von 
Tribun
Status:
Frischling
(5 Beiträge, 3x hilfreich)

Vielen Dank für eure Antworten,

eine Sache verstehe ich aber nicht wirklich. A und B würden zwar beide als Eigentümer im Grundbuch stehen, aber gleichzeitig auch die Grundschuld an die finanzierende Bank. Warum sollte das Haus verkauft oder zwangsversteigert werden, wenn die kreditgebende Bank sowieso an erster Stelle vor allen anderen Gläubigern steht. Da gibt es dann doch nichts zu holen, weil alle anderen Gläubiger im Rang nachstehen würden und somit leer ausgehen.

-- Editiert Tribun am 04.09.2014 10:39

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#6
 Von 
Paragrafenreiter
Status:
Praktikant
(520 Beiträge, 377x hilfreich)

Das kommt auf die Grundschuldhöhe und den Wert der Immobilie an. Wenn zB das Darlehen 250TEUR beträgt, aber der Wert der Immobilie 500TEUR ist, dann wäre auch für einen Nachranggläubiger noch etwas zu holen.

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#7
 Von 
Tribun
Status:
Frischling
(5 Beiträge, 3x hilfreich)

Hm,

aber ihr habt wohl recht, das ist alles im allen wohl echt eine zu gefährliche und komplizierte Geschichte mit dem Grundbucheintrag. Das sollte man besser doch lassen. Also hat B einfach Pech gehabt, wenn es mit A auseinander gehen würde? Für den tragischen Fall des Todes könnte A ja ein Testament machen.

@cruncc1

quote:
Ein Mieter hat auch keinen Eigentumsanspruch auf die von ihm bewohnte Wohnung.

Das ist richtig, aber wenn B die gleiche Rate zahlt wie A, dann hat B auch ein Anrecht auf einen gleichen Anteil an dem Haus, finde ich. Sonst braucht B ja nix zahlen, dann gehört es A alleine. Dann wären die Raten für A aber zu hoch und es gibt kein Haus.

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