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Kind zum Vater bringen?

25.6.2014 Thema abonnieren Zum Thema: Kind Vater KM Thema
 Von 
Waldfee2003
Status:
Frischling
(10 Beiträge, 0x hilfreich)
Kind zum Vater bringen?

Hallo zusammen!

Mein Exmann und ich sind seit einem Jahr geschieden. Bisher wohnte er wenige km entfernt und wenn ich es einrichten konnte, habe ich unseren Sohn zu ihm gebracht bzw. gelegentlich wieder abgeholt. Nicht immer, sondern nur gelegentlich.
Jetzt ist er ca. 500 km weggezogen. Da ihm die Strecke hin und zurück zu lang ist, soll ich ihm unseren Sohn 200 km entgegen bringen. Würde ich machen, jedoch gegen Beteiligung seinerseits am Benzingeld. (400 km hin und zurück und nach 2 Wochen wieder). Dies lehnt er vehement ab. Gibt es Urteile zu dem Thema? Ich meine ER ist schließlich von seinem Kind weggezogen. Er will es sowieso nur in den Ferien für 1-2 Wochen sehen.

Gruß Waldfee

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Nicht genau ihre Frage? Wir haben weitere Antworten zum Thema
Kind Vater KM Thema


28 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
Ihr neuer
Status:
Praktikant
(684 Beiträge, 244x hilfreich)

Tja, leider gibt es dazu Urteile. Nämlich das zwar der Umgangsberechtigte für die Kosten der Fahrten aufzukommen hat, diese aber Unterhaltsmindernd anrechenbar machen kann. Weiterhin sind für diese Kosten keinerlei Quittungen oder dergleichen nötig.
Unser Fall: Der Vater der Kinder zieht auch 500km weit weg. Vor Gericht möchte er einen Betrag von 150 Euro auf sein Netto angerechnet haben für die Fahrten zu den Kids. Da er eh schon ein Mangelfall ist werden diese 150 Euro direkt mit dem zu zahlenden Unterhalt verrechnet, will sagen er bezahlt diese 150Euro tatsächlich weniger. Das er anschließend die Kinder nur noch in den Ferien holt, und diese dann entweder von uns oder seiner Verwandschaft dorthin gebracht wurden, interessierte hinterher keinen Menschen.
Wenn ein Titel besteht muß er, will er weniger beazhlen, dich fragen ob du da einwilligst. Wenn du das nicht machst muß er klagen


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#2
 Von 
Waldfee2003
Status:
Frischling
(10 Beiträge, 0x hilfreich)

Hallo!
Danke für den Tip. Habe mal genauer zu dem Thema gegooglt. Da steht überall "in Ausnahmefällen" und wenn der Umgangsberechtigte knapp bei Kasse ist.
Ist bei 60.000 € brutto im Jahr ja eher nicht der Fall.
Ich verdiene ein Viertel davon und soll ihm sein Kind hinterherbringen. :-(

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#3
 Von 
altona01
Status:
Weiser
(17756 Beiträge, 7899x hilfreich)

quote:
Jetzt ist er ca. 500 km weggezogen.

Die Folgekosten trägt er selber. Und den Unterhalt kann er auch nicht kürzen, es war ja seine Entscheidung.

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#4
 Von 
amako
Status:
Student
(2564 Beiträge, 1379x hilfreich)

Hallo,
sehe ich auch so wie altona01. Eine Verpflichtung, das Kind zu bringen hast du nicht weder 10 noch 200km.
Gruß
Andreas

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"Wer schlau ist, kann sich dumm stellen, anders rum geht es nicht!"

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#5
 Von 
Fragezeichen1234
Status:
Frischling
(48 Beiträge, 17x hilfreich)

Hallo!
Wenn der Vater jetzt argumentiert, dass er nicht verpflichtet ist das Kind zu holen leidet wieder mal nur das Kind dadrunter.
Kann sein, dass der Vater gezwungen war wegen der Arbeit umzuziehen und das nicht aus privatem Vergnügen gemacht hat!?
Es ist auch die Frage in welcher Höhe sich der Vater an den Spritkosten beteiligen soll. Wird erwartet, dass nur ein Teil übernimmt oder ist der Beteiligungsanteil völlig unrealistisch. Es dürfte sich um einen Betrag von etwa 80€/Monat handeln.
Hier auf Urteile zu pochen oder das ganze über Anwalt oder Jugendamt regeln zu wollen wird dem Kind sicherlich nicht helfen.

Ich sehe beide Eltern in der Pflicht sich dem Kind zuliebe zu einigen, dem Vater die vollen kosten aufzudrücken kann in meinen Augen nicht die Lösung sein.

Beste Grüße

Fragezeichen1234



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-- Editiert Fragezeichen1234 am 26.06.2014 12:20

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#6
 Von 
Schalkefan
Status:
Praktikant
(688 Beiträge, 108x hilfreich)

quote:
Ich sehe beide Eltern in der Pflicht sich dem Kind zuliebe zu einigen, dem Vater die vollen kosten aufzudrücken kann in meinen Augen nicht die Lösung sein.

Warum nicht?
ER hat doch die Entfernung geschaffen. Warum soll die Mutter dafür bezahlen?

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#7
 Von 
hiphappy
Status:
Master
(4711 Beiträge, 2262x hilfreich)

quote:
Ich sehe beide Eltern in der Pflicht sich dem Kind zuliebe zu einigen, dem Vater die vollen kosten aufzudrücken kann in meinen Augen nicht die Lösung sein.

Schön, das du eine eigene Meinung hast. Die ist in einem Meinungsforum auch durchaus erlaubt.

Aber die gängige Rechtssprechung sieht nun einmal anders aus.

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#8
 Von 
Fragezeichen1234
Status:
Frischling
(48 Beiträge, 17x hilfreich)

quote:
Warum nicht?
ER hat doch die Entfernung geschaffen. Warum soll die Mutter dafür bezahlen?

Wo steht denn, dass er die Entfernung vorsätzlich geschaffen hat. Als Vater ist man gezwungen umzuziehen damit man genug Geld verdienen kann um für den Unterhalt aufzukommen.
Dass er das aus Vergnügen gemacht hat ist bislang spekulativ.

quote:
Schön, das du eine eigene Meinung hast. Die ist in einem Meinungsforum auch durchaus erlaubt.
Aber die gängige Rechtssprechung sieht nun einmal anders aus.

Das ist korrekt, dann muss das Kind mit Bahn oder Bus fahren damit es günstiger wird.

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#9
 Von 
amako
Status:
Student
(2564 Beiträge, 1379x hilfreich)

Hallo,
um noch mal aus dem spekulativen Bereich herauszukommen. Die TE möchte wissen, ob sie das Kind 200km auf ihre Kosten dem Vater entgegen bringen muss. Klare Antwort: nein. Das kann man wie Fragezeichen als ungut ansehen, aber so ist es.
///dann muss das Kind mit Bahn oder Bus fahren damit es günstiger wird.///
Dagegen ist nichts einzuwenden, wenn das Kind das entsprechende Alter hat und der Vater die Fahrkarte bezahlt.
Gruß
Andreas

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"Wer schlau ist, kann sich dumm stellen, anders rum geht es nicht!"

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#10
 Von 
Waldfee2003
Status:
Frischling
(10 Beiträge, 0x hilfreich)

Das mit dem Zug kam auch schon. Allerdings sind die Kosten für Fahrkarte und Betreuung (Sohn 10 Jahre) höher als das, was ich erstattet haben möchte. Außerdem ist unser Sohn bisher kaum Zug gefahren und dann gleich 3,5 Stunden....da krieg ich es echt mit der Angst.

Den Job hat er nicht gewechselt. Die Firma auch nicht. Nur den Dienstort.

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#11
 Von 
amako
Status:
Student
(2564 Beiträge, 1379x hilfreich)

Hallo,
ich halte eine alleinige 3,5 stündige Zugfahrt für ein 10-jähriges Kind auch für nicht angebracht.
Wenn Betreuung angeboten wird wäre das annehmbar, aber wie gesagt, der Vater bezahlt das Ticket und daran hängende Kosten direkt und im vollen Umfang. Dann brauchst du dir nichts erstatten zu lasen.
Gruß
Andreas

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"Wer schlau ist, kann sich dumm stellen, anders rum geht es nicht!"

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#12
 Von 
Capitano
Status:
Lehrling
(1185 Beiträge, 479x hilfreich)

Zumindest ist mal klar gestellt, dass der Vater den Umzug nicht aus freien Stücken vollzogen hat, sondern aus beruflichen Gründen. Und daran hängt auch der Unterhalt für das Kind. Das sollte man bei allem Beharren auf die Gesetzeslage berücksichtigen.

Gruß,
capitano


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#13
 Von 
Fragezeichen1234
Status:
Frischling
(48 Beiträge, 17x hilfreich)

Die deutsche Bahn bietet Begleitungen an für Zugfahrten, dass in dem Alter die Kindern nicht alleine fahren können ist klar.
Im alter von 6-15 Jahren wird für 30€ Aufpreis die Begleitperson bereit gestellt.
Man darf nicht die alleinigen Kosten der Mutter rechnen, denn der Vater hat ja ebenfalls eine Strecke von 600 KM. Wenn das Kind damit keine Schwierigkeiten hat wäre es sicherlich eine Überlegung das wenigstens mal durchzurechnen.

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-- Editiert Fragezeichen1234 am 26.06.2014 14:34

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#14
 Von 
wirdwerden
Status:
Unbeschreiblich
(31793 Beiträge, 12570x hilfreich)

Umgangskosten sind normalerweise in der Berechnung des Unterhalts enthalten, dies bedeutet - von Ausnahmefällen abgesehen - der Umgangsberechtigte für die Kosten aufkommen muss und außerdem den Umgang organisieren muss.

wirdwerden

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#15
 Von 
drkabo
Status:
Gelehrter
(11982 Beiträge, 7958x hilfreich)



quote:
Die deutsche Bahn bietet Begleitungen an für Zugfahrten, dass in dem Alter die Kindern nicht alleine fahren können ist klar.
Im alter von 6-15 Jahren wird für 30€ Aufpreis die Begleitperson bereit gestellt.

Das Angebot gilt aber nur auf einigen, (sehr) wenigen Strecken.

quote:
Umgangskosten sind normalerweise in der Berechnung des Unterhalts enthalten, dies bedeutet - von Ausnahmefällen abgesehen - der Umgangsberechtigte für die Kosten aufkommen muss und außerdem den Umgang organisieren muss.

Das ist richtig. Aber die Unterhaltskosten vermindern das unterhaltsrelevante Einkommen, so dass der Zahler evtl. in eine niedrigere Stufe rutscht.

Ein Bringen des Kindes über 200km wird man nicht verlangen können.
Aber es gibt ja immerhin das Urteil 1 BvR 2029/00 des BVerfG:
Ein Vater möchte seine Kinder zum Umgang abholen, aufgrund der Entfernung erfolgt Abholen und Bringen der Kinder per Flugzeug. Er wollte seien Exfrau dazu verpflichten, die Kinder an den Flughafen zu bringen, da das Abholen / Wegbringen schneller geht, wenn er (= der Vater) die Kinder nicht bei der Exfrau zu Hause abholen muss. Er bekam in letzter Instanz recht.



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Für alle meine Beiträge gilt §675(2) BGB ."

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#16
 Von 
wirdwerden
Status:
Unbeschreiblich
(31793 Beiträge, 12570x hilfreich)

Hab ich doch auf das berühmte Flughafen-Urteil gewartet. Natürlich muss die Mutter das Kind auch zum Bahnhof bringen und es dort einem Betreuer/einer Betreuerin übergeben. Aber, darum geht es doch hier gar nicht.

Und ich meine schon, dass ein 10-jähriges Kind betreut allein eine Bahnfahrt in der geschilderten Länge durchstehen kann, dass so was zumutbar ist. Meine sind in dem Alter schon betreut von Frankfurt nach NY geflogen. Fanden die toll. War was, was ihre Mitschüler noch nicht erlebt hatten. Also, nicht überbehüten.

wirdwerden

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#17
 Von 
Waldfee2003
Status:
Frischling
(10 Beiträge, 0x hilfreich)

Hallo zusammen!

Ich sollte ein paar Fakten hier noch aufklären. Es ist mitnichten so, dass er aus beruflichen Gründen umgezogen ist. Seine Firma hat verschiedene Dienststellen und dorthin hat er sich versetzen lassen. Mit dem Hintergrund, dass München mit seiner neuen Freundin viel cooler ist, als weiterhin Kassel mit 3-Zimmerwohnung und Garten.

Ihn kosten die Fahrten übrigens gar nichts, da er einen Dienstwagen hat zur privaten Nutzung incl. Tankkarte. Mich hingegen kosten die 400 km und 2 Wochen später wieder 400 km bei meinem Kleinwagen ca. 90 Euro. Das sind meine Spritkosten zur Arbeit für 1 Monat. Bei einem Brutto von 60.000 € bei ihm und einem Brutto bei mir von ca 18.000€ (Ich bekomme nur Kindesunterhalt) sind es für ihn nur Peanuts, für mich aber 90€ mit denen ih rechnen muss. Und er verweigert mir die Unkostenerstattung aus reiner Bockigkeit. Die Zugkosten würde er zahlen. Ich soll ihm sein Kind entgegenbringen, damit er nicht so viel Zeit auf der Autobahn verbringen muss.

Gruß Waldfee

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#18
 Von 
Capitano
Status:
Lehrling
(1185 Beiträge, 479x hilfreich)

@ drkabo

quote:
Aber die Unterhaltskosten vermindern das unterhaltsrelevante Einkommen, so dass der Zahler evtl. in eine niedrigere Stufe rutscht.

In welchen Unterhaltsleitlinien steht das denn?

Gruß,
capitano



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#19
 Von 
wirdwerden
Status:
Unbeschreiblich
(31793 Beiträge, 12570x hilfreich)

@ capitano: hier sind wir ausnahmsweise mal einer Ansicht. Normalerweise ist es so, dass das Umgangselternteil auch die Kosten des Umganges zu tragen hat. Und dazu gehört nun mal auch der "Transport" des Kindes. Ausnahmen gibt es natürlich in Extremfällen. Nur, wie soll der Umgang zeitlich funktionieren, wenn der Vater am Freitag noch arbeitet? Das Kind am Samstag abholen mit dem Auto und dann am Sonntag zurück bringen? Da bietet sich doch die begleitete Zugfahrt an, auch im Interesse des Kindes.

wirdwerden

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#20
 Von 
amako
Status:
Student
(2564 Beiträge, 1379x hilfreich)

Hallo,
die Sachlage ist doch glasklar. Der Vater hat die Distanz aus freien Stücken geschaffen. Die Fahrkosten trägt er. Ob mit Bahn oder Auto ist letztens egal. Eine Verpflichtung das Kind 200 km entgegen zu bringen besteht nicht, schon gar nicht auf eigene Kosten.
Gruß
Andreas

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"Wer schlau ist, kann sich dumm stellen, anders rum geht es nicht!"

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#21
 Von 
Capitano
Status:
Lehrling
(1185 Beiträge, 479x hilfreich)

Hallo,

ich glaube, einige von Euch haben da etwas missverstanden, weil Waldfee das etwas unglücklich formuliert hat. Es geht offensichtlich lediglich um Ferienumgang, nicht etwa um regelmäßigen Wochenendumgang.

Gruß,
capitano


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#22
 Von 
amako
Status:
Student
(2564 Beiträge, 1379x hilfreich)

Hallo,
auch das ist für die Kosten irrelevant. Die Mutter muss weder die Bahnfahrkarte zahlen, noch das Kind dem Vater 200km entgegenbringen. Die Kosten des Umgangs, egal ob am Wochenende oder den Ferien trägt hier der Vater.
Gruß
Andreas

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"Wer schlau ist, kann sich dumm stellen, anders rum geht es nicht!"

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#23
 Von 
Capitano
Status:
Lehrling
(1185 Beiträge, 479x hilfreich)

Ich meinte das nur vor dem Hintergrund der gesammelten Ideen, wie das organisiert werden kann.
Für einige wenige Male im Jahr sollte das ja wohl auch eh nicht das große Problem sein.

Gruß,
capitano


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#24
 Von 
drkabo
Status:
Gelehrter
(11982 Beiträge, 7958x hilfreich)


quote:
In welchen Unterhaltsleitlinien steht das denn?


z.B. OLG Braunschweig
10.7 Außergewöhnlich hohe Umgangskosten können das unterhaltsrelevante Einkommen mindern.

Gute Zusammenfassung auch hier:
http://www.anwalt-kreuzberg.de/der-umgang-mit-den-umgangskosten/
Zitat:
Es (=das BVerfG)war daher der Meinung, die Umgangskosten sollten durch eine angemessene Minderung des unterhaltsrelevanten Einkommens oder eine angemessene Erhöhung des Selbstbehaltes des Umgangsberech-tigten berücksichtigt werden können.

quote:
die Sachlage ist doch glasklar. Der Vater hat die Distanz aus freien Stücken geschaffen

Wer die Distanz aus welchen Gründen geschaffen hat, ist nach der Rechtsprechung des BVerfG (1 BvR 2029/00 ) nicht relevant.

Im Grunde sind wir uns doch alle einig.
In diesem Fall muss sich der Vater selbst um die Abholung der Kinder kümmern, und zwar auf seine Kosten.

Aber die Regel, dass der Vater immer(!), alle(!) Kosten tragen muss, er dies nicht mal beim Unterhalt geltend machen kann und dass die Mutter beim Holen/Bringen nicht mithelfen muss, gilt so streng eben nicht mehr.
Das Recht des Kindes auf funktionierenden Umgang wiegt höher als das Recht der Mutter, alles dem Vater überlassen zu dürfen.


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Für alle meine Beiträge gilt §675(2) BGB ."

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#25
 Von 
Capitano
Status:
Lehrling
(1185 Beiträge, 479x hilfreich)

hm...

ich sag's mal so: nicht alles, was man im Netz findet, muss richtig sein.

Ich zitiere mal einen Satz aus deinem Link:

quote:
Sehr problematisch sind in der Praxis auch die Fälle, in der die beiden berufstätigen Eltern das Kind zwar nicht zu exakt gleichen Anteilen betreuen (dann entstünde kein Un-terhaltsanspruch


Gruß,
capitano


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#26
 Von 
Ihr neuer
Status:
Praktikant
(684 Beiträge, 244x hilfreich)

In unserem Fall war es so das der Vater ein Mangelfall war. Und jetzt kommt der Treppenwitz, weil er zu wenig Geld verdient um vollen Unterhalt zahlen zu können, braucht er noch weniger Unterhalt zu bezahlen und konnte die Umgangskosten geltend machen. Leider wird das "Recht" des Kindes auf Umgang in Deutschland höher bewertet als das Recht auf Unterhalt und entsprechende Möglichkeiten an normalen Leben teilzu nehmen. Ist ja schon ein Witz. Dem Vater werden kosten angerechnet die er nicht hat, und weil die Kinder dann zu wenig Unterhalt bekommen muß der Staat in Form von Unterhalstvorschuss und Hartz IV Leistungen in Leistung treten.
Aber das alles scheint hier ja nicht zu greifen wenn der Vater des Kindes ein so hohes Einkommen hat. Ich persönlich würde ihm wahrscheinlich das Kind nicht bringen. Denn wenn er sich so verhält schein t ihm seine Sohn ja nicht so wichtig sein.

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#27
 Von 
Fragezeichen1234
Status:
Frischling
(48 Beiträge, 17x hilfreich)

quote:
Leider wird das "Recht" des Kindes auf Umgang in Deutschland höher bewertet als das Recht auf Unterhalt und entsprechende Möglichkeiten an normalen Leben teilzu nehmen

Eine äußerst fragwürdige Behauptung. Das würde bedeuten, dass geringverdiener kein Recht hätten ihre kinder zu sehen um womöglich 7 Tage die Woche zu arbeiten.
Es ist aber ein normaler Teil des Lebens, dass Kinder auch Anrecht auf ihren Vater haben.

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#28
 Von 
Capitano
Status:
Lehrling
(1185 Beiträge, 479x hilfreich)

@ Ihr Neuer,

interessant finde ich Deine Auffassung, dass sowieso nur der Vater für den finanziellen Unterhalt aufkommen soll.
(ja, weil das andere Elternteil die Betreuung macht, aber die Betreuungsleistung ist nicht tituliert!)

Sicherlich ist unterhalts- und umgangstechnisch nicht alles gerecht, und in Eurem Fall mag es eine Schieflage zu Ungunsten der Mutter geben.

In den allermeisten Fällen ist es doch aber so, dass die Väter Unterhalt zahlen und dass der Unterhalt tituliert ist.

In geschätzten 0,001% aller Fälle ist auch ein Umgangsrecht tituliert. Während ein nicht-zahlender Vater jederzeit in Haftung genommen werden kann,
funktioniert es im Gegenzug mit einer nicht-umgangsgewährenden Mutter nicht!

Hier ist die Rechtsprechung auch nicht ausgewogen.

Und was Umgang angeht - und damit spanne ich den Bogen zurück zum Thema - bin ich der Meinung, dass Umgang durch jeweiliges Abholen der Elternteile geschehen sollte. Also: Umgangsberechtigter holt Kind zum Umgang ab, Betreuende(r) holt Kind nach dem Umgang wieder ab.
Da stellt dann nämlich keiner von beiden unüberwindbare Hürden auf, beschuldigt den anderen, dass er das Kind, bei 1 Std. Fahrzeit 5 Min zu spät gebracht hat und lässt Kind und Vater nächstes Mal bei Verführung vor der Haustür warten, etc etc etc etc etc......

Und bei alle dem - es gibt immer noch und zum Glück unzählige getrennte Elternteile, die den Umgang mit ihren Kindern nahezu problemlos und reibungslos hinbekommen. Denen gilt meine Hochachtung!

Beste Grüße und
schönes Wochenende!
Capitano




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