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Unterhalt an im Altenheim Lebenden Mutter zahlen?

 Von 
tamkat
Status:
Beginner
(52 Beiträge, 9x hilfreich)
Unterhalt an im Altenheim Lebenden Mutter zahlen?

Mal angenommen da ist ein Mann, er wird von der Stadtverwaltung aufgefordert Unterhalt an seine Mutter zu zahlen.
Die Mutter lebt zurzeit in einem Altenheim und bezieht Hilfe zur Pflege nach den Bestimmungen des Sozialgesetzbuches XII. Buch (SGB XII).

Mal angenommen der Mann ist 55 Jahre und seit 34 Jahren verheiratet, er lebt mit seiner Frau alleine im Gemeinsamen Haushalt. Seine Frau hat kein Einkommen und bekommt keine Rente. Seine Frau ist zu 70% Schwerbehindert Merkzeichen GB.

Der Mann ist zu 100% Schwerbehindert Merkzeichen aG und ist auf den Rollstuhl angewiesen. Der Mann hat Pflegegrad 2.
Der Mann bekommt eine volle Erwerbsunfähigkeitsrente in höhe von 1375.- Euro, es wird ein Pflegegelg für ihn in höhe von 316.- Euro gezahlt. Seine Ehefrau hat keinerlei Einkommen.

Der Mann muss für die Kaltmiete 477,20 Euro pro Monat bezahlen, außerdem 47,00 Euro pro Monat für Heizkosten und 151,00 Euro an Strom.

Meine Frage wäre jetzt, muss der Mann Unterhalt an seine Mutter bezahlen, obwohl er ein so geringes Einkommen hat, und er und seine Frau Schwerbehindert sind?

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Nicht genau ihre Frage? Wir haben weitere Antworten zum Thema
Mutter Einkommen Frage Mann


3 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
fb367463-2
Status:
Master
(4509 Beiträge, 2270x hilfreich)

Sie werden nichts zuzahlen müssen, denn Sie reißen den Selbstbehalt nicht, zusätzlich sind Sie Ihrer Frau gegenüber unterhaltspflichtig.

Zitat:
Festgelegt ist der Mindestselbstbehalt: Er beträgt 1800 Euro netto pro Monat für Alleinstehende. Hier ist die Warmmiete in Höhe von 480 Euro bereits enthalten. Höhere Wohnkosten können unter Umständen berücksichtigt werden.

Beim Elternunterhalt darf immer nur die Hälfte des bereinigten Einkommens (siehe unten), das über dem individuellen Mindestselbstbehalt liegt, eingefordert werden.
Beispiel: Bei einem bereinigten Einkommen von 3000 Euro netto im Monat werden zunächst 1800 Euro als Mindestselbstbehalt abgezogen. Von den verbleibenden 1200 Euro müssen dann maximal 600 Euro im Monat für den Elternunterhalt eingesetzt werden.

Die Situation bei Verheirateten ist deutlich komplizierter, da sich der Elternunterhalt in diesem Fall nach den Einkommen beider Ehegatten richtet. Der gemeinsame Selbstbehalt ist allerdings auch deutlich höher. Er beträgt zusätzlich zu den 1800 Euro Mindestselbstbehalt des Ehepartners, mindestens 1440 Euro (einschließlich 380 Euro Warmmiete).

https://www.verbraucherzentrale.de/wissen/gesundheit-pflege/pflege-im-heim/elternunterhalt-wann-muessen-kinder-fuer-pflegebeduerftige-eltern-zahlen-28892

Signatur:Wenn mein Beitrag hilfreich ist, freue ich mich über einen Klick auf "hilfreich" unten. Danke :)
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#2
 Von 
tamkat
Status:
Beginner
(52 Beiträge, 9x hilfreich)

Mal angenommen der Mann hätte ein Guthaben von 4000.- Euro auf seinem Konto, könnte die Stadt es ihm wegnehmen?

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#3
 Von 
Anami
Status:
Praktikant
(952 Beiträge, 539x hilfreich)

Zitat (von tamkat):
könnte die Stadt es ihm wegnehmen?
Moin, nö. Wegnehmen geht so oder so nicht.
Außer dem Selbstbehalt aus Einkommen gibt es auch noch das geschützte Vermögen.
Deine 4.000,- wird das Sozialamt also nicht für die Pflegekosten deiner Mutter fordern.

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