Unterhalt bei Volljährigen

21. September 2023 Thema abonnieren
 Von 
isd71
Status:
Beginner
(59 Beiträge, 9x hilfreich)
Unterhalt bei Volljährigen

Guten Morgen,

hier meine Vorgeschichte. Ich habe 2 Söhne (22 und 24 Jahre alt). Ich habe meine Kinder seit 2003 allein großgezogen, der Kindsvater hat überwiegend keinen UH bezahlt.
Mein älterer Sohn hatte einige Probleme und ist vor 2 Jahren ausgezogen, hat jetzt eine Ausbildung begonnen und sein Leben in den Griff bekommen - dabei habe ich ihn unterstützt (weniger mit Geld eher mit Rat und Tat).

Mein Jüngster ist Anfang 2019 Volljährig geworden und lebte immer bei mir. 2020 hat er sein Abitur gemacht und eine Ausbildung bekonnen - diese endet im Januar 2024 (also in knapp 4 Monaten).

Ich habe mich hochgearbeitet und 2021 geschafft, ein Haus zu bauen, in dem er mit mir lebte. Wir hatten immer ein gutes Verhältnis. NEben der Aussbildung arbeitete er seit er 18 war in einem Nebenjob. Im letzten Winter verstarb mein Onkel und meine Tante schenkte uns das Auto des Onkels (Wer ca. 7000 €).
Im Sommer diesen Jahres hat mein Sohn dann seinen NEbenjob gekündigt, weil er mehr Zeit für seine neue psychisch kranke Freundin haben wollte. Diese hatte mit ihrer Mutter Probleme und zog im Mai aufeinmal bei uns ein - angeblich für 2 Wochen. Sie fand dann 80 km weit weg eine Wohnung ab 09/2023. Am 30.08. wollte mein Sohn dann ein Gespräch mit mir, in dem er mir mitteilte, dass er auch zu seiner Freundin zieht. Er hat bei mir 2 Zimmer, die Berufsschule ist im Ort und sein Ausbildungsplatz 15 km entfernt. Ich war wirkllich sprachlos. Er meinte, wir hätten ja kein gutes Verhältnis und so würde sich das mit der Entfernung bessern. 36 h später war er ohne sich zu verabschieden weg.
Seitdem werde ich mit Briefen und whatsapp Nachrichten bedroht und aufgefordert Unterhalt zu zahlen und sein Kindergeld "rauszurücken". Ich würde ihn sonst kennenlernen und er würde andere Seiten aufziehen. Ich habe ihm versucht zu erklären, dass er wir in Ruhe darüber reden müssen - das blogt er ab. ICh wäre nie stolz auf ihn gewesen und er hätte sich nie angenommen gefühlt - wir sind alle echt ratlos und verstehen die Welt nicht mehr. Meine Mutter z. B. meinte nur "was ist denn mit dem los, er hat doch alles gehabt und wurde verwöhnt"?
Außerdem habe ich ihm erklärt, dass UH erstmal berechnet werden muss. Von Vater und Mutter - und sein Vater auch noch eine minderjährige Tochter hat, nebenbei ist ja sin Bruder auch in der 1. Ausbildung. Soviel würde er also nicht bekommen. Das geerbte Auto hat er auch mitgenommen, zugelassen auf mich. Sonst wäre ja seine Existenz gefährdet. Gestern habe ich nun eine Einschreiben" von Ihm erhalten, indem ich in der "Sie" Form von ihm aufgefordert werde, ab seiner Volljährigkeit (01/2019) rückwirkend UH und Kindergeld sofort an ihn auszuzahlen, das Auto würde er nicht rausrücken und er würde auch das "Kostgeld" (100 €) zurückfordern, dass er seit Ausbildung zahlen sollte, damit er lernt mit Geld umzugehen (mußte sein Bruder auch). Er hat mir eine Frist bis 01.10. gesetzt sonst würde er mich verklagen.

Ich bin immernoch fassungslos, vom emotionalen Punkt mal abgesehen. Was habe ich für Rechte und Pflichten? Er hätte die 4 Monate bis zum Ende seiner Ausbildung hier wohnen können (ich dachte ja alles wäre gut) hätte sich etwas sparen können und dann ausziehen. Jetzt wohnt er 80 km weit weg und verfährt sein ganzes Geld für die Fahrtwege zur Arbeit und zur Berufsschule.

Ich bin - wie man im Text vielleicht erkennt, völlig fertig - wir waren eigentlich immer eine ganz "normale" Familie.

-- Editiert von User am 21. September 2023 11:51

-- Editiert von Moderator topic am 21. September 2023 17:43

-- Thema wurde verschoben am 21. September 2023 17:43

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7 Antworten
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#1
 Von 
lyra82
Status:
Schüler
(213 Beiträge, 40x hilfreich)

Zunächst mal:
Rückwirkend Unterhalt geht nicht, nur ab dem Zeitpunkt wo gefordert, also ab jetzt.
Kindergeld wird mit dem Unterhalt verrechnet.

Der Unterhalt muss berechnet werden. Allerdings lohnt sich der Aufwand kaum, wenn er nur noch wenige Monate Unterhalt bekommt. Wenn überhaupt.
Sein Bedarf wäre maximal 930 €, davon gehen ab KG und sein eigener Verdienst.
Der Rest muss von Vater und Mutter anteilig nach ihrem Gehalt gezahlt werden. Dazu muss der Sohn (!) die gesamten Unterlagen von beiden Elternteilen anfordern und auch jeweils an diese weiterleiten.
Ebenso muss er seine eigenen Einkünfte offenlegen.
Solange er das nicht tut, braucht man auch nichts zahlen.

Das Auto würde ich zurückfordern. Zumindest, um erst mal Kontra zu geben. Frist setzen.

Du kannst da gelassen bleiben, das "verklagen" soll er erst mal machen. Sein Anwalt wird ihm die Krone zurechtrücken. :-)

Signatur:

--- (nur meine Laienmeinung) ---

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#2
 Von 
wirdwerden
Status:
Unbeschreiblich
(38204 Beiträge, 13950x hilfreich)

Da Du ihm keinen Unterhalt zahlst, kann er einen Abzweigungsantrag bei der Familienkasse stellen, dann wird das Kindergeld an ihn überwiesen. Bis das soweit ist, würde ich es ihm überweisen, einfach, um mich nicht angreifbar zu machen.

So, nun zum Rest. Du unterhältst ein Auto, für welches Du haftest, hast aber insoweit keinen Einfluss auf irgend was. Ich würde es herausfordern. Oder mit dem Sohn eine Übereignung durchziehen; dann haftet er auch, und gut ist.

Nun zum Unterhalt. Richtig ist, dass beide Elternteile verantwortlich sind, wenn denn in der Ausbildung incl. Kindergeld nicht der oben genannte Betrag zur Verfügung steht. Allerdings, § 1612 BGB haben die Eltern gegebenenfalls ein Wahlrecht. Das bedeutet, sie können entscheiden, ob sie Unterhalt in Naturalien leisten (Hotel Mama) oder aber in Geld und Kostgeld nehmen. Hier ist es so, dass der Sohn nicht ausbildungsbedingt von zu Hause wegziehen musste. Auch da kannst Du Dich also erfolgreich wehren.

Dumme Frage: wie viel Ausbildungsvergütung steht ihm denn zur Verfügung, netto?

wirdwerden

2x Hilfreiche Antwort

#3
 Von 
isd71
Status:
Beginner
(59 Beiträge, 9x hilfreich)

Um die Frage zu beantworten - er ist jetzt im 4. Lehrjahr und müßte ca. 650 Euro netto verdienen. Vielen Dank schon einmal für die Antworten!

0x Hilfreiche Antwort

#4
 Von 
wirdwerden
Status:
Unbeschreiblich
(38204 Beiträge, 13950x hilfreich)

Na ja, 650 + 250 = 900. Selbst wenn man zu einem Unterhaltsanspruch käme (den ich nicht sehe), die Ausbildung ohnehin demnächst beendet ist (Du schreibst, in vier Monaten), weise ihn auf den Abzweigungsantrag hin, den er bei der Familienkasse stellen muss, überweise ihm bis der durch ist, das Kindergeld + 30 €. Weise darauf hin, dass diese Zahlung ohne Anerkennung einer Rechtspflicht erfolgt. Denn, wenn Du den PKW unterhältst, kann man durchaus auch der Ansicht sein, dass Dir deshalb auch das Kindergeld zusteht, aber da muss man sich jetzt ja auch nicht streiten, lohnt sich m.E. nicht.

So, und wenn die Ausbildung beendet ist, werden auch diese Zahlungen eingestellt und dann ist insoweit Ruhe. PKW gesondert klaren, denn Du willst ja wohl kaum Versicherung und Steuer für das Teil zahlen, bis der Tod des Wagens Deinen Sohn und ihn scheiden?

wirdwerden

0x Hilfreiche Antwort

#5
 Von 
isd71
Status:
Beginner
(59 Beiträge, 9x hilfreich)

Ich habe noch vergessen zu erwähnen, dass ich einen UH Titel aus dem Jahr 2005 gegen den Vater meiner Kinder habe, den ich auf meine Kosten (Gerichtsvollzieher usw.) in den letzten Jahrzenten immer wieder eingetrieben habe. Die Kosten die mir entstanden sind, habe ich von den eingetriebenen Zahlungen abgezogen, den Rest teile ich über einen Anwalt (der mich jetzt nicht beraten kann, wegen Interessenskonflikt, weil er ja offiziell die Jungs in der Pfändung (Volljährigkeit) vertritt) auf die Jungs auf - dort erhält er nun separat 100 Euro auf sein Konto.

0x Hilfreiche Antwort

#6
 Von 
lyra82
Status:
Schüler
(213 Beiträge, 40x hilfreich)

Ok, hast du noch Fragen?
Wie wirst du vorgehen?

Signatur:

--- (nur meine Laienmeinung) ---

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#7
 Von 
wirdwerden
Status:
Unbeschreiblich
(38204 Beiträge, 13950x hilfreich)

Also, 650 + 250 + 100 = 1000 € im Monat. Damit bist Du ohnehin draußen.

wirdwerden

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