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Mutter kämpft um ihr Kind!!!

 Von 
Dip2011
Status:
Frischling
(1 Beiträge, 0x hilfreich)
Mutter kämpft um ihr Kind!!!

Hallo,

Mutter anfang 20, lebte in ihrem Geburtsort hauptsächlich alleinerziehend mit Kleinkind, in einer eigenen Wohnung. Freund und Vater des Kindes, drogenabhängig, mehrere Straftaten begangen und noch auf Bewährung. Die beiden lebten in einer Partnerschaft, wohtnen aber nicht zusammen, da der Vater nach mehrmaligen Entzugsversuchen trotzdem immer wieder rückfällig wurde und immer wieder negativ bei der Polizei auffiel, beschloss die kleine Familie in die Heimatstadt seiner Eltern zu ziehen. Dort wohnten sie einige Monate zusammen im Haus seiner Angehörigen bis die Mutter seine Lügen satt hatte und auch ihre Gefühle zu ihm verlor. Sie trennte sich von ihm und wollte mit ihrem Kind wieder in ihre Heimatstadt zu Ihren Eltern ziehen. Der Vater drohte ihr und setzte sie so massiv unter druck, er würde sich selbst umbringen wenn die Mutter, nicht zumindest das Kind für einige Wochen da lassen würde bis er sich wieder eingekriegt hat. Die Mutter hatte ein schlechtes Gewissen und tiefstes Mitleid mit ihrem Ex-Freund, also stimmte sie zu und zog zu ihren Eltern.
Ihr Ex-Freund hält sich aber nicht an der Abmachung, das Kind lebt weiterhin mit ihm bei seinen Eltern und es ist dort auch gemeldet und geht auch dort zum Kindergarten. Die Mutter wurde nie gefragt noch hätte sie es jemals geahnt da der Vater, der Mutter immer wieder versprechen machte, sie würde ihr Kind bald sehen. Leider geht das alles schon seit 4 Monaten so, die Mutter ist nun völlig am Ende aber hat jetzt durch Unterstützung ihrer Familie und Freunden den Mut gefunden zum Anwalt zu gehen, der Termin ist in 2 Wochen. Die beiden waren nie verheiratet teilen sich aber das Sorgerecht. Der Vater gab zuletzt an, er sei arbeitssuchend und durchläuft erfolgreich das Drogenersatzprogramm, ist aber weiterhin auf Bewährung und zahlt noch eine Strafe ab, er spricht sehr schlecht deutsch. Die Mutter ist noch jung, unauffällig und sehr schüchtern. Im Sommer möchte sie wieder zur Schule gehen.
Meine Frage ist jetzt wie stehen ihre Chancen ihr Kind wieder zurück zu bekommen da schon 4 Monate vergangen sind und das Kind auch schon 4 Monate beim Vater gemeldet ist. Was sind die Konsequenzen wenn sie vor Gericht geht? Verliert sie eventuell das Sorgerecht? Was kann sie noch tun außer zum Anwalt zu gehen?

-- Editier von Dip2011 am 03.04.2015 03:28

-- Editier von Dip2011 am 03.04.2015 03:29

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Nicht genau ihre Frage? Wir haben weitere Antworten zum Thema
Mutter Sorgerecht Eltern Frage


6 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
wirdwerden
Status:
Unbeschreiblich
(31825 Beiträge, 12580x hilfreich)

Sorry, meine Kristallkugel zum Wahrsagen hab ich ausgeliehen. Das kann niemand voraussagen. Nur, ein Kind einfach bei einem Drogenabhängigen zurücklassen, ohne Not, damit er sich wieder fängt.....Kind als Therapeutikum, schlimmer geht es wohl nimmer. Da sieht die Mutter, dass der Vater "neben der Spur" ist, und lässt das Kind da? Ein Kleinkind, was sich nicht selbst helfen kann?

Bei der Haltung kann (muss nicht, aber kann) es durchaus sein, dass das Kind zwar bei dem Vater und seiner Familie nicht weiter leben darf, aber auch nicht zu ihr kommt. Denn die Erziehungsfähigkeit beider Elternteile kann ja durchaus angezweifelt werden. Aber, das weiss man nicht. Jedenfalls werden die beiden örtlichen Jugendämter hinzugezogen werden und möglicherweise wird noch ein Sachverständigengutachten eingeholt. Aber ohne Gerichtsentscheid wird man hier nicht weiter kommen. Mit dem Sorgerecht hat das zunächst einmal gar nichts zu tun. Es geht hier nach meiner Einschätzung nur um das Aufenthaltsbestimmungsrecht.

wirdwerden

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#2
 Von 
Lauch
Status:
Beginner
(110 Beiträge, 102x hilfreich)

Zitat:
Bei der Haltung kann (muss nicht, aber kann) es durchaus sein, dass das Kind zwar bei dem Vater und seiner Familie nicht weiter leben darf, aber auch nicht zu ihr kommt.

Genau dass ist das Problem. Man wird fragen, warum die Mutter zwar ggf. unter großem Druck, bei der Abwägung Kindeswohl vs. Mitleid mit dem Vater sich für letzteres entschieden hat.
Auch sind 4 Monate keine kurze Zeitspanne, wenigtens wurde man jetzt aktiv und lässt sich anwaltlich beraten.

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#3
 Von 
wirdwerden
Status:
Unbeschreiblich
(31825 Beiträge, 12580x hilfreich)

Ja, der Anwalt ist jetzt ganz, ganz wichtig. Hoffentlich trägt der dann nicht bei Gericht vor, das Kind sei aus therapeutischen Gründen beim Vater gelassen worden. Dann spätestens ist der Fall verloren.

Und noch was muss klar sein. Weder Abhängigkeit von was auch immer, noch eine Vorstrafe oder schlechte Deutschkenntnisse lösen einen Automatismus in Richtung "er ist erziehungsunfähig" aus. Wir haben Mutter/Kind Gefängnisse, wir haben Abhängige, die trotzdem, und sei es mit engmaschiger Hilfe, gut für ihre Kinder sorgen. Und erst recht, wenn das Kind im Familienverbund lebt, was ja hier der Fall zu sein scheint. Und dann noch integriert im Kindergarten.

Das muss die junge Mutter einfach wissen. Ihre Position ist nicht unbedingt stark, aber auch nicht aussichtslos.

wirdwerden

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#4
 Von 
Hafenlärm
Status:
Lehrling
(1505 Beiträge, 1733x hilfreich)

Zitat:
Im Sommer möchte sie wieder zur Schule gehen.

Die Mutter muss erstmal zusehen, dass Sie Unterhalt für das Kind zahlt. Dazu ist sie nämlich verpflichtet und von Kindergeld alleine wird das Kind nicht satt. Wenn Sie das nicht tun möchte, könnte man auch auf den Gedanken kommen, dass das Kind nur deswegen zurück soll.
Bei einem anstehenden Schulbesuch wäre so ein Kind ja auch eher unpraktisch. Wie soll das Kind dann betreut werden? Und einer jungen Mutter ohne Schulabschluss traut man erfahrungsgemäß auch sonst nicht viel zu.

Dem Vater hingegen gelingt es irgendwie, trotz seiner Rolle als Alleinerziehendem und Arbeitslosigkeit jeden Monat noch Geld an die Staatsanwaltschaft zu überweisen. Das spricht erstmal für eine etwas bessere Organisation des Haushalts.

Zitat:
Der Vater gab zuletzt an, er sei arbeitssuchend und durchläuft erfolgreich das Drogenersatzprogramm, ist aber weiterhin auf Bewährung und zahlt noch eine Strafe ab, er spricht sehr schlecht deutsch

Das hat die Mutter zuvor offenbar jahrelang nicht gestört. Jetzt wo sie das Kind haben will aber doch? Aus diesen Punkten alleine ergibt sich noch keine Erziehungsunfähigkeit.
Selbst wenn sich bei genauer Betrachtung eine Erziehungsunfähigkeit ergibt, sind die Ausführungen dazu von wirdwerden mal in Erwägung zu ziehen und sich zu fragen, wie viel erziehungsfähiger die Mutter dann wohl sein wird.
Ich verstehe auch nicht, warum das Kind da jetzt wieder umziehen soll. Das Kind ist weder Spielball noch Eigentum der Mutter. Es ist vor einigen Monaten umgezogen und der Vater hat sich in letzter Zeit alleine darum gekmmert. Das alles mit Wissen und Wollen der Mutter. Wiese kann das nicht so bleiben?

Dann kann die Mutter sich erstmal um die Schule kümmern.

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#5
 Von 
altona01
Status:
Weiser
(17755 Beiträge, 7899x hilfreich)

Ich hoffe, die junge Mutter beauftragt einen Fachanwalt für Familienrecht. Ich halte es für unwahrscheinlich, dass ihr das Sorgerecht entzogen wird.
Weder die junge Mutter noch der Vater sind alleinerziehend, beide leben bei ihren eigenen Eltern. Höchstwahrscheinlich unterstützen diese ihre Kinder bei der Erziehung. Sollte das Kind beim Vater bleiben, kann die Mutter sich erstmal auf ihre Ausbildung konzentrieren und muß dann auch keinen Unterhalt zahlen. Das erledigt die Unterhaltsvorschusskasse ersatzweise.

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#6
 Von 
wirdwerden
Status:
Unbeschreiblich
(31825 Beiträge, 12580x hilfreich)

@ altona: mit dem Sorgerecht hat das alles doch gar nichts zu tun. Es geht doch nur um die Frage, wo das Kind leben wird, in Zukunft.

wirdwerden

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