Kindesunterhalt, Neue Partner, Neue Kinder

16. April 2010 Thema abonnieren
 Von 
July274
Status:
Frischling
(4 Beiträge, 0x hilfreich)
Kindesunterhalt, Neue Partner, Neue Kinder

Hallo,

mein Mann hat ein 10-jähriges unterhaltspflichtes Kind mit seiner Exfrau. Die Ehe ging vor 8 Jahren in die Brüche, weil sie einen neuen Partner hatte. Mit dem neuen Partner ist sie jetzt seit 2 Jahren verheiratet und hat mit ihm Zwillinge (4 Jahre) bekommen. Sie selbst arbeitet nur auf 400 Euro und er arbeitet ganztags (Einkommen unbekannt).
Ich bin seit 1 jahr mit meinem Mann verheiratet und wir sind beide Vollverdiener (ich 1530 euro und er 1950 euro). Wir haben vor 2 Jahren ein Haus gebaut, was leider etwas teurer war als geplant (1195 euro kalt). Wir planen demnächst selber noch ein eigenes Kind zu bekommen.

Mein Mann und seine Ex haben sich damals entschieden, die Hilfe vom Jugendamt nicht in Anspruch zu nehmen. So hat sie ihn nach besten Gewissen ;) Jahre lang über den Tisch gezogen. Mein Mann hat immer den Betrag der Düsseldorfer Tabelle gezahlt, bis ich letztes Jahr in Erfahrung gebracht habe, dass man das Kindergeld zur Hälfte davon abziehen darf. Jetzt bezahlt er nach unserem Wissen etwas weniger als er muss als stillschweigende Entschädigung der letzten Jahre. (250 Euro anstatt 309).

Mich würde aber interessieren, ob die neuen Kinder bzw. Ehegemeinschaft sich auf den Unterhalt meines Mannes auswirken oder ob man noch mehr vom Unterhaltsbetrag abziehen darf ( wie z. B. den Hauskredit), bevor man sich an das Jugendamt wendet und noch schlechter dasteht. Außerdem hat seine Exfrau auch einen Bekannten bei Jugendamt sitzen. Und wie wird das laufen, wenn ich auch ein Kind bekomme und in Elternzeit bin bzw. danach.

Gruß July


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P. S. In der Düsseldorfer Tabelle steht unter Punkt 1:
Die Tabelle hat keine Gesetzeskraft, sondern stellt eine Richtlinie dar. Sie weist den monatlichen Unterhaltsbedarf aus, bezogen auf zwei Unterhaltsberechtigte, ohne Rücksicht auf den Rang. Der Bedarf ist nicht identisch mit dem Zahlbetrag; dieser ergibt sich unter Berücksichtigung der nachfolgenden Anmerkungen.

Was hat es damit auf sich? Der Unterhaltsbetrag wird nicht nochmal durch 2 geteilt oder?

-- Editiert am 16.04.2010 12:42

-- Editiert am 16.04.2010 13:02

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9 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
Borion
Status:
Praktikant
(622 Beiträge, 196x hilfreich)

Hallo July!

Die weiteren Kinder der Exfrau deines Mannes haben keine Auswirkungen auf den zu zahlenden Kindesunterhalt.

Wenn ihr jetzt Schuldverpflichtungen eingeht, haben diese ebenfalls keine Auswirkungen auf den zu zahlenden Unterhalt.

Wenn ihr ein Kind bekommt, kann/wird dies grundsätzlich Auswirkungen auf den zu zahlenden Unterhalt haben. Der Mindestunterhalt von 272,00 EUR wird er aber weiterhin auf jeden Fall zahlen müssen.

quote:
Die Tabelle hat keine Gesetzeskraft, sondern stellt eine Richtlinie dar. Sie weist den monatlichen Unterhaltsbedarf aus, bezogen auf zwei Unterhaltsberechtigte, ohne Rücksicht auf den Rang. Der Bedarf ist nicht identisch mit dem Zahlbetrag; dieser ergibt sich unter Berücksichtigung der nachfolgenden Anmerkungen.


Die bedeutet lediglich, dass in Abhängigkeit von der Anzahl der unterhaltsberechtigten Personen Höher- oder Runterstufungen vorgenommen werden können. Die Auswirkungen sind überschaubar, da der Unterschied zwischen den Gruppen nur jeweils ca. 20,00 EUR ausmacht.

Grüße, Borion

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#2
 Von 
azrael
Status:
Master
(4939 Beiträge, 783x hilfreich)

quote:
Mein Mann und seine Ex haben sich damals entschieden, die Hilfe vom Jugendamt nicht in Anspruch zu nehmen. So hat sie ihn nach besten Gewissen Jahre lang über den Tisch gezogen.


Solche Sprüche liebe ich, echt... :kotz:

Dein Mann hätte JEDERZEIT den Unterhalt prüfen lassen können. Warum hat ER sich denn nicht gekümmert, ob er wohl die richtige Summe zahlt? Und vielleicht war seiner Ex, die du ja augenscheinlich echt auf dem Kieker hast, genauso wenig bewusst, dass man das hälftige Kindergeld abziehen kann wie deinem ach so *gutgläubigen* Mann...

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"gruß azrael"

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#3
 Von 
guest-12317.02.2011 16:55:55
Status:
Lehrling
(1043 Beiträge, 183x hilfreich)

--- editiert vom Admin

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#4
 Von 
July274
Status:
Frischling
(4 Beiträge, 0x hilfreich)

Huhu Azrael,

natürlich hast du recht, aber ich muss dazu sagen, sie hat ihm die düsseldorfer tabelle vorgelegt und ihn nur den "mindestsatz" zahlen lassen. Somit hat mein Mann sich gar nicht erst getraut das prüfen zu lassen, weil er angst hatte, es könne dabei mehr rauskommen. Generell ist mein Mann sehr faul was das angeht ;) Nur es dauert ja eine Zeit bis man in den Finanzen einer anderen Person durchsteigt, bzw. was ändern kann.
Und dazu, dass sie es viellicht selber nicht wusste, kann ich nur sagen, dass ein guter Freund von ihr beim Jugendamt arbeitet. Und als mein Mann ihr gesagt hat er würde jetzt wieder weniger zahlen, weil man das Kindergeld zur Hälfte abziehen darf kam null Gegenwehr, sondern nur ein OK.

Naja wenn du die gesamte Geschichte kennen würdest, würdest du verstehen, warum ich nicht grad gut auf seine Ex zu sprechen bin. Dennoch haben wir uns ganz gut zusammengerauft mitlerweile.

Mir ging es hier hauptsächlich darum mal ohne Jugendamt (wegen dem Freund halt) zu erfahren, was man noch so berücksichtigen kann, da wie gesagt das Haus sehr teuer geworden ist und wir uns auch eine kleine Familie aufbauen möchten. Ich habe zwar selber noch keine Kinder, kann mir nämlich nicht ganz vorstellen das ein Kind im Monat so viel Geld benötigt. Das wären ja mit Kindergeld von väterlicher Seite schon 401 Euro im Monat ohne, dass die Frau auch nur 1 Cent dazu getan hat. Dazu kommt, dass alle Betriebe den Mitarbeitern das Geld kürzen aber der Unterhalt steigt weiterhin fleißig.

Gruß
July

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#5
 Von 
azrael
Status:
Master
(4939 Beiträge, 783x hilfreich)

quote:
Somit hat mein Mann sich gar nicht erst getraut das prüfen zu lassen, weil er angst hatte, es könne dabei mehr rauskommen.


Eben. Aber sich hinterher beschweren, man wäre über den Tisch gezogen worden. Wenn seine Ex das vorgehabt hätte, hätte sie ihn nicht den Mindestunterhalt zahlen lassen, sondern wäre mindestens eine Stufe höher gegangen.

quote:
Mir ging es hier hauptsächlich darum mal ohne Jugendamt (wegen dem Freund halt) zu erfahren, was man noch so berücksichtigen kann, da wie gesagt das Haus sehr teuer geworden ist und wir uns auch eine kleine Familie aufbauen möchten.

Dieser Satz ist eigentlich eine Frechheit. IHR baut euch eine Hütte, die, weil sie ja schick sein soll, zu teuer geworden ist und meint, ihr könnt das beim Unterhalt abziehen.

quote:
Ich habe zwar selber noch keine Kinder, kann mir nämlich nicht ganz vorstellen das ein Kind im Monat so viel Geld benötigt. Das wären ja mit Kindergeld von väterlicher Seite schon 401 Euro im Monat ohne, dass die Frau auch nur 1 Cent dazu getan hat.

Die Mutter leistet BETREUUNGSUNTERHALT, d.h. sie hat das Kind an den Hacken. Und der ist mit Geld bekanntlich nicht zu bezahlen. ;) Und andererseits - wohnt und lebt das Kind umsonst? Verbraucht es keinen Strom/kein Wasser? Hat es keinen Mietanteil? Isst es nicht? Wird es nicht versichert? Braucht es keine Schulsachen/Taschengeld/sonstiges? Du glaubst gar nicht, wie wenig manchmal 400,- sein können.
Übrigens schon mal ein dezenter Hinweis: In 2 Jahren kommt das Kind in eine neue Altersstufe, da steigt der Unterhalt, das solltest ihr bei eurer Familienplanung jetzt schon berücksichtigen.

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"gruß azrael"

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#6
 Von 
July274
Status:
Frischling
(4 Beiträge, 0x hilfreich)

Bei dir kommt man eh nie auf nen grünen Zweig oder? Ganz egal was ich schreibe.
Nur eins lass mich noch gesagt haben: Sie hat ihn wegen nem anderen lassen, sie hat seine Familie zerstört und er darf jetzt dafür zahlen und sehen wie er klar kommt. Natürlich soll es dem Kind gut gehen und wir bemühen uns auch so gut es geht. Nur hat er es auch verdient sich ein neues Leben aufzubauen und nicht sein ganzes Leben in eine 2-Zimmer-Wohnung abgeschoben zu werden nur weil SIE sich nen neuen Partner gesucht hat. Und zu unserem Haus: es war nicht geplant, wir sind an Betrüger geraten und nur deswegen ist es so teuer geworden. Nicht weil es schick werden sollte. Das ist ne riesen ******* drauß geworden. Also nichts mit Frechheit...

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#7
 Von 
July274
Status:
Frischling
(4 Beiträge, 0x hilfreich)

Und danke an die anderen User für die sachlichen Informationen zu meinen Fragen.

Gruß July

0x Hilfreiche Antwort

#8
 Von 
azrael
Status:
Master
(4939 Beiträge, 783x hilfreich)

quote:
Und zu unserem Haus: es war nicht geplant, wir sind an Betrüger geraten und nur deswegen ist es so teuer geworden.

Und das möchte man nun vom Unterhaltsbetrag abziehen können... Keine Fragen mehr.

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"gruß azrael"

1x Hilfreiche Antwort

#9
 Von 
Loddar
Status:
Junior-Partner
(5207 Beiträge, 920x hilfreich)

Hi July,

ganz einfach: Der Mindest-KU muss bezahlt werden.Egal, wer wen und warum verlassen hat. Schließlich kann das Kind nix dafür.
Hausraten werden nicht berücksichtigt.

quote:
da wie gesagt das Haus sehr teuer geworden ist und wir uns auch eine kleine Familie aufbauen möchten.


Ich denke, von einem davon werdet ihr euch verabschieden müssen.
Das Einkommen deines Mannes, auch mit besserer Steuerklasse, wird mit Sicherheit nicht für hohe Hausraten, KU für zwei Kinder und für dich ausreichen.

Grüßle


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""Jeder, der sich die Fähigkeit erhält, Schönes zu erkennen, wird nie alt werden.""

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