Rechte der Tochter bei Trennung der Eltern

25. März 2009 Thema abonnieren
 Von 
AxelK
Status:
Philosoph
(13056 Beiträge, 4445x hilfreich)
Rechte der Tochter bei Trennung der Eltern

Hallo,

jetzt brauche ich mal die Hilfe unserer Familienrechtler.

Folgende Situation:

Wir haben ein unverheiratetes Paar mit gemeinsamer Tochter von 16 Jahren. Die Eltern haben sich getrennt, die Mutter wird aus der gemeinsamen Wohnung ausziehen, um direkt mit ihrem neuen Partner zusammen zu ziehen. Mutter besteht darauf, dass die Tochter mit ihr auszieht, was Tochter aber auf gar keinen Fall will, weil

1. das Mutter-Tochter Verhältnis sehr schlecht ist,
2. die Tochter ihrer Mutter die alleinige Schuld an der Trennung gibt,
3. die Tochter die Schule wechseln und ihr gesamtes soziales Umfeld aufgeben müste und
4. weil sie große Angst um ihren schwerkranken Vater und die, im gemeinsamen Haushalt lebende, Oma hat.

Ich weiß, dass grundsätzlich Kinder in diesem Alter durchaus gefragt werden, ob sie zukünftig bei der Mutter oder dem Vater leben wollen. Wie aber ist das, wenn die Eltern eben nicht verheiratet sind? Wie kann die Tochter am besten vorgehen, bzw. was kann sie tun, um gar nicht erst zusammen mit der Mutter umziehen zu müssen?

Danke für alle Tipps und Hinweise.

Gruß,

Axel



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"Jeder meiner Beiträge stellt ausschließlich meine persönliche Meinung, und keine Rechtsberatung, dar"

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5 Antworten
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#1
 Von 
Haselstrauch
Status:
Student
(2477 Beiträge, 389x hilfreich)

Hallo Axel,

gibt es gemeinsames Sorgerecht oder liegt das Sorgerecht, wie oft bei unverheirateten Paaren, allein bei der KM?

Im letzteren Fall wird es m.E. schwer werden, den Wunsch der Tochter gegen den Willen der Mutter umzusetzen, da sie das alleinige Aufenthaltsbestimmungsrecht über die Tochter hätte.

Der Vater des Mädchens könnte gegebenenfalls vor Gericht Aufenthaltsbestimmungsrecht für die gemeinsame Tochter beantragen.

Tatsächlich wird dem Wunsch des Kindes mit zunehmendem Alter mehr Gewicht beigemessen.

Daneben steht das Wohl des Kindes vor Gericht im Vordergrund.

Und hier könnte die Erkrankung des Vaters dann problematisch gewertet werden, wenn sie ihn bei der vollumfänglichen Sorge für seine noch minderjährige Tochter beeinträchtigen würde.

Da in einem etwaigen Rechtsstreit das Jugendamt ohnehin eingeschaltet würde wäre meine Empfehlung, dass Vater und Tochter sich dort über ihre Möglichkeiten gemeinsam beraten lassen.

Vielleicht haben andere hier noch mehr Erfahrung.

Grüße

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#2
 Von 
AxelK
Status:
Philosoph
(13056 Beiträge, 4445x hilfreich)

@Haselstrauch:

Danke für die erste Antwort, auch wenn sie mir nicht wirklich gefällt.

quote:
gibt es gemeinsames Sorgerecht oder liegt das Sorgerecht, wie oft bei unverheirateten Paaren, allein bei der KM?


Das weiß ich ehrlich gesagt leider nicht. Ich vermute aber, dass das tatsächlich allein bei der Mutter liegt. Wie läßt sich das feststellen?

Das Problem mit dem Vater ist halt, dass dieser sich vermutlich scheuen wird, behördliche Hilfen in Anspruch zu nehmen. Einerseits will er zwar schon, dass seine Tochter bei ihm bleibt, andererseits wird er sie vermutlich bei ihren Bemühungen nicht wirklich unterstützen.

Ich denke nicht, dass die Erkrankung des Vaters wirklich eine nennenswerte Rolle spielen wird. Es handelt sich vorrangig um erhebliche Schädigungen der Wirbelsäule als Unfallfolge. Durch die starken Medikamente, die er nun schon seit vielen Jahren nehmen muss, ist auch sein Herz angegriffen. Letztendlich wird sich aber um die Tochter - nach meiner Einschätzung - ausreichend kümmern können. Möglicherweise besser als die Mutter, aber das ist eher eine subjektive Einschätzung.

Den Weg zum Jugendamt würde ich sicher auch empfehlen. Ich befürchte nur, dass die Tocher diesen Weg alleine gehen muss und hoffe, dass sie den Mut dafür findet.

Gruß,

Axel


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"Jeder meiner Beiträge stellt ausschließlich meine persönliche Meinung, und keine Rechtsberatung, dar"

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#3
 Von 
guest123-2197
Status:
Praktikant
(799 Beiträge, 300x hilfreich)

--- editiert vom Admin

0x Hilfreiche Antwort

#4
 Von 
Anny
Status:
Junior-Partner
(5527 Beiträge, 457x hilfreich)

Axel hallo,
wo geht denn die Oma hin?
Ist das Kind gerade erst 16 J. geworden und wird sie bald 17?
Diese Schuldzuweisung sollte aber aufgearbeitet werden, damit lebt es sich nicht gut.

Ein Kind in dem Alter hat locker die Möglichkeit zu entscheiden, wo es leben wird.
Aber dann folgen auf Gespräche, Termine, Erklärungen, Vorstellungen usw.
Das Verhältnis zur Mutter muss in Ordnung gebracht werden, wenn das Kind zum Vater will muss da der innere Frieden her, sonst geht das alles nicht.

Kannst dich reinhängen und dem Kind/ Eltern zur Seite stehen?
Alleine schaffen die das nicht.

Ist doch logisch.
Mutter trallert mit dem neuen Glück und Vater ist gebrechlich und mit seiner Krankheit ausgefüllt und Oma muss ja auch bedacht werden.

Das Jugendamt wird das alles erkennen.
Um wer kümmert sich um das Kind, ich sehe da keinen?

Entweder ist sie so Selbstbewusst und klärt das pronto ab oder sie zieht mit der Mutter mit.
Viele Entscheidungen jetzt aber sie muss ihren Standpunkt schon deutlich vertreten.
Alles Gute.


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"Die Welt ist mir ein kaltes Haus ohne die gleichmäßige Wärme jenes Ofens,den man Liebe nennt.LGAnny"

0x Hilfreiche Antwort

#5
 Von 
AxelK
Status:
Philosoph
(13056 Beiträge, 4445x hilfreich)

@Anny:

Auch Dir danke für Deine Antwort. Habe die leider gerade erst gelesen.

quote:
Ist das Kind gerade erst 16 J. geworden und wird sie bald 17?


Sie wird im Juli 17.

quote:
Das Verhältnis zur Mutter muss in Ordnung gebracht werden, wenn das Kind zum Vater will muss da der innere Frieden her, sonst geht das alles nicht.


Ist eigentlich schon klar. Ein richtiges Mutter - Tochter Verhältnis hat es jedoch leider nie so wirklich gegeben. Die Mutter lebt einzig und allein für ihren Beruf. Alles andere ist Ihr sch****egal. Die Tochter ist weitestgehend von der Großmutter großgezogen worden. Wenn Mama oder Papa gebracht wurden, dann war es zu 90% Papa, der ihr zur Seite gestanden hat. Ist wahrscheinlich eine relativ seltene Konstellation, ist aber leider Tatsache.

quote:
Kannst dich reinhängen und dem Kind/ Eltern zur Seite stehen?
Alleine schaffen die das nicht.


Nur sehr bedingt. Die Eltern würden keine Hilfe (jedenfalls nicht von mir) annehmen. Der Tochter kann ich, oder mehr noch meine Frau, zumindest in so weit zur Seite stehen, dass wir ein offenes Ohr für sie haben und den einen oder anderen Tipp geben können. Darüber hinaus wird es, allein wegen der räumlichen Entfernung von rund 200 km, schwierig.

quote:
Um wer kümmert sich um das Kind, ich sehe da keinen?


Ich setze da relativ große Hoffnungen in eine Nachbarfamilie, zu der ein sehr guter Kontakt besteht. Die Frau ist Pädagogin und hat sehr gute Beziehungen zum zuständigen Jugendamt. Auf dem Wege wurde wohl auch schon der erste Kontakt hergestellt. Das Mädel ist jetzt erst mal im Urlaub und wird dann - mit dieser Hilfe - die Dinge in Angriff nehmen. Gott sei Dank ist doch erst mal ein wenig Zeit gewonnen, weil sich der Auszug der Mutter wohl deutlich verzögern wird. Einerseits finde ich das zwar gar nicht gut, weil da zuhause natürlich permanent dicke Luft ist, andererseits gibt es aber Gelegenheit, die notwendigen Dinge frühzeitig zu erledigen.

Im Übrigen hatte ich letzte Woche Gelegenheit (eigentlich wegen was ganz anderem) mit einem Familienrechtsanwalt zu sprechen. Der hat sich im Prinzip ähnlich geäußert, wie auch @Hasel und @Fragende. Seine Aussage war wörtlich: "Wenn nicht ganz, ganz schwerwiegende Umstände gegen den Verbleib beim Vater sprechen, kann ich mir nicht vorstellen, dass irgendein Richter in Deutschland gegen den Willen eines fast 17-jährigen Kindes entscheidet."

Gruß,

Axel

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