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Uunterhalt 18-jähriger mit Späßchen des Lebens

 Von 
maxnet
Status:
Frischling
(2 Beiträge, 1x hilfreich)
Uunterhalt 18-jähriger mit Späßchen des Lebens

Hallo miteinander. Ich bin neue hier und brauche von euch vielleicht hm… wie soll ich sagen, einen Rat / Hilfe / Tipp wie auch immer man das nennen kann.
Folgende Situation:
Ich bin seit eine Ewigkeit geschieden (genau gesagt seit 14 Jahren). Aus dieser Ehe habe ich eine Tochter. Meine Tochter ist 18 geworden, also sie ist nun volljährig. Weil meine Tochter noch zur Schule geht, ist sie (gem. Gesetz-Nennung) privilegiertes Kind. Ok. Bis jetzt war alles relativ einfach.
Seit über 12 Jahren habe ich kein Kontakt mehr zu meinem Kind (und mit der Mutter sowieso).
Alle diese Jahre habe ich den Unterhalt brav gezahlt. Summa-summarum…. ah egal, auf jeden Fall sehr viel, da ich relativ gut verdient habe. Ich hab meinen Pflicht nie in Frage gestellt, sondern einfach nach die „Düsseldorfer Tabelle" gezahlt. Logischerweise alle Abrechnungen und Steuerbescheide dem Anwalt meiner Exfrau vorgelegt und entsprechend die Zahlungen gem. Altersgruppe angepasst.
Was meine Exfrau so macht und wovon sie eigentlich lebt, habe ich nie erfahren. Mich geht es im Prinzip nicht an. Wohl aber jetzt, seit dem meine Tochter volljährig ist.

Da ich seit mehreren Jahren kein Kontakt, weder mit der Tochter noch mit der Exfrau hatte, habe ich über einen Anwalt die Anfrage gestellt, mit der Bitte um einen Auskunft zwecks neuer Berechnung der Unterhaltansprüche.
Die Anfrage richtete sich an meiner Tochter, weil ab 18 sie, und nicht wie vorher meine Exfrau, für mich der Ansprechpartner für alle Angelegenheiten ist.
Jetzt wird es interessant. Auf meine Anfrage hat der Anwalt meiner Exfrau. Ok. Es ist auch legitim, dass meine Tochter „zufälligerweise" den Anwalt von meiner Exfrau in Anspruch genommen hat.
Aus dem Schreiben habe ich erfahren, dass meine Tochter noch eine Schülerin ist, und lebt im Haushalt der Mutter, daher muss ich weiterhin zahlen und zwar allein. Weil die Mutter Sozialhilfe seit 10+ Jahren bezieht.
Nun kommt meine Frage.
Gibt es eine Möglichkeit / eine Formulierung / eine Aussage / ein Gesätz welches meine Exfrau in der Richtung Arbeitsaufnahme und Selbstversorgung bewegen kann? Wie kann es sein, dass eine gesunde aber alleinerziehende Frau seit mehreren Jahren auf Kosten des Staates und Steuerzahler lebt? Ist es nicht so, dass beide Elternteile gleichwertig für den Unterhalt des Kindes haften und alles daran setzen sollen, um dieser Pflicht nachzugehen? Als das Kind noch klein ist, sehe ich das vollkommen ein. Ich glaube sogar, es ist gesetzlich bis das Kind 12 oder 14 wird, kann man eine Frau gar nicht zum Arbeiten verpflichten. Aber diese Grenze ist längst vorbei. Ich spreche hier noch die moralischen Aspekte gar nicht an, nach dem Motto – welches Vorbild ist die Mutter für die Tochter, was hat meine Tochter in 18 Jahren gelernt und gesehen? Wie sieht die Gesellschaftsfähigkeit von meiner Tochter? Wird aus dieser jungen Frau ein Sozialhilfeempfänger in der zweiten Generation?

Es könnte vielleicht wie meine Abrechnung klingeln, aber mir geht es darum, dass meine Exfrau aufhört mit irgendwelchen Bla-blas und endlich ihre Muttersorge finanziell mit den Taten untermauert.

Vielen Dank für eure Geduld beim Lesen und für eure Rückmeldungen

In diesem Sinne

Maxnet

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Nicht genau ihre Frage? Wir haben weitere Antworten zum Thema
Mutter Kosten Tochter Kind


7 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
Julianka
Status:
Schüler
(183 Beiträge, 62x hilfreich)

quote:
Wie kann es sein, dass eine gesunde aber alleinerziehende Frau seit mehreren Jahren auf Kosten des Staates und Steuerzahler lebt?


Das ist die Frage aller Fragen in unserer ach so gerechten Republik!

quote:
habe ich über einen Anwalt die Anfrage gestellt, mit der Bitte um einen Auskunft zwecks neuer Berechnung der Unterhaltansprüche.


Dann ist doch alles in besten Händen, oder?

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#2
 Von 
nero070
Status:
Bachelor
(3590 Beiträge, 1257x hilfreich)

Hallo Max,

quote:<hr size=1 noshade>Es ist auch legitim, dass meine Tochter „zufälligerweise" den Anwalt von meiner Exfrau in Anspruch genommen hat. <hr size=1 noshade>


Ist es nicht, der Anwalt befindet sich hier in einem Interessenkonflikt. Er kann nicht Mutter und Tochter gleichzeitig vertreten.

quote:<hr size=1 noshade>Gibt es eine Möglichkeit / eine Formulierung / eine Aussage / ein Gesätz welches meine Exfrau in der Richtung Arbeitsaufnahme und Selbstversorgung bewegen kann? <hr size=1 noshade>


§ 1603 Abs.2 BGB Gesteigerte Erwerbsobliegenheit. Wenn die KM keine Tätigkeit aufnimmt, könnte ein fiktives Einkommen, gemäß ihrer Qualifikation, angerechnet werden, welches dann Deine Haftungsquote am Unterhalt mindert.

quote:<hr size=1 noshade>Ich glaube sogar, es ist gesetzlich bis das Kind 12 oder 14 wird, kann man eine Frau gar nicht zum Arbeiten verpflichten. <hr size=1 noshade>


Nicht bevor das Kind 3 Jahre alt ist. Aber dann geht es um Ehegattenunterhalt.

Den Anwalt anschreiben, der möge bitte seine Aktivlegitimation für das Mandat von Mutter und Kind nachweisen.

Gibt´s einen Titel zum bisherigen Unterhalt? Wenn ja, ist dieser bis zur Volljährigkeit des Kindes befristet, oder darüber hinaus gültig.

Wenn befristet, sofort Zahlung einstellen. Wenn unbefristet, sofort das volle Kindergeld auf den Bedarf anrechnen.

LG nero

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#3
 Von 
maxnet
Status:
Frischling
(2 Beiträge, 1x hilfreich)

Guten Abend zusammen.

Vielen Dank, Julianka, für deine Anteilnahme.
Nero70, ganz großes Kino. Vielen Dank.
Ich habe eigentlich daran gar nicht gedacht. Ist eine gemeinsame Legitimation wirklich ein Problem? Es ist bestimmt schon mal vorgekommen, dass die Pare bei der Scheidung einen und denselben Anwalt in Anspruch genommen haben.
Eine Frage zum § 1603 Abs.2 habe ich dennoch. Um den Paragraf amtlich anwenden zu können, muss ich KM verklagen? Wenn „ja" mit welchem Grund? Verletzung der Unterhaltpflicht?

Ein Titel ist vorhanden und ist zeitlich nicht befristet, daher gilt hier für mich – weiter zahlen.


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#4
 Von 
nero070
Status:
Bachelor
(3590 Beiträge, 1257x hilfreich)

Hallo Max,

quote:
daher gilt hier für mich – weiter zahlen.


Ja, aber nur unter Anrechnung des vollen Kindergeldes.

quote:
Es ist bestimmt schon mal vorgekommen, dass die Pare bei der Scheidung einen und denselben Anwalt in Anspruch genommen haben.


Ja, aber auch dann vertritt der RA nur die Interessen der beauftragenden Partei. Da muss man sich schon sehr sehr einig sein.Ansonsten wickelt der RA nur die Scheidung ab. Denn dazu braucht es nur einen RA.

quote:
Um den Paragraf amtlich anwenden zu können


...solltest Du zunächst die KM auf den § hinweisen. Erfolgt keine Reaktion, wirst Du den Gerichtsweg beschreiten müssen und den bisherigen Titel abändern lassen. Im Rahmen dieser gerichtlichen Auseinandersetzung könnte ein entsprechendes fiktives Einkommen angerechnet werden.

quote:
Verletzung der Unterhaltpflicht?


§ 170 stgb? Nein, ehr nicht. zunächst müsste mal über die Leistungsfähigkeit der KM befunden werden.

Nimm Dir einen Fachanwalt für Familienrecht. Ohne den schaffst Du das nicht, oder Du zahlst weiter alleine.

LG nero


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#5
 Von 
Capitano
Status:
Lehrling
(1185 Beiträge, 489x hilfreich)

Hallo maxnet,

ich würd dir raten, nicht zuviel Hoffnung in die Sache mit fiktiven Einkünften zu stecken und schon gar nicht viel Geld in einem Gerichtsverfahren mit ungewissem Ausgang zu versenken.
Die Dame hat Deinen Angaben zu Folge, mind. 10 Jahre nicht gearbeitet. Fiktive Einkünfte dürfen nur angerechnet werden, wenn diese realistisch zu erzielen wären. Nach 10 Jahren dürfte es der Mutter schwer sein, den Berufseinstieg zu finden.
Und selbst wenn:
Du verdienst eigenen Angaben zu Folge relativ gut.
Schau dir mal in der Düsseldorfer Tabelle die Berechnungsweise für Kindesunterhalt für volljährige Kinder an: Es wird nicht einfach anteilig nach Einkommen der Elternteile berechnet. Die Berechnungsweise ist etwas komplizierter und damit ungerechter.
Es wird nämlich nun plötzlich bei jedem Elternteil vom bereinigten Netto-Einkommen der Selbstbehalt abgezogen, und erst dann werden die Einkommen ins Verhältnis gesetzt! Das führt zu einer Extrem-Verschiebung zu Lasten des Besserverdienenden.
Überleg dir, wieviel die Mutter realistisch verdienen könnte, dann mach eine Probe-Rechnung, und dann überleg dir, ob der Aufwand lohnt.

Beste Grüße,
capitano


-- Editiert Capitano am 14.10.2013 17:06

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#6
 Von 
amako
Status:
Student
(2564 Beiträge, 1392x hilfreich)

Hallo,
@capitano
Was von den besser verdienenden Elternteilen als große Ungerechtigkeit angesehen wird, ist eher die gerechte Lösung.
Beispiel:
A bereinigtes Netto €1101
B bereinigtes Netto €2202
Nach deiner Methode (ohne Abzug des Selbstbehaltes) käme es zu einer Quote 2/1, obwohl A eigentlich nur €1 leisten kann (bis zum SB).
Dieses Beispiel ist zwar überspitzt, macht aber die Notwendigkeit des gewählten Verfahrens deutlich. Je näher die Gehälter zusammenliegen, desto weniger bekommt der Abzug Gewicht.
Gruß
Andreas

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"Wer schlau ist, kann sich dumm stellen, anders rum geht es nicht!"

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#7
 Von 
Capitano
Status:
Lehrling
(1185 Beiträge, 489x hilfreich)

Hallo amako, nero und maxnet und alle anderen,

die Berechnungsweise führt aber in vielen Fällen dazu, dass sich ein Elternteil trotz eigener Einkünfte nicht beteiligen muss, obwohl eigentlich so vorgesehen.
(Amakos Beispiel ist auch ein Extrem-Beispiel; die Selbstbehaltsgrenzen sollen ja auch bei reeller Quotelung beibehalten werden).

Die Rechnung verdeutlich jedoch, dass es im vorliegenden Fall ÜBERHAUPT keinen Sinn macht, einen Rechtsstreit anzufangen mit dem Ziel, der Mutter fiktives Einkommen anzurechnen. Im Endeffekt werden sich die Zahlbeträge für den Vater nicht reduzieren.

Gruß,
capitano






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