Trennung, Unterhalt, Wohnkosten etc

31. Oktober 2008 Thema abonnieren
 Von 
Alohomora
Status:
Frischling
(22 Beiträge, 0x hilfreich)
Trennung, Unterhalt, Wohnkosten etc

Eine Familie, 6 Jahre verheiratet, 3 Kinder (8J,4J,9 Monate) Der Haussegen hängt schief, es wird eine "einstweilige" Trennung vereinbart. Er wohnt fortan bei einem Freund, Mutter&Kinder bleiben in der Wohnung. Die Mutter hat seit ihrer ersten Schwangerschaft nicht mehr gearbeitet, die Familie sich allein vom Einkommen des Vaters durchgeschlagen. Dieses liegt bestenfalls knapp über dem Sozialhilfe-satz einer 5-köpfigen Familie. Zudem ist noch ein 10-jähriges Kind aus einer früheren nichtehelichen Beziehung vorhanden, dessen Unterhalt der Vater aber so gut wie nie zahlt, da sein Einkommen schon kaum für die eigene Familie reicht. Würde er genug verdienen, dann würde er auch gerne für all seine Kinder zahlen. Es sind auch Schulden vorhanden: Ein Kleinkredit, Ratenkaufzahlungen, Stromrückstände, diverse Inkassoforderungen. Nicht überdramatisch, aber es läppert sich. Nun also der Auszug Anfang Oktober, welche auch dem Vermieter (städtische Wohnbau-genossenschaft) mitgeteilt wird. Der VM will erst eine Wohnugsbesichtigung, bevor der Streichung des Ehemannes aus dem gemeinsamen Mietvertrag zugestimmt wird. Die Besichtigung könnte peinlich werden, da es einige Schäden in der Wohnung gibt, für deren Behebung nie genug Geld da war. Seit Jahren hat niemand ausserhalb der Familie die Wohnung mehr betreten - mit Ausnahme eines Freundes, der unter anderem deutlichen Schimmelbefall im Bad feststellte (noch nicht so schlimm wie in diversen TV-Shows über "Messis" zu sehen, aber eindeutig schlimm genug!)
Die Mutter will sich nun vorangig um ihre Angelegenheiten kümmern, der Vater soll sich um seine kümmern. Der regelmässige Kontakt wird aufrecht erhalten, beide Seiten wünschen sich, mit der Zeit die Schweirigkeiten in den Griff zu bekommen, und wieder zueinander zu finden. Nur ist das mit den eigenen Angelegenheiten nicht so einfach. Die Mutter geht aus Scham erst Ende Oktober zum Sozialamt, um Hilfe zu beantragen, dieses lehnt jede Hilfe zunächst ab, da ihr Personalausweis seit Jahren abgelaufen ist, und zur Antragstellung ein gültiges Ausweisdokument erforderlich ist. Nun steht bald die November-Miete an, und der ausgezogene Vater überlegt, ob er seiner Frau helfen soll, und die November-Miete zahlen - obwohl sein Konto tief in den roten Zahlen steht. Mit Geld kann er nicht besonders gut umgehen, hinzu kommt ein massives Alkoholproblem, beides zusammen drüfte wohl der Trennungsgrund sein.

Ist der verheiratete Mann rechtlich noch verpflichtet, die Miete für die Ex-gemeinsame Wohnung zu zahlen, oder kann er darauf vertrauen, daß das Sozialamt zahlen wird? Welchen Unterhalt muss er bei ca. 1300.-€ netto monatlich leisten? Er selbst hat zur Zeit wenig Hoffung auf eine baldige Lösung der Konflikte, und betrauert sich lieber selbst, anstatt sich endlich an eine Beratungsstelle zu wenden, wie sein Freundes-und Bekanntenkreis ihm schon lange anraten.

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3 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
henriette68
Status:
Praktikant
(975 Beiträge, 109x hilfreich)

Na, ein Fall für RTL? Raus aus den Schulden oder Super-Nanny?

Mann: Zahlt bis zu Selbstbehalt erst mal für seine Kinder (dürften bei einem Verdienst von 1300 Netto rund 400 € sein.)

Frau: Geht zum Sozialamt... (Was hat ein abgelaufener Personalausweis mit dem Sozialamt zu tun? Ich habe über Jahre keinen gehabt, nur einen abgelaufenen Reisepass der noch auf meinem Mädchennamen ausgestellt war. - ich bin nicht vor Scham im Boden versunken - ab zu Einwohnermeldeamt und einen neuen beantragen, einen Vorläufigen bekommt man sofort mit.)

Wohnung: Sollte die Butze wirklich in so schlechtem Zustand sein würde ich mal flugs das JA einschalten.

Schulden: Ich würde dringend eine Beratungsstelle aufsuchen.

Alkoholproblem des Mannes: Das sollte er auch dringend in den Griff bekommen. Bei einem Selbstbehalt von rund 900 Euro ist nicht mehr viel übrig für Alkohol.

LG

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#2
 Von 
Alohomora
Status:
Frischling
(22 Beiträge, 0x hilfreich)

Nicht wirklich was für RTL. Die Familie braucht keine Publicity, sondern einen neuen Weg zueinander.

Die Frau ist zum SA (heisst hier "BAGiS") gegangen, und da wurde ihr gesagt, um ordnungemäss festzustellen, daß sie einen Anspruch hat, braucht sie gültige Papiere, ohne gehts nicht, da sie ja zB inzwischen woanders wohnen könnte, und nun versucht, doppelt zu kassieren. Sie stammt aus ziemlich einfachen Verhältnissen, und hat sich nie um "Papierkram" gekümmert, da sie "eh nix davon versteht" (ihre Worte),. Es gibt viele Menschen, die ein Problem damit haben, von "Stütze" leben zu müssen, und haben entsprechende Hemmungen, die zuständigen Stellen aufzusuchen. Sie wird wohl warten, bis das Kindergeld da ist, um überhaupt die 15.-€ für den vorläufigen PA zu haben, und dann wieder mit dem Herz in den Füssen hingehen.

Ja, die Wohnung ist in keinem Zustand, indem kleine Kinder aufwachsen sollten, und ein Umzug wäre sicher anzuraten. Aber ob es wirklich eine Lösung ist, das JA gegen die Eltern zu hetzen? Beide lieben ihre Kinder, und gehen fürsorglich mit ihnen um - im Rahmen ihrer Möglichkteiten. Hier läuft niemand in zerlumpten oder auch nur verdreckten Klamotten rum, die Möbel etc sind soweit in Ordnung. Kaputte Fussleisten und verschrammte Wände gefallen zwar keinem Vermieter, sind aber nicht wirklich eine Gefahr für Leib und Leben der Kinder. Der Schimmelbefall ist da schon eher ein Problem, zugegeben. Dennoch will ich das JA nur einschalten, wenns gar nicht mehr anders geht. Seit dem der Fall "Kevin" durch die Medien ging, neigt man da teils zu Überreaktionen, die ich nicht als angemessen empfinden kann.
Die Frau will die Wohnung nun neu streichen, was zwar nicht gegen den Schimmel hilft, aber für die Begehung wohl reichen könnte. Und dann anfangen, zu renovieren. Ich frag mich nur, woher das Geld dafür kommen soll, denn billig wird das nicht.
Der Mann , tja ein Thema für sich. Ein netter Kerl, leibevoller Vater, und (gottseidank) selbst mit Promille im Blut äusserst friedfertig. Wenn er blau ist, schläft er eher ein, als irgendwie ausfällig zu werden. Dazu ein "kleiner Macho", der es als seine Aufgabe ansieht, allein für den Familienutnerhalt zu sorgen, und niemals von seiner Frau verlangen würde, eine Arbeit aufzunehmen. Darum hat er sich bisher auch immer um alles, was nicht Haushalt und Kinder betrifft gekümmert. Nur gelingt ihm das nicht so gut, wie er es selber gerne hätte, aus verschiedenen Gründen, an denen er sicher nicht die alleinige Schuld hat. Daraus entsteht Frust, und den Frust säuft er sich mit Billig-Bier aus dem Supermarkt auf dem Nachhauseweg weg. Das belastet zwar die Haushaltskasse kaum, wohl aber seine Gesundheit - und jetzt eben auch seine Ehe. Obwohl er bereits seit Jahren trinkt, hat er es dennoch geschafft, sich bis zum Stellvertretender hochzuarbeiten. Wobei ich der Frau auch ein wenig vorwerfe, daß sie in den 10 Jahren, die sie sich kennen nie etwas gegen sein seit Anbeginn bestehendes Trinkertum gesagt hat, und ihn nun deswegen verlassen will. Wäre das Problem früher und energischer angegangen worden, würde es sicher leichter fallen, Lösungsansätze zu entwickeln.
Ich bin froh, daß er es inzwischen immerhin fertig bringt, offen zuzugeben, daß er zuviel trinkt. Jetzt fehlt nur noch der Schritt, daß er sich aufrafft, auch etwas dagegen zu unternehmen.

aber wir sind hier in einem Rechtsforum, und nicht beim Sorgentelefon. Darum hier mal stärker auf die Rechtsseite schielen: Hat die Frau Anspruch auf Unterhalt, auch wenn sie (zurzeit) keine Scheidung will? Bekommt sie Unterstützung/Sozialhilfe, oder muss der Ehemann weiter für die Familie aufkommen? Stimmt das, daß sie erst Geld nach einem Ordnugsngemässen Antrag kriegt, und diesen nur mittels aktuellem Ausweidokument stellen kann? Wenn Unterhalt: Wie werden die wohl 400 Euro (1300-900 Selbstbehalt) auf die insgesamt 4 Kinder plus Ehefrau aufgeteilt? Braucht es dazu ein Gerichtsurteil oder wie läuft das ab? Kann er bei der Zahlung des Unterhalts seine 3 ehelichen Kinder vorrangig behandeln, da er zum 4. Kind eh keinen Kontakt hat?
Muss der Mann eine Kontopfändung fürchten, wenn er durch den Unterhalt seinen Verpflichtungen gegenüber dem Versandhaus, dem Inkassounternehmen, dem Kreditinstitut, und der Stromfirma nicht mehr nachkommen kann?

Sollte man einen Untermietvertrag aufsetzen, oder kann der Mann über längere Zeit als "Besucher" bei seinem Freund nächtigen?

0x Hilfreiche Antwort

#3
 Von 
Haselstrauch
Status:
Student
(2477 Beiträge, 389x hilfreich)

Hallo,

die Fragen bezüglich Sozialrecht und Mietrecht würde ich in den dafür vorgesehenen Unterforen posten. :)

Die Kinder des Vaters sind alle gleichermaßen im ersten Rang unterhaltsberechtigt, es gibt keine Möglichkeit, das Erstgeborene *außen vor* zu lassen und das ist auch gut so.

Schließlich ist das Kind wohl kaum verantwortlich für die Problematik um seinen Umgang mit seinem Vater.

Da der KV schon für die Kinder nicht vollumfänglich leistungsfähig ist, wird für die KM kein Unterhalt möglich sein.

Damit dürfte auch ein Anspruch auf Sozialleistungen bestehen.

Ein Hinweis an das Jugendamt kann durchaus auch hilfreich für die Familie sein, es gibt die Möglichkeit, eine Familienhilfe einzurichten, die die Frau sowohl bei der Haushaltsführung, wie bei Behördengängen anleiten/unterstützen könnte.

Am günstigsten wäre es natürlich, wenn die Frau aus eigener Einsicht auf beratende Unterstützung von außen zurück greifen würde.

Den Unterhalt für die Kinder könnte sie bei der Gelegenheit kostenneutral vom Jugendamt berechnen lassen.

Alternativ zum Jugendamt könne die Frau sich auch einen Beratungsschein beim örtlichen Amtsgericht beantragen und damit zu einem Anwalt ihrer Wahl gehen, um durch diesen den Unterhalt berechnen zu lassen.

Ob das einer Verständigung unter den Eheleuten zuträglich ist, scheint mir allerdings fraglich.

Die aus der Ehe resultierenden Schuldenraten könnten sich durchaus mindernd auf das anrechenbare Einkommen des Mannes auswirken.

Unter den hier geschilderten Umständen halte ich es für empfehlenswert, neben den oben genannten Maßnahmen auch noch eine Schuldnerberatung aufzusuchen.

All die wohlmeinenden Empfehlungen werden allerdings nix nutzen, wenn keiner der beteiligten Erwachsenen eine wirkliche Einsicht in die Notwendigkeit einer Unterstützung von außen zeigt ... :augenroll:

Grüße

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