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Umzug, gemeinsames Sorgerecht, Kindeswille

 Von 
alias12
Status:
Frischling
(4 Beiträge, 5x hilfreich)
Umzug, gemeinsames Sorgerecht, Kindeswille

Hallo,

ich schreibe hier, weil mich zur Zeit eine Frage quält. Zunächst zu Hintergrund: Mein Ex und ich sin seit etwa sechs Jahren getrennt. Für unseren nun 10jährigen Sohn haben wir das gemeinsame Sorgerecht. Seit Sommer des letzten Jahres wohnt er ganz bei mir, vorher hatten wir das Wechselmodell (es war der Wille des Kindes, ganz bei mir zu wohnen - ich nehme an, das liegt daran, dass er sich mit der neuen Freundin des Papas nicht gut versteht und auch eifersüchtig auf das neue Kind des Vaters ist).
Seitdem sieht er ihn jedes zweite Wochenende und jeden zweiten Montag.
Ich mache zur Zeit eine Umschulung und bin damit bald fertig. Da die Arbeitsmarktlage momentan nicht besonders rosig aussieht, habe ich auch nach Stellen geschaut, die weiter weg sind und habe vielleicht sogar eine im europäischen Ausland sicher, wo auch die Oma meines Sohnes lebt. Mein Sohn würde sehr gerne dahin, was wohl auch daran liegt, dass er zu der Oma ein sehr inniges Verhältnis hat und schon immer hatte.

Nun zu meiner Frage: Sollte der Vater mit dem Umzug nicht einverstanden sein (ich werde ihn natürlich fragen, bevor ich einen solchen Umzug in die Wege leite), welche Chancen habe ich, das ABR zu bekommen? Inwieweit zählt in dem Alter der Wille des Kindes?

Hat die Bindung zur Oma auch Relevanz?

Ich freu mich über antworten.

LG

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-- Editiert alias12 am 25.01.2013 15:36

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Nicht genau ihre Frage? Wir haben weitere Antworten zum Thema
Sorgerecht Kind Umzug Vater


8 Antworten
Sortierung:

#2
 Von 
alias12
Status:
Frischling
(4 Beiträge, 5x hilfreich)

Hallo Nachtflieger,

erstmal danke für deine Antwort. Der Ort ist etwa 1500 km weit weg, hoch im Norden Europas (und es ist nicht in der Ukraine... oder sowas ähnliches). Es mag scheinheilig erscheinen, wenn ich mir hier erstmal versuche Rat zu holen. Es ist eben so, dass der Vater und ich öfter mal Probleme haben zu kommunizieren. Ich will ja nur etwas Hintergrundwissen haben, eine Grundlage für mich selbst eben. Und ich denke, solange ich nicht hinter seinem Rücken einfach umziehe oder versuche, ihn vor unserem Kind schlecht zu machen, ist das auch mein gutes Recht.

Betreuungsmöglichkeiten gibt es dort mehr als hier und, wie schon gesagt, einen familiären Hintergrund auch. Ebenso die Krankenversorgung und Schulbildung sind gegeben. Und mein Sohn will nicht bei dem Vater wohnen! Manchmal muss ich ihn regelrecht dazu zwingen, dass er überhaupt seine Besuche dort macht.

Klar, ich war schon öfter dort und bin auch gern da. Mein Sohn übrigens auch.

Und hier in der Nähe sowie an dem anderen Ort ist ein Flughafen von einem gewissen Billigfluganbieter. Besuche wären also durchaus machbar. Natürlich wäre das nicht so häufig wie jetzt der Fall (vielleicht einmal im Monat). Würde ich auf Unterhalt verzichten, wäre das auf jeden Fall finanzierbar.

Nun nochmal meine Fragen:
- Wie schwer wiegt der Kindeswille bei einem zehnjährigen Kind?
- Inwieweit zählt die Bindung zu anderen Familienmitgliedern?

Liebe Grüße

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#3
 Von 
edy
Status:
Junior-Partner
(5036 Beiträge, 2188x hilfreich)

Hallo alias12,

Ich denke das ABR bekommst du schon ( hast du schon/wirst es behalten).

Es geht dann in der Hauptsache um die Ausübung des Umgangs

und die entstehenden Kosten (Flug/Zimmer).

Aber wenn du auf Unterhalt verzichten kannst ?

Oder du verpflichtest dich, die Umgangskosten zu ersetzen.

lg
edy

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"Ein freundliches "Hallo" setzt
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durch."

-- Editiert edy am 25.01.2013 20:18

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#4
 Von 
alias12
Status:
Frischling
(4 Beiträge, 5x hilfreich)

Hallo Edy,

wieso meinst du, habe ich das ABR schon? Darüber gibt es keine gerichtliche Verfügung oder ähnliches. Wir haben doch das gemeinsame Sorgerecht.

LG

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#5
 Von 
warsti
Status:
Frischling
(13 Beiträge, 3x hilfreich)

hallo,

wenn dein EX und Du das gemeinsame Sorgerecht habt, ist mit dem Umzug so ohne weiteres nichts, da in deinem Fall der Vater als vollwertiger Erziehungsberechtigter sein O.K. dazu geben muss.
Wenn Du nun, bei einem Nein vom Vater, eine gerichtliche Entscheidung herbeizwingen willst, musst Du bei Gericht plausibel erklären können, warum der Umzug aufgrund deiner beruflichen Situation notwendig ist. Ich glaube dass wird eher ungmöglich sein.

Das Wort des Kindes spielt in diesem Alter schon eine Rolle und wenn dein Kind bei dir sein will, dann findet es sicherlich Gehör bei Gericht. Dem steht aber wiederum die wesentliche Veränderung der Lebensgewohnheiten des Kindes gegenüber und das Mitspracherecht des Vaters.

Gruß
warsti

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-- Editiert warsti am 28.01.2013 13:21

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#6
 Von 
wirdwerden
Status:
Unbeschreiblich
(26393 Beiträge, 11307x hilfreich)

Nun mal ganz ehrlich: zum Vater will das Kind nicht. Was würde geschehen, wenn die Mutter dann allein in den Norden ginge? Heim oder was?

Also, die Mutter wird ihr Kind mitnehmen dürfen, notfalls mit Gerichtsentscheid. Ich sehe ein ganz anderes Problem: andere Kultur, andere Sprache, u.s.w. Was man im Urlaub super finded, muss im Alltag nicht so sein. Das sollte man abwägen. Da liegt das Hauptproblem. Und da scheint die TE doch reichlich naiv zu sein.

wirdwerden

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#7
 Von 
Capitano
Status:
Lehrling
(1185 Beiträge, 461x hilfreich)

@ wirdwerden

nun sind 1500 km weit im Norden nicht genau bestimmt, weil wir nicht wissen, von wo die Fragestellerin postet.
Aber die skandinavischen Länder (falls es eines davon sein sollte) haben ziemlich gute Integrationsprogramme,
und zwar für Erwachsene und Kinder. Die Eingliederung
dürfte daher eher zum geringeren Problem werden.

Gruß,
capitano


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#8
 Von 
warsti
Status:
Frischling
(13 Beiträge, 3x hilfreich)

@wirdwerden,

das sehe ich nicht so und ähnlich gelagerte Fälle, werden oftmals danach entschieden dass hier durch die Veränderung der Lebensgewohnheiten und evtl. Standards auch gegen den Willen des Kindes entschieden wird. Zumal hier ja auch immer noch das gemeinsame Sorgerecht besteht, welches erst einmal geändert werden müsste. Die Begründung, dass Themenersteller beruflich umziehen will, weil hier keine Chance, wird mit Sicherheit nicht reichen.
Ausserdem, nur weil das Kind nicht beim Vater leben will, heisst ess nicht, dass es diesen nicht besuchen möchte.

Gruß

warsti

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-- Editiert warsti am 29.01.2013 12:02

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