Komplizierte Verhältnisse nach Trennung

7. Januar 2024 Thema abonnieren
 Von 
Tropheus
Status:
Frischling
(3 Beiträge, 0x hilfreich)
Komplizierte Verhältnisse nach Trennung

Ein verheiratetes Paar hat zwei Kinder bekommen, das finanzierte Haus ist zu klein, ein neues wird gesucht.
2008 waren die Immobilienpreise günstig, ein großes Haus bot sich an, allerdings stark sanierungsbedürftig. Doch die Lage ist optimal v.a. für Kinder (Schule etc.).

Die Frau möchte schnellstens aus der aktuellen Immobilie raus, auch weil sie Ärger mit den Nachbarn hat. Der Mann zeigt ihr das sanierungsbedürftige Haus, sie verliebt sich sofort und möchte, dass sie es gleich kaufen. Der Mann sagt aber, "das ist viel Arbeit". Sie entgegenet "ach komm, das schaffen wir gemeinsam. Es ist so schön hier (usw.)".

Die bestehende Immobilie wird konjunkturbedingt mit Verlust verkauft. Deren Eigenkapital hat weitestgehend der Mann beigesteuert. Die Vorfälligkeitsentschädigung musste er ebenfalls tragen. Die Frau verdient 2000, der Mann 3000,- Euro netto, sie arbeitet aber nur Teilzeit. Die Finanzierung wäre fairerweise 2/5 zu 3/5 an allen Kosten.

Doch kaum war die Tinte unter dem Kaufvertrag trocken, der Grundbucheintrag erfolgt, sagte die Frau, sie würde nichts bezahlen. Mit Mühe und Not hat sich das Paar darauf verständigt, dass die Frau den Hauptteil der Lebensmittel kauft und der Mann die ganze Finanzierung plus die Nebenkosten plus sämtliche Renovierungskosten alleine trägt. Dafür aber wurde ein handschriftlicher Vertrag von beiden verfasst, nachdem die Ehefrau auf die Ansprüche an das Haus verzichtet, wenn es zur Trennung kommen sollte. Auf einen Ehevertrag könnte man damit verzichten, meinte sie. Der würde nur unnötig Geld kosten und man könnte ihr vertrauen. Allerdings kriselt es in der Ehe häufig, denn die Ehefrau hat Depressionen, will aber nicht in Behandlung gehen und nimmt nur Tabletten.

Die Renovierung dauert seit 15 Jahren an, hat 100.000e Euro und unzählige Arbeitsstunden des Ehemanns verschlungen und jetzt ist sie nahezu bewältigt. Die Ehefrau hat so gut wie keine Arbeitsleistung und Finanzleistung beigesteuert. Dafür hat sie sich durchaus teure Wellnessurlaube etc. gegönnt, die sich der Ehemann nie leisten hätte können. Mehr als 1x Familienurlaub war nie drin.

Nun hat sich die Frau einen anderen Mann gesucht und ist ausgezogen. Die Kinder sind beim Ehemann.

Die beiden haben sich auf einen weiteren Vertrag geeinigt, da die Ehefrau einen teuren Lebenswandel hat und Geld für ihre Lebensleistung haben wollte. Der Ehemann zahlt nun 25.000,- Euro in monatlichen Raten, 50 Monate lang 500,- Euro. In diesem Vertrag sind auch andere Dinge geregelt, wie, dass jeder für sein eigenes Auskommen sorgen muss und eben, dass das Haus dem Ehemann und den gemeinsamen Kindern gehört.

Nun ist die Frage: Was passiert bei der Scheidung? Was wird ein Scheidungsanwalt und Richter zu diesen Verträgen sagen?

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8 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
Anami
Status:
Unbeschreiblich
(32153 Beiträge, 5653x hilfreich)

Zitat (von Tropheus):
Was wird ein Scheidungsanwalt und Richter zu diesen Verträgen sagen?
Verträge sind einzuhalten.
Der Anwalt des Mannes wird ihm vermutlich andere Ratschläge geben als der Anwalt der Frau.
Ein Richter stellt dann zum Verhandlungstermin vermutlich lediglich fest, dass die Ehe gescheitert/zerrüttet ist. Damit wird die Ehe geschieden.




Signatur:

Ich schreibe hier nur meine Meinung.

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#2
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(120082 Beiträge, 39828x hilfreich)

Zitat (von Tropheus):
Was wird ein Scheidungsanwalt und Richter zu diesen Verträgen sagen?

Der Anwalt des Mannes wird vermutlich in Tränen ausbrechen, der Anwalt der Frau einen Freudensprung machen und das Gericht wird den handschriftlicher Vertrag vermutlich für nichtig erklären.

Bei dem anderen Vertrag kommt es auf den uns unbekannten Inhalt an - ich vermute mal das auch dort der Ehemann suboptimale Positionen hat ...


Signatur:

Meine persönliche Meinung/Interpretation!
Im übrigen verweise ich auf § 675 Abs. 2 BGB

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#3
 Von 
Tropheus
Status:
Frischling
(3 Beiträge, 0x hilfreich)

Das sind jetzt quasi zwei unterschiedliche Aussagen. :augenroll:

Die Ehefrau hatte dem Mann und den Kindern zugesagt, dass mit diesem Vertrag alles geregelt sein und sie keine weiteren Ansprüche erheben wird.

Soll der Ehemann darauf vertrauen oder lieber per anwaltlicher Unterstützung die Verträge "wasserdicht" machen?

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#4
 Von 
Schalkefan
Status:
Lehrling
(1281 Beiträge, 215x hilfreich)

Zitat (von Tropheus):
und eben, dass das Haus dem Ehemann und den gemeinsamen Kindern gehört

Wem ein Haus gehört, kann man nicht privat-vertraglich regeln.
Die Eigentumsverhältnisse ergeben sich aus dem Grundbuch und die dortigen Eintragungen ergeben sich aufgrund notarieller Vereinbarungen.



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#5
 Von 
Anami
Status:
Unbeschreiblich
(32153 Beiträge, 5653x hilfreich)

Zitat (von Tropheus):
Das sind jetzt quasi zwei unterschiedliche Aussagen.
Warum auch nicht? Selbstverständlich sind Verträge grundsätzlich einzuhalten. Es gibt hier sogar mehrere Verträge.

Zitat (von Tropheus):
wenn es zur Trennung kommen sollte
Trennung ist nicht Scheidung. Für eine Trennung brauchts keinen Anwalt und keinen Richter. Die Ehefrau hat bereits die Trennung vollzogen, also wieder einen Punkt gesetzt.
Zitat (von Tropheus):
...die Verträge "wasserdicht" machen?
Welche wären das nun? Fraglich, ob die ausgezogene Ehefrau sich darauf einlässt.

Signatur:

Ich schreibe hier nur meine Meinung.

0x Hilfreiche Antwort

#6
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(120082 Beiträge, 39828x hilfreich)

Zitat (von Anami):
Selbstverständlich sind Verträge grundsätzlich einzuhalten

Richtig.

Nur sind z.B. nichtige Verträge keine Verträge die einzuhalten wären.


Signatur:

Meine persönliche Meinung/Interpretation!
Im übrigen verweise ich auf § 675 Abs. 2 BGB

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#7
 Von 
Tropheus
Status:
Frischling
(3 Beiträge, 0x hilfreich)

Zitat (von Harry van Sell):
Nur sind z.B. nichtige Verträge keine Verträge die einzuhalten wären.


Genau darum geht's mir. :smile:

Die Ehefrau hat dem Ehemann ja zugesichert, neben dem Vertrag mit der Auszahlung vom 25.000,- Euro keine weiteren Ansprüche zu stellen.

Private Dinge, die sie mitnehmen durfte, sind ebenfalls aufgeführt, z.B. Schränke, Sofas, Wäschetrockner undund.

Wichtig ist auch der Punkt, dass auf Unterhaltszahlungen beiderseits verzichtet wird. Zwar ist der Ehemann der noch besser verdienende (arbeitet auch 40 h, sie 28 h), doch er steht möglicherweise vor der Berufsunfähigkeit. In diesem Fall müsste ohne diesen Vertragspassus´ ja im Prinzip die Ehefrau ihm Unterhalt zahlen.

Der Ehemann behält zwar mit seinen Kindern das Haus, muss dementsprechend aber auch sämtliche Kosten und Arbeiten übernehmen. Würde die Ehefrau nach mittlerweile 15 Jahren entgegen den Absprachen und Vereinbarungen nun Ansprüche hierauf erheben, müsste doch im Grunde die Ehefrau die ganzen "gesparten" Jahre nachzahlen. Das wären hunderttausende an Euro.

In der Vereinbarung steht auch, dass die Änderung im Grundbuch mit Löschung des Eintrags der Ehefrau frühestmöglich vollzogen und deren Anteil auf die Kinder umgelegt werden soll. Nun ist die Frage: Wie geht man vor? Und was macht das mit dem Riester-Bausparvertrag, der zwar vom Ehemann voll bezahlt wird, jedoch auf den Namen der Ehefrau läuft?

Danke an alle!

0x Hilfreiche Antwort

#8
 Von 
Anami
Status:
Unbeschreiblich
(32153 Beiträge, 5653x hilfreich)

Zitat (von Harry van Sell):
Nur sind z.B. nichtige Verträge keine Verträge die einzuhalten wären.
Richtig.
Ein Kundiger wird durch Lesen relativ schnell feststellen können, ob und welche Verträge nichtig sind.
Man hätte das schon mal geklärt.
Zitat (von Tropheus):
Die Ehefrau hat dem Ehemann ja zugesichert, neben dem Vertrag mit der Auszahlung vom 25.000,- Euro keine weiteren Ansprüche zu stellen.
Wie denn? Handschriftlich, mündlich, geflüstert oder mit Zeugen oder WIE? Könnte inzwischen nichtig sein, oder vom neuen aktuellen Vertrag (weil nach 15 Jahren doch die Trennung und weitere Vereinbarungen kamen) ersetzt worden sein.

Zitat (von Tropheus):
Wie geht man vor?
Man suche sich einen Fachanwalt für Familienrecht, breite diesem alles aus, und zwar so, dass er alles selbst lesen kann.

Signatur:

Ich schreibe hier nur meine Meinung.

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