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Kindergeld von Eltern fordern

 Von 
TimokH
Status:
Frischling
(10 Beiträge, 0x hilfreich)
Kindergeld von Eltern fordern

Hallo zusammen,
ich M/16 habe dieses Jahr mit einer Ausbildung zum Fachinformatiker angefangen und muss seit dem folgende Sachen selber bezahlen:
-Frisörbesuche
-Kontaktlinsen(montaslinsen)
-Klamotten
-Essen(da ich im Betrieb frühstücken kann und in der Mittagspause auswärts esse kommt es nur sehr sehr selten vor das ich zuhause esse)
-Schulbücher
Also bis auf Kleinigkeiten finanziere ich mich selbst.
Sind das nicht eigentlich Sachen welche von meinen Eltern über das Kindergeld finanziert werden sollten?
Deswegen wollte ich mal nachfragen ob ich das Kindergeld selbst einfordern kann da meine Eltern eig nur noch Stromkosten zahlen die icv verursache und sonst garnichts.

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Nicht genau ihre Frage? Wir haben weitere Antworten zum Thema
Eltern Kindergeld eigentlich


10 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
ratlose mama
Status:
Praktikant
(677 Beiträge, 320x hilfreich)

Zitat (von TimokH):
Hallo zusammen,
Sind das nicht eigentlich Sachen welche von meinen Eltern über das Kindergeld finanziert werden sollten?
Deswegen wollte ich mal nachfragen ob ich das Kindergeld selbst einfordern kann

Erstmal dir Frage. Du bekommst ein Ausbildungsgehalt? Und wenn ja, wieviel ist es?

Fordern kannst du das sicher. Ob deine Eltern dieser Forderung nachkommen sehe ich eher kritisch.

Zitat:
da meine Eltern eig nur noch Stromkosten zahlen die icv verursache und sonst garnichts.

Darüber würde ich nochmal nachdenken.
Ich gehe davon aus, dass du kein Zelt im Garten stehen hast mit dem du per Verlängerungskabel Strom beziehst.

Oder anders ausgedrückt: Deine Eltern stellen dir Wohnraum zur Verfügung (der kostet, egal ob Miete oder Eigentum), du hast es dort auch sicher warm und trocken, du wirst zuhause duschen und auch deine Wäsche waschen (oder vielleicht wäscht ja sogar noch deine Mama für dich) und du hast sicherlich auch zuhause kostenlosen Zugang zum Internet. Das sind alles Kosten die deine Eltern für dich übernehmen.

Du kannst das ja gedanklich mal umdrehen. Wenn du nicht mehr daheim leben würdest hättest du während der Ausbildung einen Bedarf von 735 € (da würde dir das Kindergeld zustehen und wäre aber in den 735 € schon mir drin (falls dein Ausbildungsgehalt höher ist, hättest du natürlich auch mehr)
Davon zahlst müsstest du dann Miete, Strom, Wasser, Internet/Telefon, Hygieneartikel, Kleidung, Lebensmittel, Fahrkarten, Schulsachen etc. zahlen. Ich glaube da würde dann weniger übrigbleiben, als du jetzt wahrscheinlich für dich verwenden kannst

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#2
 Von 
TimokH
Status:
Frischling
(10 Beiträge, 0x hilfreich)

Bei meinem Ausbildungsgehalt bewegen wir uns abzüglich steuern zwischen 600-700 €.
Und nein ich lebe nicht in einem Zelt aber das Kindergeld ist ja schlussendlich dazu da um Eltern mit den Kosten zu unterstützen welche durch das Kind verursacht werden und Mietkosten verursache ich ja nicht und da ich nicht volljährig bin habe ich ja auch garnicht die Möglichkeit aus zu ziehen.
Und ich finde das ich mit 16 mit einem monatlichen einkommen von 600-700 € stark auf ausgaben achten muss weil ich mich eben bis auf 50€ Stromkosten selbst versorge.

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#3
 Von 
Sunrabbit
Status:
Beginner
(126 Beiträge, 18x hilfreich)

Was ist denn mit:
- Heizkosten
- Versicherungen (z.B. Haftpflich, Hausrat)
- Waschmaschine
- Wasser / Abwasser
- Müllgebühren
- Telefon / Internet

Alles umsonst?

Miete und Strom hattest du ja zumindest auf dem Schirm.

Dafür bist du mit 204 Euro preiswert weg gekommen. Ich kenn viele Jugendlicher in deiner Situation die noch Geld von ihrem Ausbildungsgehalt zuhause abgeben müssen.

Nebenbei: Wenn das Geld knapp wird, weil man Mittags auswärts essen geht, kann man sich Brote mit zur Arbeit nehmen. Machen ganz viele Leute, gerade wenn sie Jung sind und gerade eine Ausbildung machen.

Solange du zuhause wohnst sehe ich keinen Anspruch das dir das Kindergeld ausgezahlt wird. Du kannst natürlich ausziehen, wirst dann aber wesentlich weniger Geld übrig haben wenn du all die Dinge, die deine Eltern heute finanzieren, selbst zahlen musst.


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#4
 Von 
ratlose mama
Status:
Praktikant
(677 Beiträge, 320x hilfreich)

Zitat (von TimokH):
aber das Kindergeld ist ja schlussendlich dazu da um Eltern mit den Kosten zu unterstützen welche durch das Kind verursacht werden

Ja, es ist eine steuerliche Entlastung für die Eltern, die ein Kind aufziehen.

Zitat:
und Mietkosten verursache ich ja nicht und da ich nicht volljährig bin habe ich ja auch garnicht die Möglichkeit aus zu ziehen.

DU hast aber doch in der elterlichen Wohnung ein Zimmer. Das bedeutet eben auch, dass ein Teil der Kosten für den Gesamtwohnraum auch auf dich fallen (beschäftige dich mal mit dem Sozialrecht, da kannst du ganz gut nachlesen, wie es aufgeschlüsselt wird)

Und es geht ja auch um die Kosten für Wasser, Heizung etc.
Setzt dich einfach mal mit deinen Eltern zusammen und rechnet mal aus, welche Kosten in welcher Höhe auf die entfallen und dann kannst du ja fragen, ob sie dir den Rest des Kindergeldes geben oder ob eher du ein paar Euro ihnen geben darfst ;-)

[Wenn unsere Kinder nicht mehr bei uns leben würden, dann könnten wir eine kleineres Haus beziehen und würden Mietkosten sparen. Und ich frage mich gerade, wenn du mit 600-700 € nicht auskommst, wie meine Tochter es schafft von etwas mehr als 400 € Ausbildungsgehalt sogar noch ihr Auto und das Benzin zu zahlen und auch noch am Wochenende wegzugehen, und ja ihre Kontaktlinsen muss sie auch selber zahlen (oder eine Brille tragen) (vielleicht liegt es aber auch daran, dass sie eben sich das Essen von daheim mitnimmt, sich Wasser oder Tee besorgt und auf Softdrinks verzichtet)]

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#5
 Von 
H. Odensack
Status:
Praktikant
(545 Beiträge, 106x hilfreich)

Ich schliesse mich an. Bedenke auch die Versicherungen, Rundfunkgebühren, ggf. Grundsteuer oder wenn mal eine neue Waschmaschine angeschafft werden muss. Dazu evtl. Sprit für fahrdienste durch die Eltern... und selbst wenn deine Eltern im eigenen Haus wohnen können die einen Betrag für Miete veranschlagen, immerhin können sie dein Kinderzimmer nicht für dich nutzen. da kannst du froh sein, dass du nicht noch was zu Hause abgeben musst. Meine Eltern haben auch das Kindergeld behalten, ich musste Kleidung, Friseur, Schulsachen, fahrkarten usw selbst bezahlen und dazu noch ordentlich was im Haushalt tun, mehr als eben mal den Müll rausbringen. Aber das mit dem Kindergeld war für mich nie ein Problem und ist es auch rückblickend nicht.
Die Ausbildungsvergütung wird übrigens wie auch das Gehalt eines Angestellten nicht als Taschengeld ausgezahlt, sondern damit man davon seinen Lebensunterhalt bestreitet.
Bin mir nicht sicher, aber ich meine, deine Eltern könnten dir als Minderjährigem auch alles abknöpfen, dir ein Taschengeld zahlen und deine Klamotten bei kik kaufen, solange sie passen und der******rung angepasst sind.

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#6
 Von 
Anami
Status:
Richter
(8472 Beiträge, 1464x hilfreich)

Zitat (von TimokH):
bewegen wir uns abzüglich steuern zwischen 600-700 €.
Abzüglich Steuern? Wie viel Steuern zahlst du denn bei einer Ausbildungsvergütung von 600-700,-?
Wie viel wäre abzuziehen? Oder ist schon ?

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#7
 Von 
Zuckerberg
Status:
Schüler
(268 Beiträge, 464x hilfreich)

Es gibt meines Erachtens kein Gesetz, dass es einem Kinder ermöglichen würde, das Kindergeld von den Eltern zu fordern. Allenfalls könnte das Kind (oder ein sonstiger Unterhaltsleistender) das Kindergeld direkt an sich auszahlen lassen (aber nicht über den Umweg der Eltern).

Dafür wäre aber eine Voraussetzung, dass die Eltern ihrer Unterhaltspflicht nicht nachkommen. Das kann ich hier nicht erkennen. Sollte das tatsächlich so sein (sollten also zB Unterernährung oder sonstige Verwahrlosung drohen), dann wäre das Jugendamt der erste Ansprechpartner. Aber wie gesagt, danach sieh es für mich hier absolut nicht aus.

Mit den 600-700€ sollte man auskommen können, insbesondere wenn man kostenlos zu Hause wohnt, also keine Mietkosten usw. hat. Das schaffen auch andere Auszubildende oder Studenten. Für mich klingt das daher nicht so wahnsinnig dramatisch. Vielleicht könnten weitere Kosten gespart werden, wenn nicht im Betrieb, sondern zu Hause gefrühstückt wird?

Natürlich lebt man von diesem Geld nicht im Luxus. Dafür ist eine Ausbildungsvergütung aber auch nicht gedacht. Ame Ende sollte man als Auszubildender mit diesem Einkommen immer noch etwas besser leben als es in den Schuljahren zuvor der Fall war. Oder übersteigen die neuen Kosten (Schulbücher usw.) die neue Ausbildungsvergütung?

Zu den angeblich nicht verursachten Mietkosten bei den Eltern: Allein die Belegung eines Kinderzimmers, welches andernfalls von den Eltern (unter-)vermietet werden könnte, entsteht den Eltern ein finanzieller Nachteil. Alternativ könnten die Eltern mit einem Kind weniger auch in eine kleinere Wohung ziehen und Miete sparen.

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#8
 Von 
muemmel
Status:
Unbeschreiblich
(26814 Beiträge, 14671x hilfreich)

Abzüglich Steuern? Wie viel Steuern zahlst du denn bei einer Ausbildungsvergütung von 600-700,-? Keine natürlich - er wird wohl die SV-Beiträge meinen...
Essen(da ich im Betrieb frühstücken kann und in der Mittagspause auswärts esse kommt es nur sehr sehr selten vor das ich zuhause esse) Dies aber wohl kaum 7 Tage in der Woche.

Signatur:Bei nur einer Ratte im Zimmer handelt es sich nicht um einen Reisemangel ( Amtsgericht Köln).
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#9
 Von 
wirdwerden
Status:
Unbeschreiblich
(28796 Beiträge, 11886x hilfreich)

Wenn ich mich recht erinnere, ist das Kindergeld ein Anspruch der Eltern,der nur dann auf das Kind übergeht, wenn das Kind auswärts lebt UND das Kind mit weniger als dem Betrag des Kindergeldes monatlich von den Eltern unterstützt wird. Ein Anspruch des Kindes hier besteht also nicht.

wirdwerden

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#10
 Von 
drkabo
Status:
Gelehrter
(10552 Beiträge, 7488x hilfreich)

So ist es:
So lange das Kind mietfrei bei den Eltern wohnt, besteht kein Anspruch darauf, dass das Kindergeld an das Kind geht.

Signatur:Für alle meine Beiträge gilt §675(2) BGB.
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