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Will sich vor Unterhalt drücken

 Von 
ClaudiaK
Status:
Frischling
(44 Beiträge, 5x hilfreich)
Will sich vor Unterhalt drücken

Hallo!

Mein Ex-Mann versucht mit allen Mitteln, sich davor zu drücken, mir Unterhalt zu zahlen.
Zum besseren Verständnis versuche ich hier mal zu umreißen, wie es bisher abgelaufen ist und hoffe, daß Ihr mir vielleicht aus eigener Erfahrung ein paar Tipps geben könnt.

Als wir uns getrennt haben, war ich im Erziehungsurlaub (Tochter geb. September ´99 - Trennung November 2000).

Er dachte nicht im Traum daran, aus der gemeinsamen Wohnung auszuziehen, also suchte ich mir mit dem Kind eine Wohnung und seither lebten wir von Sozialhilfe und Unterhaltsvorschuß.
Waren gezwungen, uns bis auf Kinderzimmer und Schlafzimmer komplett neu einzurichten (Kreditaufnahme deswegen), weil er nichts heraus gerückt hat.

Nach Ende des Erziehungsurlaubs September 2002 ging ich nach Absprache mit ihm wieder arbeiten - Teilzeit, vorher Ganztags.
Er erklärte sich mündlich bereit, sowohl für die Tochter als auch für mich Unterhalt zu zahlen.
Für die Tochter zahlt er, für mich hat er nur für die Monate Oktober und November 2002 gezahlt (je 171 Euro ohne Anrechnung seiner Überstunden).
Danach wurde seinerseits die Zahlung für mich komplett eingestellt.

Seitdem bin ich gezwungen, zwischen 2 und 4 Tagen im Monat Mehrarbeit zu leisten - zum einen um den nicht gezahlten Unterhalt von ihm aufzufangen, zum anderen um meine Ratenzahlungen, die größtenteils noch aus der Möbelanschaffung resultieren zu tilgen.
Unterhalt für das Kind wird von ihm weiterhin bezahlt.

Jetzt hat er ein Attest seines Hausarztes vorgelegt, daß er aufgrund eines Rückenleidens keine Überstunden mehr machen kann und sein Anwalt hat ausgerechnet, daß sich für ihn demnach ein monatlicher Selbstbehalt von 925 Euro ergibt.
Das Rückenleiden hat er schon seit Jahren (hat aber nie darunter gelitten) und erhält auch schon seit Jahren einen Behinderungsgrad von 10 % auf dieses "Leiden" - bisher hat ihn das auch nicht davon abgehalten, Mehrarbeit zu leisten - man kann also daran fühlen, daß er sich vor der Zahlung von Unterhalt für mich drücken will.

Ich bin darauf angewiesen, daß er mir Unterhalt zahlt, denn aufgrund der mündlichen Absprache, habe ich mit meiner Firma Teilzeitarbeit ausgehandelt und da ich im unregelmässigen Schichtdienst arbeite, käme es meiner kleinen Tochter auch nicht unbedingt zu Gute, wenn ich wieder Vollzeit arbeiten würde.

Heute suchte er mich während der Arbeit auf und bot mir so zwischen Tür und Angel einen Unterhalt von 73 Euro an - natürlich auch wieder nur auf mündlich vereinbarter Basis.
Ich habe das dankend abgelehnt und bestehe auf einer gerichtlichen Entscheidung, die sich aber noch endlos hin ziehen kann.

Weiß bald nicht mehr finanziell weiter, weil ich noch knapp 400 Euro Sozialhilfe zurückzahlen muß, Anwaltskosten in Höhe von knapp 300 Euro zahlen muß und dann sind da ja auch noch die Raten für die angeschafften Möbel (die sind Gott sei Dank in einem halben Jahr getilgt).
An mir bleibt die Unterbringung für das Kind hängen (macht auch noch mal gut 150 Euro im Monat), demnächst kommen noch die Kindergartenkosten auf mich zu und alles in allem, geht es nur auf meine Knochen und der gute Mann macht sich einen Lauen und will jetzt nachdem er die Kleine seit Ende September 2002 nicht mehr abgeholt hat, auf einmal wieder einen auf liebevollen Papa machen (gut, er hat das Umgangsrecht und da leg ich ihm auch keine Steine in den Weg, weil das und der Unterhalt zwei Paar Schuhe sind).

Bin momentan einfach nur noch verzweifelt, weil meine Tochter gut 20 km entfernt von unserem Wohnort betreut wird, während ich arbeite und wir wollen eigentlich auch da hin ziehen, weil sie dort auch für den Kiga angemeldet ist - ich wüßte nur ehrlich gesagt noch nicht mal, wie wir unter diesen Voraussetzungen einen Umzug finanzieren sollen, was zur Folge hat, daß ich sobald sie im Kiga ist, noch mehr Fahrtkosten aufzubringen habe...und das bei den Spritpreisen.

Hoffe ganz dringend, daß Ihr einige Ratschläge für mich habt, weil ich den nächsten Termin bei meiner Anwältin frühestens Ende nächster Woche/Anfang übernächster Woche bekomme, weil vorher auch noch ein Termin beim Jugendamt stattfindet.

Welche Möglichkeiten habe ich gegen diese Machenschaften vorzugehen?
Kann man für diesen Fall einen Gutachter beantragen - wenn ja, wer muß die Kosten für diesen übernehmen.

Versteht mich nicht falsch - ich bin auf diesen Unterhalt angewiesen, da es so zwischen meinem Ex-Mann und mir abgesprochen war und ich aufgrund dieser Absprache meine jetzige Arbeitsform bei meinem Arbeitgeber habe festlegen lassen.
Überstunden in der Firma sind nur bedingt gewährleistet und nicht unbedingt ein Dauerzustand und irgendwann brauche ich auch einfach mal eine Auszeit, sprich einen freien Tag...und den hatte ich seit September letzten Jahres nicht mehr, weil ich ja auch an meinen freien Tagen rund um die Uhr für meine Tochter da sein muß und auch da sein will.

Ist es in Deutschland wirklich so leicht möglich, sich vor seinen Verpflichtungen zu drücken und nur Forderungen zu stellen?

LG
von einer ziemlich verzweifelten

Claudia

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Anwaltskosten Euro Höhe


6 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
BarbaraS
Status:
Frischling
(24 Beiträge, 1x hilfreich)

Hallo,

ich kann dir leider keine Hilfestellung geben. Aber wenn ich hier so die Beiträge lese, stelle ich immer wieder fest, dass es Unterhaltspflichtigen sehr leicht gemacht wird. Sie können sich auf Kosten der Allgemeinheit ihrer Unterhaltspflicht ganz angenehm entledigen. Sie werden finanziert und natürlich die Unterhaltsberechtigten ( daraus resultierend) ebenso. Aber das scheint die Allgemeinheit nicht zu interessieren. Verstehe ich eigentlich nicht.
Ich befinde mich in einer ähnlichen Situation d.h. mein Mann möchte überhaupt nicht bezahlen. Ich absolviere gerade eine Fortbildung (Vollzeit) und mein Mann macht gerade eine Selbstfindung in der Arbeitslosigkeit, obwohl er hochqualifiziert ist.
Da ich aber keinen Unterhaltsanspruch auf Arbeitlosenhilfe habe ( zu lange Auszeit vom Arbeitsleben) bin ich aber momentan auf diese Unterstützung angewiesen.

Gruss

Barbara


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#2
 Von 
baerbel
Status:
Frischling
(20 Beiträge, 1x hilfreich)

hallo claudia,

ich dachte, ich lese meine eigene geschichte.
ich habe nächsten mittwoch einen termin beim ra. würde vorschlagen, dass ich mich dann wieder melde.

vielleicht kann ich dir einen tipp geben.

lieben gruß
und "durchhalten"

baerbel

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#3
 Von 
Wayne
Status:
Frischling
(10 Beiträge, 0x hilfreich)

Hallo,
als erstes solltes Du Dir die Düsseldorfer Tabelle herunterladen, dort ist alles gut beschrieben und aufgeteilt.
Deinen Ex-Ehemann veranschlagen lassen, sprich herausfinden wieviel er verdient. In der Düsseldorfer Tabelle steht dann die Berechnungsgrundlage für den Unterhalt des Kindes, sowie Sonderausgaben wie z.B. Kindermöbel, weitere Kosten. Ganz wichtig ist auch, daß mündliche Absprachen egal welcher Art nicht bindend sind.
Kiga und Tagesmutter muss vom Vater übernommen werden, wenn es eine zu große Belastung für die Mutter ist (Sozialhilfesatz).
Warum arbeites Du eigentlich, nur wegen der Absprache?

Bin zwar ein Mann, aber wenn man auf Unterhalt angewiesen ist und keine richtige Absprache getroffen werden können......

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#4
 Von 
Wayne
Status:
Frischling
(10 Beiträge, 0x hilfreich)

Nachtrag Unterhaltsberechnung:

http://www.123recht.net/article.asp?a=727&f=ratgeber_familienrecht_kindergeldundunterhalt&p=1

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#5
 Von 
ClaudiaK
Status:
Frischling
(44 Beiträge, 5x hilfreich)

Hallo Wayne!

Danke für Deine Antwort!

Meine Anwältin hat ihn bereits mehrfach dazu aufgefordert, Unterhalt zu zahlen und die letzte Fristsetzung war Anfang Februar abgelaufen.
Da brachte sein Anwalt ja auf einmal ein ärztliches Attest von wegen schwerem Rückenleiden auf den Tisch, aus dem hervor geht, daß es ihm nicht mehr möglich ist, Überstunden zu machen und somit kann er angeblich für mich auch keinen Unterhalt zahlen. Dieses Rückenleiden hat er aber schon seit eh und je und in all den Jahren hat es ihn nicht davon abgehalten, Überstunden zu machen - man kann also daran riechen, daß dieses Attest Mittel zum Zweck ist. :-(

Dadurch, daß ich jetzt gezwungen bin, Mehrarbeit zu leisten, bekomme ich auch keinerlei Unterstützung mehr (weder Wohngeld, noch Rezeptgebührenbefreiung, keine Sozi, keine GEZ-Befreiung etc.), weil ich dadurch überall über dem Satz liege.
Das hat man davon, wenn man dem Ex vertraut und sich auf mündliche Absprachen einlässt.

Wird wohl alles in allem ein langwieriger Prozeß werden der an den Nerven zerrt und wenn ich Pech habe, kriege ich auch nur teilweise Prozeßkostenhilfe.

Nein, ich arbeite nicht nur, weil wir das so abgesprochen hatten.
Bin im öffentlichen Dienst beschäftigt und mein Job wäre unwiderruflich flöten gegangen wenn ich nicht wenigstens auf Teilzeit gegangen wäre. Da ich dadurch auch nicht für einen anderen Arbeitssuchenden Platz gemacht hätte, wäre damit also niemandem gedient gewesen.
Außerdem war es so, daß ich für mich persönlich für die nötige Zeit (sprich Erziehungsurlaub) Sozialhilfe mehr oder weniger akzeptieren konnte, das aber auf Dauer nicht meiner Lebenseinstellung entsprochen hätte. Ich kann arbeiten (o.k. wegen meiner kleinen Tochter zwar nur eingeschränkt) und ich möchte arbeiten und es gibt genug Menschen, die wirklich auf Sozialhilfe angewiesen sind. Habe jetzt zwar nicht mehr zum Leben als zu der Zeit wo ich Sozi bezogen habe (wenn ich alle Kosten, die ich selbst tragen muß, abziehe), aber für mein Ego ist es auf jeden Fall besser als dauernd Hilfeleistungen zu beziehen.
Sicher, was mir zusteht, möchte ich auch bekommen...............nicht mehr und nicht weniger..................und da kann ich nur hoffen, daß mein Ex sich da nicht schon wieder aus der Verantwortung ziehen kann.

LG
Claudia

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#6
 Von 
ClaudiaK
Status:
Frischling
(44 Beiträge, 5x hilfreich)

Hallo Bärbel!

Wäre schön, wenn Du vielleicht nach Deinem RA-Termin den ein oder anderen Tipp für mich hättest.

Drücke Dir jedenfalls auch die Daumen, daß Du zu Deinem Recht kommst!

LG
Claudia

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