Zugewinn während der Ehe

23. Januar 2004 Thema abonnieren
 Von 
Line
Status:
Schüler
(421 Beiträge, 153x hilfreich)
Zugewinn während der Ehe

Hallo zusammen,

eine Freundin von mir sieht im Moment ein Problem auf sich zukommen:

Sie ist noch verheiratet, lebt seit Mai 2003 aber von Ihrem Mann getrennt. Die beiden gemeinsamen Kinder (5 und 8 Jahre) leben bei Ihr.

Im November 2002 haben sie und ihr Mann ein Haus (Neubau) gekauft. Die beiden haben sich getrennt, noch bevor der Rohbau stand. Daraufhin ist er aus Kaufvertrag und Kredit (zu diesem Zeitpunkt sind noch keine Raten zurückgezahlt worden) ausgestiegen, die Freundin hat das Haus dann mit Hilfe ihrer Familie und Freunden alleine fertig gestellt und wohnt jetzt mit ihren Kindern und Eltern darin. Als er ausgezogen ist, hat er von ihr 6000 € bekommen, damit er sich einrichten kann und hat ausserdem alles, was Wert hat mitgenommen (Anlage, Fernsehen, DVD-Player, Computer usw.). Unterhalt zahlt er nur für die Kinder, sie verzichtet auf ihren Unterhalt und geht arbeiten.

Jetzt scheint die ganze Geschichte daneben zu gehen. Er zahlt seit Oktober den Kindesunterhalt nur unregelmäßig und auch nicht immer die volle Summe. Da reden nicht half, ist sie zu einem Anwalt gegangen, der ihn zur Zahlung aufgefordert hat, was aber nicht geholfen hat. Nur haben sich dadurch jetzt die Fronten verhärtet. Er droht jetzt sogar damit, daß er versuchen will, ihr das Sorgerecht zu entziehen, und das wo es ihm schon lästig ist, die Kinder jedes zweite Wochenende zu sich zu nehmen. Gut, damit wird er mit Sicherheit nicht durchkommen, aber es sieht danach aus, daß er ihr so viele Steine wie möglich in den Weg legen wird.

Lange Rede, kurzer Sinn: Was kann meine Freundin erwarten, wenn es wirklich hart auf hart kommt? In wie weit kann er denn Zugewinn, der durch das Haus entstanden ist, geltend machen? Er hatte ja überhaupt nichts mit dem Haus zu tun, sogar die Notarkosten, die notwendig waren, um ihn aus dem Vertrag zu bekommen, hat sie übernommen.

Vielen Dank für Eure Hilfe

Gruß

Line

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8 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
Merline
Status:
Student
(2412 Beiträge, 276x hilfreich)

Ich denke, sie sollte schnellstens zum Anwalt gehen. So wie ich als Laie das sehe, zählt das Haus, da während der Ehe und Trennungszeit erbaut, als Zugewinn.....könnte er also noch die Hälfte von einfordern.....denke aber mal, das es durch Kredite finanziert wird...., die wie Du schreibst, ja wohl nur noch auf ihren Namen laufen, somit hätte sie die abzutragen, oder beide?
Denke, komplizierte Situation, ohne der ohne Anwalt nichts geht.
Was den KU angeht, sollte Deine Freundin zum JA gehen, und dort Unterhaltsvorschuss beantragen. Den bekommt sie, wenn der Ex gar nicht oder nur teilweise zahlt.
Zudem setzt sich dann auch das JA weiter mit dem Vater auseinander, was die Zahlungen anbetrifft.

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#2
 Von 
peron30
Status:
Praktikant
(679 Beiträge, 104x hilfreich)

Zu der Aussage "sie hat bezahlt...sie hat übernommen":
Wenn nichts anderes per Vertrag vereinbart wurde, dann bestand während der Ehe eine Zugewinngemeinschaft. Das heißt "ihr" Geld ist auch anteilig sein Geld, es sei denn sie hat das Geld schon mit in die Ehe gebracht. Im Scheidungsverfahren wird dann geklärt, wieviel der Mann noch bekommt. Pauchal kann man hier keine Aussage treffen.
Ein Tip: Wenn die Frau Geld von ihrer Familie bekommen hat, dann würde ich schnell einen Darlehensvertrag aufsetzen. Denn der Mann hat auch anteilig Anspruch auf eine Schenkung während der Ehe.

Zum Kindesunterhalt:
Hier muss die Frau wohl oder übel die Scheidung abwarten, bei der die Höhe des Unterhalts dann endgültig geklärt wird. Sie kann sich aber mal beim Jugendamt erkundigen, ob sie eventuell Unterhaltsvorschuss bekommen kann (den der Mann dann ggf. zurückzahlen muss).

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#3
 Von 
Line
Status:
Schüler
(421 Beiträge, 153x hilfreich)

Erstmal vielen Dank für Eure schnelle Hilfe.

Schriftlich wurde leider gar nichts mit ihm vereinbart; das Haus wurde größtenteils über Kredit finanziert, der inzwischen alleine auf ihren Namen läuft, als Bürgen hat sie ihre Eltern einsetzen können. Da sie das Haus nicht alleine finazieren kann, sind ihre Eltern mit eingezogen und zahlen ihr Miete. Darüber gibt es natürlich auch nichts schriftlich. Aber das ist doch nicht dassselbe, wie eine Schenkung, oder?

Ansonsten hat sie meines Wissens kein Geld geschenkt bekommen, wir (Freundeskreis und Familie) haben nur beim Ausbau geholfen, was ja aber auch den Wert des Hauses gesteigert hat.

Naja, dann werde ich ihr sagen, daß sie sich schleunigst beim Anwalt schlau machen soll.

Danke nochmal

Gruß

Line

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#4
 Von 
teufelin
Status:
Master
(4613 Beiträge, 248x hilfreich)

@peron,
auf Schenkungen an seine Exfrau hat er keinen Anspruch. Wohl aber auf den evtl. Wertzuwachs, der aus diesen Schenkungen folgte.
Sofern kein Ehevetrag bezüglich des Zugewinnverzichts bestand, geht bis zum Scheidungsantrag alles in die Zugewinngemeinschaft ein.
Dass ihre Eltern ihr Miete zahlen, würde sich höchstens in einem Unterhaltsprozeß ( Ehegattenunterhalt ) auswirken. Dies ist keine Schenkung, sondern Einkommen.
Ein Anwalt scheint mir hier auch unumgänglich zu sein.
M.E. ist es aber doch so : Haus wurde während der Ehe von IHR mit dem Wert xx angeschafft. Somit geht es in IHR Anfangsvermögen.
Haus geht bei Scheidung mit dem Wert yy in IHR Endvermögen.
yy - xx = Summe Zugewinn.

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#5
 Von 
Line
Status:
Schüler
(421 Beiträge, 153x hilfreich)

Habe ich das jetzt richtig verstanden,

Zugewinn=(aktueller Wert des Hauses am Tag der Scheidung)-(offene Kredite)?

Wenn das stimmt, wer bestimmt denn dann den Wert des Hauses, wird der geschätzt?

dankeschön

Gruß und ein schönes Wochenende

Line

0x Hilfreiche Antwort

#6
 Von 
hh
Status:
Unbeschreiblich
(47251 Beiträge, 16736x hilfreich)

Der Wert des Hauses dürfte in etwa mit den Baukosten übereinstimmen, da es ein Neubau ist. Eigenleistungen steigern den Wert natürlich. Wenn der Wert streitig ist, muss er geschätzt werden.

In die Berechnung des Zugewinns geht dieser Wert abzüglich der Hypothek ein. Bereits in die Ehe eingebrachtes Vermögen, sowie Schenkungen gehören ebenfalls nicht zum Zugewinn.

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#7
 Von 
Wäbberle
Status:
Frischling
(23 Beiträge, 16x hilfreich)

@ peron
Aus meiner eigenen Erfahrung kann ich sagen, daß der Kindesunterhalt durch das Amtsgericht vor meiner Scheidung festgesetzt wurde. Frau erhält dann einen Titel, aus dem der Unterhalt bei Nichtzahlung beim Vater vollstreckt werden kann.

Ansonsten auf jeden Fall einen Anwalt einschalten.

Und keine Sorge, solange Sie Ihrer Arbeit nachgehen, sich um Ihre Kinder sorgen und sie umsorgen. Die Kinder nicht verlebt herumlaufen oder in der Schule negativ auffallen, so daß das Jugendamt aufmerksam wird, hat Ihr "Ex" keine Chance, die Kinder zu bekommen. Er muß sich schon mit dem zweiwöchentlichen Wochenenden abfinden. Es sei denn, es wird unter Ihnen "intern" anders geregelt.

MfG

0x Hilfreiche Antwort

#8
 Von 
teufelin
Status:
Master
(4613 Beiträge, 248x hilfreich)

@wäbberle...
ja, das ist die Regel. Muss aber nicht heissen, dass es danach nie wieder eine Neuberechnung geben darf/wird. Lebenssituationen andern sich schliesslich. Ob man damit durchkommt, ist eine andere Frage. Dafür gibt es Richtlinien. Allerdings kann er nicht eifach so mal zahlen und mal nicht...... wenn sich seine finanzielle Situation verändert hat, muss er eine Neuberechnung veranlassen.

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