Wechselmodell abgelehnt

24. November 2020 Thema abonnieren
 Von 
Jazzemann
Status:
Beginner
(134 Beiträge, 0x hilfreich)
Wechselmodell abgelehnt

Guten Tag,
vor zwei Jahren ist mein Ex Freund mit unserer gemeinsamen Tochter in ein anderes Bundesland gezogen.Von ihm war ich bereits getrennt als ich mit meiner Kleinen im i.Monat schwanger war.
Er hatte Umgang,jedes zweite Wochenende.
Ich bin dann schwer an Depression erkrankt und meine Tochter kam damals zu ihm.In Abstimmung mit dem Jugendamt.
Nachdem ich aus dem Krankenhaus entlassen wurde,hatte ich dann erst mal zweiwöchigen Umgang mit ihr.
Er hat mir nach einer Weile die Tatsache entgegengeschleudert das er sich in einem anderen Bundesland ein Haus gekauft hat und mit der Kleinen dort hin ziehen will.
Da ich damals einem Umzug nicht zugestimmt habe hat er es gerichtlich erstritten.Das Gericht hat damals seinem Antrag zugestimmt erst mal mit unserer Tochter umzuziehen.
Ich habe damals noch ein Gutachten machen lassen,das leider sehr schlecht ausfiel.Da ich so keine Chance bei Gericht gehabt hätte,habe ich dem Umzug dann zugestimmt.
Ich muss noch dazu sagen das ich bis vor 3 Jahren auch ein Alkoholproblem hatte.Ich war zur Entgiftung und bin seither trocken,habe einen festen Job und auch die Depression ist seit zwei Jahren nicht wieder gekommen.
Meine Tochter lebt 800km entfernt und ich kann sie nur jeden zweiten Monat sehen.Es ist mir leider wegen der Arbeit,den mir zustehenden Urlaubstagen und aus finanzieller Sicht nicht anders möglich.Dafür telefonieren wir jeden Tag per Video Call.
Ich plane daher in ihre Nähe zu ziehen.
Ich habe den Kindsvater gefragt ob er einem Wechselmodell zustimmen würde.Dies hat er abgelehnt.
Meine Frage ist nun,kann er das unter den oben genannten Umständen ablehnen und was kann ich tun um ein Wechselmodell zu bewirken?
Natürlich würde ich das langsam angehen lassen.Ich weiß aber auch das meine Tochter dies auch wollen würde.
Meine Tochter ist 8 Jahre alt und ich glaube das es ihr gut tun würde mehr Zeit mit ihrer Mama zu verbringen.
Wir haben beide das Sorgerecht.
Vielen Dank schon mal.




21 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
Ballivus
Status:
Lehrling
(1125 Beiträge, 305x hilfreich)

Wie wäre es nach einem erfolgten Umzug erstmal generell einen besseren Kontakt aufzubauen indem man die Häufigkeit und Länge der Kontakte langsam steigert?
Und dann nach nem Jahr oder so mal den Kindesvater fragt wie er nun zu einem Wechselmodell steht.
Die Bedenken des Vaters kann ich durchaus verstehen und wäre in seiner Situation auch strikt gegen ein Wechselmodell.
Auch wenn ich natürlich nicht den Ausgang eines gerichtlichen Verfahrens vorhersagen kann, würde ich für dich bei deiner geschilderten Vorgeschichte schwarz sehen.

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#2
 Von 
wirdwerden
Status:
Unbeschreiblich
(41951 Beiträge, 14650x hilfreich)

Ballivus, volle Zustimmung. Die Fragestellerin soll erst einmal umziehen. Überhaupt Bedingungen für ein Wechselmodell schaffen. Und dann muss sie sich mit dem Vater einigen, auch über Erziehungsprinzipien u.s.w. Auch muss die Tochter das Wechselmodell verkraften. Es gibt genug Kinder, die eben das nicht schaffen, auch wenn sich die Eltern noch so einig sind. Der ständige Wechsel ist eben auch nicht ohne.

Wir haben ca 12 Wochen Ferien im Jahr, dazu kommen noch bewegliche Ferientage, da lassen sich doch tolle gemeinsame Zeiten organisieren, die weder Kind noch Eltern über die Gebühr belasten. Und, bitte das Kind nicht in die Auseinandersetzung einbeziehen. Bei mir schrillen immer alle Alarmglocken, wenn wie hier offensichtlich schon mit dem Kind geplant wird. Das geht gar nicht. Natürlich sagt es der Mutter, was die hören will, und dem Vater, was der hören will. Und wird überfordernd belastet.

Schaff erst mal die Voraussetzungen für einen intensiveren Umgang und dann sieht man weiter.

wirdwerden

1x Hilfreiche Antwort

#3
 Von 
Jazzemann
Status:
Beginner
(134 Beiträge, 0x hilfreich)

Zitat (von wirdwerden):
Ballivus, volle Zustimmung. Die Fragestellerin soll erst einmal umziehen. Überhaupt Bedingungen für ein Wechselmodell schaffen. Und dann muss sie sich mit dem Vater einigen, auch über Erziehungsprinzipien u.s.w. Auch muss die Tochter das Wechselmodell verkraften. Es gibt genug Kinder, die eben das nicht schaffen, auch wenn sich die Eltern noch so einig sind. Der ständige Wechsel ist eben auch nicht ohne.

Wir haben ca 12 Wochen Ferien im Jahr, dazu kommen noch bewegliche Ferientage, da lassen sich doch tolle gemeinsame Zeiten organisieren, die weder Kind noch Eltern über die Gebühr belasten. Und, bitte das Kind nicht in die Auseinandersetzung einbeziehen. Bei mir schrillen immer alle Alarmglocken, wenn wie hier offensichtlich schon mit dem Kind geplant wird. Das geht gar nicht. Natürlich sagt es der Mutter, was die hören will, und dem Vater, was der hören will. Und wird überfordernd belastet.

Schaff erst mal die Voraussetzungen für einen intensiveren Umgang und dann sieht man weiter.

wirdwerden

Vielen Dank erst mal für eure Antwort.
Ntürlich würde ich am Anfang einen häufigen Umgang bevorzugen.Ich möchte ja nicht auf Biegen und Brechen ein Wechselmodell erzwingen.
Aber wenn meine Tochter dies auch wollen würde,würde ich natürlich alles dafür tun dies zu ermöglichen.
Viele Grüße

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#4
 Von 
hiphappy
Status:
Junior-Partner
(5916 Beiträge, 2612x hilfreich)

Ein Wechselmodell über 800km ist doch völlig illusorisch. Klar, dass der Vater das in der derzeitigen Situation ablehnt.

Also muss der geplante Umzug erst einmal stattfinden. Dann kann ein normaler Umgang erfolgen, und wenn das alles gut läuft, kann man über ein Wechselmodell verhandeln.

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#5
 Von 
Jazzemann
Status:
Beginner
(134 Beiträge, 0x hilfreich)

Zitat (von hiphappy):
Ein Wechselmodell über 800km ist doch völlig illusorisch. Klar, dass der Vater das in der derzeitigen Situation ablehnt.

Also muss der geplante Umzug erst einmal stattfinden. Dann kann ein normaler Umgang erfolgen, und wenn das alles gut läuft, kann man über ein Wechselmodell verhandeln.

Natürlich geht es um das Wechselmodell wenn ich dann dort wohne.

0x Hilfreiche Antwort

#6
 Von 
wirdwerden
Status:
Unbeschreiblich
(41951 Beiträge, 14650x hilfreich)

Du überforderst Deine Tochter hoffnungslos.

wirdwerden

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#7
 Von 
Jazzemann
Status:
Beginner
(134 Beiträge, 0x hilfreich)

Zitat (von wirdwerden):
Du überforderst Deine Tochter hoffnungslos.

wirdwerden

Wie kannst du das so aus der Ferne beurteilen?Du kennst weder meine Tochter noch unser Verhältnis,noch das Verhältnis zu ihrem Vater.

0x Hilfreiche Antwort

#8
 Von 
wirdwerden
Status:
Unbeschreiblich
(41951 Beiträge, 14650x hilfreich)

Richtig, aber ich weiss, wie Kinder in dem Alter reagieren. Da gibt es ja genug wissenschaftliche Untersuchungen.

Mehr sehen, das ist ja wünschenswert. Wirklich. Aber, zieh erst mal um, schaff Voraussetzungen für was auch immer und dann sieht man weiter.

wirdwerden

1x Hilfreiche Antwort

#9
 Von 
Jazzemann
Status:
Beginner
(134 Beiträge, 0x hilfreich)

Zitat (von wirdwerden):
Richtig, aber ich weiss, wie Kinder in dem Alter reagieren. Da gibt es ja genug wissenschaftliche Untersuchungen.

Mehr sehen, das ist ja wünschenswert. Wirklich. Aber, zieh erst mal um, schaff Voraussetzungen für was auch immer und dann sieht man weiter.

wirdwerden

Ich will es ja nicht erzwingen.Aber wenn meine Tochter den Wunsch äussert werde ich versuchen es zu verwiklichen.
Natürlich würde ich mich auch mit "mehr sehen" zufrieden geben,solang es meiner Kleinen damit gut geht.
Viele Grüße

0x Hilfreiche Antwort

#10
 Von 
Anami
Status:
Unbeschreiblich
(39410 Beiträge, 6467x hilfreich)

Zitat (von Jazzemann):
habe einen festen Job
Unabhängig von der Planung eines Umzuges ans andere Ende der Republik--- ich empfehle dir:
Such zuerst einen Job, such dir dann eine Wohnung, fang dann an, aus dieser gefestigten Lebenslage alles weitere mit deiner Tochter zu planen.

Signatur:

Ich schreibe hier nur meine Meinung.

1x Hilfreiche Antwort

#11
 Von 
Jazzemann
Status:
Beginner
(134 Beiträge, 0x hilfreich)

Zitat (von Anami):
Zitat (von Jazzemann):
habe einen festen Job
Unabhängig von der Planung eines Umzuges ans andere Ende der Republik--- ich empfehle dir:
Such zuerst einen Job, such dir dann eine Wohnung, fang dann an, aus dieser gefestigten Lebenslage alles weitere mit deiner Tochter zu planen.

Ich muss es genau anders herum machen.Erst eine Wohnung,dann einen Job.
Da beides aus der Ferne sehr schwierig ist,muss ich erst mal dort wohnen um mir einen Job suchen zu können.

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#12
 Von 
fb522466-71
Status:
Beginner
(133 Beiträge, 34x hilfreich)

Also ist der Plan: Job aufgeben, somit keinen Unterhalt mehr zahlen können, vermutlich von Hartz IV leben, und dann mal schauen, was geht?

Das ist wirklich die falsche Reihenfolge und bringt ( zurecht) Ärger aus so vielen Richtungen.

0x Hilfreiche Antwort

#13
 Von 
guest-12329.10.2023 19:00:48
Status:
Praktikant
(662 Beiträge, 73x hilfreich)

Erstmal den Umzug über die Bühne bringen, regelmäßigen Umgang stattfinden lassen und wenn es gut läuft und du auch mit dem Vater gut kommunizieren kannst, denn das ist das A und O beim Wechselmodell, Vor-und Nachteile gemeinsam erörtern, Wechselmodell zur Probe stattfinden lassen

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#14
 Von 
Jazzemann
Status:
Beginner
(134 Beiträge, 0x hilfreich)

@fb522466-71
Ich denke du weißt nicht was es bedeutet in ein dir völlig fremdes Bundesland zu ziehen ohne großen finanziellen Spielraum,ganz auf sich allein gestellt.
Da wird dann gleich die Harzt4 Keule geschwungen...bravo und danke für deinen hilfreichen Tip.

0x Hilfreiche Antwort

#15
 Von 
Anami
Status:
Unbeschreiblich
(39410 Beiträge, 6467x hilfreich)

@TE:
Was heißt denn völlig fremdes Bundesland? Du hast den Plan, dein Leben zu ändern.

Gerade, WEIL du umziehen willst und wenig Geld und dort keine Unterstützung hast--- solltest du dich zuerst um einen Job bewerben.
Und erst, wenn du eine Jobzusage hast, dir auch eine Wohnung dort suchen.
Du meinst, ganz Fremde bekommen eine Wohnung, ganz ohne Jobnachweis?

Vermutlich hat der Vorschreiber recht. Denn mit Wohnung und ohne Job und ohne Rücklagen---ist nach ALG 1 bald Hartz-4 angesagt.
Das sollte doch nicht dein langfristiger Plan sein. Umgang hin oder her.

Denk drüber nach.

Zitat (von Jazzemann):
Ich muss es genau anders herum machen.
NÖ. Die meisten machen es anders.

Signatur:

Ich schreibe hier nur meine Meinung.

0x Hilfreiche Antwort

#16
 Von 
Jazzemann
Status:
Beginner
(134 Beiträge, 0x hilfreich)

Das hat jetzt allerdings alles nichts mit meiner eigentlichen Frage zu tun.

0x Hilfreiche Antwort

#17
 Von 
Anami
Status:
Unbeschreiblich
(39410 Beiträge, 6467x hilfreich)

Zitat (von Jazzemann):
Meine Frage ist nun,kann er das unter den oben genannten Umständen ablehnen und was kann ich tun um ein Wechselmodell zu bewirken?
Ja. Der Vater kann das ablehnen.
Und alles zum Wechselmodell wurde auch beantwortet.

Signatur:

Ich schreibe hier nur meine Meinung.

0x Hilfreiche Antwort

#18
 Von 
fb522466-71
Status:
Beginner
(133 Beiträge, 34x hilfreich)

Zitat (von Jazzemann):
Das hat jetzt allerdings alles nichts mit meiner eigentlichen Frage zu tun.


Doch, hat es. Meine erste Antwort war übrigens nicht böse gemeint, auch wenn du sie so aufgefasst hast.

Du bringst dich mit dieser falschen Reihenfolge in die Situation, nicht für dein Kind sorgen zu können. Du wirst doch jetzt vermutlich Unterhalt zahlen? Deine Chance auf ein Wechselmodell werden nicht steigen, wenn du den nicht mehr leisten kannst, weil du einfach deinen Job aufgibst. Mal davon abgesehen, dass du den Job mit einem unterhaltspflichtigen Kind auch gar nicht so einfach aufgeben darfst.

-- Editiert von fb522466-71 am 24.11.2020 19:07

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#19
 Von 
Jazzemann
Status:
Beginner
(134 Beiträge, 0x hilfreich)

Okay, das war mir nicht bewusst.
Gibt es da keine Ausnahmen?

0x Hilfreiche Antwort

#20
 Von 
wirdwerden
Status:
Unbeschreiblich
(41951 Beiträge, 14650x hilfreich)

Jazzemann, es gibt immer irgendwelche Ausnahmen, aber darauf würde ich mich nicht verlassen. Du bist bei Deiner Planung Meilen vom Wechselmodell weg und auch vom Aufbau eines neuen Lebens in der Nähe der Tochter. So wird das nix. Du wirst wieder in das Chaos versinken, aus dem Du Dich erfreulicherweise heraus katapultiert hast. Du glaubst doch nicht ernsthaft, dass Du bei den Voraussetzungen eine Mietwohnung bekommst, einfach wegen Deiner hübschen blauen Augen? Zumal ja der Kreis, in welchem Du suchen wirst, doch sehr beschränkt ist, also ein paar hundert Meter im Umfeld des Vaters.

Die Reihenfolge ist doch eigentlich klar: erst den Job finden, der neue Arbeitgeber hilft vielleicht auch beim Finden einer Wohnung. Machen ja viele heute. Dann kommt die Wohnung dran, und dann kann man sich überlegen, wie in Zukunft der Umgang mit dem Kind gestaltet werden soll.

Du setzt im Augenblick die Prioritäten völlig falsch. Und halte das Kind da raus. Du glaubst doch nicht ernsthaft, dass ein Kind in dem Alter die Belastung des Wechselmodells abschätzen kann. Und - Wechselmodell ist die finanziell teuerste Alternative. In jedem Haushalt ein Zimmer, einen PC, Klamotten u.s.w. Das bitte auch nicht aus den Augen verlieren.

wirdwerden



1x Hilfreiche Antwort

#21
 Von 
fb522466-71
Status:
Beginner
(133 Beiträge, 34x hilfreich)

Gerade jetzt ist es vielleicht sogar "relativ einfach" einen Job zu finden, ohne zu 100 Vorstellungsgesprächen durch die ganze Republik reisen zu müssen. Mein Arbeitgeber zB macht aktuell alle Vorstellungsgespräche per Skype. Das wird natürlich nicht in jeder Branche funktionieren, aber vielleicht gibts aktuell auch für dich ganz gute Chancen, etwas aus der Ferne zu finden.

Dass du in der Nähe deines Kindes sein möchtest, kann hier jeder gut nachvollziehen. Und sicherlich wird es dafür auch eine Möglichkeit geben. Aber kündigen und dann einfach los, ist zwar emotional verständlich, aber auf Dauer für dich und dein Kind sicher nicht die richtige Methode.

0x Hilfreiche Antwort

Und jetzt?

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