Trennung/Scheidung steht bald an. Wer behält das Kind?

9. Oktober 2015 Thema abonnieren
 Von 
AndreKu
Status:
Frischling
(6 Beiträge, 0x hilfreich)
Trennung/Scheidung steht bald an. Wer behält das Kind?

Hallöchen allerseits,

leider steht demnächst die Trennung von meiner Frau und mir an.

Wir sind etwas über 6 Jahre verheiratet, leider war das letzte halbe Jahr sehr schmerzhaft für mich, da sie lieber ihre Zeit mit einem "guten" Freund verbracht hat. Später stellte sich heraus das meine Frau an Depressionen leidet und sie bei ihm abschalten konnte. Sie hat die größte Zeit nur mit ihm verbracht und hat in der Zeit mich und das Kind komplett vernachlässigt, ausser es in den Kindergarten und später schule bringen und abzuholen. Mehr war nicht von ihr zu erwarten. Die ganze "Bespaßung" und Unternehmungen mit unserem Kind gingen und gehen seit dieser Zeit von mir aus.

Mittlerweile hat sich herausgestellt das er mehr als ein guter Freund war, dies war laut ihr erst nach unserer Trennung, aber für mich macht das keinen Unterschied und ich kann einfach net mehr.

Die Kinderbetreuung könnte ich mit meinen Arbeitszeiten und Betreuungszeiten der Schule vereinbaren.

Für sie steht fest, daß sie das Kind mitnimmt, ich es aber einfach nicht für in Ordnung halte, da sie überfordert ist und nun momentan einen neuen Lebenswandel durchlebt.

Ich wollte einfach nur mal meine Möglichkeiten erfragen.

Falls noch irgendwelche Infos fehlen sollten, einfach Bescheid geben.

Vielen Dank im. Vorraus.

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13 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
edy
Status:
Junior-Partner
(5654 Beiträge, 2366x hilfreich)

Hallo Andre,

Habt ihr schon mal über das Wechselmodell nachgedacht?

lg
edy

Signatur:

Ein freundliches "Hallo" setzt
sich auch in Foren immer mehr
durch.

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#2
 Von 
Marcus2009
Status:
Lehrling
(1723 Beiträge, 1092x hilfreich)

So wie das klingt, war deine Frau während der Ehe nicht erwerbstätig.

Damit dürfte klar sein, dass deine Frau auf das Kind nicht verzichten wird. Denn schließlich hängt daran der Unterhalt und das Kindergeld!

Auch gerichtlich wirst du daran wohl kaum etwas ändern können. Solange jedenfalls wie die Depressionen nicht auffällig sind und die Erziehungsfähigkeit der Kindesmutter dadurch nachweislich beinträchtigt wird. Aber danach sieht mir das nach deiner Schilderung nicht aus.

Vermutlich wirst du dich also darauf einstellen müssen, dass das Kind künftig bei seiner Mutter lebt. Wichtig ist, dass du den Kontakt zu deinem Kind nicht abreißen lässt und von Anfang an auf regelmäßigem Umgang bestehst! Im Rahmen der Scheidung solltest du dann auch eine gerichtliche Regelung des Umgangs herbeiführen.

Vor allem, wenn es einen "Neuen" gibt, besteht die Gefahr, dass ruck zuck ein "Ersatzpapi" installiert wird ...

Ein Wechselmodell - wie vorgeschlagen - wäre natürlich von großem Vorteil ! Wenn sich die Kindesmutter denn dazu bewegen lässt. Wahrscheinlich wird das aber - wenn überhaupt - nur funktionieren, wenn dies für die Kindesmutter keine Einbußen beim Unterhalt zur Folge hat.

Versuche zur Zeit jeden Streit mit der Kindesmutter zu vermeiden - Deeskalation ist das Gebot der Stunde - und versuch einvernehmliche Regelungen zu erreichen. Denn zur Zeit sitzt du am deutlich kürzeren Hebel.

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#3
 Von 
AndreKu
Status:
Frischling
(6 Beiträge, 0x hilfreich)

Erstmal danke für die Infos.

Sie ist sehr wohl erwerbstätig. Seit knapp 5 Jahren arbeitet sie nun schon.

Den "Neuen" gibt es schon nicht mehr, der hat sich dann für seine Freundin entschieden. Deswegen kam dann wohl meine Frau wieder...

Also ich finde schon, das ihre Depression das ganze beeinflusst. Sie macht ja nichts anderes mehr als Kind zur schule bringen, arbeiten zu gehen um danach den ganzen Rest des Tages auf der Couch vorm Fernseher zu hocken. Es ist immer so das die Wohnung noch genauso aussieht, wie als wenn ich sie morgens verlasse. Sie macht nichts mehr im Haushalt und Kind darf sich den ganzen Tag allein im Zimmer beschäftigen. Sie schafft es net mal unser Kind mit Freunden zu verabreden. All diese Dinge Haushalt, soziale Kontakte für unser Kind pflegen neben 8-10 Stunden pro Tag arbeiten übernehme seit ca. 6 Monaten alles ich!

Sie schiebt alles auf ihre Krankheit, hat mehrere Nächte bei dem anderen übernachtet und hat nicht mitbekommen wie oft ihr Kind nach ihr gefragt hat.

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#4
 Von 
Marcus2009
Status:
Lehrling
(1723 Beiträge, 1092x hilfreich)

Na gut, wenn ihr beide erwerbsttätig seid, dann sieht das ein bissl anders aus.

Ein Wechselmodell wäre dann vielleicht sogar die beste Lösung.

Oder das Kind lebt ganz bei dir und die Kindesmutter zahlt Unterhalt. Ob die Kindesmutter da mitspielt kann ich nicht beurteilen. Und wenn das strittig ist, dann ist die Frage, ob du beim Familiengericht damit durchkommst.

Du müsstest halt nachweisen, dass das KInd bei dir besser aufgehoben ist als bei der Mutter. DIe Familiengerichte stehen in solchen Fällen dem Kindesvater aber oft recht kritisch gegenüber. Aber unmöglich ist es nicht. Allerdings der bloße Hinweis auf "Depressionen" und "mangelnde Kinderbetreuung" wird nicht viel helfen! Das wird die Kindesmutter einfach abstreiten ... und ohne Beweise für eine Erkrankung ist die Sache vom Tisch.

Am besten wäre es, wenn es euch gelingt eine einvernehmliche Regelung zu finden.

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#5
 Von 
AndreKu
Status:
Frischling
(6 Beiträge, 0x hilfreich)

Also,

Wechselmodell schließt sie aus, da dadurch das Kind für Sie keine Beständigkeit mehr hätte und somit 2 verschiedene Zuhause hätte.

Das sie an Depressionen leidet haben schon Ärzte und Therapeuten bestätigt, sie ist ja in Behandlung.

Heute hat sie mir eröffnet, das sie auch wegziehen würde, da sie sich vermutlich keine Wohnung hier in unseren Stadtteil leisten könnte.

Ich wiederum könnte die alte Wohnung weiter bewohnen und unser Kind müsste sich kein neues Umfeld suchen und könnte weiter in die selbe Schule gehen.

Ich werde mir dazu nächste Woche auf jedenfall mal Anwaltlichen Rat suchen. Würde aber hier halt gerne vorher über Erfahrungen gerne weiter reden.

0x Hilfreiche Antwort

#6
 Von 
Marcus2009
Status:
Lehrling
(1723 Beiträge, 1092x hilfreich)

Zitat (von AndreKu):
Wechselmodell schließt sie aus, da dadurch das Kind für Sie keine Beständigkeit mehr hätte und somit 2 verschiedene Zuhause hätte.


Schade, dann scheint diese an und für sich sinnvolle Lösung wohl nicht in Frage zu kommen. Das Argument der Kindesmutter ist natürlich blödsinning ... aber wenn man die Dame nicht überzeugen kann, dann ist halt nix zu machen.

Zitat (von AndreKu):
Das sie an Depressionen leidet haben schon Ärzte und Therapeuten bestätigt, sie ist ja in Behandlung.


Das mag ja alles sein. Aber Ärzte und Therapeuten unterliegen der Schweigepflicht. Und deine zukünftige Ex wird einen Teufel tun, um die von ihrer Schweigepflicht zu entbinden. Und ob durch die Depressionen die Erziehungsfähigkeit beinträchtigt wird, das ist auch noch nicht ausgemacht! Also so wie sich das für mich nach deinen Schilderungen darstellt, ist das keine sehr erfolgversprechende Linie. Die Gegenseite wird behaupten, dass die Kindesmutter kerngesund ist und der Kindesvater sie ganz einfach aus eigennützigen Motiven anschwärzen will ... Und schon hast du ein kolossales Eigentor geschossen.

Zitat (von AndreKu):
Heute hat sie mir eröffnet, das sie auch wegziehen würde


Da solltest du wie ein Luchs aufpassen ! Denn wenn die Dame bei Nacht und Nebel an's Ende der Welt zieht, dann ist der Umgang für dich möglicherweise nicht nur erschwert, sondern nahezu vereitelt. Das musst du nicht hinnehmen. Denn es ist nicht IHR Kind, sondern EUER Kind, das zu einer gesunden Entwicklung Mutter UND Vater braucht.

Zitat (von AndreKu):
Ich werde mir dazu nächste Woche auf jedenfall mal Anwaltlichen Rat suchen.


Dazu würde ich dir auch raten. Man kann nicht alle Eventualitäten im Vorfeld klären ... und es bringt überhaupt nix über ungelegte Eier zu diskutieren. Aber für den Fall der Fälle ist es gut, wenn man bereits einen versierten Anwalt an der Hand hat und bei Problemen nicht erst anfängt einen Anwalt zu suchen.

-- Editiert von Marcus2009 am 10.10.2015 18:30

0x Hilfreiche Antwort

#7
 Von 
AndreKu
Status:
Frischling
(6 Beiträge, 0x hilfreich)

Ja ich habe mich hier auch erstmals über das Wechselmodell informiert. Ich finde das auch klasse und auch einige Studien scheinen das auch bestätigt zu haben.

Sie nimmt ja momentan Antidepressiva also, so unbekannt scheint das ja doch nicht zu sein. Will ihr ja auch keins auswischen. Ich weiß nur das unser Kind eine extrem starke Bindung auch an mich hat.

Einvernehmlich heisst bei ihr : So wie sie es will, dann legt sie mir keine Steine in den Weg.

Passenderweise arbeitet sie ja bei einem Anwalt für Familienrecht.

0x Hilfreiche Antwort

#8
 Von 
Marcus2009
Status:
Lehrling
(1723 Beiträge, 1092x hilfreich)

Zitat (von AndreKu):
Passenderweise arbeitet sie ja bei einem Anwalt für Familienrecht.


Ouch ! Das passt ja wirklich wie die Faust auf's Auge!

Um so mehr solltest du dir schleunigst einen Fachanwalt für Familienrecht suchen.

Da könnte bald ein Schreiben auf dich zukommen mit einer gesalzenen Forderung nach Trennungs- und Kindesunterhalt. Deine künftige Ex wird sich in der Materie möglichweise blendend auskennen! Wollen wir mal das Beste für dich hoffen !

-- Editiert von Marcus2009 am 10.10.2015 18:52

0x Hilfreiche Antwort

#9
 Von 
Rechtschreibung
Status:
Lehrling
(1107 Beiträge, 1207x hilfreich)

Zitat:
Das Argument der Kindesmutter ist natürlich blödsinning ... 
Das Argument der Mutter ist von der höchstrichterlichen Rechtsprechung anerkannt. Auch im übrigen ist es die ganz herrschende Auffassung unter allen mit dieser Thematik betrauten Fachleuten. Die Chancen auf ein Wechselmodell stehen hier bei genau 0%. Nur weiter so.

Zitat:
Denn wenn die Dame bei Nacht und Nebel an's Ende der Welt zieht, dann ist der Umgang fürdich möglicherweise nicht nur erschwert, sondern nahezu vereitelt.
Die Mutter hat die Sorge offenbart, dass Sie in diesem Stadtteil keine finanzierbare Wohnung finden wird. Und der TE scheint an finanzielle Unterstützung der Mutter nicht zu denken. Daraus wurd jetzt das Szenario konstruiert, dass die Mutter über Nacht mit dem Kind ans andere Ende der Welt flieht und den Umgangs vereiteln wird? Etwas lächerlich.

Es soll ja durchaus auch Eltern geben, die sich noch nach der Trennung um ein vernünftiges Miteinander zum Wohle des Kindes bemühen. Das wird natürlich immer schwieriger, wenn einem jungen und etwas ratlosen Vater in der Trennungsphase schonmal klar gemacht wird, dass die Mutter natürlich nur aufs Geld aus ist. :augenroll:
Man sollte die Wahrnehmung des eigenen Nahbereichs nicht auf alle anderen Eltern im Land übertragen.

Zitat:
Das musst du nicht hinnehmen.
Muss er aber eben doch, sobald ein Richter den gewöhnlichen Aufenthalt des Kindes bei der Mutter bestimmt. Die Chancen dafür liegen schon naturgemäß bei mindestens 50%.

Zitat:
Da könnte bald ein Schreiben auf dich zukommen mit einer gesalzenen Forderung nach Trennungs- und Kindesunterhalt. 
Könnte nicht, wenn man die Wohnsituation bedenkt. Ganz nebenbei hat der TE hier auch keine Zahlen zum Einkommen genannt. Abgesehen davon ist der Unterhalt gerade nicht das Problem des Paares. Jedenfalls ist er nicht das Problem, mit dem der TE sich an dieses Forum gewendet hat.

Zitat:
Wollen wir mal das Beste für dich hoffen !
Interessant wie schnell hier für einen der Beteiligten schon Partei ergriffen wird, während über deren jeweilige Rolle eigentlich nichts bekannt ist. Was natürlich bekannt ist, ist das jeweilige Geschlecht. Man könnte meinen, dass die Parteiergreifung danach entschieden wird.
Dabei geht es natürluch nicht darum, was das Beste für den Vater ist. Es geht allein um das Kind.


Lieber AndreKu,

Was Sie da zur Zeit durchmachen, haben auch schon andere Eltern durchgemacht. Ganz entgegen der hier gezeichnete Schreckenszenarien schafft es der weit überwiegende Teil der Eltern auch dieses Problem zu meistern und eine tragbare Lösung zu finden.

Bei dem Finden einer solchen Lösung empfiehlt es sich immer, die wirklichen Interesse oder Ängste des jeweils anderen herauszufinden. Geht es einen von Ihnen ums Geld? Ohne Frage wird die Trennung beide finanziell schwer treffen, egal welche Lösung gefunden wird. Ohne Frage können und sollten Sie finanzielle Bedenken ebenso gegenüber der Mutter thematisieren.
Aber sollte darauf der Fokus liegen? Ich kann Ihrem Beitrag nicht entnehmen, dass das Geld nun Ihre größte Sorge ist. Ich kann auch keinen Hinweis darauf lesen, dass die Mutter zur Zeit außer bei der Wohnungssuche ans Geld denkt.

Ich verstehe Sie nun vielmehr so, dass es Ihnen eigentlich ums Kind geht. Ich kann Ihnen verraten, dass es auch dem im Streitfall hinzugezogenem Familiengericht nur ums Kind gehen wird. Was ist also für das Kind wirklich das Beste? Darüber müssen Sie sich jetzt ehrliche Gedanken machen. Am Besten ware es für das Kind wohl, wenn die Mutter gleich in der Nähe eine Wohnung finden würde. Das müsste die Mutter sich aber auch leisten können. Ebenso möchte die Mutter vielleicht einen kurzen Srbeitsweg haben oder irgendwann mak wieder mit einem neuen Partner zusammenleben. Das sind verständliche Aspekte. In einem Wegzug der Mutter ist also nicht gleich Bösartigkeit zu vermuten.

Das Wechselmodell mag manch einer schön und gut finden. Ob es das auch ist, hängt wohl zumindest vom Einzelfall ab. Wenn die Mutter davon nicht überzeugt ist, dann ist auch das deren gutes Recht und kein "Blödsinn". Wenn Sie nun gemeinsam mit der Mutter eine vernünftige Lösung finden wollen, dann nüssen Sie sich von vornherein untersagen, gleich alle Bedenken und Ängste der Mutter als Blödsinn zu verwerfen. Vielleicht irren auch Sie. Vielleicht gibt es auch kein wahr oder falsch. Wahrscheinlich aber kommt es ohnehin weniger auf das wahr oder falsch an, sondern vielmehr auf das, was Sie gemeinsam für richtig halten.
Ich kann Ihnen nur sagen, dass die Chancen auf ein Wechselmodell gegen den Willen der Mutter sehr bescheiden sind. Das würde vermutlich das Gericht nicht mitmachen. Das liegt aber nicht an Ihrem Geschlecht, wie man Sie weiter oben glauben lassen wollte.

Überlegen Sie also, bei wem von beiden das Kind besser aufgehoben wäre. Das kann Ihnen hier neimand auch nur halbwegs seriös beantworten. Keiner hier kennt die genauen Begebenheiten vor Ort oder kann Ihre subjektive Wahrnehmung auf Richtigkeit überprüfen. Von daher sollten Sie meiner Meinung nach solchen Ratschlägen vorsichtig begegnen, die Sie hier zum Kampf treiben, den die Mutter bisher nicht eröffnet hat.
Die User hier können Ihnen nur sagen, wie sie selber die von Ihnen erwähnten Aspekte einordnen und gewichten würden.

Im Gegensatz zur Mutter könnten Sie die Wohnung behalten. Das wäre schön für das Kind, kann es so doch sein Kinderzimmer behalten. Aber würde das Kind nicht wie viele andere Kinder auch einen Umzug überstehen? Insbesondere wenn es ohnehin regelmäßig zu Besuch kommen wird, den man einvernehmlich natürlich über die gewöhneliche 14-Tage-Regel ausdehnen kann. Ganz nebenbei wundere ich mich ein wenig. Denn Sie waren verheiratet, weshalb auch nach einer Trennung die finanzielle Situation so unterschiedlich nicht sein sollte. Oder steht die Wohnung in Ihrem Eigentum?

So wie ich es aus Ihren bisherigen Beiträgen herauslese, hat bisher (oder bis zum Frühjahr) eher die Nutterbdas Kind betreut, wsr nach der Arbeit zuerst zu Hause, hat das Kind von der Schule/KiTa geholt und so weiter. Ich kann nur mutmaßen, dass es direkt nach der Geburt auch eine Zeit gab, zu der die Mutter überhaupt nicht oder nur wenig gearbeitet hat. Auch jetzt scheinen Sie anstrengendere Arbeitszeiten zu haben als diese. Das macht die Mutter tendenziell eher zur Hauptbezugsperson. Auch sowas berücksichtigen Gerichte. Auch Sie sollten das tun. Natürlich bedeutet Quantität nicht gleich Qualität. Aber wie bestimmt man die Qualität elterlicher Zuneigung?

Sie führen so einiges an, was Sie an der Mutter in letzter Zeit gestört hat. Ich will das nicht beurteilen. Ich kann nur sagen, dass diese Aspekte nicht die Hauptrolle spielen sollten und werden. Egal bei wem das Kind verbleibt, es würde sich einiges ändern. Wer von Ihnen das besser oder schlechter meistern wird, kann niemand wissen. Im Familienrecht ist "schelcht" allerdings erst die Gefährdung des Kindes. So wirklich schlimm klingt die Erziehung der Mutter aber nicht.
Sie sollten aufpassen, dass Sie die Mutter sich selber, aber auch dem Gericht nicht schlechter reden, als sie eigentlich ist. Irgendwas hat ma immer am anderen auszusetzen. Es gehört zu elterlicher Kompetenz, die Fehler der anderen auch mal hinzunehmen und nicht zu thematisieren.

Sie betonen, dass das Kind eine Beziehung zu beiden hat. Das ist wohl bei allen Kindern so und irgendwo werden da Abstriche gemacht werden müssen. Es wird also nicht als Argument eingehen können.

Sorgen Sie dafür, dass das Kind von beiden Elternteilen möglichst viel hat und mit harmonisch agierenden Eltern auchwachsen kann. Das ist natürlich nur schwer möglich, wenn einer von beiden von Beginn an beabsichtigt aufs Ganze zu gehen. Achten Sie darauf, dass nicht Sie es sind, der von vornherein aufs Ganze zielt. Damit könnten Sie dem Kind viel nehmen, auch wenn es nur das harmonische Miteinander der Eltern ist.

Lassen Sie sich beraten. Zum einen natürlich rechtlich. Zum anderen aber auch bezüglich Ihrer Beziehung mit der Mutter und dem Leben als Trennungsvater. Bedenken Sie, dass Anwalte und Gerichte immer nur Ihre Rechtsprobleme klären oder eben nicht. Sie haben aber noch dringendere Probleme.

Ich wünschen Ihnen alles Gute.

Verraten Sie noch, wie alt das Kind jetzt ist oder dessen Geschlecht? Auch das wiederum könnte ein Familiengericht berücksichtigen wollen. Dass es vors Familiengericht geht, können Sie dem Kind im besten Falle aber ersparen. Natürlich gehören dazu immer zwei.

3x Hilfreiche Antwort

#10
 Von 
AndreKu
Status:
Frischling
(6 Beiträge, 0x hilfreich)

Erst einmal vielen Dank für die umfangreiche Antwort!

Um eins klar zu stellen, es geht mir nicht ums finanzielle, wenn es so sein muss das ich Unterhalt zahlen muss tu ich das für meinen Sohn (7 Jahre) mit der aller größten Liebe.

Wegen den Arbeitszeiten ist es so, das seit mehreren Jahren es so war, das ich nach der Arbeit mehr mit der Betreuung zu tun hatte, also sie hat ihn meistens in den Kiga oder jetzt zur Schule gebracht und ich ihn dann abgeholt. Bis auf wenige Ausnahmen war das immer so.

Ich will ihn ihr auf keinen Fall wegnehmen. Ein Kind braucht beide Elternteile, es geht mir hauptsächlich auch um sein gewohntes Umfeld.

Besser aufgehoben gibt es denke ich, wenn sie Ihre Krankheit überwunden hat keinen Unterschied. Wir tun ihm beide gut und ergänzen uns da eigentlich perfekt.

Und ich sage erst das es seit 6 Monaten halt extrem ist, das sie auch mal ferngeblieben ist obwohl sie nur 400m weg war und ihr Kind nicht gesehen hat. Ich sage auch nicht das sie eine schlechte Mutter ist,aber nicht in ihrem momentanen Zustand. Das unsere Ehe gescheitert ist das ist uns beiden klar, das einzige was bisher immer funktioniert hatte das wir gute Eltern waren, aber das fängt nun leider auch an zu bröckeln.

Und das ich manchmal emotional reagiere liegt halt nun auch daran das ich der bin, der verlassen worden ist.

0x Hilfreiche Antwort

#11
 Von 
wirdwerden
Status:
Unbeschreiblich
(38441 Beiträge, 14004x hilfreich)

Wechselmodell funktioniert nur, wenn die Eltern in absoluter Nähe leben, sie sich hinsichtlich der Erziehungsprinzipien einig sind, sie noch miteinander kommunizieren können, es sich finanziell leisten können, UND das Kind das verkraftet. Fällt nur ein Puzzlestein raus, dann funktioniert es nicht. Ich denke mal, hier scheitert es schon an der unmittelbaren Nachbarschaft, und dann sind wir am Ende angekommen.

Gründe für Depressionen gibt es viele. Vielleicht ist es einfach die derzeitige Situation. Daraus lassen sich aber keine Rückschlüsse auf das Kindeswohl bzw. die Erziehungsfähigkeit ziehen. Das Kind ist nicht mehr ganz klein. Ich würde mal abwarten, wie sich die Wohnungssituation der Mutter entwickelt. Und dann sieht man weiter. Bitte bewerte einen Umzug des Kindes nicht zu hoch. Beständigkeit ist gut, kann aber auch zu Stillstand führen. Und - wer schaut auf Beständigkeit, wenn der Vater z.B. Soldat ist, und alle 2-3 Jahre umziehen muss? Soll man diesen Eltern die Kids wegnehmen, wegen des Berufs? Das ist also ein eher untergeordnetes Argument.

Schau mal, wir haben etwa 14 Wochen Ferien im Jahr. Dazu kommen dann noch die Wochenenden während der Schulzeit. Da sollte sich doch ein kindgerechtes Paket schnüren lassen, und zwar unabhängig davon, wo das Kind während der Woche lebt. Und wenn das Kind so etwa 12 ist, beginnt es ohnehin sein eigenes Leben zu leben, das ist heute viel zeitiger als früher. Und da wird es ihm wurscht sein, was da an Unterhaltsregelungen gibt.

Also, nicht verzweifeln, sondern insoweit im Leben richtig positionieren. Und der Trennungsschmerz ist normal, wäre ja schlimm, wenn er nicht da wär, oder? Traure das Scheitern der Beziehung aus, und das wars. Und ansonnsten, viel, viel Gelassenheit ist gefragt. Dann klappt es auch mit dem Kind, einerlei, wo es wochentags lebt.

wirdwerden

1x Hilfreiche Antwort

#12
 Von 
HighSensitive62
Status:
Beginner
(140 Beiträge, 137x hilfreich)

Zitat (von AndreKu):
Und das ich manchmal emotional reagiere liegt halt nun auch daran das ich der bin, der verlassen worden ist.


Das ist eine wichtige Einsicht. Denn der Objektivitätsanspruch, mit dem mancher Trennungselternteil dem anderen begegnet und über diesen urteilt (stets gerne mit dem Totschlagargument, man denke dabei ja nur an das Kind), pflastert die Straße der Trennungskriege.
Bleiben Sie bei sich - was Sie selbst gerne möchten, was Sie selbst für Ihr Kind für gut und richtig halten usw.. Was davon tatsächlich umgesetzt wird, steht auf einem anderen Blatt, muss verhandelt werden. Im Zweifelsfall vor einem Gericht.
Widerstehen Sie dem Impuls, das eigene Wollen zu objektivieren, indem Sie auf die "Fehler" Ihrer Frau zeigen. Auch eine Depression ist schließlich nur eine Erkrankung, ähnlich wie HustenSchnupfenHeiserkeit, Allergie, Diabetes etc. pp.. Und Ihre Frau ist in Behandlung! Damit hat sie bereits Eigenkompetenz und Verantwortung bewiesen.
Schließlich ist ja nicht entscheidend, was uns fehlt oder beeinträchtigt, sondern wie wir damit umgehen. Dieser Grundsatz gilt auch für Defekte im Hirnstoffwechsel. Davon abgesehen würde wohl niemandem einfallen, eine Immobilität wegen einer Beinfraktur als Hinderungsgrund für Elternschaft zu betrachten. Irgendwo las ich sogar mal einen Artikel über eine Frau, der beide Arme fehlten - und sie wurde als ganz wunderbare, allein erziehende Mutter vorgestellt ...

Möglicherweise steht die Depression Ihrer Frau auch in ursächlichem Zusammenhang mit Ihrer Ehe/dem Scheitern Ihrer Ehe und ist überstanden, wenn die sie belastende Lebenssituation vorbei ist. Das kann im Vorhinein niemand beurteilen - weder Arzt noch Richter. Deshalb hat die Depression Ihrer Frau in Ihrer Sorgerechtsangelegenheit erst einmal gar keine Rolle zu spielen.

Wie gesagt: Sie haben da eine wichtige Erkenntnis geäußert. Lassen Sie sich davon leiten und ggf. dabei unterstützen, ihre klare Sicht zu behalten. Mediation, Systemische Beratung - auch in Ihrer Nähe wird es dazu Angebote geben.
Alles Gute!

1x Hilfreiche Antwort

#13
 Von 
asd1971
Status:
Student
(2594 Beiträge, 994x hilfreich)

Ist wieder ein Beispiel, dass die zu Gunsten der Mütter geneigten Urteile schlichtweg falsch sind.

Trotz der Praxis gibt es immer noch die Vorurteile, dass Mütter die besseren Elternteile sind. Was sollen dazu die allein erziehenden Väter sagen, die ohne Mutter (weil verstorben), das Kind selbst aufziehen? Dies ist schlichtweg eine Farce.

@ TE
Es könnte durchaus sein, dass das Urteil zu deinem Gunsten entschieden wird, weil du das Kind hauptsächlich betreut hast.

http://www.merkur.de/lokales/muenchen/stadt-muenchen/spektakulaeres-gerichtsurteil-sorgerecht-545673.html

Wobei hierbei das sowieso zu lange gedauert hat, bis das Gericht das Urteil gesprochen hat.

0x Hilfreiche Antwort

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