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Wiederaufleben Anspruch Ehegattenunterhalt

 Von 
CKbremen
Status:
Frischling
(20 Beiträge, 8x hilfreich)
Wiederaufleben Anspruch Ehegattenunterhalt

Hallo Forum,

ich bin noch verheiratet, plane Scheidung, will mich aber vorher schlau machen.

Wir sind 12 Jahre verheiratet, haben 5 Kinder (9-20 J.), meine Frau verdient mit ihrem IT-Shop ca. 3.500 €/Monat, ich als Beamter mit allen Zuschlägen ca. 4.000 €/Monat netto.

Da die Kinder bei meiner Frau bleiben würden, gehe ich davon aus, daß ich durch Abzug des KU von meinem Netto keinen EU zahlen müsste, da ihr Verdienst durch den IT-Shop eheprägend und hoch genug ist.

Der IT-Shop läuft nur, weil ich (unentgeltlich) ca.20 h/Woche hineinstecke. Wenn ich das nicht mehr täte, sondern für die Arbeit jemand eingestellt werden müßte, würde sich der Shop kaum mehr rechnen. Daher plane ich, nach der Trennung zunächst weiter für den Shop zu arbeiten. Aber nur solange es nötig ist, um den EU zu vermeiden.

Wie lange nach der Scheidung müßte meine Frau den Verdienst aus dem IT-Shop haben, damit nicht ein EU-Anspruch gegen mich auflebt ? D.h., wie lange müßte sie nach Scheidung ihren Lebensunterhalt durch eigene Einkünfte (aus dem Shop) gesichert haben, damit ich nicht EU-unterhaltspflichtig würde ?

Wäre toll, wenn das hier jemand wüßte !!!

Vielen Dank im Vorraus für die Mühe !

CKBremen


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Frau Scheidung Unterhalt


3 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
Susi5
Status:
Beginner
(70 Beiträge, 7x hilfreich)

Hallo CK!

Der Ehegattenunterhalt kann immer wieder aufleben, wenn einer der Ehegatten bedürftig wird. Sollte deine Frau also mit dem IT-Shop (schlechtestenfalls) insolvent werden, kann sie dich auf EU verklagen - der zu leisten ist zumindest solange, bis sie eine neue Beschäftigung findet.

Dass du erstmal in ihrem Unternehmen weiterarbeiten willst (unentgeltlich?), finde ich echt nett!
Aber ich denke, auch wenn sie deine Arbeitskraft durch einen Fremden Dritten ersetzt, müsstest du keinen Unterhalt zahlen, wenn man mal davon ausgeht, dass dieser für 20 Std. nicht mehr als so zwischen 1.250 und 1.500 € Arbeitgeberbrutto kostet. Wenn du aber tatsächlich weiter arbeitest und das Unternehmen wirft 3.500 € (echten) Gewinn (vor Steuern?) ab könnte auch einer Unterhaltspflicht deiner Frau an dich dabei herauskommen (Aufsatockungsunterhalt).

Vielleicht solltest ihr, wenn ihr noch gut miteinander könnt, einen Arbeitsvertrag miteinander vereinbaren (geht aber wahrscheinlich nicht, da du Beamter bist?), dann kann sie noch was absetzen und ihr fahrt unterm Strich möglicherweise besser als bei Unterhaltszahlungen.

Mit nicht so ganz vollständigen Informationen leider auch nicht hundertprozentig zu beantworten!

Hier ist einfach ein spitzer Bleistift nötig!

Gruß Susi5

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#2
 Von 
CKbremen
Status:
Frischling
(20 Beiträge, 8x hilfreich)

Hallo Susi5,

vielen Dank für Dein Interesse und die lange Antwort ! Wegen des Wiederaufleben des Unterhaltes hab ich viel gegoogelt und immer wieder gefunden, daß der Unterhaltsanspruch nicht fortbesteht, wenn die Unterhaltskette einmal unterbrochen war. Leider finde ich nicht, wie lang dieses "einmal unterbrochen" sein muß, also ein Monat, ein Jahr oder wie ? Weiß das jemand ?
Da meine Frau zur Zeit ja ausreichend verdient, hätte sie m.E. keinen Anspruch auf Trennungsunterhalt und wenn der Shop gut weiterläuft auch nicht auf nachehelichen Unterhalt, womit die Unterhaktskette ja unterbrochen bzw. erst gar nicht zustande gekommen wäre.

Die Idee mit einem Arbeitsvertrag zw. mir und dem Shop wäre nur steuerrechtlich überdenkenswert, würde mir im Bezug auf den Kindes- und Ehegattenunterhalt sehr schaden, da ich ja dann ein vil höheres, unterhaltsrelevantes Einkommen hätte, der Gewinn =Einkommen meiner Frau aus dem Shop aber gleichzeitig niedriger würde. Oder sehe ich das falsch ?

Bin für weitere Tipps und Ratschläge sehr dankbar !

Gruß von CKBremen

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#3
 Von 
Susi5
Status:
Beginner
(70 Beiträge, 7x hilfreich)

Hallo CK!

Bin natürlich leider keine Anwältin, weiß aber durch Gespräche mit meinem jetzigen Fach-Anwalt für Familienrecht, dass Unterhaltsansprüche bei Bedürftigkeit wiederaufleben. Vielleicht wäre zwischen euch ein Ehevertrag möglich (muß notariell beglaubigt werden!). Hatte so etwas bei der Trennung und anschließenden Scheidung mit meinem 1. Mann vereinbart - hier wurde von beiden Seiten, auch für den Fall der Bedürftigkeit Unterhalt ausgeschlossen. Im übrigen wurden alle anderen unterhalts- und vermögensrechtlichen Themen geregelt. Im Nachhinein das ideale und vor allem preiswerteste Procedere. Wenn ihr euch einig seit wirklich zu empfehlen!!

Bei Eheverträgen gibt es aber neuerdings eine veränderte Rechtsprechung, ganz global kann man sagen, dass Vereinbarungen, die "gegen die guten Sitten verstoßen" nichtig sind. Ob dies bei einem vetraglich vereinbarten Ausschluß von EU im Falle der Bedürftigkeit auch greift, weiß sicher nur ein gut informierter Anwalt.

Schönen Abend noch

Susi5

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