Vater auf Wunsch

10. Januar 2008 Thema abonnieren
 Von 
Lemmy67
Status:
Frischling
(10 Beiträge, 0x hilfreich)
Vater auf Wunsch

Hallo miteinander,

mal was ungewöhnliches: Meine Freundin und ich haben uns vor kurzem getrennt - obwohl die Liebe auf beiden Seiten nach wie vor groß ist. Es gibt aber leider Umstände die gegen eine gemeinsame Zukunft sprechen.

Sie will unbedingt ein Kind, das steht für sie fest. Schlechteste Möglichkeit für sie: Adoption. Zweitschlechteste: Anonyme Insemination. Beste: Ich mache ihr ein Kind.

Ich hätte auch grundsätzlich nichts dagegen. Da sie aber in Portugal lebt und ich in D (das ist auch unser Hindernis), werde ich nicht in der Lage sein mich um das Kind zu kümmern - auch finanziell nicht.

Sie weiß das, hat kein Problem damit und sagt sie würde niemals Ansprüche irgendwelcher Art stellen.

Aber: Was ist, wenn sie sich es mal anders überlegt, oder ihr etwas passiert? Kann ich mich vorher "vertraglich" oder notariell oder (??) absichern, daß ich nicht irgendwann mit Unterhalt, Sorgepflicht, Erbschaft etc überrascht werde? Ist sowas möglich oder ggf sittenwidrig? Gibt es sonst noch Punkte zu beachten?

Man bedenke: Es ist ihr Herzenswunsch, daß dieses Kind von mir ist, und ich würde ihr diesen Wunsch auch gerne erfüllen (ohne Augenzwinkern, es ist mir ernst)! Aber wir beide sehen mich da eher in der Rolle des "nicht-anonymen Samenspenders" als in der des Vaters.

Danke für Eure Hilfe!

Gruß,

Lemmy

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15 Antworten
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#1
 Von 
Haselstrauch
Status:
Student
(2477 Beiträge, 387x hilfreich)

--- editiert vom Admin

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#2
 Von 
Lemmy67
Status:
Frischling
(10 Beiträge, 0x hilfreich)

Hallo Haselstrauch,

erstmal vielen Dank für Deinen Rat und auch die persönliche Meinung.

Die rechtliche Seite ist dann ja (leider...) klar.

Zur menschlichen: Glaub mir, das ist keine optimale Entscheidung, und das ist mir auch klar. Ich hätte mir auch gewünscht, mit meiner Liebe zusammenzuleben und gemeinsam ein Kind aufzuziehen.

Aber das ist aus vielen verschiedenen Gründen nicht möglich - die hier jetzt alle aufzuzählen würde den Rahmen sprengen, aber auch hier bitte ich um den Glauben, daß wir alles versucht haben, es aber nicht geht.

Die Alternativen, die sich uns stellen, sind also NICHT: Kind nur bei Ihr oder gemeinsam, SONDERN: Sie bekommt ein Kind auf anderem Weg (in vitro oder Adoption) oder eben von mir. Und da stände dem Kind dann eben auch kein Vater zur Verfügung. Das zu verdammen würde aber bedeuten, jeder alleinstehende Frau mit Kinderwunsch eben diesen zu verwehren.

Wie gesagt, meine Rolle wäre weniger die des erziehenden Vaters, als die des biologischen - da wird ja auch in anderen Fällen (Trennung der Eltern, Adoption etc) unterschieden, zu Recht.

Obwohl der Vergleich sicher mächtig hinkt, sehe ich als Beispiel auch den Kinderwunsch von lesbischen Paaren - auch hier wird nicht selten eine bekannte Person als Spender gewonnen, weil die jeweilige Mutter eben will, daß das Kind nicht von irgendwem sein soll (prominentes Exempel ist Melissa Etheridge: Vater ihres Kindes ist der Freund der Familie David Crosby).

Die familiären Umstände meiner Freundin sind übrigens so, daß im Falle eines Falles eine eng verbundene Großfamilie vor Ort, also in Portugal, ist. Das wäre aus unser aller Sicht die denkbar bessere Alternative, als wenn ich mich als zwar biologischer Vater, aber dann doch Person ohne wirklich Enge Beziehung, um das Kind kümmern würde.

Aber ich bin mit meiner Meinungsbildung auch noch nicht abgeschlossen, und bitte Dich und alle anderen mal zu kommentieren. Jede Meinung, jedes Argument ist mir wichtig - egal ob pro oder contra.

Ich hoffe, man verzeiht mir diese Diskussion in einem Rechtsforum (recht OT, ich weiß...)

Herzliche Grüße,

Lemmy

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#3
 Von 
guest123-1954
Status:
Student
(2376 Beiträge, 235x hilfreich)

Hallo,

das ist ja eine nette Diskussion ... du möchtest also gern der Dame mit deiner Samenspende zu einem Kind verhelfen. Sehr anständig.

Für die Folgen dieser ehrenwerten Aktion - also Unterhalt, Vaterschaft, Erbschaftsansprüche etc. - möchtest du dann nicht mehr 'geradestehen' (wenn ich das mal so lax und ohne jeden Hintergedanken sagen darf). Das ist dann schon weniger ehrenwert.

Rechtlich wurde das ja schon ausreichend kommentiert. Sittenwidrig. Rechtlich unwirksam. Punkt.

Kommen wir zur moralischen Sicht.

Hast du schon einmal etwas davon gehört, dass Kinder zu ihrem Heranwachsen Vater UND Mutter benötigen? Wäre es dir völlig egal, wenn eines Tages DEIN Kind ohne ausreichende finanzielle Mittel dasteht?

In diesem ganzen Beitrag höre ich nur ... die Kindesmutter will .. ich würde gerne .. aber von den RECHTEN DES KINDES höre ich kein Sterbenswörtchen. Was ist das denn für ein unreife Kiste? Wie alt sind die Personen in dieser Provinzposse! Offensichtlich spielen ethische Überlegungen hier überhaupt keine Rolle ...

Wie wäre es, wenn sich das Mädel ganz einfach mal in der näheren Umgebung umsieht. Da findet sich bestimmt ein netter Prinz. Und wenn die beiden dann eine gefestigte Beziehung haben, dann können sie sich auch ihren (unstillbaren) Kinderwunsch erfüllen ...

Und du behältst deine Samenspende ganz einfach für dich!

So einfach lösen sich Probleme ... wenn man nur sorgfältig nachdenkt! :)

Grüße

-- Editiert von Groellheimer am 12.01.2008 15:07:28

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#4
 Von 
Lemmy67
Status:
Frischling
(10 Beiträge, 0x hilfreich)

Hallo Groellheimer,

danke für Deinen Beitrag. Das sind ne Menge Punkte...

Der Reihe nach:

Nein, es wäre mir nicht egal, wenn mein Kind ohne Mittel dastünde. Ich sage ja auch nicht, daß ich mich in einer solchen Situation unbedingt drücken wollte. Aber es sollte dann meine freie Entscheidung sein - in Abstimmung mit dem Rest der Familie, und in Abhängigkeit von der dann vorherrschenden Lebenssituation aller Beteiligten. Die Gründe, warum ein Elternteil vom anderen zur Kasse gebeten wird, sind ja nun auch nicht immer aus einer reinen Notsituation herausgewachsen, wie man ja in vielen anderen Threads hier lesen kann.

Das will ich natürlich nicht unterstellen, aber man weiß ja nie...und eine solche vorherige Absicherung (die ja offenbar eh nicht möglich ist) zu verdammen, hieße ja auch jeden Ehevertrag für unmoralisch zu erklären, weil man ja schon vorher vom Scheitern der Ehe ausgeht.

Daß Vater UND Mutter für ein Kind das beste sind, ist klar, aber wie schon gesagt, ist das auch in vielen anderen Lebenskonstellationen nicht möglich. Meine ganz persönliche Meinung hierzu ist, daß eigentlich das Behütetsein des Kindes das wichtigste ist - und erst an zweiter Stelle die behütende Person bzw. deren biologische Verbindung zum Kind. Das sieht natürlich jeder anders.

Zum Alter: Wir sind 36 und 40, also keine Teens mehr. Wir lieben uns. Wir sind sicher (so sicher man sich im Leben halt sein kann), daß wir beide keinen neuen Partner / Prinz haben wollen. Daher die Überlegung mit dem beschriebenen Vorgehen.

Natürlich spielen ethische Überlegungen eine Rolle - sonst würde ich diese Diskussion nur mit mir selbst führen...

Nochmal: Die Alternativen für die Mutter sind 1. Ich werde der Vater
2. Anonyme Insemination
3. Adoption

Danke und viele Grüße,

Lemmy

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#5
 Von 
Haselstrauch
Status:
Student
(2477 Beiträge, 387x hilfreich)

--- editiert vom Admin

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#6
 Von 
Lemmy67
Status:
Frischling
(10 Beiträge, 0x hilfreich)

Hallo Haselstrauch,

ganz herzlichen Dank fuer Deine Meinung! Ernsthaft! Manchmal fuehlt man ja etwas, kann es aber evtl. nicht in Worte fassen, oder will es sich selbst nicht eingestehen. Ich denke, Du hast mit Deinen Kommentaren ziemlich recht. Auch wenn ich noch nicht zum Abschluss meiner Ueberlegungen gekommen bin, hast Du mir wesentliche Gedankenanstoesse gegeben. Auf jeden Fall werde ich, Deine Bedenken in Betracht ziehend, nochmal mit der Dame meines Herzens reden. Mal sehen, was sich fuer Loesungen finden lassen...

Sorry uebrigens fuer die spaete Antwort, bin gerade im Ausland und musste erstmal online kommen.

Viele Gruesse

Lemmy

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#7
 Von 
guest123-1983
Status:
Lehrling
(1089 Beiträge, 104x hilfreich)

Mein ehrlicher Rat:
Laß das bleiben, sonst wirst du es den Rest deines Leben bereuen.
Da gebe ich dir Brief und Siegel drauf.

Gruss
leinad

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#8
 Von 
HeHe
Status:
Richter
(8404 Beiträge, 3763x hilfreich)

Mit ca. 40 Jahren sicher zu sein, dass für euch beide keine neuen Partner in Frage kommen werden, finde ich schon etwas Teeny-mäßig.

Die Alternative der Adoption wird für eine alleinstehende Frau in dem Alter (ausgehend von einem durchschnittlichen Einkommen, dass bei der Kindesbetreuung wegfällt) nicht möglich sein - es sei denn, in Portugal läuft das anders.


So oder so: Den einzigen Nachteil hat m. E. bei der geplanten Konstellation das Kind ( am Schlimmsten ist sicher irgendwann das fehlende Wissen über die Herkunft)

0x Hilfreiche Antwort

#9
 Von 
guest-12306.09.2010 09:51:30
Status:
Frischling
(27 Beiträge, 0x hilfreich)

Also ich finde das auch ein bisschen hart.

Denkt doch mal an das Kind. Ihr stellt euch das easy vor, aber das Kleine, das möchte vielleicht doch mal einen Vater haben, was erzählt Ihr denn dann!? :(

Ich kann mich leinard und haselstrauch nur anschließen...

Sehr egoistische Denkweise.
Bring das auch mal Deiner Freundin bei bezüglich der genannten Alternativen.

Gruesse

0x Hilfreiche Antwort

#10
 Von 
guest123-1954
Status:
Student
(2376 Beiträge, 235x hilfreich)

@Lemmy,

quote:
Auf jeden Fall werde ich, Deine Bedenken in Betracht ziehend, nochmal mit der Dame meines Herzens reden.


Was ist denn das für ein geschwollener Blödsinn?

Also

entweder ist Lemmy ein Fake, der sich hier vor Lachen den Bauch hält,

oder er deletiert sich daran, ein schlüpfriges Thema in der Öffentlichkeit zu behandeln und hält sich irgend was anderes,

oder er ist einfach ein unreifer Hampel, der von Verantwortung gegenüber Kindern soviel versteht (oder verstehen will) wie eine Kuh vom Schachspielen.

quote:
Wie gesagt, meine Rolle wäre weniger die des erziehenden Vaters, als die des biologischen ...


Ich hab mir das bisher aus Höflichkeit verkniffen ... aber jetzt sag ich es doch: wenn du meinst ein Kind zeugen zu müssen, ohne die Verantwortung dafür übernehmen zu wollen, dann ist das die Rolle eines Zuchtbullen. Die ist aber im deutschen Kindschaftsrecht nicht vorgesehen. Und daran ändert auch dein ganzes gestelztes Geblubber nix! Kinder haben nämlich ein Recht auf Vater und Mutter! So einfach ist das ...

Mal sehen, ob das jetzt angekommen ist ... :)

Grüße

0x Hilfreiche Antwort

#11
 Von 
guest-12306.09.2010 09:51:30
Status:
Frischling
(27 Beiträge, 0x hilfreich)

Groellheimer,

Du bist genial!

Deine Worte drücken genau das aus was hier tatsächlich so durch sickert...
Du triffst den Nagel auf den Kopf!

:grins:

0x Hilfreiche Antwort

#12
 Von 
Lemmy67
Status:
Frischling
(10 Beiträge, 0x hilfreich)

Hallo alle miteinander,

schade, daß die Diskussion so abgerutscht ist. Ich wollte ehrliche Meinungen lesen (und daß die Euren ehrlich sind nehme ich an), hatte aber erwartet, daß man die dann auch noch zivilisiert formulieren kann. Das mögen einige für geschwollen halten. Naja...

Ich bin auch kein Fake, halte mir kein Körperteil bei diesem Gedanken- bzw. Polemikaustausch, und sicher über das richtige Vorgehen bin ich mir auch noch nicht.

Ich bin urspünglich und fälschlich davon ausgegangen, daß man mit unbekannten Mitmenschen über ein so emotionales Thema schriftlich sinnvoll diskutieren kann. Das ist nicht immer der Fall - und das ist nicht Eure Schuld!

Es liegt wohl eher daran, daß man in einem Web-Forum nicht bis ins letzte Detail alle Facetten einer solchen Frage beschreiben kann, und bei gekürzter Darstellung zwangsläufig Dinge unter den Tisch fallen, die für einen selbst dann eben doch wichtig bei den Überlegungen sind. Man lernt halt die Grenzen des Mediums kennen.

Dank an alle, die konstruktive Ratschläge gegeben haben.

Case closed.

Gruß,

Lemmy

-- Editiert von Lemmy67 am 19.01.2008 22:01:14

0x Hilfreiche Antwort

#13
 Von 
Haselstrauch
Status:
Student
(2477 Beiträge, 387x hilfreich)

--- editiert vom Admin

0x Hilfreiche Antwort

#14
 Von 
Lemmy67
Status:
Frischling
(10 Beiträge, 0x hilfreich)

Hallo Haselstrauch,

schon Dein voriger Beitrag hat mir ja den richtigen Weg gezeigt. Nach einer weiteren schlaflosen Nacht (nicht der ersten...) bin nun auch ich zu dem Entschluss gekommen, daß ich mein urspüngliches Anliegen nicht durchführen werde.

Für Deine Ratschläge, aber auch die Art in der Du sie vorgebracht hast, möchte ich Dir herzlich danken!

Gruss,

Lemmy

0x Hilfreiche Antwort

#15
 Von 
Annaminna
Status:
Praktikant
(899 Beiträge, 402x hilfreich)

Hallo Lemmy, ich möchte Dir, trotz Deiner offensichtlichen Meinungsfindung, noch einen Aspekt nennen, der für meine Begriffe sehr wesentlich ist. Ein Kind will w i s s e n , wo es her kommt, wo seine Wurzeln sind und was und wer seine Eltern sind. Was wollt Ihr diesem Menschen einmal erzählen? Aus eigenem Erleben, in meinem unmittelbaren Umfeld, weiss ich, wie schlimm diese Betroffenen darunter leiden, wenn sie erfahren, dass sie letztlich nur Mittel zum Zweck waren. Ein Kind will geliebt werden , von Vater und Mutter. Fehlt ein Elternteil, dann ist immer eine Lücke da, die nicht geschlossen werden kann. Deshalb sage ich nicht,tu das Dir nicht an, sondern ich sage, tu das Deinem K i n d nicht an.

-- Editiert von Annaminna am 20.01.2008 13:55:41

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