Unterhalt Selbstbehalt Kindergeld Arbeitslosigkeit

5. Januar 2021 Thema abonnieren
 Von 
Tonsteinescherben
Status:
Frischling
(1 Beiträge, 0x hilfreich)
Unterhalt Selbstbehalt Kindergeld Arbeitslosigkeit

Hallo,
mein Partner lebt getrennt von seiner Exfrau, bei welcher sein 15 jähriger Sohn lebt. Er kommt jedes 2. Wochenende und in den Ferien zu uns.
Seit kurzem ist mein Partner arbeitslos und bekommt 1035 Euro Arbeitslosengeld. Der Selbstbehalt beträgt ja 960 Euro, allerdings bei einer Warmmiete von 430 Euro. Bei ihm beläuft sich die Warmmiete aber auf 483 Euro (Kaltmiete + Betriebskosten + Heizkosten - was ist mit Warmwasser über Durchlauferhitzer?) bei .
Derzeit wird ein Unterhalt von 75 Euro gefordert (1035 - 960). Müsste der Selbstbehalt aber nicht angehoben werden? Wäre es der Fall, dass die echte Warmmiete vorausgesetzt wird, wären es 1035 - 1013 =22 Euro.

Und wie verhält es sich mit dem Kindergeld? Der barzahlende Unterhaltsverpflichtende kann ja die Hälfte des Kindergelds (109,5 Euro) von dem von ihm zu leistenden Unterhalt abziehen (wenn ich das richtig verstehe), was bei 75 € - 109,5 € = -34,5 € und bei 22 - 109,5 € -87,5 € wären...

Zusätzlich habe ich die Bahnfahrkarten dem Jugendamt eingereicht, die monatlichen Kosten betrugen vor dem 15. Geburtstag ca. 16 Euro und ab dem Geburtstag 34 Euro pro Monat. Das Amt sagte dazu, die Beträge seien zu Gering und müssten vom Selbstbehalt bezahlt werden.

Hat der Kinderfreibetrag mit Berechnungen irgendwas zu tun?

Zusätzlich erhält das Kind (die Exfrau) Unterhaltsvorschuss, hier habe ich das Konzept noch nicht ganz durchschaut. Ich habe hier eine Auflistung von zu leistenden Beiträgen seit 2009 und eine Endsumme von 10.200 Euro. Als mein Partner Arbeit hatte, hat er mit eine monatliche Rate an die Unterhaltsvorschusskasse gezahlt, die den Betrag von 10.200 Euro einfordert. Einmal wurde die Rate sogar mal vom Gehalt gepfändet weil er sich darüber erst informieren wollte und das Amt aber schneller handelte. Nun habe ich eben gerade gelesen der Anspruch verjährt nach 3 Jahren?? Heißt das, dass vom Amt nur noch die Jahre 2018-2020 zurückgefordert werden können? 2017 und 2018 hat mein Partner auch einige Zeit Harz 4 bezogen, auf den Berechnungen sind aber monatliche Unterhaltsleistungen von 78 Euro angegeben?!

Bei dem Ganzen Thema sind die Fronten sehr verhärtet ...


Ich würde mich sehr über Antworten, und seien es nur Teilantworten, freuen.

-- Editiert von Tonsteinescherben am 05.01.2021 17:34

-- Editiert von Tonsteinescherben am 05.01.2021 17:34

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3 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
drkabo
Status:
Weiser
(16239 Beiträge, 9209x hilfreich)

Zitat:
Und wie verhält es sich mit dem Kindergeld? Der barzahlende Unterhaltsverpflichtende kann ja die Hälfte des Kindergelds (109,5 Euro) von dem von ihm zu leistenden Unterhalt abziehen (wenn ich das richtig verstehe)

Ja. Aber das Kindergeld wird vom Bedarf abgezogen, nicht vom tatsächlichen Zahlbetrag:
Mindestunterhalt für ein 15jähriges Kind ist 528€, davon wird das halbe Kindergeld abgezogen, bleiben 418,50€, die zu zahlen wären, wenn man könnte.

Zitat:
Zusätzlich habe ich die Bahnfahrkarten dem Jugendamt eingereicht, die monatlichen Kosten betrugen vor dem 15. Geburtstag ca. 16 Euro und ab dem Geburtstag 34 Euro pro Monat. Das Amt sagte dazu, die Beträge seien zu Gering und müssten vom Selbstbehalt bezahlt werden.

Die Umgangskosten sind schon dadurch berücksichtigt, dass dass der Unterhaltspflichtige das halbe Kindergeld angerechnet bekommt, obwohl das Kind gar nicht bei ihm lebt. Über die Umgangskosten kann man also erst diskutieren, wenn sie (deutlich) über dem halben Kindergeld liegen.

Signatur:

Für alle meine Beiträge gilt §675(2) BGB.

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#2
 Von 
smogman
Status:
Student
(2735 Beiträge, 898x hilfreich)

Zitat (von Tonsteinescherben):
Derzeit wird ein Unterhalt von 75 Euro gefordert (1035 - 960). Müsste der Selbstbehalt aber nicht angehoben werden?
Das "Müssen" ist im Bereich Unterhalt ein beschwerlicher Begriff. Ich würde eher sagen: "Alles kann, nichts muss!" So könnte man z.B. eine Erhöhung des Selbstbehaltes fordern. Ob der Unterhaltsgläubiger dem nachkommt, kann keiner vorhersagen. Wenn nicht, gibt es immer nur die Möglichkeit der gerichtlichen Klärung

Zitat (von Tonsteinescherben):
Und wie verhält es sich mit dem Kindergeld? Der barzahlende Unterhaltsverpflichtende kann ja die Hälfte des Kindergelds (109,5 Euro) von dem von ihm zu leistenden Unterhalt abziehen (wenn ich das richtig verstehe),
Wenn der Vater den Mindestunterhalt zahlen könnte, könnte man auch das Kindergeld anrechnen.

Zitat (von Tonsteinescherben):
Zusätzlich erhält das Kind (die Exfrau) Unterhaltsvorschuss, hier habe ich das Konzept noch nicht ganz durchschaut. Ich habe hier eine Auflistung von zu leistenden Beiträgen seit 2009 und eine Endsumme von 10.200 Euro. Als mein Partner Arbeit hatte, hat er mit eine monatliche Rate an die Unterhaltsvorschusskasse gezahlt, die den Betrag von 10.200 Euro einfordert. Einmal wurde die Rate sogar mal vom Gehalt gepfändet weil er sich darüber erst informieren wollte und das Amt aber schneller handelte. Nun habe ich eben gerade gelesen der Anspruch verjährt nach 3 Jahren?? Heißt das, dass vom Amt nur noch die Jahre 2018-2020 zurückgefordert werden können?
Sofern ein vollstreckbarer Titel über den bezifferten Unterhaltsrückstand besteht, verjährt dieser erst nach 30 Jahren. Schulden können nur bestehen, wenn in der Vergangenheit der geforderte und titulierte Betrag nicht gezahlt wurde.

Eine Rückforderung der Vorschusskasse, die nicht tituliert ist, sollte man ggf. anwaltlich überprüfen lassen!

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#3
 Von 
H. Odensack
Status:
Praktikant
(594 Beiträge, 117x hilfreich)

Pass bloss auf, dass die nicht bei dir Anfragen (haushaltsaersparnis, Taschengeld. ) versuchen tun sie das oft und glauben dann, dass man eingeschüchtert die klappe hält und zahlt.

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