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Mutter will Kind zurück...

 Von 
MndKrtz188
Status:
Frischling
(40 Beiträge, 10x hilfreich)
Mutter will Kind zurück...

Hallo,

ich schreibe als Stiefmutter:

Sind eine 5-köpfige Familie (mein Verlobter und sein Sohn, ich und 2 Söhne)

Der Sohn meines Verlobten lebt seit Oktober 2008 bei uns. Nun folgendes:

Die leibliche Mutter hatte in den letzten Jahren immer wieder große Schwierigkeiten mit ihrem 9-jährigen Sohn. Der Kontakt zwischen seinem Vater und ihm wurde von der Mutter meist unterbunden. Im Sommer 2008 kam das Jugendamt auf meinen Verlobten zu wegen Umgangsrecht (hatte das erste dreiviertel Jahr das Sorgerecht für seinen Sohn, wurde ihm dann abgesprochen, von der Mutter das alleinige eingeklagt). Dann hieß es ganz schnell, sein Sohn soll zu uns ziehen, die Mutter ist völlig überfordert (3 Kinder, 3 Väter ?!) und hat den Sohn bereits in eine Pflegefamilie abgeschoben. Der Sohn riss immer wieder von zu Hause aus, wollte selbst lieber ins Heim, als länger bei seiner Mutter bleiben zu müssen... Er wollte unbedingt zu seinem Vater bzw. zu uns, für IMMER! Das war der Mutter auch klar und bewusst! Schulwechsel erfolgte, Ummeldung usw. (Entfernung zwischen Mutter und Vater ca. 400 km).

Nun war mein Stiefsohn vorletztes Wochenende bei seiner Mutter. Vorhin teilte er mir mit: "Meine Mama hat gesagt, dass ich ab dem nächsten Schuljahr - also September 2009 - wieder ganz zu ihr gehen soll!!!"

Ich war total baff! Ich hab ihn so sehr in mein Herz geschlossen...auch meine Jungs verstehen sich super mit ihm...mein Verlobter fällt aus allen Wolken, wenn ich ihm das heute abend erzähle... er kämpft seit letztes Jahr um sein Sorgerecht für ihn, aber die Mutter kommt nicht in die Gänge...als wenn sie alles rauszögern will, bis es ihr wieder besser geht und sie wieder Nerven für ihren Sohn hat.

Aber ist das so einfach möglich???
Sie hat derzeit noch das alleinige Sorgerecht. Das Jugendamt hat vermittelt und für besser entschieden, das mein Stiefsohn zu uns kommt. Er hat hier seinen festen Platz und muss nicht ständig um Liebe und Aufmerksamkeit kämpfen... Wir wollen nicht das er geht...er müsste dann schon wieder die Schule wechseln...neue Freunde finden (die Mutter ist Anfang diesen Jahres vom Land in die Großstadt gezogen, ca. 60 km weg vom alten Heimatort). Er müsste wieder von vorn anfangen...kann sie dass so einfach entscheiden? Ihn einfach hin und her reißen??? Das ist doch der pure Psychostress für das Kind...ich bin total durcheinander und traurig...falls sie das wirklich durchzieht...denn uns gegenüber hat sie dieses Vorhaben nie erwähnt! Für uns war klar, auch ihrerseits, das Kevin bei uns bleibt! Er will gern hier bleiben...er ist schon genervt, wenn seine Mutter anruft und mag eigentlich gar nicht groß mit ihr Kontakt haben...auch die Eltern der Mutter sind auf unserer Seite, dem Kind zuliebe...Die Großmutter sagte, es ist besser, das er weg ist von der Mutter!

Ich fühle mich gerade völlig hilflos...erst schiebt sie ihn lieblos ab und jetzt hat sie nen neuen Freund...und will die Familie plötzlich wieder komplett haben...

Vielen Dank für jede Hilfe und Rat

Mandy

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"Ich bin verantwortlich für das, was ich sage! Aber nicht für das, was du verstehst!"

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Mutter Sorgerecht Vater


4 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
nero070
Status:
Bachelor
(3591 Beiträge, 1258x hilfreich)

Hallo,

scheint ja nicht so ganz einfach zu sein bei euch.

hier hilft meiner Ansicht nach nur der Gang zu einem Fachanwalt für Familienrecht. Der KV sollte, mit dessen Hilfe, beim Familiengericht die Übertragung des Aufentaltsbestimmungsrechts (ABR) beantragen.

Dieses Gehampel um das alleiniges Sorgerecht ist in den meinsten Fällen Unsinn, und das ABR für den KV reicht völlig aus dass das Kind bei Euch bleiben kann.

Mehr fällt mir dazu nicht ein.

LG Nero

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#2
 Von 
guest123-2345
Status:
Praktikant
(868 Beiträge, 458x hilfreich)

--- editiert vom Admin

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#3
 Von 
MndKrtz188
Status:
Frischling
(40 Beiträge, 10x hilfreich)

Erst mal dankeschön für die Antworten...

Das mit dem Anwalt werden wir beherzigen...habe morgen einen Telefontermin bei ihm. Mit dem Jugendamt stehen wir weniger in Kontakt, fühlen uns vertröstet.

Das mein Stiefkind keine gute Haltung seiner Mutter gegenüber hat, liegt daran, das sie ihn wegen jedem Kind das nach ihm folgte, immer zurückstecken musste oder auch wenn wieder mal ein neuer Partner im Spiel war. Er war nicht das erste mal bei Pflegeeltern...sie ist sehr unentschlossen und psychisch labil...

Wollte ihren Jüngsten schon zur Adoption frei geben...weil sie nur noch überfordert ist mit allem. Sie hat meinen Stiefsohn auch geschlagen. Hat uns letztes Jahr gedroht "Wenn ihr ihn nicht sofort nehmt, dann könnt ihr ihn euch vom Heim abholen".

Wir besprechen Dinge, die seine Mutter betreffen grundsätzlich ohne Anwesenheit der Kinder. Ich befinde mich mit meinem Exmann und meinen Kindern in einer ähnlichen Situation und möchte auch da nicht, dass meine Kinder meine Haltung meinem Exmann gegenüber übernehmen. Wir reden nicht schlecht über den anderen Elternteil vor den Kindern. Ganz im Gegenteil. Wir animieren ihn regelmäßig dazu, seine Mutter anzurufen...manchmal ist es OK und manchmal hat er einfach keinen Bock mit ihr zu reden.

Jedes mal wenn er Kontakt mit ihr hatte...sei es übers Wochenende der Besuch oder auch schon ein längeres Telefonat...bekommt er Kopfschmerzen....

Er sagte uns, er will nicht zurück zu ihr. Auch als wir ihm sagten, das er das frei entscheiden darf und wir ihm deswegen nicht böse wären oder so... wir wollen ihn nicht unter Druck setzen. Er ist bei uns erst richtig aufgeblüht und fühlt sich wohl. Er freut sich eigentlich an den Mama-Wochenenden nur auf seine Brüder, weniger auf seine Mutter...die wird von ihm nicht mal richtig begrüßt...als wäre es ihm unangenehm.

Mit der Mutter der Mutter stehen wir in gutem Kontakt. Sie möchte auch das er bei uns bleibt. Sie steht nicht hinter den Entscheidungen, die ihre Tochter für ihr Leben so getroffen hat und hat immer wieder Auseinandersetzungen mit ihr. Sie telefoniert regelmäßig mit meinem Stiefsohn, auf diese Anrufe freut er sich auch immer. Er erzählt gern von seinen Großeltern oder seinem jüngsten Bruder. Er darf zu jeder Zeit mit uns über seine Familie reden oder erzählen...aber wir selbst fangen das Thema ungern an, wir hatten das Gefühl, er will sich nicht damit auseinandersetzen. Die Großmutter empfahl, mit ihm zum Kinderpsychologen zu gehen, es sei wohl allerhand vorgefallen in seiner Kindheit bis jetzt.

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#4
 Von 
diemut
Status:
Praktikant
(500 Beiträge, 133x hilfreich)

s13p..., hier wird gerne mal zwischen den Zeilen raus gelesen, dass die betreuenden Eltern mehr oder weniger bewusst den Umgang mit dem nicht betreuenden Elternteil hintertreiben. Als Indiz dafür werden insbesondere Hinweise auf negative Äußerungen der Kinder über den abwesenden Elternteil gesehen. Ist ja auch leider oft so, dass die betreuenden Eltern irgendwie erleichtert wirken, nach dem Motto: Siehste, das Kind will ja gar nicht, dann lassen wir's doch lieber!

Ein wenig gerät dabei in den Hintergrund, dass Kinder durchaus auch mal wirklich enttäuscht, verärgert, manchmal auch verängstigt sind, wenn sie mit den umgangsberechtigten Elternteilen unangenehme Dinge erlebt haben, und man das auch nicht in jedem Fall mit der Annahme einer entsprechenden Suggestion des betreuenden Elternteils vom Tisch wischen kann und darf.




-- Editiert am 26.05.2009 16:49

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