Stretigkeiten zuhause wegen Kindergeld (Studium, unzureichendes Einkommen etc.)

13. August 2023 Thema abonnieren
 Von 
guest-12315.08.2023 09:09:39
Status:
Frischling
(1 Beiträge, 0x hilfreich)
Stretigkeiten zuhause wegen Kindergeld (Studium, unzureichendes Einkommen etc.)

Guten Tag,

ich bin neu im Forum und hoffe,
dass der Beitrag hier richtig ist.
Ich schildere am besten einmal meine Situation:
ich bin Vollzeitstudent, 22 Jahre alt und studiere gerade Informatik an einer Hochschule.
Recht anspruchsvoll also,
gerade wegen Mathematik,
und da raucht schon mal wirklich öfter der Kopf.
Nun ist es so:
Wir alle leben seit 3 Jahren unter einem Dach bei meinem Vater.
Uns geht es materiell gesehen nicht schlecht hier (Haus im Dorf).
Mein Vater bezahlt Strom, Wasser, Gas usw.
Meine Mutter ist hauptsächlich für den Haushalt zuständig.
Hier beginnen aber schon die ersten Probleme:
Sie ist ständig überfordert und unzufrieden jeden Tag.
Automatisch kommt man dann zum Punkt,
wo sie sagt: "Koche für dich selber" oder "Sei mal dankbar für das gute Essen".
Da stimme ich ihr im Punkt "Koche für dich selber" auch 100%ig zu,
aber dafür möchte ich auch den Anspruch auf das Kindergeld in Höhe von 250€ haben.
Ich begründe das halt so:
Sie hat m.E. einfach zu viele Ausgaben und kocht insbesondere viel zu exklusiv.
Beispiele:
- Trüffelöl für 10€
- jedes Wochenende irgendwas Spezielles, z.B. ein Rinderbraten
Hier sage ich:
ein einfacher Wirsingeintopf muss doch auch reichen,
gerade zu diesen Zeiten wegen Inflation usw.?!
Früher hat man mit sowas ja auch eingespart, es war halt gesund.
Außerdem ist sie Raucherin.
Das macht die Sache nicht besser..
Zudem legt sie Geld an die Seite,
darunter vermute ich auch das Kindergeld,
weil die Beziehung mit meinem Vater hin und wieder mal wegen bestimmten Themen am Bröckeln ist.
Meistens vertragen die sich dann aber wieder.
Kindergarten also,
den ich aber jeden Tag hier miterleben muss..
Wenn es um die Wochenendgetränke geht,
dann muss es auch immer der teure Bio-Wein sein oder der teure Captain Morgan.
Sie beschwert sich im Gespräch über das Kochen darüber,
dass das Kindergeld angeblich von mir noch nicht mal ausreicht und sie es mir m.E. daher nicht geben möchte,
um z.B. selber zu kochen.
Eigentlich möchte ich nur meine Ruhe und für mich selber wirtschaften,
da dies zuhause nur künstlich geschaffene Probleme sind,
die finanziell lösbar sind.
Aber man spricht eben gegen eine Wand..
Zwar erhalte ich Bafög (mittlerweile nach der Reform gut 500€),
aber da gehen bereits 50% für den Unterhalt des Autos drauf (Familie besuchen, zum Campus fahren etc.).
Umziehen ist finanziell gesehen überhaupt nicht möglich.
Schon alles durchgegangen und durchgerechnet..
Zurückzahlen muss man das Bafög ja auch irgendwann und das ist bei mir summa summarum nicht wenig.
Jobben war ich noch bis Anfang diesen Jahres,
aber Anspruch habe ich noch bis Ende Wintersemester 23 (vermute ich höchstwahrscheinlich).
Das heißt:
um mir ein bisschen den Wind aus den Segeln zu nehmen und nicht ständig an meine Finanzen zu denken,
wäre es eigentlich besser,
wenn mir das Kindergeld persönlich zusteht.
Da gibt es ja diesen "Abzweigungsantrag für Kindergeld".
Aber ich möchte an sich halt auch nicht noch mehr Öl ins Feuer gießen..

Wie seht ihr das mit dem Kindergeld?
Meiner Mutter ist halt nicht bewusst,
dass das Kindergeld letztendlich wirklich nur für Essen und Kleidung der Kinder ist.
Sie meint stumpf "Das Kindergeld ist für die Eltern".
Ihr geht es bei meinem Vater ja nicht gerade schlecht,
seitdem wir hier leben..
Trotzdem habe ich auch laufende Kosten..

-- Editiert von User am 13. August 2023 13:55

-- Editiert von User am 13. August 2023 13:55

-- Editiert von User am 13. August 2023 13:58

-- Editiert von Moderator topic am 13. August 2023 14:06

-- Thema wurde verschoben am 13. August 2023 14:06

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14 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
muemmel
Status:
Unbeschreiblich
(32681 Beiträge, 17210x hilfreich)

[i]Da gibt es ja diesen "Abzweigungsantrag für Kindergeld".[/i] Gibt es - der würde hier aber gar nicht funktionieren, denn die Eltern erbringen ja Naturalunterhalt.
Aber dafür möchte ich auch den Anspruch auf das Kindergeld in Höhe von 250€ haben. Rechtlich unmöglich. wie gesagt. Und so rein praktisch verursacht man auch andere Kosten als die für Essen.
Meiner Mutter ist halt nicht bewusst, dass das Kindergeld letztendlich wirklich nur für Essen und Kleidung der Kinder ist. Nein, ist es nicht.

Signatur:

Bei nur einer Ratte im Zimmer handelt es sich nicht um einen Reisemangel ( Amtsgericht Köln).

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#2
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(118507 Beiträge, 39580x hilfreich)

Zitat (von anonym543):
Ich begründe das halt so:

Für einen Studenten der ein Fach studiert, in dem Logik einer der Schwerpunkte ist, dringend überarbeitungsbedürftig.



Zitat (von anonym543):
Meiner Mutter ist halt nicht bewusst, dass das Kindergeld letztendlich wirklich nur für Essen und Kleidung der Kinder ist.

Das dürfte daran liegen, das das schlicht falsch ist.


Signatur:

Meine persönliche Meinung/Interpretation!
Im übrigen verweise ich auf § 675 Abs. 2 BGB

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#3
 Von 
guest-12329.10.2023 19:00:48
Status:
Praktikant
(662 Beiträge, 72x hilfreich)

Da liegst du leider gewaltig falsch mit der Annahme, dass das Kundergeld nur für Essen und Kleidung ist.

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#4
 Von 
wirdwerden
Status:
Unbeschreiblich
(38128 Beiträge, 13927x hilfreich)

Das Kindergeld ist vereinfacht formuliert eine Steuerersparnis für die Eltern, die die Eltern so lange bekommen, wie das Kind bei ihnen lebt. Auch geht es Dich überhaupt nichts an, wie die Eltern ihr Geld ausgeben.

wirdwerden

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#5
 Von 
Anami
Status:
Unbeschreiblich
(31507 Beiträge, 5569x hilfreich)

Zitat (von anonym543):
Ich schildere am besten einmal meine Situation:
Ganz, ganz schreckliche Situation, mein liebes Tagebuch. :sad:
immer mal wieder Trüffelöl und sogar Fleisch am Wochenende...armes Jungchen mit 500,- Bafög .
Zitat (von anonym543):
Sie meint stumpf "Das Kindergeld ist für die Eltern".
Damit liegt sie spitz/stumpf absolut richtig. Sie oder dein Vater sind Kindergeldberechtigte--- da kannst du mit deinen falschen Rechnereien und langen Aufsätzen argumentieren, wie du willst.

Einfaches googlen nach Abzweigung Kindergeld wann hätte es schon gebracht. Geht ganz ohne Mathematik.

Bist du evtl. mit --naseweis117--- verwandt?

Signatur:

Ich schreibe hier nur meine Meinung.

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#6
 Von 
smogman
Status:
Student
(2738 Beiträge, 898x hilfreich)

Ein Anspruch auf Auskehrung des Kindergeldes besteht zwar nicht, dafür aber ein Unterhaltsanspruch (welcher das Kindergeld mehr oder weniger beinhaltet). Der Unterhaltsanspruch dürfte sich bei nicht erwerbstätiger Mutter auf mindestens 628 € vom Vater belaufen. BAföG wäre abzugsfähig, würden immer noch 128 € übrig bleiben. Nun haben deine Eltern das Recht den Unterhalt in Naturalien zu gewähren, solange du zuhause lebst. Diese 128 € wären bei freier Kost und Logis ohne Probleme aufgezehrt. Es sieht also schlecht aus mit weiteren Ansprüchen. Das Leben im eigenen Haushalt wäre finanziell vermutlich knapper bemessen. Um Gelegenheitsjobs wirst du nicht umhinkommen.

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#7
 Von 
cirius32832
Status:
Senior-Partner
(6875 Beiträge, 1451x hilfreich)

Zitat (von anonym543):
Trotzdem habe ich auch laufende Kosten..


Für die man mit 22 Jahren so langsam mal selber aufkommen sollte

Signatur:

https://www.antispam-ev.de

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#8
 Von 
smogman
Status:
Student
(2738 Beiträge, 898x hilfreich)

Zitat (von cirius32832):
Für die man mit 22 Jahren so langsam mal selber aufkommen sollte
Aber nicht als 22-jähriger Student. Ein Informatikstudium kann durchaus bis zu 6 Jahre dauern, je nach angestrebtem Abschluss und Fähigkeiten. Während dieser Zeit haben die Eltern den Lebensunterhalt abzusichern. Und falls nicht möglich - die BAföG-Stelle.

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#9
 Von 
lyra82
Status:
Schüler
(212 Beiträge, 39x hilfreich)

Wie ist das eigentlich geregelt, wenn man zuhause wohnt und die Eltern nur in "Naturalien" bezahlen wollen:
Als Student braucht man ja auch Studienmaterial, Bücher usw.
Dafür müsste ja schon Geld bereit gestellt werden.
Gibt es da Richtlinien?

Signatur:

--- (nur meine Laienmeinung) ---

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#10
 Von 
wirdwerden
Status:
Unbeschreiblich
(38128 Beiträge, 13927x hilfreich)

Das mit den "Naturalien" ist im BGB geregelt. Natürlich gibt es Berechnungsgrundlagen, was z.B. Miete kosten darf, Lebensmittel u.s.w. Anders kann man ja den Bedarf eines Studenten, eines Bürgergeld-Empfängers gar nicht ermitteln. In den 50er Jahren des letzten Jahrhunderts gab es dafür noch den sog. "Einkaufskorb." Da wurde dann eingekauft, festgelegt, was jemand im Minimum zum angemessenen Überleben brauchte. Dazu gehörten dann auch z.B. ein Kinobesuch im Monat und eine Dose Hering in Tomatensauce - sozusagen als kleiner Luxus. Das ganze wurde vor einigen Jahren nochmals aktuell. Seinerzeit war ALG II für Kinder nicht korrekt ermittelt worden, sondern der korrekte Bedarfswert für Erwachsene einfach je nach Alter des Kindes prozentual runtergebrochen worden. Unser oberstes Gericht rügte das und legte fest, dass für die jeweiligen Altersstufen der Bedarf ermittelt werden muss - also ein Einkaufskorb gefüllt werden muss. Das Ministerium für Familienrecht hat vor ca. 20 Jahren mal ermitteln lassen, was Kinder so kosten unter Berücksichtigung der verdeckten Belastungen wie Strom, Miete u.s.w.

Worauf ich hinaus will: es gibt Zahlen, und das Kunststück der Betroffenen ist es, eben diesen Bedarf mit dem, was vorhanden ist, in eine faire Balance zu bringen. Unser Student hier hat 500 € Einnahmen im Monat; zahlt keine Miete, keine Nebenkosten; er ist auch mit Lebensmitteln versorgt. Wenn ihm das nicht reicht, dann muss er verdienen. Mir fiel insbesondere der Luxus des eigenen PKWs auf. Auch Dörfer sind heute an die nächste Stadt in der Regel gut angeschlossen; aber er benötigt den Wagen, um auch Verwandte besuchen zu können. Es ist sein gutes Recht, sich diesen Luxus zu leisten. Aber bitte nicht zu Lasten seiner Eltern.

So, lyra, ich hoffe, das Ganze ist jetzt etwas klarer?

wirdwerden

0x Hilfreiche Antwort

#11
 Von 
lyra82
Status:
Schüler
(212 Beiträge, 39x hilfreich)

Zitat (von wirdwerden):
So, lyra, ich hoffe, das Ganze ist jetzt etwas klarer?

Mal angenommen, der Student hat keine Einkünfte, auch kein Bafög, und die Eltern zahlen nur Naturalien, was macht der Student dann, wenn er Geld für Bücher braucht?
Gibt es da eine Regelung, dass die Eltern wenigstens einen Teil in Bargeld auszahlen?

Signatur:

--- (nur meine Laienmeinung) ---

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#12
 Von 
wirdwerden
Status:
Unbeschreiblich
(38128 Beiträge, 13927x hilfreich)

Lyra, auch für zu Hause lebende Studis ist der Bedarf auszurechnen; @smogman hat das ja schon getan. Und wie das dann in Naturalunterhalt und Geld aufzuteilen ist, das ist dann der nächste Schritt. Die Alternative ist dann ja, man zahlt dem Studi den vollen Betrag aus, verlangt im Gegenzug Miete und Kostgeld. Nur, darum geht es hier doch nicht mal ansatzweise.

wirdwerden

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#13
 Von 
smogman
Status:
Student
(2738 Beiträge, 898x hilfreich)

Zitat (von lyra82):
Gibt es da Richtlinien?
Keine offiziellen oder gar gesetzlichen Grundlagen.

Zitat (von lyra82):
Mal angenommen, der Student hat keine Einkünfte, auch kein Bafög, und die Eltern zahlen nur Naturalien, was macht der Student dann, wenn er Geld für Bücher braucht?
Er muss dann seine Eltern fragen, ob sie ihm das Geld sinnvollerweise mitgeben oder sich selbst um die Abwicklung kümmern wollen.

Zitat (von lyra82):
Gibt es da eine Regelung, dass die Eltern wenigstens einen Teil in Bargeld auszahlen?
Es besteht keine rechtliche Verpflichtung der Eltern, Barmittel zur Verfügung zu stellen. Auch wenn das in dieser Striktheit wohl in kaum einer Familie gehandhabt wird und auch ziemlich lebensfremd ist.

Das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend verweist in dieser Frage auf die Expertise des Deutschen Jugendinstitutes, welche neben einem Taschengeld auch ein Budgetgeld empfehlen.

0x Hilfreiche Antwort

#14
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(118507 Beiträge, 39580x hilfreich)

Zitat (von lyra82):
Wie ist das eigentlich geregelt, wenn man zuhause wohnt und die Eltern nur in "Naturalien" bezahlen wollen:
Als Student braucht man ja auch Studienmaterial, Bücher usw.
Dafür müsste ja schon Geld bereit gestellt werden.

Nö, dafür muss eben kein Geld bereit gestellt werden, jeder Cent kann denknotwendigerweise nur einmal ausgegeben werden.
Nötigenfalls muss man sich seine Selbstverwirklichung halt durch eigener Hände Arbeit ermöglichen müssen.


Signatur:

Meine persönliche Meinung/Interpretation!
Im übrigen verweise ich auf § 675 Abs. 2 BGB

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