Unterhalt Ü18

22. Mai 2024 Thema abonnieren
 Von 
stephaniep
Status:
Beginner
(69 Beiträge, 12x hilfreich)
Unterhalt Ü18

Hallo,

Ich möchte kurz die Sachlage und im Anschluss meine Fragen formulieren und hoffe hier ein paar gute Gedankenanstösse zu bekommen.

Sachlage:
Kind, 19 Jahre, beendet gerade ihr Abi. Möchte im Anschluss eine Ausbildung machen. Hat aber für dieses Jahr noch keinen Ausbildungsplatz, ist aktiv in der Bewerbungsphase.
Vater zahlt Unterhalt, Kind wohnt bei der Mutter.
Vater möchte die weiteren Spielregelen vorgeben, die wie folgt aus seiner Sicht lauten:
Kind soll nur in einer grossen Firma eine Ausbildung beginnen (man habe in kleinen Firmen keine Chancen auf spätere gute Arbeitsplätzen in grossen Firmen). Sollte es keinen Ausbildungsplatz für dieses Jahr bekommen, so soll das Kind ein Bundesfreiwilligendienst (sei gut für den Lebenslauf) absolvieren. Andernfalls würde er den Unterhalt streichen.
Plan des Kindes: Ziel noch für dieses Jahr einen Ausbildungsplatz zu bekommen, wenn das nicht klappt Teilzeit arbeiten bis zum Ausbildungsbeginn im kommenden Jahr.
Vater ist weiterhin der Auffassung den Unterhalt zu streichen, wenn Kind den Vorgaben des Vaters nicht folgt.

Fragen:
Erlischt die Unterhaltspflicht, wenn das Kind einen Teilzeitjob oder Minijob hat?
Kann der Vater seine Unterhaltszahlung davon abhängig machen, wo das Kind sich bewirbt bzw. welchen Ausbildungsplatz es annimmt?
Ist es rechtens, dass er einfach den Unterhalt verwehrt, weil das Kind keinen Bundesfreiwilligendienst absolvieren will?

Danke für eure Hilfe.

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21 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(121622 Beiträge, 40044x hilfreich)

Zitat (von stephaniep):
Vater möchte die weiteren Spielregelen vorgeben, die wie folgt aus seiner Sicht lauten:

Kann er machen, nur muss das Kind sich nicht daran halten, da einzig das Kind darüber entscheidet was und wo es als Ausbildung lernt.



Zitat (von stephaniep):
Vater ist weiterhin der Auffassung den Unterhalt zu streichen, wenn Kind den Vorgaben des Vaters nicht folgt.

Dann würde ihn ein Gericht wohl recht schnell vom Gegenteil überzeugen können.



Zitat (von stephaniep):
Erlischt die Unterhaltspflicht, wenn das Kind einen Teilzeitjob oder Minijob hat?

Durchaus, ja


Signatur:

Meine persönliche Meinung/Interpretation!
Im übrigen verweise ich auf § 675 Abs. 2 BGB

1x Hilfreiche Antwort

#2
 Von 
stephaniep
Status:
Beginner
(69 Beiträge, 12x hilfreich)

Guten Morgen,

Vielen lieben Dank für die Antwort.
Das deckt sich mit meinen Vermutungen.
Ich habe noch eine konkrete Frage:
Wird der Teilzeitjob/Minijob anteilig auf den Unterhalt gerechnet oder entfällt die Unterhaltspflicht gänzlich?
Kann ein Elternteil einfordern, dass das Kind z.b. arbeiten geht bis zum Ausbildungsbeginn um dadurch den Unterhalt mindern zu können?
Bitte nicht falsch verstehen: Kind war bis jetzt immer fleißig (hat Minijob neben der Schule) und kümmert sich durchaus recht verantwortungsbewusst um seine Zukunft und hat durchaus verstanden, dass man arbeiten muss um sich etwas leisten können.
Beisoiel: Kind geht bis zum Ausbildungsbeginn nicht arbeiten. Muss dann vollumfänglich Unterhalt gezahlt werden, oder können die Eltern verlangen dass das Kind arbeiten geht und somit teilweise für sich sorgen kann?

Nochmals Danke.

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#3
 Von 
wirdwerden
Status:
Unbeschreiblich
(38822 Beiträge, 14061x hilfreich)

Da das Kind volljährig ist, müssen die Eltern (beide Elternteile!) nur zahlen, wenn sich das Kind in einer Ausbildung befindet oder aber in der Übergangsphase von Schulabschluss bis zum zügigen Beginn der Ausbildung/des Studiums einige Monate später, also bis Okt. desselben Jahres. Weitere Wartezeiten müssen nicht finanziert werden; der Unterhaltsanspruch lebt dann wieder auf, wenn das Kind eine Ausbildung beginnt. Etwas anderes könnte sich aus einem Unterhaltstitel ergeben, wenn dieser über die Volljährigkeit hinaus geht. Dann müsste sich der Vater um eine Abänderung bemühen, worauf er aber einen Anspruch hätte.

wirdwerden

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#4
 Von 
drkabo
Status:
Weiser
(16773 Beiträge, 9382x hilfreich)

Zitat (von stephaniep):
Wird der Teilzeitjob/Minijob anteilig auf den Unterhalt gerechnet oder entfällt die Unterhaltspflicht gänzlich?

Wenn das Kind gerade nicht in Ausbildung ist, entfällt die Unterhaltspflicht ganz.
(Ausnahme: kurze Wartezeit auf eine schon feststehende Ausbildung. Beispiel: Schule endet im Juli, Studienplatz ab Oktober ist schon vorhanden, dann besteht die Unterhaltspflicht auch für August+September.)

Zitat (von stephaniep):
Kann ein Elternteil einfordern, dass das Kind z.b. arbeiten geht bis zum Ausbildungsbeginn um dadurch den Unterhalt mindern zu können?

Ein Elternteil kann bei einem volljährigen Kind gar nichts einfordern. Aber wenn das Kind nicht in Ausbildung ist, muss halt auch kein Unterhalt gezahlt werden. Ob das Kind dann Arbeiten geht, von Ersparnissen lebt, oder der Mutter auf der Tasche liegt, das kann (und darf) dem Vater egal sein.

Zitat (von stephaniep):
Kann der Vater seine Unterhaltszahlung davon abhängig machen, wo das Kind sich bewirbt bzw. welchen Ausbildungsplatz es annimmt?

Nein.
(Außer, es handelt sich nicht um eine anerkannte Ausbildung. Es muss also eine Ausbildung sein, bei der man am Ende einen staatlich anerkannten Abschluss bekommt. Letztens hatten wir hier einen Fall, wo jemand sich zur Yoga-Lehrerin ausbilden lassen wollte - das wäre schwierig, weil Yoga-Lehrer kein anerkannter Ausbildungsberuf ist.)

Zitat (von stephaniep):
Ist es rechtens, dass er einfach den Unterhalt verwehrt, weil das Kind keinen Bundesfreiwilligendienst absolvieren will?

Nein. Aber wie gesagt: Wenn keine Ausbildung gemacht wird, ist sowieso kein Unterhalt fällig.
Interessanter wäre die Frage, ob während des Bundesfreiwilligendienst Unterhalt gezahlt werden muss, was wiederum davon abhängt, ob dem Bundesfreiwilligendienst ein Ausbildungscharkater zukommt.

Zitat (von stephaniep):
Beisoiel: Kind geht bis zum Ausbildungsbeginn nicht arbeiten. Muss dann vollumfänglich Unterhalt gezahlt werden, oder können die Eltern verlangen dass das Kind arbeiten geht und somit teilweise für sich sorgen kann?

Letzteres.
Ausnahme: Ausbildungsplatz ist schon vorhanden und die Wartezeit bis zum Ausbildungsbeginn ist kurz (siehe oben. Anderes Beispiel: Schule endet im Juni, Ausbildungsplatz ab August ist bereits vorhanden -> Unterhaltspflicht besteht auch für Juli.)

Signatur:

Für alle meine Beiträge gilt §675(2) BGB.

1x Hilfreiche Antwort

#5
 Von 
lyra82
Status:
Schüler
(219 Beiträge, 40x hilfreich)

Zitat (von drkabo):
Interessanter wäre die Frage, ob während des Bundesfreiwilligendienst Unterhalt gezahlt werden muss, was wiederum davon abhängt, ob dem Bundesfreiwilligendienst ein Ausbildungscharkater zukommt.

Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass die Jugendämter das universell bejahen. Es diene der Charakterbildung und Orientierung.

Ich würde dem Kind raten, sich beim JA beraten zu lassen. Die haben entsprechende Vordrucke für den Vater usw. ...

Signatur:

--- (nur meine Laienmeinung) ---

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#6
 Von 
Anami
Status:
Unbeschreiblich
(32844 Beiträge, 5748x hilfreich)

Unabhängig von den *Schiedsrichter-Allüren des Vaters*--- das volljährige Kind kann sich selbst ausbildungssuchend melden. Das geht beim JC bzw. bei der Arbeitsagentur.
Dann gibts wenigstens für dich als Kindergeldberechtigte weiterhin das Kindergeld. Ansonsten schreibt die Familienkasse auch erst das Ende...und nach Monaten wieder..wir zahlen weiter.

Wann endet das Schuljahr für das Kind?

Viele Volljährige erklären dem Unterhalts-Vater, dass man ab September einen Ausbildungsplatz habe.

zu 1: Kommt auf das Einkommen des Kindes an.
zu 2: Nein.
zu 3: Nein.

btw. Es gibt auch Ausbildungen, die keine Vergütung bringen. Schulische Ausbildungen zB.
Dann bleibt der Vater weiterhin unterhaltspflichtig und seinen Dirigentenstab mit € kann er beiseite legen.

Signatur:

Ich schreibe hier nur meine Meinung.

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#7
 Von 
spatenklopper
Status:
Gelehrter
(10792 Beiträge, 4233x hilfreich)

Zitat (von Anami):
zu 1: Kommt auf das Einkommen des Kindes an.

Nein, darauf kommt es bei einem volljährigen Kind, welches nicht in Ausbildung ist, nicht an.

Zitat (von Anami):
zu 3: Nein.

Eventuell doch.
Zitat (von lyra82):
Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass die Jugendämter das universell bejahen.

Dann sind die Jugendämter etwas vorschnell.

Es gilt/galt:

– Bundesfreiwilligendienst:
Auch der Bundesfreiwilligendienst dient nicht der Berufsausbildung. Ein volljähriges Kind, das den Freiwilligendienst ableistet, hat deshalb keinen Unterhaltsanspruch (Gerhardt/Seiler, Handbuch des Fachanwalts Familienrecht, 6/239)

Diverse OLG haben entgegen dieser Rechtsauffassung und bisherigen Rechtsprechung einen Unterhaltsanspruch bejaht, aber gleichzeitig die Rechtsbeschwerde beim BGH zugelassen.

Sprich, es ist nicht endgültig gesetzlich geregelt.

Das einzige was sicher ist, ist das der Vater nicht vorschrieben kann, wo eine Ausbildung absolviert wird.


-- Editiert von User am 23. Mai 2024 11:47

0x Hilfreiche Antwort

#8
 Von 
Anami
Status:
Unbeschreiblich
(32844 Beiträge, 5748x hilfreich)

Zitat (von spatenklopper):
Nein, darauf kommt es bei einem volljährigen Kind, welches nicht in Ausbildung ist, nicht an.
Müsste der Vater weiterhin Unterhalt zahlen, wenn das Kind einen TZ-oder Minijob ausüben würde und mehr als den väterlichen Unterhalt als Einkommen hätte?
Zitat (von spatenklopper):
Eventuell doch.
Ich meine: Nein, das wäre nicht rechtens.

Signatur:

Ich schreibe hier nur meine Meinung.

0x Hilfreiche Antwort

#9
 Von 
Hunter123
Status:
Schüler
(229 Beiträge, 69x hilfreich)

Zitat (von Anami):
Müsste der Vater weiterhin Unterhalt zahlen, wenn das Kind einen TZ-oder Minijob ausüben würde und mehr als den väterlichen Unterhalt als Einkommen hätte?
Einen Anspruch auf Ausbildungsunterhalt hat das Kind logischerweise nur dann, wenn es sich in schulischer oder beruflicher Ausbildung befindet! Siehe hunderte/tausende(?) anderer Threads im Forum.

0x Hilfreiche Antwort

#10
 Von 
spatenklopper
Status:
Gelehrter
(10792 Beiträge, 4233x hilfreich)

Zitat (von Anami):
Müsste der Vater weiterhin Unterhalt zahlen, wenn das Kind einen TZ-oder Minijob ausüben würde und mehr als den väterlichen Unterhalt als Einkommen hätte?

Nein, er muss überhaupt keinen Unterhalt zahlen, wenn das volljährige Kind keine Ausbildung macht oder studiert.
Dabei ist es auch vollkommen egal, ob das Kind überhaupt einen Job ausübt oder nicht.


Zitat (von Anami):
Ich meine: Nein, das wäre nicht rechtens.

Wie bereits geschrieben, bewegt sich die neueste Rechtsprechung beim Bufdi in diese (deine) Richtung, bevor der BGH dort aber keine Klarheit geschaffen hat, sind auch anderslautende Gerichtsentscheidungen möglich.


-- Editiert von User am 23. Mai 2024 13:54

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#11
 Von 
Anami
Status:
Unbeschreiblich
(32844 Beiträge, 5748x hilfreich)

Zitat (von spatenklopper):
wenn das volljährige Kind keine Ausbildung macht oder studiert.
Wenn das Kind ---jetzt--- das Abitur macht, kann es --jetzt-- noch keine Ausbildung machen. Ausbildungen beginnen iaR im August, September, Oktober.
Dann könnte es --jetzt-- nur um die Unterhaltsmonate ab Schuljahresende bis Ausbildungsbeginn gehen.
Danach hat dieser Vater bis zum Ende der ersten Ausbildung zu zahlen.
Ich hoffe, das Kind braucht bis 25 für die erste Ausbildung.

Ich anstelle des Kindes würde dem UH-Vater schriftlich mitteilen, dass ich meine Ausbildung zum nächst möglichen Termin beginne und bereits in der aktiven Bewerbungsphase bin.
Ich anstelle des Kindes würde mich mit meinem Abizeugnis auch zum Wintersemester an einer Uni immatrikulieren.

Das wären meine Gedankenanstösse zu den Fragen der TE.

Zitat (von spatenklopper):
Wie bereits geschrieben,
Ja, verstehe. Bis dahin darf ich meine Meinung haben, oder?

Signatur:

Ich schreibe hier nur meine Meinung.

1x Hilfreiche Antwort

#12
 Von 
smogman
Status:
Student
(2865 Beiträge, 935x hilfreich)

Zitat (von spatenklopper):
Das einzige was sicher ist, ist das der Vater nicht vorschrieben kann, wo eine Ausbildung absolviert wird.
Warum das hier so breit vertreten wird, ist mir nicht ganz klar. §§ 1610, 1618a BGB sehen das durchaus anders und bieten auch jede Menge Rechtsprechung zu dieser Streitfrage. Zwar kann der Vater dem volljährigen Kind die Ausbildung nicht vorschreiben im Sinne von anweisen, er schuldet aber ggf. auch keinen Unterhalt, wenn das Kind einen völlig ungeeigneten Ausbildungsweg einschlägt oder z.B. die wirtschaftlichen Belange der Eltern missachtet. Die Eltern schulden lediglich eine angemessene Ausbildung unter Beachtung des Gegenseitigkeitsprinzips. Und was das ist, darüber wird seit Jahrzehnten munter gestritten.

0x Hilfreiche Antwort

#13
 Von 
Hunter123
Status:
Schüler
(229 Beiträge, 69x hilfreich)

Zitat (von Anami):
Ich anstelle des Kindes würde dem UH-Vater schriftlich mitteilen, dass ich meine Ausbildung zum nächst möglichen Termin beginne und bereits in der aktiven Bewerbungsphase bin.
Ich anstelle des Kindes würde mich mit meinem Abizeugnis auch zum Wintersemester an einer Uni immatrikulieren.
Anami anstelle des Kindes würde auch nach Ende des Schuljahres (siehe Schulgesetz) Unterhalt beanspruchen können, wenn er sich dann tatsächlich in Ausbildung befindet und dies auch nachweist. Logisch.

0x Hilfreiche Antwort

#14
 Von 
spatenklopper
Status:
Gelehrter
(10792 Beiträge, 4233x hilfreich)

Zitat (von smogman):
Warum das hier so breit vertreten wird, ist mir nicht ganz klar.

Das ist relativ simpel erklärt, denn der Vater "fordert" das hier ->
Zitat (von stephaniep):
Kind soll nur in einer grossen Firma eine Ausbildung beginnen (man habe in kleinen Firmen keine Chancen auf spätere gute Arbeitsplätzen in grossen Firmen). Sollte es keinen Ausbildungsplatz für dieses Jahr bekommen, so soll das Kind ein Bundesfreiwilligendienst (sei gut für den Lebenslauf) absolvieren. Andernfalls würde er den Unterhalt streichen.


Überspitzt ausgedrückt, will der Vater, dass die Tochter eine Ausbildung ihrer Wahl, aber dann doch eher nach seiner Wahl und Kriterien in einem Konzern macht, die Ausbildung zur Schreinerin in der Schreinerei 2 Dörfer weiter, wäre dann doch eher unter seiner Würde.

@stephaniep, man könnte den Vater daran erinnern, dass man in solchen Firmen regelmäßig nur eine Personalnummer ist und die häufigsten Stellenstreichungen passieren wo? ;)

Zitat (von smogman):
§§ 1610, 1618a BGB sehen das durchaus anders

Ich kann keinem der Paragraphen entnehmen, dass gewisse anerkannten Ausbildungsberufe und die Größe eines Ausbildungsbetriebes ausschlaggebende Punkte dafür liefern würden, Unterhaltszahlungen verweigern zu können.

Zitat (von Anami):
Wenn das Kind ---jetzt--- das Abitur macht, kann es --jetzt-- noch keine Ausbildung machen. Ausbildungen beginnen iaR im August, September, Oktober.
Dann könnte es --jetzt-- nur um die Unterhaltsmonate ab Schuljahresende bis Ausbildungsbeginn gehen.

Schön zusammengefasst, nur ging es darum überhaupt nicht .
Die Frage war
Zitat (von stephaniep):
Erlischt die Unterhaltspflicht, wenn das Kind einen Teilzeitjob oder Minijob hat?
, resultierend aus dem
Zitat (von stephaniep):
Plan des Kindes: Ziel noch für dieses Jahr einen Ausbildungsplatz zu bekommen, wenn das nicht klappt Teilzeit arbeiten bis zum Ausbildungsbeginn im kommenden Jahr.

Und die Antwort darauf ist, dass der Vater nicht mehr Unterhaltspflichtig ist, wenn das Kind keine Ausbildung macht, sondern stattdessen einen Mini- / Teilzeitjob annimmt.

-- Editiert von User am 28. Mai 2024 11:01

0x Hilfreiche Antwort

#15
 Von 
Anami
Status:
Unbeschreiblich
(32844 Beiträge, 5748x hilfreich)

Zitat (von spatenklopper):
Schön zusammengefasst, nur ging es darum überhaupt nicht .
Schön, dass du es jetzt auch nochmal erklärst. In #9,10 und 13 steht es bereits. Ich habe es seit 23.5. verstanden, die TE vermutlich auch.

Signatur:

Ich schreibe hier nur meine Meinung.

0x Hilfreiche Antwort

#16
 Von 
smogman
Status:
Student
(2865 Beiträge, 935x hilfreich)

Zitat (von spatenklopper):
Ich kann keinem der Paragraphen entnehmen, dass gewisse anerkannten Ausbildungsberufe und die Größe eines Ausbildungsbetriebes ausschlaggebende Punkte dafür liefern würden, Unterhaltszahlungen verweigern zu können.
Es kommt nicht darauf an, ob eine Ausbildung allgemein anerkannt ist, sondern darauf, dass Sie in diesem Einzelfall für dieses Kind angemessen ist. Und das kann von derartig vielen Faktoren abhängig sein, dass pauschale Aussagen schwierig sind.

...wenn der Vater in diesem konkreten Fall seine bisher nur spekulativ oder überspitzt vorgebrachten Aussagen in einem Gerichtsverfahren von einem Anwalt vernünftig und substantiiert darlegen lässt, dann muss das Kind das Gegenteil beweisen. Daran scheitern sehr viele Verfahren im Unterhaltsbereich und das Kosten- und Zeitrisiko muss man auch erst mal eingehen.

Zwischen Recht haben und Recht bekommen können gerne auch mal Jahre vergehen. Und das sollte man durchaus wissen, bevor man sich auf dieses Prozedere einlässt.

Der Grat zwischen "Spielregeln aufstellen" und sinnvollem Rat des Vaters ist hier scheinbar schmal.

Ganz unabhängig davon, kommt bei Berufsausbildungen volljähriger Kinder heutzutage in aller Regel gar kein Unterhaltsanspruch mehr heraus, außer die Eltern verdienen gut. Wenn rechnerisch kein Anspruch mehr besteht, braucht man sich über die Auswahl natürlich auch keine Gedanken mehr zu machen.

0x Hilfreiche Antwort

#17
 Von 
spatenklopper
Status:
Gelehrter
(10792 Beiträge, 4233x hilfreich)

Zitat (von smogman):
Es kommt nicht darauf an, ob eine Ausbildung allgemein anerkannt ist, sondern darauf, dass Sie in diesem Einzelfall für dieses Kind angemessen ist. Und das kann von derartig vielen Faktoren abhängig sein, dass pauschale Aussagen schwierig sind.


Hast Du da mal in diese Richtung gehende Urteile zu?
Es interessiert mich wirklich, wie ein Gericht da den Grat zwischen "Angemessenheit" und freier Berufs- / Ausbildungswahl und Persönlichkeitsentfaltung beschreitet.

Zitat (von Anami):
Schön, dass du es jetzt auch nochmal erklärst. In #9,10 und 13 steht es bereits. Ich habe es seit 23.5. verstanden, die TE vermutlich auch.

Dann ist ja gut, ist bei Dir nicht immer so klar, wann der
Zitat (von Anami):
Bis dahin darf ich meine Meinung haben, oder?
Teil vorbei ist, zumal es bis inkl. #11 offensichtlich nicht der Fall war.

0x Hilfreiche Antwort

#18
 Von 
Anami
Status:
Unbeschreiblich
(32844 Beiträge, 5748x hilfreich)

Zitat (von spatenklopper):
ist bei Dir nicht immer so klar,
Das dürfte mE wohl auch das wirklich allerletzte Kriterium sein, ob ICH mit meiner Meinung richtig/falsch liege.


Signatur:

Ich schreibe hier nur meine Meinung.

0x Hilfreiche Antwort

#19
 Von 
spatenklopper
Status:
Gelehrter
(10792 Beiträge, 4233x hilfreich)

Zitat (von Anami):
Das dürfte mE wohl auch das wirklich allerletzte Kriterium sein, ob ICH mit meiner Meinung richtig/falsch liege.


In einem Forum, welches sich mit Rechtsfragen beschäftigt, kommt es immer darauf an, wie man diese vertritt, es ist niemandem dabei geholfen falsche oder irreführende Informationen zu verbreiten, zumal grade in diesem Bereich enorme Nachteile dadurch entstehen können, wenn sich jemand darauf verlässt.

Aber das ist eine Diskussion die hier nicht hin gehört.

0x Hilfreiche Antwort

#20
 Von 
smogman
Status:
Student
(2865 Beiträge, 935x hilfreich)

Zitat (von spatenklopper):
Hast Du da mal in diese Richtung gehende Urteile zu?
Es interessiert mich wirklich, wie ein Gericht da den Grat zwischen "Angemessenheit" und freier Berufs- / Ausbildungswahl und Persönlichkeitsentfaltung beschreitet.


AG Bruchsal, Beschluss vom 28.06.2022 – 5 F 100/22 zur Unangemessenheit einer Realschule bei schwerbehinderter Förderschülerin
OLG Frankfurt, Urteil vom 15.07.1985 - 5 UF 107/84 zur Unangemessenheit eines privaten Gymnasiums bei Versagen an öffentlicher Schule
OLG Stuttgart, Urteil vom 16. 3. 1979 - 15 UF 198 u. 245/78 zur Unangemessenheit eines ins "blaue hinein" aufgenommenen Studiums
OLG Zweibrücken, Urteil vom 27.09.1984 - 6 UF 12/84 zur Unangemessenheit eines Studiums bei einem Drogenkonsumenten
OLG Koblenz, Beschluß vom 07-08-1990 - 11 WF 655/90 zur Unangemessenheit eines Parkstudiums
BGH, Urteil vom 21. 1. 2009 - XII ZR 54/06 zur Pflicht des Studenten am Studienort zu wohnen

...in allen Fällen ging es um anerkannte Ausbildungen, teilweise sogar um die Schule. Und dennoch ist es aus den unterschiedlichsten Gründen nicht überall zur Unterhaltszahlung gekommen, weil Punkte vorlagen, die eine anerkannte Ausbildung im jeweiligen Einzelfall zu einer unangemessenen Ausbildung gemacht haben.

Natürlich kann ein volljähriges Kind dem Grunde nach seine Ausbildung selbst aussuchen. Es ist aber eben auch auf die Belange der Eltern unter Ausfluss des Gegenseitigkeitsprinzips und Rücksichtnahme sowie der individuellen Eignung zu achten. Was man darunter konkret versteht, darüber lässt sich (im Zweifel gerichtlich) streiten.

0x Hilfreiche Antwort

#21
 Von 
Anami
Status:
Unbeschreiblich
(32844 Beiträge, 5748x hilfreich)

Zitat (von spatenklopper):
wenn sich jemand darauf verlässt.
Gerade deshalb findet sich unter jedem meiner Beiträge meine Signatur. Gerade deshalb!
Und weil hier Rechtsberatung (mit/ohne Verlass) gar nicht erlaubt ist, ich demzufolge weder solche geben kann/will/darf, sollte sich kein Fragesteller darauf verlassen.
Du bist viel länger Nutzer des Forums, du kennst die NB viel länger als ich....das gehört hier also wirklich nicht hin.
btw. fragt hier die Mutter, ob der Vater...für die Tochter---> wer sollte sich hier auf wen oder was verlassen?

Signatur:

Ich schreibe hier nur meine Meinung.

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