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Neuber. K-Unterhalt ab 18. Mutter verw. Auskunft

 Von 
andreas_w
Status:
Frischling
(36 Beiträge, 12x hilfreich)
Neuber. K-Unterhalt ab 18. Mutter verw. Auskunft

Hallo,
bin geschieden (eine Tochter) und habe bisher Unterhalt an meine Ex-Frau gezahlt. Anfang Nov. ist meine Tochter 18 geworden. Jetzt sind beide Barunterhaltpflichtig. Mein ExFrau ist ein bisschen aus den Wolken gefallen, als sie sich das vom Jugendamt so hat bestätigen lassen. Jetzt würde ich gerne das Ausrechnen. Also wieviel Gesamtunterhalt steht meiner Tochter zu (in Abhängigkeit vom zusammengerechnetet Einkommen beider Eltern) und wieviel davon muss ich zahlen. Aber meine Exfrau gibt mir keine Auskunft über ihr Einkommen, so dass ich es bnicht berechnen kann. Nach ihrem Besuch beim Jugendamt hatte sie das noch zugesagt, auf meine konkrete Frage vor 3 und vor einer Woche habe ich allerdings keine Antwort bekommen. Ich habe meiner Tochter jetzt hilfsweise 250€ zum 1ten überwiesen und ihr erklärt, dass es später genau berechnet wird.
Was soll ich tun?

Danke.


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Nicht genau ihre Frage? Wir haben weitere Antworten zum Thema
Mutter Tochter Einkommen zahlen


20 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
Hafenlärm
Status:
Lehrling
(1505 Beiträge, 1739x hilfreich)


Sie haben keinen direkten Auskunftanspruch gegenüber der Mutter. Einfordern kann die Einkommensnachweise nur die Tochter, die diesen Anspruch im schlechtesten Fall einklagen müsste. Dabei ist es ihre Sache, ob sie das auch wirklich tut. Dahingehenden Druck können Sie natürlich machen, indem Sie die Zahlungen vorläufig ganz einstellen. Dann wird doch aller Wahrscheinlichkeit nach bald dem Wunsch nach Auskünften und einer korrekten Unterhaltsberechnung entsprochen werden.
Müssen Sie wissen, ob Sie der Tochter das so zumuten wollen.

Alternativ können Sie ja auch einfach einen Betrag zahlen, der in Ihren Augen angemessen ist. Dazu muss man ja nicht unbedingt das genaue Einkommen kennen, sondern dessen Höhe nur grob einschätzen können.
Mit 250€ wäre die Tochter meiner Meinung nach schon gut bedient, solange die Mutter nicht erkennbar schlecht verdient. Das ist dann immerhin gut die Hälfte von dem Bedarf der Tochter.

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#2
 Von 
Loddar
Status:
Junior-Partner
(5207 Beiträge, 912x hilfreich)

Hallo Andreas,

existiert ein bestehender Titel?
Der müsste bis zu einer Abänderung weiter bedient werden.
Wenn nein, könntest du dich entspannt zurücklehnen und abwarten.
Um Auskunft über das Einkommen der Mutter zu erhalten, führt dein Weg über deine Tochter. [URL=http://dejure.org/gesetze/BGB/1605.html]§ 1605 BGB [/URL]

Du hast jedenfalls nicht mehr als so viel zu zahlen, was sich aus deinem Einkommen ergibt. Volles Kindergeld vorab abziehen.
Wo wohnt die Tochter und was macht sie?

Grüßle

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""Jeder, der sich die Fähigkeit erhält, Schönes zu erkennen, wird nie alt werden.""

-- Editiert Loddar am 08.11.2014 17:19

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#3
 Von 
andreas_w
Status:
Frischling
(36 Beiträge, 12x hilfreich)

Es gibt keinen Titel. Ich habe bisher nach Düsseldorfer Tabelle bezahlt. Tochter geht noch zur Schule und wohnt 12 Tage bei der der Mutter, 9 Tage bei mir. Und wieder von vorn im 3-Wochen-Rhytmus.

Gruß,
Andreas.

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#4
 Von 
edy
Status:
Junior-Partner
(5589 Beiträge, 2337x hilfreich)

Hallo Andreas,

verdient die Mutter deiner Meinung nach über ihrem Selbstbehalt

von 1000€ bereinigtem EK ?

Wurde dein Einkommen bereinigt?

lg
edy





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"Ein freundliches "Hallo" setzt
sich auch in Foren immer mehr
durch."

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#5
 Von 
Sir Berry
Status:
Unparteiischer
(9338 Beiträge, 2946x hilfreich)

Hallo Andreas,

da das Kind keinen eigenen Hausstand hat, ist es für die Unterhaltsberechnung relativ egal, wie lange es bei Dir und wie lange bei seiner Mutter wohnt.

Ich würde an Deiner Stelle die Mutter schriftlich und mit Zugangsbeweis zur Auskunftserteilung zwecks Neuberechnung des Kindesunterhaltes auffordern. Fristsetzung mind. 14 Tage.
Danach hast Du die Möglichkeit sie auf Auskunft zu verklagen.

Anders als meine beiden Vorschreiberinnen sehe ich hier sehr wohl einen direkten Auskunftsanspruch gegen den Exehegatten.

SG

Berry

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#6
 Von 
wirdwerden
Status:
Unbeschreiblich
(32994 Beiträge, 12853x hilfreich)

Es gibt eine Entscheidung, die ich kenne, Amtsgericht Bonn, etwa 10 Jahre alt, in welcher ein direkter Auskunftsanspruch zwischen den Eltern bejaht wurde. Ansonsten wird wohl eher anders entschieden. Also muss über das Kind marschiert werden.

Hat denn die Tochter überhaupt keinen Anhaltspunkt, wieviel die Mutter etwa verdient?

wirdwerden

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#7
 Von 
Sir Berry
Status:
Unparteiischer
(9338 Beiträge, 2946x hilfreich)

Hallo wird werden,

es gibt da auch eine schon ältere grundsatz-Entscheidung des BGH

AZ IVb ZR 5/87 (NJW 1988, 1906 Heft 31)

auf die z.B. das OLG Hamm noch im Mai oder Juni Bezug genommen hat.Das neue OLG Urteil ist aber noch nicht veröffentlicht.

SG

Berry

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#8
 Von 
nero070
Status:
Bachelor
(3591 Beiträge, 1261x hilfreich)

Guten Abend!

Warum kümmern sich eigentlich immer die bisher unterhaltspflichtigen Elternteile um den Unterhalt des volljährigen Kindes. Das sollte das Kind selber tun. Ein klasse Einstieg in die Welt des Erwachsen seins.

Ich würde der jungen Volljährigen den Tipp geben, es möge sich doch an das zuständige JA wenden und um Unterstützung bitten. Bis zum 21. Lebensjahr machen die das ja noch.

Vielleicht fällt des überraschten KM ja auch leichter, ihre Einkommensnachweise einer neutralen Stelle zu übermitteln!?

LG nero

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#9
 Von 
wirdwerden
Status:
Unbeschreiblich
(32994 Beiträge, 12853x hilfreich)

DAs JA kann das Kind bis 21 unterstützen, muss es aber nicht. Und natürlich kümmern sich die unterhaltspflichtigen Elternteile um den Unterhalt, sie wollen ja weniger bezahlen. Warum sollte sich der junge Mensch oder die andere Seite drum kümmern, dass weniger Geld fliesst?

wirdwerden

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#10
 Von 
Sir Berry
Status:
Unparteiischer
(9338 Beiträge, 2946x hilfreich)

@ Nero,

Hallo alter Freund,

oben, im Eingangspost steht, dass die KM vom JA informiert wurde.

Aus der i.m.A. recht nachvollziehbaren Urteilsbegründung des BGH magst Du erkennen, warum das Kind eben nicht gegen seine Mutter vorgehn kann(sollte).

Kind wohnt hauptsächlich bei der Mutter und soll diese dann verklagen? Der Konflikt kann durch die Direktklage des anderen Elternteils vermieden werden.

Schöne Grüße gegen Osten

N.

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#11
 Von 
nero070
Status:
Bachelor
(3591 Beiträge, 1261x hilfreich)

Hey Berry,

jetzt musste ich doch glatt bei goggel maps schauen, ob die Arminia östlich vom BVB ihr Stadion hat. :)

Aber Du hast recht, neben der nördlichen, ist da auch eine östliche Verschiebung.

Zum Thema, ich meine ja auch nicht, dass die Tochter die KM verklagen sollte. Nur wenn ich als bisher Unterhaltspflichtiger einen befristeten Titel habe, stelle ich den Unterhalt ein und warte ab was da kommt.

Dass ich mich dann selber bemühe um da die Haftungsanteile zu ermitteln, wäre mir viel zu aufwendig.

So, und tritt mal den schwarz-gelben in den pops, damit die wieder nicht nur gegen Europa so klasse auflaufen.

Gruß die A2 hinunter und dann morgen Daumen drücken.

LG J.

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#12
 Von 
andreas_w
Status:
Frischling
(36 Beiträge, 12x hilfreich)

Also, ich weiß nicht, ob üblicherweise 18jährige soweit sind, dass sie so gegen einen Elternteil vorgehen würden. In dem Fall jedenfalls nicht ,-)
Ich sag mal so. Meine Ex hält zwei Pferde. Eines ist schon älter und die Tochter reitet es ab und an auf Turnieren und bei einem beginnt gerade die Arbeit. Es soll natürlich mal Töchterchens Pferd werden. Es ist natürlich für die Tochter. Und natürlich hat sie Töchterchen damit ganz gut "im Griff". Sie will, dass ich glaube, dass sie fast nix verdient und am Hungertuch nagt (allein die beiden Pferde kosten ca. 700 pro Monat). Ich gehe davon aus, dass sie soviel wie ich verdient, zusammen brutto so 55.000€. Wie ist die Düsseldorfer Tabelle denn dann eigentlich zu interpretieren?


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#13
 Von 
nero070
Status:
Bachelor
(3591 Beiträge, 1261x hilfreich)

Hallo,

wenn ihr zusammen brutto etwa 55.000€ habt sind das netto monatlich ca 2.600 - 2.700€ auf euch beide verteilt. Bedarf des Kindes dann 377€ nach Abzug des Kindergeldes.

Um das jetzt quoteln zu können, müssten die Einkommen der Eltern bekannt sein.

LG nero

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#14
 Von 
andreas_w
Status:
Frischling
(36 Beiträge, 12x hilfreich)

Sorry, das war schon netto ;-)

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#15
 Von 
nero070
Status:
Bachelor
(3591 Beiträge, 1261x hilfreich)

Dann schraubt sich der Bedarf auf 558€, nach Abzug des Kindergeldes, rauf.

Nichts desto trotz, Du brauchst die Einkommensnachweise der KM, wenn Du Dich darum kümmern möchtest.

Wenn Du der Tochter jetzt 250€ freiwillig zahlst, dann würde ich das weiter so tun. Wenn Sie meint, Du hättest eine höhere Haftungsquote, dann muss sie tätig werden.

LG nero

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#16
 Von 
andreas_w
Status:
Frischling
(36 Beiträge, 12x hilfreich)

Der Hinweis hier ist auch tatsächlich interessant:

( http://forum.isuv-online.de/index.php?page=Thread&threadID=40595 )

Ich glaube, der hier macht es noch klarer für die Kommunikation in Richtugn KM: http://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__1580.html

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#17
 Von 
wirdwerden
Status:
Unbeschreiblich
(32994 Beiträge, 12853x hilfreich)

Nee, die Bestimmung ist nicht interessant, weil es da um Ehegattenunterhalt geht. Wenn Du schon Gesetzestexte liest, was ja durchaus lobenswert ist, dann bitte auch mal auf den Zusammenhang schauen, in welchem sie stehen. Sonst wird das nix!

Da kein Titel existiert, ist die Angelegenheit doch relativ einfach. Und - Du musst die Tochter nicht vergrätzen. Du gehst in etwa von demselben Gehalt bei beiden aus. Bereinige die Gehälter, addiere sie, dann hast Du die Basis. Rechne nach der Düsseldorfer Tabelle den Anspruch der Tochter aus, bringe das Kindergeld voll in Abzug, und dann hast Du Deinen hälftigen Betrag ausgerechnet. Von dem ziehst Du das Kostgeld ab, welches Du von der Tochter haben willst, den Rest überweist Du an sie, bitte nicht an die Mutter. Wie die Tochter sich dann mit der Mutter einigt, das ist ihre Angelegenheit.

Dass die Rechnung eventuell falsch sein kann, ist klar. Aber dann muss von der anderen Seite dargelegt werden.

Damit hast Du dem Erwachsensein der Tochter Rechnung getragen, aber die familiäre Atmosphäre nicht vergiftet.

wirdwerden

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#18
 Von 
Capitano
Status:
Lehrling
(1185 Beiträge, 488x hilfreich)

Hallo,

mir ist noch folgendes aufgefallen:

Die Tochter wurde Anfang November 18,
der Fragesteller hat aber bereits für November nur noch
einen reduzierten Abschlag bezahlt.
Die Verpflichtung für beide Elternteil beginnt jedoch
erst mit Erreichen der Volljährigkeit. Angebrochene
Monate müssen noch nach Minderjährigen-Berechnung
bezahlt werden.

Gruß,
capitano


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#19
 Von 
andreas_w
Status:
Frischling
(36 Beiträge, 12x hilfreich)

Hallo Capitano.

Ist wohl ein Grenzfall. Sie wurde am 1.11. um 00:00 Uhr 18.

Dürfte also genau passen. Ab 1.11. nicht mehr Minderj.-Unterhalt.

andreas.

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#20
 Von 
Sir Berry
Status:
Unparteiischer
(9338 Beiträge, 2946x hilfreich)

Hallo Andreas und Capitano,

nein es ist kein Grenzfall. Auch für diese ja nicht ungewöhnlichen Fälle hat der BGH schon vor Urzeiten die Berechnungsregel aufgestellt, d.h., eine taggenaue Abrechnung mit Teiler 30 Tage zugelassen.

Andreas, Du schreibst es sei Netto. Unterhaltsrechtlich ist das Nettoeinkommen aber nicht relevant. Es zählt das jeweilie bereinigte Netto. Die Abweichungen zwischem Lohntütennetto und bereinigtem Netto (Unterhaltsrecht) können gewaltig sein. In vermutlich seltenen Fällen sogar weit über tausend Euro.

Also, etweder harte Fakten (Zahlen) oder weiterhin Zahlung ohne Anlehnung an irgend was.

Aber das müssen Du und Dein Kind entscheiden.

SG

Berry

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