Erste Hilfe in Rechtsfragen seit 2000.
590.724
Registrierte
Nutzer

Trennungsjahr, Unterhalt für Kind und Frau

 Von 
Ehemännchen
Status:
Frischling
(1 Beiträge, 0x hilfreich)
Trennungsjahr, Unterhalt für Kind und Frau

Hallo.

Meine Noch-Ehefrau und ich sind seit dem 23. März 2012 verheiratet, also fast ein Jahr. Aus der Ehe ist ein Kind hervorgegangen, unsere Tochter ist nun 7 Monate alt. Nach langen Streitereien und Diskussionen passt es einfach nicht mehr. Wir dachten an die Kleine, haben für die Ehe gekämpft, aber wir sind zum Schluss gekommen, dass es nicht mehr geht. Am ersten Tag der Trennung nahmen wir vieles mit Humor, fühlten uns befreit und verstanden uns wie beste Freunde. Die Trennung besteht seit dem 4. März 2013, also vor ein paar Tagen. Weiterhin auch mein Geburtstag. Tolles Geschenk.

Allerdings hat meine Noch-Ehefrau einen neuen Mann kennengelernt, und zwar ihren Tattoowierer. Mittlerweile sticht er sie gratis, bezahlt ihr alles, gibt ihr sein Auto und lässt sie bei ihm schlafen. Sie behauptet da wäre nichts, sie würde auch auf der Couch bei ihm schlafen. Er hingegen meint, er hätte seine Traumfrau getroffen. Sie gehen zusammen schick essen, bowlen, ins Kino, feiern und vieles mehr. Tagtäglich ist sie bei ihm, lässt sich in der gemeinsamen Wohnung kaum noch blicken. Wenn ich arbeiten bin, nimmt sie die Kleine mit zu ihm und brachte sie nun schon zwei mal total aufgebrezelt spät nachts (nach 0 Uhr!) nach hause. Danach verschwindet sie und geht feiern. Sie hat sich nicht nur Äußerlich (Tattoos, Piercings, früh morgens so zurecht gemacht, als könnte man denken sie will in die Disco) verändert, sonder ist charakterlich um 180 Grad gedreht. Ich, ihre Familie und Freunde erkennen sie nicht wieder und verstehen das alles nicht. Es ist zwar nun ihr Ding, was sie mit wem macht, da wir nun getrennt sind, aber trotzdem lässt mich das nicht kalt. Immerhin muss unser Kind drunter leiden - abgesehen von mir.

Das zur Vorgeschichte. Als das mit ihrem neuen Typ noch nicht so drastisch war und wir uns noch gut verstanden, suchten wir einen Scheidungsanwalt auf. Dieser sagte, eine Scheidung ist erst möglich, wenn das allbekannte Trennungsjahr vollendet ist. Der Anwalt schlug vor, anzugeben dass wir schon seit Dezember getrennt leben, dann könnten wir bereits im Oktober diesen Jahres die Scheidung beim Gericht einreichen. Natürlich müsste ich dann jetzt schon anfangen Unterhalt für das Kind sowie meine Noch-Ehefrau zu zahlen. Problem ist, dass wir noch eine gemeinsame Wohnung haben, welche ich nicht sofort fristlos kündigen kann. Tisch und Bett sind aber getrennt. Somit habe ich hohe Mietkosten (607,00 Euro) zu tragen, da die Wohnung auf mich läuft. Was ich nicht im Beratungsgespräch, sondern hinterher, erfahren habe: Der Anwalt rät ihr keinen Cent zu zahlen und sich an der Miete und weiteren Fixkosten, wie Telefon oder Strom zu beteiligen. Das allergrößte Problem besteht aber darin, dass Madame gerade ihren Führerschein bestanden hat und die letzten Monate mein Konto genutzt hat, um ihn zu finanzieren. Ich musste schon drei mal den Dispo erhöhen, weil es von Monat zu Monat schlimmer wurde. Frau von Welt kaufte auch gerne Klamotten, Schuhe, Handtaschen, Make-Up, allmöglichen und unnötigen Kram. Das dicke, fette Minus auf dem Konto wurde gar nicht beachtet, der Lebensstandard blieb gleichbleibend. Wenn ich etwas gesagt habe, wurde eh nur gestritten und geschrien. Also nahm ich es hin. Man sollte einer Frau also nie die Kontovollmacht und eine eigene EC-Karte geben. Der Anwalt vertritt nur sie und stellt im Oktober gleichzeitig einen Antrag auf Gerichtskostenbeihilfe. Die Scheidung wird uns also theoretisch nichts kosten. Bei dem Gespräch waren wir uns auch noch über alles einig.

Mein Dispo geht bis 1.500,00 Euro, zur Zeit ist das Konto mit -1.200,00 Euro belastet. Laut Anwalt soll ich bei unserem monatlichen Nettoeinkommen (Ich: 1.566,00 Euro / Sie: 1.160,00 Euro) bummelig 500,00 Euro an Unterhalt für sie sowie das Kind abdrücken. Für unser Kind würde ich mein letztes Hemd geben, da zahle ich gerne und sogar mit einem Lächeln. Allerdings hat sie beim Anwalt ca. 200,00 Euro nicht angegeben, die sie noch zusätzlich verdient. Sie übt nämlich einen 400,00 Euro Job aus und ist zusätzlich als Kellnerin mit 50,00 Euro angemeldet. Mehr darf sie mit Mini-Jobs ja nicht verdienen. Natürlich kriegt sie durch Trinkgelder mehr als 50,00 Euro. Außerdem sagte sie dem Anwalt, sie arbeitet nur ein mal pro Woche in der Bar. In Wahrheit jeden Donnerstag und jeden zweiten Samstag sowie Freitag. Ich habe dazu nichts gesagt, weil sie dann ja den Job ganz kündigen könnte, noch weniger verdient als eh schon und ich somit noch mehr für sie zahlen müsste. Eine Zwickmühle. Weiterhin erhält sie ja Kindergeld und bis August Elterngeld.

Letztendlich habe ich in dem knappen Ehejahr und davor alles bezahlt, sie hat nicht nur ihr Gehalt auf den Kopf gehauen, sondern teilweise meins. War ja "unser Konto" hieß es immer. Es wurden irgendwelche Verträge abgeschlossen, Schulden gemacht wo es nur ging.. und und und. Selbst der Gerichtsvollzieher stand schon vor der Tür und forderte eine alte Handyrechnung, die mittlerweile bei 500,00 Scheinen lag. Die Ratenzahlung von 50,00 Euro pro Monat ging immer von "unserem Konto" - also meinem - ab. Immer wenn ich einschreiten wollte, konnte ich mich tot reden. Und erst letzte Woche unterschrieb sie einen Vertrag fürs Fitness Studio, wo sie auch 50,00 Euro pro Monat zahlen muss. Auf ihre beste Freundin hörte sie manchmal besser als auf mich. Mittlerweile, durch ihr Verhalten mit der ständigen Feierei, sofort neuer Kerl und die Vernachlässigung des Kindes, ist selbst die beste Freundin ratlos und im Streit mit ihr.

Sie sagt nun, dass sie sich bessert und nicht mehr so oft außer Haus und bei ihrem neuen Kerl sein will.

Sie war beim Amt wegen Paragraph 8 (vorher hieß der 5) Schein, um an günstige Sozialwohnungen ranzukommen. Das Amt teilte ihr mit, dass das zur Zeit nicht geht, da wir zusammen eine Wohnung haben. Heißt also, sobald ich ausziehe, kriegt sie den Schein. Das Amt würde dann ein halbes Jahr die viel zu große Wohnung bezahlen - so lange hat sie dann Zeit sich etwas zu suchen, was von der Quadratmeteranzahl usw. zu ihrem Schein passt.

Ich soll also viel Geld zahlen, am besten sofort ausziehen und mit ansehen, wie sie bei Nichtbesserung in der Weltgeschichte rumturnt und die Kleine vernachlässigt.

Kommen wir endlich zur Frage, die ich habe.
Ich möchte nun auch einen Anwalt aufsuchen, da wir mittlerweile nicht mehr über alles einig sind und ihr Verhalten absolut inakzeptabel ist. Problem ist, dass wir nun alle wissen, wie mein Konto aussieht. Ich kann nicht noch einen Anwalt finanzieren. Gibt es da irgendwelche Möglichkeiten, Schlupflöcher oder Sonstiges für arme *******e wie mich?

Der Anwalt selber soll mich über meine Rechte, die ich als Leihe ja nicht kenne, aufklären und durchrechnen, ob die 500,00 Euro Unterhalt bzw. der Unterhalt für meine Frau rechtens ist.

Ich wollte eigentlich einen Rosenkrieg vermeiden und anfangs standen die Zeichen auch gut. Die Kleine will ich ihr auch nicht unbedingt weg nehmen, denn ich arbeite auch Vollzeit und würde sie dementsprechend auch immer nur zur Kita, Tagesmutter, Oma & Opa bringen. Das wäre auch nicht optimal und das selbe in grün, wie bei ihr, wenn sie andauernd weg ist und die Kleine mit umher schleppt.

Für sonstige Vorschläge und Meinungen wäre ich auch dankbar.

Liebe Grüße :)

-- Editiert Ehemännchen am 14.03.2013 20:44

Verstoß melden

Nicht genau ihre Frage? Wir haben weitere Antworten zum Thema
Einkommen Wohnung Kind zahlen


2 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
nero070
Status:
Bachelor
(3591 Beiträge, 1261x hilfreich)

Hallo,

ich habe mir das ganze Geplänkel echt nicht komplett durchgelesen, weil es auch gar nicht relevant ist.

Ausschlaggebend sind lediglich eure Einkommen.

Bei Deinem Einkommen schuldest Du einen KU in höhe von 225€. Wobei ich von einem bereinigten Einkommen von ca. 1.500€ ausgehe.

Dann noch der Trennungsunterhalt, welcher minimal ausfällt, da der KU zunächst von Deinem EK abgezogen wird.

1.500€ - 225€ = 1.275€

Einkommen beider Ehepartner addiert 2.435€ /2 = 1.217€

Die Differen zum Einkommen der Frau (1.160€) hättest Du auszugleichen. Das wäre 57€.

Damit fällt der geforderte Unterhalt zu hoch aus.
m.M.n. könnten lediglich 225€ + 57€ gefordert werden.

LG nero

-----------------
""

1x Hilfreiche Antwort Verstoß melden

#2
 Von 
edy
Status:
Junior-Partner
(5598 Beiträge, 2338x hilfreich)

Hallo ,

Das Einkommen der Frau, kann evtl. auch noch bereinigt werden.

lg
edy

-----------------
"Ein freundliches "Hallo" setzt
sich auch in Foren immer mehr
durch."

2x Hilfreiche Antwort Verstoß melden

Und jetzt?

Für jeden die richtige Beratung, immer gleich gut.
Schon 217.525 Beratungen
Anwalt online fragen
Ab 25
Rechtssichere Antwort in durchschnittlich 2 Stunden
90.223 Bewertungen
  • Keine Terminabsprache
  • Antwort vom Anwalt
  • Rückfragen möglich
  • Serviceorientierter Support
Anwalt vor Ort
Persönlichen Anwalt kontaktieren. In der Nähe oder bundesweit.
  • Kompetenz und serviceoriente Anwaltsuche
  • mit Empfehlung
  • Direkt beauftragen oder unverbindlich anfragen
Alle Preise inkl. MwSt. Zzgl. 2€ Einstellgebühr pro Frage.

Jetzt Anwalt dazuholen.

Für 60€ beurteilt einer unserer Partneranwälte diese Sache.

  • Antwort vom Anwalt
  • Innerhalb 24 Stunden
  • Nicht zufrieden? Geld zurück!
  • Top Bewertungen
Ja, jetzt Anwalt dazuholen