Umzug mit Kind zurück ins Heimatland nach Trennung

7. Juni 2019 Thema abonnieren
 Von 
Carlitos123
Status:
Beginner
(81 Beiträge, 5x hilfreich)
Umzug mit Kind zurück ins Heimatland nach Trennung

Hallo liebes Forum,

ich bin mit meiner Freundin im Jahr 2004 nach Peru ausgewandert.
Wir haben uns dort in einer bäuerlichen Gemeinde in einer abgelegenen Region angesiedelt.
Dort haben wir unser Land und unser Haus und viele soziale Kontakte.
Im Jahr 2008 haben wir in Peru geheiratet.
Im Jahr 2013 kam unsere Tochter dort zur Welt.
Im Juli 2018 sind wir nach Deutschland zurück, weil die Kleine Deutschland kennenlernen wollte.

Und wir fanden den Zeitpunkt gut, damit sie die Sprache besser lernt.
Wir wollten auf unbestimmte Zeit bleiben.
Die Kleine geht in den Kindergarten, allerdings recht ungern.


Meine Frau hat sich nun von mir getrennt und ist ausgezogen.
Sie hat seit ein paar Jahren psychische Probleme (Hass, Alkohol).

Meine Tochter lebt bei mir.
Ich war mit ihr im April nochmal in Peru, und sie wäre am liebsten dageblieben.
Sie will unbedingt zurück nach Peru.
Es ist ihre Heimat. Es ist ein anderer Kulturkreis; das Leben ist viel natürlicher, und die Menschen sind sehr herzlich und kinderfreundlich.

Sie ernährt sich dort auch besser und gesünder.

Wir sind dort fest integriert, jeder kennt uns, wir haben dort so viele Freunde und Bindungen.

Es gibt dort natürlich auch Schulen, und mittlerweile auch Internet.

Meine Frau wird nicht wollen, dass wir nach Peru ziehen.

Ich muss wohl das Familiengericht bemühen, um eine Entscheidung durchzusetzen.
Müsste ich das Aufenthaltsbestimmungsrecht einklagen, oder bräuchte ich sogar das alleinige Sorgerecht ?

Wie stehen die Chancen ?



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11 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
smogman
Status:
Student
(2750 Beiträge, 902x hilfreich)

Abschließend beantworten kann dir diese Frage - über die ein Familienrichter zu entscheiden hat - hier keiner.

Das alleinige Sorgerecht wirst du tendenziell wohl eher nicht bekommen, das Aufenthaltsbestimmungsrecht wäre aber möglich und würde theoretisch auch reichen - zumindest um einen Auslandsumzug zu realisieren. Die danach folgenden Probleme bei gemeinsamer Sorge mal außer Acht gelassen.

Wenn das in Peru aufgewachsene Kind wieder in sein soziales Umfeld möchte, wird das Familiengericht diesem Wunsch regelmäßig entsprechen und die persönlichen Wünsche der Mutter nicht beachten.

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#2
 Von 
Carlitos123
Status:
Beginner
(81 Beiträge, 5x hilfreich)

Ok.

Stimmt es, dass so ein Verfahren über 3000 Euro kostet ?

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#3
 Von 
Anami
Status:
Unbeschreiblich
(31555 Beiträge, 5573x hilfreich)

Zitat (von Carlitos123):
Meine Frau hat sich nun von mir getrennt und ist ausgezogen.
Damit seid ihr getrennt. Das sollte auch schriftlich gegenseitig erklärt werden.
Dazu gehört auch die Trennungsvereinbarung, d.h die Regelung über die Teilung aller gemeinsamen Einkommens-und Vermögensstände. Es geht nicht nur um das gemeinsame Kind und dessen Aufenthaltsort.
Zitat (von Carlitos123):
Meine Frau wird nicht wollen, dass wir nach Peru ziehen.
Darüber solltest du aber unbedingt mit ihr besprechen. Vielleicht nicht gleich mit der Tür ins Haus fallen?
Zitat (von Carlitos123):
Im Juli 2018 sind wir nach Deutschland zurück, weil die Kleine Deutschland kennenlernen wollte.
Es war nur der Wunsch einer 5jährigen?
Zitat (von Carlitos123):
Wir wollten auf unbestimmte Zeit bleiben.
Ihr wolltet wegen eines solchen Wunsches euer *Alles* in Peru verlassen? Ich kann mir das nur schlecht vorstellen.

Deutschland kennenlernen könnte man durchaus auch bei Reisen nach Deutschland in Abständen. Dann jeweils woanders für eine gewisse Zeit bleiben.
Du beschreibst die Rückkehr hier eher als endgültig.
Zitat (von Carlitos123):
Stimmt es, dass so ein Verfahren über 3000 Euro kostet ?
Welches Verfahren meinst du?

Signatur:

Ich schreibe hier nur meine Meinung.

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#4
 Von 
Sir Berry
Status:
Unparteiischer
(9326 Beiträge, 2996x hilfreich)

Zitat (von Carlitos123):
Im Jahr 2013 kam unsere Tochter dort zur Welt.


Dann hat die Tochter die Peruanische Staatsbürgerschaft? Oder ist sie Deutsche? Oder beides?

Zitat (von Carlitos123):
Stimmt es, dass so ein Verfahren über 3000 Euro kostet ?


Ich würde mit mehr rechnen wenn die Mutter dagegen ist - zwei Instanzen.
Außerdem hohe Folgekosten für die Wahrnehmung des Umgangsrechts bei Obsiegen.

Zitat (von smogman):
Wenn das in Peru aufgewachsene Kind wieder in sein soziales Umfeld möchte, wird das Familiengericht diesem Wunsch regelmäßig entsprechen und die persönlichen Wünsche der Mutter nicht beachten.

In diesem Fall teile ich Deine Meinung nicht, weil das Umgangsrecht erheblich eingeschränkt möglicherweise sogar unmöglich wird.

Berry

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#5
 Von 
Carlitos123
Status:
Beginner
(81 Beiträge, 5x hilfreich)

Meine Frau ist Italienerin.
Ich bin Deutscher.
Unsere Tochter ist Peruanerin; hat aber auch die deutsche und italienische Staatsangehörigkeit.

Wir haben den Wunsch unserer Tochter respektiert.
Wir wollten ihr auch Alternativen aufzeigen.
Und es war ja auch ein guter Zeitpunkt.
Wir dachten: falls es ihr gefällt und sie in Deutschland bleiben will, dann wäre es gut, 1 Jahr vor der Einschulung rüberzufliegen.
Sie hat jetzt erst einigermaßen deutsch gelernt.
Wir redeten immer spanisch mit ihr.
Auch heute noch. Meine Frau spricht auch nach wie vor spanisch mit ihr.

Die Rückkehr war immer unter dem Vorbehalt, dass die Kleine hier klarkommt. Denn es sind zwei verschiedene Welten.

Bei der Einschulungsuntersuchung wurde ihr eine sehr schnelle Auffassungsgabe attestiert. Die Psycholgin meinte, sie hätte selten ein für das Alter so gut entwickeltes Kind gesehen, deutete aber auch an, dass ihre Seele hier aufgrund der Fremdheit und anderen Mentalität leiden könnte.

Wir haben dort auch nichts aufgegeben.
Grundstück und Haus sind noch da.

Ich habe hier keine beruflichen Perspektiven, nicht einmal eine Ausbildung.
In Peru wurden mir im April viele Jobs angeboten (Rathaus, Hotel, Lehrer).
Wir sind dort sehr bekannt und beliebt, und es herrscht ein großer sozialer Zusammenhalt.

Ich habe meiner Frau noch nichts gesagt, weil sie mich zurzeit ignoriert.
Aber ich hoffe natürlich auch, dass sie einlenkt.

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#6
 Von 
Anami
Status:
Unbeschreiblich
(31555 Beiträge, 5573x hilfreich)

Zitat (von Carlitos123):
Ich habe meiner Frau noch nichts gesagt, weil sie mich zurzeit ignoriert.
Dein Threadtitel klingt allerdings ganz anders.
Du solltest doch zunächst über deine Pläne mit deiner Frau sprechen.
Und ihr auch Zeit geben, darüber in Ruhe nachzudenken.

Man kann nicht lesen, ob deine Frau lieber in Deutschland bleiben würde oder später in Peru allein leben will. Denn die Entscheidung aus 2018, hierher für unbestimmte Zeit zu kommen, damit die Tochter Deutschland kennenlernt, habt ihr wohl gemeinsam getroffen.
Wo lebt denn euer Kind jetzt?
Zitat (von Carlitos123):
Aber ich hoffe natürlich auch, dass sie einlenkt.
Was erwartest du denn? Was wäre ihr *einlenken*?

Signatur:

Ich schreibe hier nur meine Meinung.

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#7
 Von 
Carlitos123
Status:
Beginner
(81 Beiträge, 5x hilfreich)

Ja. Wir haben immer alle Entscheidungen gemeinsam getroffen.
Ich hätte ja nie gedacht, dass es mal zu so einem krassen Zerwürfnis kommt.

Unsere Tochter lebt bei mir.
Wir haben sie gefragt, ob sie lieber mit Mama oder Papa leben will.
Wir beziehen immer ihren Willen mit ein.

Meine Frau ist in eine 1-Zimmerwohnung gezogen in unmittelbarer Nähe.
Sie hat einen Job im Niedriglohnsektor.

Ab und zu nimmt sie unsere Tochter zu sich, aber zu 90% ist sie bei mir.

Natürlich werde ich mit ihr reden.
Da sie jetzt aber psychische Probleme hat, warte ich noch etwas ab.
An sich weiß sie, dass wir beide zurück wollen.
Ich habe keine Ahnung, wo sie ihre Zukunft sieht.

Das Gerichtsverfahren ist auch sehr teuer, aber ich wollte hier mal eine Einschätzung hören, wie die Chancen wären, das alleinige Aufenthaltsbestimmungsrecht zu bekommen.

Ich fände es gemein, dass meine Frau unsere Tochter noch bis zur Volljährigkeit hier festhalten könnte, zumal sie sich ja kaum noch kümmert (Kindergarten, Schule, Ärzte, Behörden mache alles ich).

Ok, das ist etwas unfair, weil sie berufstätig ist. Aber sie wusste auch gar nicht, auf welche Schule die Kleine jetzt kommt. Das interessiert sie alles gar nicht.

Selbst als wir noch zusammen gelebt haben, kam sie nach der Arbeit kurz nach Hause, und ist dann meist gleich wieder weg, um spät nachts betrunken zurückzukommen.

Würde ein Richter es dem betreuenden Elternteil unter diesen Umständen verbieten, mit seiner Tochter zurück in ihr Heimatland zu ziehen ?

0x Hilfreiche Antwort

#8
 Von 
Carlitos123
Status:
Beginner
(81 Beiträge, 5x hilfreich)

Kann man sich da beim Jugendamt beraten lassen ?

0x Hilfreiche Antwort

#9
 Von 
smogman
Status:
Student
(2750 Beiträge, 902x hilfreich)

Zitat (von Sir Berry):
Zitat (von smogman):
Wenn das in Peru aufgewachsene Kind wieder in sein soziales Umfeld möchte, wird das Familiengericht diesem Wunsch regelmäßig entsprechen und die persönlichen Wünsche der Mutter nicht beachten.

In diesem Fall teile ich Deine Meinung nicht, weil das Umgangsrecht erheblich eingeschränkt möglicherweise sogar unmöglich wird.

In Anbetracht der existierenden Rechtsprechung ist das Umgangsrecht das deutlich schwächere Recht im Vergleich zum Kindeswohl. Der gesamte Sachverhalt spricht - zumindest für mich persönlich und nach der Schilderung hier - eindeutig für einen Umzug nach Peru. In den Urteilen, in denen das Aufenthaltsbestimmungsrecht nicht übertragen wurde, ging es um persönliche Befindlichkeiten des betreuenden Elternteils oder sogar darum, dass das Umgangsrecht absichtlich erschwert werden sollte. Aber es wird so oder so auf ein Gerichtsurteil hinauslaufen, wenn keine Einigkeit besteht.

Zitat (von Carlitos123):
Kann man sich da beim Jugendamt beraten lassen ?

Beraten lassen kann man sich beim Jugendamt (fast) immer. Besonders viel erwarten kannst du aber nicht, da diese Entscheidung gerichtlich herbeigeführt werden muss, wenn du die Mutter nicht überzeugen kannst.

0x Hilfreiche Antwort

#10
 Von 
Carlitos123
Status:
Beginner
(81 Beiträge, 5x hilfreich)

Ok.

Ab wann steht einem eigentlich Prozesskostenhilfe zu ?

Wenn man nicht mehr als 5000 Euro auf dem Konto hat ?

0x Hilfreiche Antwort

#11
 Von 
Anami
Status:
Unbeschreiblich
(31555 Beiträge, 5573x hilfreich)

Zitat (von Carlitos123):
Ab wann steht einem eigentlich Prozesskostenhilfe zu ?
Dazu gibt es Rechner im Netz
zB. diesen hier: https://www.pkh-rechner.de/

Wenn du kein Einkommen hast und deine Ausgaben aus dem Vermögen bezahlst, erhältst du auf Antrag auch PKH.

Vorrang hat aber der Versuch der Einigung (außergerichtlich) mit deiner Frau.

Signatur:

Ich schreibe hier nur meine Meinung.

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