Pflegschaft übernehmen

4. August 2005 Thema abonnieren
 Von 
engel007
Status:
Frischling
(1 Beiträge, 0x hilfreich)
Pflegschaft übernehmen

Hallo zusammen,
hier mal eine etwas längere Geschichte in Tagebuchform:

09.07.2005
ich brauche mal euren Rat. Eine Bekannte von mir hat sich vor 3 Monaten von ihrem Mann getrennt (nach 38 Jahren). In dem Haushalt leben noch zwei Mädchen, eine 16 Jahre (Pflegetochter) und eine 12 Jahre (leibliches Kind ihres Noch Ehemanns). Die leibliche Mutter der Mädchen ist vor 10 Jahren gestorben. Seit der Trennung vor 3 Monaten lebt nun diese Bekannte mit beiden Mädchen bei uns (mein Ehemann, Tochter 12 Jahre und mir).
Die Mädchen fühlen sich sehr wohl bei uns, werden nicht mehr sooft von der "Mutter" angeschriehen und überhaupt nicht mehr geschlagen. (War mir sehr wichtig, da wir unsere Tocher offen und gewaltfrei erziehen).
Die Mädchen leben jetzt so richtig auf und werden nicht mehr als billige Putzhilfe mißbraucht.
Welche Mißstände in der Familie bestanden haben habe ich erst jetzt erfahren. Die "Mutter" ist zur Zeit im Krankenhaus und die beiden Mädchen haben sich mir anvertraut.
Sie durften fast nie nach draußen zum Spielen, keine Freunde mitbringen, an keiner Klassenfahrt teilnehmen usw.
Nun sieht es so aus, das meine Bekannte wohl zu ihrem Mann zurück gehen will. Die beiden Mädchen wollen aber auf keinen FAll mit zurück, sie wollen bei uns bleiben. (Platz und Zeit für die beiden ist genug vorhanden).
Die große ist soweit das sie sich umbringen will wenn sie gezungen wird mit zurück zu gehen.
So und jetzt meine Frage.................
besteht die Möglichkeit, das mein Mann und ich die Pflegschaft für die beiden übernehmen? In wieweit werden Kinder im alter von 16 + 12 Jahren gefragt wo sie hinwollen? Und wie wird das Jugendamt entscheiden?

14.07.2005
Heute kam eine Nachricht der Pflegemutter, sie wäre beim JA gewesen und hätte alle Papiere abgegeben und nun würde alles an das hiesige JA weitergeleitet.

Nun habe ich mir aber die Mühe gemacht und mit dem Sachbearbeiter vom JA telefoniert und erfahren das nichts dergleichen passiert ist.
Ich habe ein längeres Telefonat mit dem Sachbearbeiter geführt und ihm auch erklärt warum ich glaube die Mädchen schützen zu müssen.
Weshalb ich jetzt auch das ganze Ausmaß hier im Forum poste!
Die ältere der beiden Mädchen ist seit ihrem siebten Lebensjahr vom Pflegevater sexuell Mißbraucht worden, und seit dem dreizehnten Lebensjahr sogar vergewaltigt worden, was zur Folge hatte das sie mit 14 ihre erste und im April ihre zweite Abtreibung hatte....... uff, jetzt ist es raus!

Ich bin mit dem Sachbearbeiter vom Jugendamt so verblieben das er sich bis morgen bei mir melden wird, und wir dann gemeinsam entscheiden wie es weitergeht. Die große ist mittlerweile soweit, dass sie bereit ist den Pflegevater anzuzeigen.
Zwar ist er schon mal angezeigt worden, aber da hat die Pflegemutter die Große zur Falschaussage bei der Polizei genötigt.

Ich hoffe mal das es unter diesen Voraussetzungen mit der Erlterlichen Sorge nicht mehr weit her ist.

Wenn jemand ähnliches schon mal erlebt hat oder mir Tipps geben kann wie es jetzt weitergeht wäre ich sehr dankbar.
Der Sachbearbeiter vom Jugendamt jedenfalls ist sehr vorsichtig, er meint wenn jetzt nur eine Kleinigkeit falsch gemacht wird könnte das zum Nachteil der Mädchen sein.
Und ich dachte immer die beim JA kennen sich aus!!??

23.07.2005
Donnerstag hatten wir Besuch vom JA, der zuständige Sachbearbeiter mir Kollegin (die ihn im bevorstehenden Urlaub vertreten wird).
Die Mädchen haben klar und deutlich gesagt das sie bei uns bleiben wollen und auch warum sie bei uns bleiben wollen.
Am Freitag kam dann der Anruf vom Sachbearbeiter, er war gerade dabei ein Schreiben an das Familiengericht zu verfassen damit den jetztigen Pflegeeltern die Vormundschaft entzogen wird. Der Notdienst vom JA weiß Bescheid, sodas die jetzigen Pflegeeltern keine Chance haben die beiden hier weg zu holen, die Mädchen sind jetzt offiziell bei uns in Obhut.
Ach ja, hab ich ganz vergessen.... die jetztige Pflegemutter hatte ein kurzes Gespräch mit dem Sachbearbeiter auf dem Flur (hatte wohl im Rathaus was zu erledigen) und meinte wir wollen ihr die Mädchen des Geldes wegen wegnehmen, was natürlich völliger Blödsinn ist! Wir kümmern uns seit ende März um die beiden und haben nicht einmal nach Geld gefragt....werden wir wohl auch in Zukunft nicht machen, uns ist nur wichtig das es den beiden gut geht.
Die Prüfung ob mein Mann und ich als Pflegeeltern geeignet sind läuft auch bereits, hier kommt wohl auch zum tragen das mein Mann vor ca. einem Jahr meine Tochter aus erster Ehe adoptiert hat und die Unterlagen dem JA zugeschickt werden, was dann noch fehlt haben wir schnell nachgereicht.
Ich hoffe jetzt, dass das Familiengericht schnell entscheidet und das JA erst mal wieder die Vormundschaft bekommt. Die Ferien in NRW sind zur Hälfte vorbei, bei uns steht ein Umzug an und die Mädchen müssen in der neuen Schule an bzw. in der alten abgemeldet werden.
Ich bin immer noch dankbar für alle Tipps und Hinweise was ich zu beachten habe. Uns geht es wirklich nur darum den beiden wirklich liebenswerten Mädchen eine schöne Restjugend zu bieten.

01.08.2005
Im Moment bin ich stinksauer auf das JA, der SA mit dem ich die ganze Zeit zu tun hatte ist im Urlaub, also habe ich heute mit seiner Vertretung (die war auch beim Hausbesuch dabei) telefoniert um nach dem Stand der Dinge zu fragen.
Die ganze Geschichte liegt ja mitlerweile beim Familiengericht damit den bisherigen Pflegeeltern die Vormundschaft entzogen wird.
Und nun bekomme ich heute während des Telefonats bekomme ich zu hören:"es ist ja noch gar nicht sicher das die Mädchen bei ihnen bleiben können".
So, die Mädchen sind seit Ende März in unserem Haushalt und seit Ende Juni ohne das die bisherige Pflegemutter bei uns wohnt. Ich frag mich jetzt was will das Jugendamt den Kindern noch zumuten? Die Mädchen haben ein richtigvertrautes und liebevolles Verhältnis zu uns aufgebaut und auch wir haben die beiden wirklich liebgewonnen.
Mir ist klar, dass das Jugendamt prüfen muss ob wir geeignet sind die Pflege für die Mädchen zu übernehmen, nur hätten die vor 10 Jahren so geprüft wie sie es jetzt bei uns machen wäre den Mädchen einiges erspart geblieben.
Von uns will das JA jetzt folgendes haben:

detaliertes Führungszeugnis von uns beiden
Einkommensnachweis
Gesundheitszeugnis
Lebenslauf
Schufaauskunft

Es gibt Sachen die ich verstehe, aber was geht das JA meine Schufa an? Warum ein detaliertes Führungszeugnis (für jede andere Behörde reicht ein normales Führungszeugnis)
Das mit dem Einkommensnachweis seh ich ja ein, aber wo war da das JA die letzten 5Monate, da hat keiner gefragt wie wir die Mädchen satt bekommen.
Ich kann die Mädchen nicht ofiziell in der neuen Schule anmelden, nicht am Einwohnermeldeamt, noch kann ich, sollte eine mal ernstlich krank werden Entscheidungen treffen.
Wir stecken mitten im Umzug (haben ein Haus angemietet indem für alle Platz ist) und jetzt das noch. Als ob wir mit dem Umzug und was da so dran hängt nicht genug Stess haben, kommt da jetzt so eine neunmalkluge SA´in und meint uns noch mehr Stress machen zu müssen. Obwohl vor zwei Wochen bei dem HAusbesuch gesagt wurde, das die Unterlagen von der Adoption meiner Tochter ausreichen würden (mein Mann hat vor einem Jahr meine Tochter aus erster Ehe adoptiert).
Hat vielleicht jemand von euch eine Idee wie man diesen endlosen Verwaltungsakt abkürzen kann?
Mir geht es hierbei in erster Linie nur um die Mädchen, die nun endlich sicher sein wollen das sie bei uns bleiben können.

Und jetzt meine Frage: besteht die Möglichkeit das die Mädchen sich einen Anwalt nehmen und ihre Interessen auch gegen das Jugendamt durchstzen?

Gruß
Engel007

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1 Antwort
Sortierung:
#1
 Von 
Bernhard Diener
Status:
Praktikant
(774 Beiträge, 201x hilfreich)

Wenn es Ihnen wirklich um das Wohl der Kinder geht, dann kooperieren sie mit dem Jugendamt so gut wie möglich- dort wird letztlich massgeblich mitbestimmt, was für die Mädchen jetzt das beste ist. Dazu gehört eben leider auch die notwendige Überprüfung Ihrer Verhältnisse und der damit verbundene bürokratische Akt

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