Umgangrecht mit Kindern - Mutter schränkt Umgang willkürlich ein

27. Oktober 2015 Thema abonnieren
 Von 
helix234
Status:
Frischling
(1 Beiträge, 0x hilfreich)
Umgangrecht mit Kindern - Mutter schränkt Umgang willkürlich ein

Hallo,

seit fünf Jahren sind meine Ex-Frau und ich getrennt. Sowohl Sie, wie auch ich leben mit neuen Partnern in der Nähe. Meine beiden Töchter (16 & 10) pflegen ein sehr inniges und liebevolles Verhältnis zu meiner neuen Partnerin. Das Verhältnis meiner Großen zum neuen Partner meiner Ex-Frau ist eher problembelastet und die jüngere hat ein gutes Verhältnis. Die Kinder verbringen fünf von meinen sechs Wochen Jahresurlaub bei mir (zu Hause oder im Urlaub). Lange Zeit war die Ungangsregelung bei uns so gestaltet, dass die Kinder Donnerstags Nachmittags zu mir kamen und bis Montags blieben (bringe sie dann zur Schule). Oft war es auch so, dass die Kinder mehrere Wochenenden hintereinander bei mir waren, wenn meine Ex-Frau in ihrer Selbständigkeit Zeitprobleme hatte.

Grundsätzlich war es aber immer so, dass meine Ex-Frau meinte bestimmen zu können, wie die Dinge laufen. So schränkt sie seit einigen Wochen den Umgang so ein, dass sie völlig willkürlich auf die 14-Tage Regelung (Freitags bis Montags) zurückkommt. Ich fühle mich gegängelt - meine jüngere Tochter möchte auch häufiger bei mir sein und ich weiß nicht, was ich machen soll.

In mehreren Briefen habe ich Angebote gemacht, so auch das klassische Wechselmodell oder die Kinder Mittwochs zu holen bis Montags (im 14 Tage Wechsel) ..

Ich leide extrem unter der Situation, weil ich meine Kinder liebe und ihnen ein guter Vater sein will. Selbstverständlich komme ich meinen monatlichen Verpflichtungen nach, übernehme daneben noch Dinge wie die Handykosten und ÖPNV-Tikets und Beteiligung an Urlaubsaufenthalten der Kinder, obwohl mich das alles auch an den rand meiner finanziellen Belastungsfähigkeit bringt.

Ich habe das Gefühl, ich kann machen was ich will - es ist nie gut genug ..

Meine Frage: Kann die Kindsmutter ein "gelebtes" Umgangsmodell einfach so wieder nach Gutdünken ändern? Ach ja, wir haben ein geteiltes Sorge- und Umgangrecht.

Beste Grüße und schon mal Danke für Hinweise und Tipps

-- Editier von helix234 am 27.10.2015 13:38

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2 Antworten
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#1
 Von 
Rechtschreibung
Status:
Lehrling
(1107 Beiträge, 1206x hilfreich)

 

Zitat:
Meine beiden Töchter (16 & 10) pflegen ein sehr inniges und liebevolles Verhältnis zu meiner neuen Partnerin. 
Vielleicht ist es ja genau das, was dir Mutter stört? Vielleicht hat auch einfach gerade eine Sechzehnjährige zu viele Termine, um dieses "Wechselmodell" zu leben? Jedenfalls sind solche großzügigen Umgangsmodelle dich nur schwer mit Zeang durchsetzbar, oder? Gegen den Willen der Mutter stelle ich mir das schwer vor.

Haben Sie einfach mal mit der Mutter gesprochen? Was sagt dieses zu ihren eigenen Beweggründen und Ihren Absichten?

Zitat:
So schränkt sie seit einigen Wochen den Umgang so ein, dass sie völlig willkürlich auf die 14-Tage Regelung (Freitags bis Montags) zurückkommt.
Was Sie da als völlig willkürlich bezeichnen, ist die absolute Standardregelung, die Gerichte in der Mehrheit der Fälle beschließen.
Vollkommen unabhängig davon, was hier ein Gericht genau beschließen würde, wäre die Ungangsregelung danach klar und vor allem starr. Siwas wie ein spontanes zusätzliches Wochenende zwischendurch findet in einer gerichtlichen Vereinbarung doch eher keinen Platz. Wie sollte das formuliert werden?

Was Sie offenbar wollen, ist ein möglichst flexibles Auskommen miteinander. Das kann man nicht rechtlich erzwingen. Statt sich über das Familienrecht schlau zu machen, sollten Sie vielleicht eher auf eine Familienberatung setzen?
Sowieso muss man sich fragen, was ein Beschluss denn wert wäre. Das ältere Mädchen geht gerade auf das Erwachsenenleben zu. Dann ist das Problem zwischen Ihnen und der Mutter eher nachrangig. Da ist zunächst mal der sehr gefestigte Wille der Tochter. Der kann nur scheer gerichtlich gelenkt werden, oder? Jetzt sagen Sie zwar, dass die von Ihnen angepeilte Regelung genau dem Willen der Tochter entspräche. Dann muss man sich fragen, warum diese nicht einfach nach der Schule zu Ihnen kommt? Wohl deshalb, weil die Mutter nunmal rein faktisch großen Einfluss auf die Tochter hat. Dieser Einfluss wird nicht kleiner, nur weil das FamG Ihnen den Umgang zuspricht. Wenn die Mutter die Tochter bittet, nach der Schule zu ihr nach Hause zu kommen, dann glaube ich nicht, dass da jemand nach einem wie auch immer lautenden Umgangsbeschluss fragt. Und spätestens in 12-24 Monaten wird der Beschluss bezüglich die große Tochter dann auch theoretisch gegenstandslos.

Was die jüngere Tochter angeht, müsste man sich dann fragen, inwiefern man deren Umgang überhaupt von dem der Schwester trennen kann oder ob die nicht auch lieber bei der Mutter bleibt, wenn die große Schwester sich quer stellt.

Außerdem müssen Sie sich fragen, ob Sie wirklich die Mädchen vor Gericht aussagen lassen wollen. Ich möchte nur betonen, dass es vielleicht gewinnbringender sein kann, hier eine nicht rechtliche Lösung zu suchen. Und selbst wenn diese Lösung nicht gefunden werden kann, wäre noch immer die Frage, ob man es nicht lieber sein lässt.
Wenn bisher das Verhältnis zur Mutter halbwegs in Ordnung war (und Sie eine ungewöhnlich unkomplizierte Umgangsregelung hatten!), spricht das meinem Eindruck nach dafür, dass der Konflikt nicht all zu festgefahren ist und man bei einer Lösung nicht gleich aus ganze gehen muss.

Wie gesagt, hätte ich auch meine Zweifel, wie sehr ein Gerichtsbeschluss überhaupt in Ihrem Interesse lauten würde. Denn Fleixibilität ist da ja nur schwer festzuhalten. Und ein Wechselmodell gegen den Willen des anderen Elternteils scheitert schon an der tatsächlich denkbaren Möglichkeit.

1x Hilfreiche Antwort

#2
 Von 
wirdwerden
Status:
Unbeschreiblich
(38194 Beiträge, 13950x hilfreich)

Bei einer 16-jährigen ist der Drops doch gelutscht. Die sind im Gegensatz zu uns damals doch heute sehr selbständig, und bestimmen auch selbst, wie der Umgang gestaltet wird. Bitte nicht vergessen, in nicht mal zwei Jahren ist sie volljährig. Da kann sie eh machen, was sie will.

Bleibt also die Kleine. Aus eigener Erfahrung weiss ich, dass feste Zeiten für alle Betroffenen hilfreich sind. Es muss letztlich planbar sein. Auch Familienleben muss geplant werden. Insofern ist der Vorschlag der Frau doch nicht abwegig. Kinder in dem Alter brauchen feste Strukturen. Mir ist es seinerzeit unheimlich auf den Senkel gegangen, wenn er immer gerade dann anrief, wenn irgend etwas los war. Wenn wir für die Lateinarbeit am nächsten Tag üben mussten, o.ä. Das funktioniert auf Dauer nicht. Und kein Familienrichter wird eine solche Wischi-Waschi entscheidung fällen, wie Du sie haben willst. Geht gar nicht, da fehlt es dann an der Bestimmtheit des Rubrums. Und das funktioniert nicht.

Abgesehen davon, bitte eines nie vergessen. Kinder wollen artig sein. Sie lieben beide Elternteile. Geh einfach davon aus, dass sie bei der Mutter hinsichtlich ihrer Bedürfnisse was anderes erzählen als bei Dir. Bring sie da nicht in irgendeine Zwangslage. Vielleicht, nur mal so als Vorschlag, wäre es möglich, die 14-Tage Regelung wirklich durchzuziehen, und dann noch eine gute Lösung für die Ferien zu finden, da dann längere Zeit bei Euch? Das wäre auch wesentlich ruhiger, als das Leben, das die Kinder jetzt durch den permanenten Wechsel haben. Mal daran gedacht? Immerhin haben die Kinder ca 14 Wochen Ferien im Jahr. Solange der Vater meiner beiden noch Interesse an den Kindern hatte, haben die insbesondere die langen Sommerferien bei ihm sehr genossen, und ich konnte die Zeit nutzen, um mein Gleitzeitkonto aufzufüllen. Dadurch hatte ich dann mehr Zeit für sie während der Schulzeit, war allen geholfen.

wirdwerden

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