Unterhalt Volljährigkeit

1. Juli 2015 Thema abonnieren
 Von 
Maja-Ratlos
Status:
Frischling
(29 Beiträge, 18x hilfreich)
Unterhalt Volljährigkeit

Hallo, ich brauche Rat in folgendem Fall:

mein Sohn wurde Mitte Juni 18 Jahre alt und hat da auch sein Abi gemacht. Er macht ab 1.10. eine Ausbildung, ich nehme an, dass die erste Gehaltszahlung Anfang November erfolgt.

Er wohnt noch bei mir (Mutter) und wird auch weiterhin hier wohnen bleiben.

Vater ist wieder verheiratet, seine neue Frau hat einen 450 €-Job. Sein Gehalt: 2000 €.
Ich bin nicht verheiratet, Netto 1500 + 500 € Mieteinkünfte.

Wie hoch ist der Unterhaltsanspruch meines Sohnes?
Wann ist der letzte Unterhalt zu zahlen? (Nur für September oder bis Oktober wenn
- Gehaltszahlung 30.10.
Gehaltszahlung 01.11.

Der Vater zahlt für den Juli 112 € an den Sohn. Ich bin der Meinung, das kann so nicht stimmen.

Vielen Dank für Eure Hilfe :)

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10 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
Hafenlärm
Status:
Lehrling
(1505 Beiträge, 1743x hilfreich)

Zitat:
Wann ist der letzte Unterhalt zu zahlen? (Nur für September oder bis Oktober

Die Frage wäre erstmal, warum überhaupt für Juli, August, September gezahlt werden soll. In dieser Zeit macht der Junge schließlich nichts, kann wie viele andere auch durch einen Nebenjob etwas dazuverdienen, hat den Ausbildungsplatz anscheinend sicher in der Tasche, usw.

Zitat:
Der Vater zahlt für den Juli 112 € an den Sohn. Ich bin der Meinung, das kann so nicht stimmen.
Ich schon. Da kommen ja nochmals 112€ von Ihnen drauf. Sie könnten ja eigentlich sogar mehr aufbringen, da der Vater seiner Frau gegenüber zu Unterhalt verpflichtet ist, Sie aber ohne weitere Lasten sind. In einem älteren Thread haben Sie auch noch von einem weiteren Kind geschrieben. Sie wissen auch nicht, um was der Vater sein Einkommen noch alles bereinigen lassen würde, wenn es denn darauf ankäme. Außerdem gibt es 184€ Kindergeld. Schon sind wir bei 408€. Jetzt bedenke man mal, dass Studenten im Bafögbezug nur einen Regelsatz von 598€ bekommen und damit oftmals eine eigene Wohnung/WG finanzieren. Der Sohn hingegen profitiert durch das gemeinsame Leben mit Ihnen in einer Bedarfsgemeinschaft.
Hinzu kommen eben die Stunden, die der Junge mit seinem Nebenjob verbringt, welche jeweils mit 8,50€ oder mehr bezahlt sind.

Wenn der Vater bereits ist, diese 112€ zu zahlen, ohne die Thematik mit der Übergangszeit anzusprechen und vielleicht sogar ohne Diskussion den Oktober mitzahlt (oder vorstreckt), dann würde ich das so hinnehmen. Sie streiten sich da sowieso nur über Kleinbeträge, wenn den überhaupt.
Seit der Volljährigkeit des Sohne können Sie mit dem Vater sowieso nichts mehr ausdiskutieren. Der Junge müsste dann einen Rechtsanwalt beauftragen, den vermeintlichen Mehranspruch gegen den Vater gerichtlich durchsetzen zu lassen.

-- Editiert von Hafenlärm am 01.07.2015 10:12

1x Hilfreiche Antwort

#2
 Von 
wirdwerden
Status:
Unbeschreiblich
(38428 Beiträge, 14000x hilfreich)

Erst einmal Glückwunsch zum Abitur des Sohnes. Da sind ja heute die Eltern doch stark mitbeteiligt.

So, und nun zum eigentlichen Problem. Ab Volljährigkeit reduziert sich der Unterhalsanspruch des Kindes auf jeden Fall um das volle Kindergeld. Es ist also immer, und ausnahmslos mit dem 18. Geburtstag des Kindes neu zu rechnen.

Ab Volljährigkeit ist auch das betreuende Elternteil mit in der Pflicht. Grob gesagt, es werden die Einkommen beider Eltern bereinigt, addiert, dann wird in der Düsseldorfer Tabelle nachgeschaut, wie hoch der Unterhaltsanspruch des Kindes ist, dann wird das Kindergeld in Abzug gebracht und dann gequotelt. Gezahlt wird immer an das Kind, wie dann Kost und Wohnung verrechnet werden, das ist eine andere Frage. Denn die Eltern haben ja durchaus die Möglichkeit (siehe BGB), den Unterhalt auch in Naturalien zu leisten. Nur, am Anfang muss gerechnet werden, einfach, um die Anteile festzustellen.

Jetzt zur Frage, wie lange die Eltern Unterhalt nach dem Abi leisten müssen. Die Rechtsprechung geht davon aus, dass zwischen Abi und Aufnahme eines Studiums oder aber einer Ausbildung durchaus zu zahlen ist, sofern der Zeitraum nicht über die Gebühr lang ist. Drei Monate sind da noch im Rahmen. Aber, eben beide Elternteile werden herangezogen.

wirdwerden

1x Hilfreiche Antwort

#3
 Von 
Maja-Ratlos
Status:
Frischling
(29 Beiträge, 18x hilfreich)

Erstmal Danke für die Antworten. Vor genau drei Jahren hatten wir das gleiche Problem schon einmal. Der große Sohn (heute 21 und Ende September fertig, bekommt kein Unterhalt mehr da er im Dualen Studium selbst verdient) hatte damals im Sommer Abi gemacht und am 01.10. ein duales Studium begonnen. Der Vater hatte vorher jahrelang nur unregelmäßig und in ihm beliebiger Höhe Unterhalt bezahlt. Auskunftsersuchen kam er nicht nach, so dass die Sache letztendlich beim Familiengericht gelandet ist. Der Familienrichter war damals der Ansicht, dass der 18-jährige in dieser Zeit zwischen Abi und Ausbildung NICHT arbeiten muss, da der Ausbildungsvertrag ab 01.10. ja schon gesichert ist. Der Vater musste den normalen Unterhalt, der auf für die Zeit vor dem 18. Geburtstag festgelegt wurde (rund 350 € pro Monat) weiter zahlen.

Außerdem ist arbeiten gar nicht so einfach, da er im Sommer einen Vorkurs an der Hochschule und ein Praktikum (Dauer insgesamt knapp 7 Wochen und beides Voraussetzung für die Ausbildung) machen muss. (Das musste mein großer Sohn nicht, trotzdem stand lt. Richter arbeiten nicht zur Diskussion).

Das ich ab seiner Volljährigkeit ebenfalls (bar-)unterhaltspflichtig bin, weiß ich, davor will ich mich auch gar nicht drücken sondern einfach wissen, was richtig ist.

Da wir beide etwa gleich viel verdienen, ging ich von einem jeweils zu zahlenden Unterhalt von 240 € aus. ( (664 € abzüglich 184 € volles Kindergeld) = 480 € : 2) Da der Vater nie ein Cent mehr gezahlt hat, wie er musste (und auch das nur nachdem der Richter ihn dazu verdonnert hat) und sich überhaupt nicht um seine Kinder gekümmert hat, sehe ich ehrlich gesagt nicht ein, ihm jetzt was zu schenken.

Und ob er wirklich im Oktober noch zahlt, glaube ich nicht - deshalb die Frage: Müsste er? Da mein Sohn auch im Oktober bei mir wohnt, voll verpflegt wird und zusätzlich Geld für alle Ausgaben + genügend Taschengeld bekommt, trage ich meinen Teil zum Unterhalt im Oktober bei. Vom Arbeitgeber bekommt er ja noch kein Geld.

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#4
 Von 
drkabo
Status:
Weiser
(16508 Beiträge, 9299x hilfreich)


Das Problem wird sein, dass in der Unterhaltsrangfolge der Sohn seit dem Abi ganz nach hinten gerutscht ist (volljährig, keine allgemeinbildende Schule mehr).
Die neue Frau deines Ex-Manns steht vor dem Sohn.
Außerdem steigt der Selbstbehalt des Ex-Mannes auf 1300€.

D.h. von den 2000€ Einkommen des Ex-Mannes werden erst die berufsbedingten Aufwendungen und dann der Unterhalt für seine neue Ehefrau abgezogen. Falls überhaupt noch mehr als 1300€ übrig bleiben, kann der übersteigende Betrag für den Kindesunterhalt eingesetzt werden.
Um 240€ Unterhalt zahlen zu müssen, müssten also beim Ex-Mann nach Abzug der berufsbedingten Aufwendungen und nach Abzug des Unterhalts für die neue Ehefrau noch 1540€ übrig bleiben.
Das erscheint mir optimistisch.


Signatur:

Für alle meine Beiträge gilt §675(2) BGB.

1x Hilfreiche Antwort

#5
 Von 
Momentum
Status:
Beginner
(110 Beiträge, 36x hilfreich)

Also ich habe gelesen, dass bis zum Ende der Berufsausbildung Eltern verpflichtet sind Unterhalt zu zahlen und ab dem 18. Lebensjahr sogar beide Elternteile anteilig (Quelle).
Du kannst auch mal in die Düsseldorfer Tabelle schauen, da sind die Beträge festgelegt.
Ich hoffe, das hilft dir ein wenig, sonst musst du mal direkt einen Experten dafür ansprechen.

1x Hilfreiche Antwort

#6
 Von 
drkabo
Status:
Weiser
(16508 Beiträge, 9299x hilfreich)

Zitat:
Also ich habe gelesen, dass bis zum Ende der Berufsausbildung Eltern verpflichtet sind Unterhalt zu zahlen und ab dem 18. Lebensjahr sogar beide Elternteile anteilig (Quelle).

Das ist auch richtig.
Aber wenn mehrere potenzielle Unterhaltsempfänger da sind (hier: volljähriger Sohn in Ausbildung und neue Ehefrau), dann gibt es eine Rangfolge. Und die ist in §1609 BGB festgelegt. Sollte das Geld des Unterhaltszahlers nicht für alle Unterhaltsberechtigten reichen (was bei 2000€ nicht ganz fern liegt - schließlich muss der Vater ja auch selbst von was leben), wird das Geld nach dieser Reihenfolge verteilt.
Und die neue Ehefrau steht da vor dem volljährigen Kind in Ausbildung. D.h. der Vater zahlt erst den Unterhalt für seine neue Frau und wenn dann noch was übrig bleibt, dann bekommt der volljährige Sohn auch Unterhalt - falls überhaupt noch was übrig bleibt. Wenn nichts für den Sohn übrig bleibt, hat der Sohn halt Pech gehabt. Da der Sohn weder minderjährig noch in der allgemeinen Schulausbildung ist, kann man den Vater auch nicht zwingen, mehr Geld heranzuschaffen.

Signatur:

Für alle meine Beiträge gilt §675(2) BGB.

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#7
 Von 
Momentum
Status:
Beginner
(110 Beiträge, 36x hilfreich)

Das klingt plausibel.
Aber ich finde nach wie vor immer komisch, dass eine neue Frau vor dem leiblichen Kind steht :-/!

1x Hilfreiche Antwort

#8
 Von 
wirdwerden
Status:
Unbeschreiblich
(38428 Beiträge, 14000x hilfreich)

Schau mal, @ momentum, es geht hier nicht darum, dass irgendjemand vor jemandem steht oder wichtiger ist. Fakt ist jedoch dass die Ehe unter ganz besonderem Schutz des Grundgesetzes steht. Und dass die Ehepartner verpflichtet sind, füreinander zu sorgen, auch finanziell. Das zeichnet sich z.B. in der Steuerklasse ab. III oder IV ist nun mal günstiger als I. Und diese Vergünstigung kommt doch auch dem Kind zugute. Nur, die Gewichtung ist etwas anders. Hinzu kommt noch, dass das priviligierte Kind (also der Schüler) letztlich denselben finanziellen Schutz hat wie das minderjährige Kind, nur eben das Kindergeld voll angerechnet wird. Und für nicht mehr Schüler gibt es Unterstützungspakete ohne Ende. Nicht nur BaföG! Und, last but not least, ist doch nur verteilbar, was auch da ist.

wirdwerden

1x Hilfreiche Antwort

#9
 Von 
asd1971
Status:
Student
(2594 Beiträge, 994x hilfreich)

Zitat (von Momentum):
Das klingt plausibel.
Aber ich finde nach wie vor immer komisch, dass eine neue Frau vor dem leiblichen Kind steht :-/!


Achso, also ist das Kind von der neuen Frau nicht das leibliche Kind, wenn er es gezeugt hat? :???:

1x Hilfreiche Antwort

#10
 Von 
Momentum
Status:
Beginner
(110 Beiträge, 36x hilfreich)

Ich dachte, es geht um das Kind der Ex-Frau, was keinen Unterhalt bekommt, weil er den Unterhalt der neuen Frau zahlt. Habe nicht gelesen, dass es um das Kind der neuen Frau geht. Wenn er es mit ihr gezeugt hat, ist das natürlich logisch :) !

Und das natürlich nur das verteilt werden kann, was da ist, ist klar ;)

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