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Unterhalt ab 18 mit weiteren Kindern

 Von 
Emelie0_8
Status:
Frischling
(24 Beiträge, 8x hilfreich)
Unterhalt ab 18 mit weiteren Kindern

Hallo,
im nächsten Jahr wird der uneh. Sohn meines Mannes 18 Jahre (Schüler, unverh. wohnt bei Mutter).
Gemeinsam haben wir zwei Kinder 4&7 Jahre.
Nettoeinkommen Ehemann 2300€ (Durchnschnitt der letzten 12 Monate inkl. Weihnachts-, und Urlaubsgeld)
Einkommen Ehefrau 405€
Wir leben im Eigenheim (Hausbesitzer Ehefrau - bereits vor der Ehe) und zahlen ca. 850€ Kreditraten für Umbaumaßnahmen ab (Kredite laufen auf meinen Mann und mich gemeinsam)

Einkommen Kindsmutter noch nicht bekannt - Teilzeitjob evtl. 800-1000€.

1.Frage. Wie wird in unserem Fall das bereinigte Nettoeinkommen berechnet (vor 5Jahren bei Neuberechnung des JA wurden 5% berufsbed. Aufwendungen und Altersvorsorge €97,30) angerechnet / wg. Wohnen wurde weder abgezogen noch dazugezählt)

2. Wie würde sich der Unterhalt auf die Kinder aufteilen? Die gemeinsamen Kinder werden doch auch mit berücksichtigt?

3. Sollten wir die Berechnung veranlassen (Titel besteht bis zur Volljährigkeit) oder Zahlungen einstellen und warten?

Danke im Voraus.
Viele Grüße

-- Editiert von Emelie0_8 am 08.10.2019 11:51

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Nicht genau ihre Frage? Wir haben weitere Antworten zum Thema
Unterhalt Mutter Neuberechnung wohnen


10 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
smogman
Status:
Praktikant
(785 Beiträge, 233x hilfreich)

Zitat (von Emelie0_8):
1.Frage. Wie wird in unserem Fall das bereinigte Nettoeinkommen berechnet (vor 5Jahren bei Neuberechnung des JA wurden 5% berufsbed. Aufwendungen und Altersvorsorge €97,30) angerechnet / wg. Wohnen wurde weder abgezogen noch dazugezählt)
Die Frage der Berücksichtigung von Kredittilgungsraten beim Kindesunterhalt ist aufgrund einer BGH Entscheidung zum Trennungsunterhalt derzeit etwas umstritten. Neuere Literatur geht davon aus, dass dem Wohnvorteil neben den Zinsen auch die Kredite entgegengerechnet werden sollte (was ich persönlich befürworte). Letztlich führt das dazu, dass der Wohnvorteil ggf. bis auf 0 sinkt. Das wäre im Endergebnis das gleiche wie damals schon.


Zitat (von Emelie0_8):
2. Wie würde sich der Unterhalt auf die Kinder aufteilen? Die gemeinsamen Kinder werden doch auch mit berücksichtigt?
Nach der geschilderten Konstellation würde ich dem Vater die Barunterhaltspflicht für alle drei Kinder zuschreiben. Da alle gleichrangig sind, müsste geschaut werden, ob alle Unterhaltsbeträge abgedeckt sind. Das müsste bei 2.3 netto eigentlich klappen.


Zitat (von Emelie0_8):
3. Sollten wir die Berechnung veranlassen (Titel besteht bis zur Volljährigkeit) oder Zahlungen einstellen und warten?
Was spricht dagegen seine Klärungsbereitschaft dem volljährigen Kind zu signalisieren?

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#2
 Von 
Emelie0_8
Status:
Frischling
(24 Beiträge, 8x hilfreich)

Danke für die schnelle Antwort. Ich würde es auch gerne rechtzeitig klären, lese aber immer wieder Ratschläge, man soll abwarten bis der Unterhaltsempfänger Ansprüche stellt...

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#3
 Von 
smogman
Status:
Praktikant
(785 Beiträge, 233x hilfreich)

Für Menschen, die sich gut auskennen, gibt es im Unterhaltsbereich zahlreiche Möglichkeiten dem Gegenpart richtig auf die Nerven zu gehen. Dazu würde z.B. einer der Klassiker gehören, sich bei befristetem Unterhaltstitel ab Volljährigkeit tot zu stellen. Doch welchen Hintergrund hätte dieses Verhalten, außer dass man vielleicht hofft, dass das Kind nichts mehr finanziell von einem will und/oder die eigenen Fristen versäumt. Unter dem rechtlichen Gesichtspunkt von Treu und Glauben kann ich solch ein Verhalten nur bei hochstrittigen Familienverhältnissen halbwegs nachvollziehen. Immerhin hat hier der Vertreter des Kindes in der Minderjährigkeit scheinbar sogar einem befristeten Titel zugestimmt (was nicht hätte sein müssen). Dieses entgegengebrachte Vertrauen würde ich nun nicht durch ein solches Verhalten verletzen.

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#4
 Von 
Marcus2009
Status:
Lehrling
(1701 Beiträge, 1045x hilfreich)

Zitat (von Emelie0_8):
im nächsten Jahr wird der uneh. Sohn meines Mannes 18 Jahre (Schüler, unverh. wohnt bei Mutter).

Wenn dies so ist, dann ist der Sohn privilegiert und damit auch nach Eintritt der Volljährigkeit auf der gleichen Rangstufe wie die beiden minderjährigen Kinder.

Unter diesen Umständen dürfte der Sohn auch nach seinem 18. Geburtstag Anspruch auf Unterhalt haben und bedürftig sein.

Der Unterhalt ist dann auf Basis und quotiert nach dem Einkommen der beiden Elternteile zu zahlen.

Zitat (von Emelie0_8):
Nettoeinkommen Ehemann 2300€ (Durchnschnitt der letzten 12 Monate inkl. Weihnachts-, und Urlaubsgeld)

Das Einkommen der Ehefrau spielt vermutlich keine Rolle. Ebensowenig wie ihr Immobilienbesitz.

Zitat (von Emelie0_8):
Einkommen Kindsmutter noch nicht bekannt - Teilzeitjob evtl. 800-1000€.

Das sollte man verifizieren.

Wenn man diese Einkommen unterstellt, dann dürfte die Kindesmutter nicht leistungsfähig sein (abgesehen vom Naturalunterhalt den sie erbringt). Und damit bleibt der Kindesvater für alle drei Kinder barunterhaltspflichtig.

Mit 2.300 Euro dürfte der Kindesvater auch leistungsfähig sein. Die Unterhaltshöhe ergibt sich aus der Düsseldorfer Tabelle.

Ich würde empfehlen, die Sache von einem Anwalt berechnen zu lassen. Insbesondere um zu prüfen, ob es noch Möglichkeiten gibt, das Einkommen zu mindern. Und auf der Basis dann mit dem Sohn in Verhandlungen zu treten, um den Unterhalt möglichst einvernehmlich zu regeln. Da der Unterhaltstitel erfreulicherweise bis zur Volljährigkeit beschränkt ist, würde ich das dem Sohn rechtzeitig vorher mitteilen und die Zahlungen nach dem 18. Geburtstag erst einmal einstellen, wenn es bis dahin zu keiner Einigung gekommen ist.

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#5
 Von 
DetersRobin
Status:
Frischling
(45 Beiträge, 3x hilfreich)

Hallo @Emelie0_8,
ich kann mich den anderen Forenmitgliedern auch nur anschließen. Um es wirklich sauber anzugehen würde ich die Berechnung einem Anwalt überlassen. Parallel ergibt sich die Unterhaltshöhe aus der Düsseldorfer Tabelle, um selbst ein Gefühl für die Situation zu bekommen hilft das schon ganz gut. Und der uneheliche Sohn wird aufgrund seines Schüler-Daseins noch unterhaltsbedürftig sein. LG Robin

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#6
 Von 
edy
Status:
Junior-Partner
(5356 Beiträge, 2274x hilfreich)

Hallo,

ein wichtiger Punkt:

ab Volljährigkeit wird das volle Kindergeld auf den Bedarf angerechnet.

edy

Signatur:Ein freundliches "Hallo" setzt sich auch in Foren immer mehr durch.
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#7
 Von 
Emelie0_8
Status:
Frischling
(24 Beiträge, 8x hilfreich)

Danke für die Antworten. Darf der Kindsvater die Unterlagen bzw. die Verdienstabrechnung der KM anfordern? Kann die Mutter die Auskunft verweigern um den Unterhalt selbst berechnen zu lassen? Vg

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#8
 Von 
Sir Berry
Status:
Schlichter
(7646 Beiträge, 2644x hilfreich)

Zitat (von Emelie0_8):
Darf der Kindsvater die Unterlagen bzw. die Verdienstabrechnung der KM anfordern?

Ja, das Recht besteht. Hat der BGH schon vor jahren entschieden.

Zitat (von Emelie0_8):
Kann die Mutter die Auskunft verweigern um den Unterhalt selbst berechnen zu lassen?
Faktisch ja - aber sie setzt sich dann einem Klagerisiko aus.

Ich habe immer empfohlen mit dem bald Volljährigen vernünftig zu reden und ihn über die Situation aufzuklären, incl, dessen was er unternehmen muss um weiter U zu erhalten.

Berry

Zitat (von smogman):
Neuere Literatur geht davon aus, dass dem Wohnvorteil neben den Zinsen auch die Kredite entgegengerechnet werden sollte (
Gemeint ist sicherlich die Tilgung; allerdings kann die schon seit Jahren im Wege der sekundären Altersvorsorge angerechnet werden.

Berry

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#9
 Von 
smogman
Status:
Praktikant
(785 Beiträge, 233x hilfreich)

Ja, ich meinte natürlich die Tilgung, da hast du Recht. Sekundäre Altersvorsorge ist halt nach oben hin beschränkt auf Angemessenheit (4% bzw. 24%). Diese Summe wird von Tilgungsraten meist sehr deutlich überschritten. Insofern halte ich das schon für einen Diskussionspunkt beim Wohnvorteil.

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#10
 Von 
Marcus2009
Status:
Lehrling
(1701 Beiträge, 1045x hilfreich)

Zitat (von Emelie0_8):
Darf der Kindsvater die Unterlagen bzw. die Verdienstabrechnung der KM anfordern? Kann die Mutter die Auskunft verweigern um den Unterhalt selbst berechnen zu lassen?

Wie schon mein Vorredner dargelegt hat, hat der Kindesvater ein Auskunftsrecht gegenüber der Kindesmutter. Und das kann er notfalls einklagen.

Allerdings muss man hier folgendes anmerken: Wenn das Einkommen der Kindesmutter tatsächlich so gering ist, wie vermutet wird, dann wird sich auch nach der Auskunft vermutlich keine andere Unterhaltshöhe für den Kindesvater ergeben. Da muss man halt abwägen, ob es sich lohnt, Klage zu erheben..

Im übrigen kann die Kindesmutter berechnen lassen was sie will. Entweder gelingt eine einvernehmliche Regelung zwischen dem Sohn und dem Kindesvater. Oder ein Gericht wird notfalls den Unterhalt festlegen. Die Kindesmutter ist NICHT der Anspruchssteller, well das Kind volljährig ist.

Insofern ist der Unterhalt ab dem 18. Lebensjahr an den Sohn zu zahlen. Aber in jedem Fall sollte man ohne Einigung - ob einvernehmlich oder gerichtlich - nicht einfach zahlen. Denn zuviel bezahlter Unterhalt gilt i.a. als verbraucht und könnte dann "futsch" sein !

-- Editiert von Marcus2009 am 11.10.2019 16:10

-- Editiert von Marcus2009 am 11.10.2019 16:12

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