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Trennungsunterhalt ! Unsere Regelung fair ?

 Von 
OF1901
Status:
Frischling
(2 Beiträge, 0x hilfreich)
Trennungsunterhalt ! Unsere Regelung fair ?

Hallo,

ich bin seit 7 Jahren von meinem Mann getrennt und lebe seitdem in eigener Wohnung. Wir haben eine Unterhaltsregelung einvernehmlich ohne Anwalt getroffen. Nun will mein Mann sich endgültig scheiden lassen, was auch ok ist. Jedoch bin ich mir nicht sicher, ob die bisherige Regelung fair mir gegenüber ist.

Folgende Situation:

Ich bin 53 Jahre alt und arbeite als Friseuse. Mein Nettoeinkommen beträgt im Jahresschnitt 850,00 Euro netto pro Monat.

Mein derzeitiger Noch-Mann verdient wiederum sehr sehr, gut, ca. 3500,00 Euro netto pro Monat. Er sagt zwar, so um 3000 Euro netto rum, aber eine Gehaltsabrechung habe ich von ihm noch nie gesehen, mit Prämien und Boni kriegt er wohl deutlich mehr.

Wir haben zwei Kinder, eines (das große) studiert, ist 24 Jahre alt und lebt in eigener Wohnung. Der jüngere ist 16 und wohnt bei mir.

Ich habe Steuerklasse 2 als Alleinerziehende und alleinstehend wohnend. Ich arbeite an 4 Tagen in der Woche, also nicht ganz Vollzeit.

Mein Mann gibt mir seit 7 Jahren 710,00 Euro Unterhalt für mich und unseren jüngern Sohn, welcher bei mir lebt.
Von diesen 710,00 Euro muß ich meinem größeren Sohn 250,00 Euro überweisen, mein Mann überweist unserem größeren Sohn 350,00 Euro und zahlt Anschaffungen fürs Studium, z.B. Bücher.

Zudem haben wir uns schon vor vielen Jahren ein gemeinsames Haus angeschafft, aus dem ich vor 7 Jahren ausgezogen bin . Das Haus ist erst zu 2/3 abbezahlt. Mein Mann zahlt nur noch die Zinsen seit 7 Jahren (ca. 300,00 Euro), es findet keine Tilgung mehr statt. Er zahlt keine Miete für das Haus an mich.

Ich selbst muß allerdings die Miete für meine Wohnung in Höhe von 550,00 Euro warm bezahlen. Plus die üblichen Nebenkosten wie Strom, Gas, Telefon etc. Das Kindergeld für meinen jüngeren Sohn bekomme ich.

Nun will mein Mann sich möglichst schnell scheiden lassen, und drängt mich zu einer einvernehmlichen Scheidung, wobei der Unterhalt so weiterlaufen soll wie bisher. Allerdings reicht bei mir das Geld von vorne bis hinten nicht.

Frage: ist der Unterhalt für mich so in dieser Forum wirkich gerecht ? Bzw. entspricht er der derzeitigen Rechtsprechung ? Einen Gang vor Gericht möchte ich eigentlich vermeiden, auch weil Anwalt und Gericht ich mir eigentlich gar nicht leisten kann.

Für Ratschläge wäre ich sehr dankbar !



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-- Editiert OF1901 am 10.10.2013 11:19

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Nicht genau ihre Frage? Wir haben weitere Antworten zum Thema
Scheidung Frage Euro Sohn


7 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
wirdwerden
Status:
Unbeschreiblich
(33023 Beiträge, 12856x hilfreich)

Ob die Sache fair, ist, das ist hier so nicht abschätzbar. Jedenfalls sollte das studierende Kind seine Ansprüche allen geltend machen. Das hat mit Euch nichts zu tun. Dann sollte eine saubere Unterhaltsberechnung für das jüngere Kind erfolgen. Das geht nicht mit Peilungen, sondern nur mit Zahlen. Vorher ist das Gehalt des Mannes zu bereinigen. Und wenn das jüngste Kind rausgerechnet ist, dann kann man schauen, ob und was für Dich übrig bleibt. Nach der Scheidung mit Sicherheit nichts. Denn Du kannst für Dich selbst sorgen, kannst auch ohne weiteres ganztags arbeiten.

wirdwerden

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#2
 Von 
amako
Status:
Student
(2564 Beiträge, 1388x hilfreich)

Hallo,
die getroffene Regelung entspricht nicht dem, was dir und deinem Sohn an Unterhalt zusteht.
Nehmen wir einmal an, es handelt sich bei den €3000 um ein bereinigtes Netto. Der jüngere Sohn erhält nach Düsseldorfer Tabelle €420 Kindesunterhalt. Euer ältester Sohn hat einen Bedarf von €670 abzgl. Kindergeld. Bei deinem Verdienst bist du nicht leistungsfähig, also erhält der Sohn €486 vom Vater. Deinem Mann verbleiben mithin ca. €2100. Hiervon hättest du Anspruch auf Ehegattenunterhalt, und zwar 3/7 des Unterschieds zu deinem Netto (ca. €550). Mit €300 für ein Haus ist der Ehemann sehr gut bedient, ein Mietanteil in Höhe von 50% der ortsüblichen Miete wäre angemessen, abzüglich der halben Zinszahlung. Allerdings bliebe hier zu berücksichtigen, dass du mit Trennungsunterhalt und Mieteinnahmen leistungsfähig und damit auch unterhaltspflichtig gegenüber dem älteren Sohn bist. Ob der Unterhalt allerdings nun direkt von einem Mann oder über den Umweg der Unterhaltszahlungen an dich geschieht ist wohl Jacke wie Hose.
Wenn du diese Zahlen mit den jetzigen Zahlungen vergleichst, musst du dir über die Fairness selbst klar werden.
Gruß
Andreas

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"Wer schlau ist, kann sich dumm stellen, anders rum geht es nicht!"

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#3
 Von 
wirdwerden
Status:
Unbeschreiblich
(33023 Beiträge, 12856x hilfreich)

@ Andreas: mich wundert immer wieder, wie die Peilungen von getrennt lebenden Ehepartnern und das tatsächliche Gehalt klaffen. Deshalb meine vorsichtige Antwort.

wirdwerden

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#4
 Von 
OF1901
Status:
Frischling
(2 Beiträge, 0x hilfreich)

Vielen Dank an wirwerden und Andreas für die Antworten.

@Andreas

gilt das jetzt nur für das Getrenntleben ? Und sähe das nach der Scheidung anders aus ?

Würdet ihr mir empfehlen, einen RA hinzuzuziehen ? Zumindest, um das mal ausrechnen zu lassen, und ggf. die Forderung dann anwaltlich ihm zukommen zu lassen ?
Ich will ihn wirklich nicht über den Tisch ziehen, oder ausnehmen oder so, lediglich das, was mir laut Gesetz zusteht.



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#5
 Von 
amako
Status:
Student
(2564 Beiträge, 1388x hilfreich)

Hallo,
auch wenn es ein paar hundert Euro weniger wären, halte ich die derzeitige Regelung für eher vorteilhaft für den Mann (auch bezogen auf das Haus). Von €710 zahlt sie €250 Unterhalt an den großen, da bleibt knapp etwas mehr als der Mindestunterhalt für den 16-jährigen über.

@OF
dein Ehemann ist übrigens im vollem Umfang auskunftspflichtig, was sein Einkommen angeht. Das hat er durch Gehaltsbescheinigungen für 12 Monate und evtl. den Steuerbescheid zu leisten.
Gruß
Andreas

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"Wer schlau ist, kann sich dumm stellen, anders rum geht es nicht!"

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#6
 Von 
wirdwerden
Status:
Unbeschreiblich
(33023 Beiträge, 12856x hilfreich)

Nach der Scheidung wird es mit Unterhalt für Dich vorbei sein. Du kannst für Dich selbst sorgen. Wie es mit dem gemeinsamen jüngsten Kind aussieht, das kann man hier überhaupt nicht abschätzen. Wie es mit dem Haus aussieht auch nicht. Einerseits schuldet er Dir hälftige Nutzungsentschädigung, andererseits bist Du für den Unterhalt des Hauses mit verantwortlich.

Hier ist doch das zu tun, was immer wieder geraten wird, ganz altmodisch. Auskunft über die letzten 12 Monate Gehalt einfordern, dann bereinigen, und dann anfangen zu rechnen.

Nimm es mir nicht übel, aber Du scheinst da allein überfordert zu sein. Also, ab zum Anwalt!

wirdwerden

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#7
 Von 
amako
Status:
Student
(2564 Beiträge, 1388x hilfreich)

Hallo,
///Nach der Scheidung wird es mit Unterhalt für Dich vorbei sein.///
Das muss nicht zwingend so sein. Zum 01.03.2013 wurde der § 1578 b BGB geändert. Dieser sieht vor, dass nun auch die Ehedauer bei er Unterhaltsberechnung eine Rolle spielt. Insbesondere sollen ehebedingte Nachteile bei eine langen Ehe berücksichtigt werden. Das ist aber eine Einzelfallentscheidung, deshalb nicht so pauschal zu beurteilen.
Gruß
Andreas

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