Zumutung eines Schulwegs von 100 km

7. August 2023 Thema abonnieren
 Von 
guest-12308.08.2023 06:51:04
Status:
Frischling
(2 Beiträge, 0x hilfreich)
Zumutung eines Schulwegs von 100 km

Hallo zusammen,
habe mit meinem Exfreund, der vor 2 Jahren ausgezogen ist, ein 6-jähriges Kind. Bisher Wechselmodell 50/50 und alles einvernehmlich geregelt, Kindesunterhalt und zeitliche Aufteilung.
Der Vater hat ca. 20 min entfernt gewohnt. Das war ok dafür, dass er das Kind von der Kita abgeholt und morgens hingebracht hat.
Im September kommt das Kind in die Schule hier bei mir im Ort. Der Vater zieht am 1. Oktober mit seiner neuen Freundin zusammen, ist dann ca. 110 km von meinem Wohnort und gleichzeitigem Schulort des Kindes entfernt.
Er möchte das Kind am Freitag von der Schule abholen und mir nicht am Sonntag Abend wieder bringen, sondern am Montag in der früh direkt in die Schule bringen. Fahrzeit ca. 1,25 - 1,5 h. Stau, Baustellen, schlechte Wetterverhältnisse und sonstige Eventualitäten nicht eingerechnet.
Finde das unzumutbar für ein 6-jähriges Kind, für das die Umstellung von Kita auf Schule schon Herausforderung genug sein wird. Zu spät kommen ist fast schon vorprogrammiert. Vor allem, wie viel früher das Kind dann aufstehen muss morgens.
Kindsvater sieht das nicht ein. Bisher alles nur mündlich besprochen. Beratungstermin für mich beim Jungendamt schon ausgemacht, aber erst in 3 Wochen.
Beratungstermin beim Anwalt würde ich jetzt auch noch ausmachen. Frage mich jetzt nur, ob ich ihm vorab selbst schriftlich mitteilen soll, dass ich seinem Vorschlag nicht zustimmen kann und ihm einen Gegenvorschlag mache. Dass ich überhaupt irgendwas schriftliches in der Hand hab. Entweder seine schriftliche Absage oder eben, dass er nicht geantwortet hat innerhalb einer Frist.
Vielen Dank für Ihre Hilfe!

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8 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(118834 Beiträge, 39636x hilfreich)

Zitat (von mama87):
Frage mich jetzt nur, ob ich ihm vorab selbst schriftlich mitteilen soll, dass ich seinem Vorschlag nicht zustimmen kann und ihm einen Gegenvorschlag mache.

Die goldene Regel lautet: Wenn man keine Ahnung von der Materie hat, sollte man die Fachleute machen lassen.


Signatur:

Meine persönliche Meinung/Interpretation!
Im übrigen verweise ich auf § 675 Abs. 2 BGB

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#2
 Von 
Anami
Status:
Unbeschreiblich
(31690 Beiträge, 5593x hilfreich)

Zitat (von mama87):
aber erst in 3 Wochen.
Dann ist noch August---noch viel Zeit, auch für einen Anwalt.
Umziehen wird er vermutlich so oder so.
ICH würde ihm keine Gegenvorschläge machen, falls die dann scheitern, ist es nicht seine Schuld.
Zitat (von mama87):
Dass ich überhaupt irgendwas schriftliches in der Hand hab.
Wozu brauchst du das?

Signatur:

Ich schreibe hier nur meine Meinung.

0x Hilfreiche Antwort

#3
 Von 
guest-12308.08.2023 06:51:04
Status:
Frischling
(2 Beiträge, 0x hilfreich)

Zitat (von Anami):
Wozu brauchst du das?


Ich dachte vielleicht fürs Jugendamt oder für meinen zukünftigen Anwalt.
Aber wahrscheinlich ist es wirklich besser, den Profi dann machen zu lassen.
Umziehen wird er wirklich, so oder so. Den Mietvertrag hat er schon unterschrieben. Es geht mir auch nicht darum, dass er sein Kind nicht mehr so oft sehen darf. Aber es ist seine Entscheidung, weg zu ziehen und es geht mir im Prinzip nur um den langen Schulweg morgens. Man könnte das ja vielleicht dann nach einem halben Jahr Eingewöhnung in der Schule vielleicht probieren.

0x Hilfreiche Antwort

#4
 Von 
wirdwerden
Status:
Unbeschreiblich
(38217 Beiträge, 13955x hilfreich)

Wenn ich richtig verstanden habe, wird das Wechselmodell aufgegeben, das Kind wird bei Dir leben und nur nach den Wochenendumgängen wird es am Montag in der Früh direkt in die Schule gebracht. Ganz ehrlich, ich sehe da kein Problem, wenn es um diesen einen Frühstart am Montag geht. Das ist doch nun wirklich kein Drama. Bisher haben Vater und Kind sich doch sehr, sehr häufig gesehen. Das wird ohnehin eine Umstellung. Mensch, gönne den beiden doch die zwei vollen Tage. Falls für den Anfang ein Umgang für jedes Wochenende vorgesehen ist, das wird sich ohnehin abändern, weil die Kinder beginnend mit der Schule nach meiner Erfahrung auch beginnen, ein eigenes "Wochenendleben" zu gestalten. Und, es gibt genug Kinder, deren Eltern schon um sechs Uhr aus dem Haus müssen, da werden die Kinder dann schon überbrückend woanders untergebracht, und starten dann von dort aus in die Schule.

Ich denke mal, Du machst Dir zu viele Sorgen. Einfach mal probieren. Anwalt und/oder Jugendamt würde ich dann einschalten, wenn es mit dem Transport in der Früh nicht klappt oder wenn eine völlige Umstrukturierung der Umgangszeiten erforderlich ist. Umgangsregeln sind immer Regeln auf Zeit, einfach weil sich die Bedürfnisse ändern. Ich finde es prima, dass Ihr es bisher so gut regeln konntet. Ein dickes Lob an Euch beide!

wirdwerden

0x Hilfreiche Antwort

#5
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(118834 Beiträge, 39636x hilfreich)

Zitat (von mama87):
Zu spät kommen ist fast schon vorprogrammiert.

Aktuell nur nebulöse Befürchtung - sollte es konkret werden und häufiger vorkommen, müsste man einschreiten.


Signatur:

Meine persönliche Meinung/Interpretation!
Im übrigen verweise ich auf § 675 Abs. 2 BGB

0x Hilfreiche Antwort

#6
 Von 
smogman
Status:
Student
(2764 Beiträge, 908x hilfreich)

Zitat (von guest-12308.08.2023 06:51:04):
Frage mich jetzt nur, ob ich ihm vorab selbst schriftlich mitteilen soll, dass ich seinem Vorschlag nicht zustimmen kann und ihm einen Gegenvorschlag mache.
Aus meiner Sicht ist das ein sinnvolles Vorgehen. Einen Anwalt benötigt man dafür nicht.

Zitat (von Harry van Sell):
Die goldene Regel lautet: Wenn man keine Ahnung von der Materie hat, sollte man die Fachleute machen lassen.
Im Familienrecht ist das alles andere als eine goldene Regel. Das Familienrecht basiert in Bezug auf das Kind auf grundrechtlich geschützter Elternautonomie und eigenem sinnvollen Handeln im Sinne des Kindeswohls. Es ist ganz absichtlich sehr allgemein gehalten und soll gerade nicht die Familien mit detaillierten Gesetzen regulieren. Deshalb sind sowohl die Jugendämter als auch die Gerichte vornehmlich daran interessiert, dass die Eltern selbst eine sinnvolle Entscheidung treffen und versuchen die Beteiligten bei Streit wieder anzunähern.

Man kann bei Umgangs- und Sorgerechtsfragen nicht wirklich formaljuristische Fehler begehen, daher muss ein intelligenter Mensch, der sein Familienleben regeln möchte auch keine Angst vor einem eigenen Schreiben haben und deshalb besteht in diesen Verfahren auch keine Anwaltspflicht. Man kann sich selbst vertreten, selbst vor dem Oberlandesgericht in zweiter Instanz.

Rechtlich gesehen dürfte es sich hier um eine Umgangsfrage handeln - nämlich ob der Umgang bis Sonntag oder bis Montag geht. Letztlich muss das Kind die größere Strecke dann so oder so bewältigen, entweder Sonntag oder Montag früh. Für den Vater wäre Montag wahrscheinlich praktischer, weil er einen Synergieeffekt mit dem Arbeitsweg hätte!? Steht zwar nicht da, aber vermute ich mal. Das ist aber kein Argument. Maßgebend ist das Kindeswohl. Und mit zunehmendem Alter wird das Kind diese Entscheidung sowieso selbst treffen. Man könnte es daher einfach auf beiden Wegen ausprobieren und dann mal fragen, was ihm besser gefällt. Es kommt auch auf den Stundenplan, den Schlafrhythmus des Kindes und andere Umstände des Einzelfalles an. Schließlich benötigt der Vater für seine Variante dann am Freitag auch die Schulmaterialien, die am Montag benötigt werden, soweit nicht im Schulspind o.ä. vorhanden. Wirklich sinnvoll klingt der Vorschlag in Anbetracht der Alternative erst mal nicht. Vielleicht fährt das Kind aber auch super gerne Auto, steht sowieso immer sehr früh auf oder am Wohnort des Vaters gibt es eine tolle Sonntagsaktivität, die sonst entfalle würde. Man kann diese Fragen nicht allgemein beantworten.

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#7
 Von 
guest-12329.10.2023 19:00:48
Status:
Praktikant
(662 Beiträge, 72x hilfreich)

Natürlich ist es nicht optimal, aber ich würde da jetzt nicht von Beginn an dagegen sein. Wenn ich das richtig sehe, geht es um alle 2 Wochen Montag. Ich würde das jetzt erstmal einige Wochen testen, wie es klappt

0x Hilfreiche Antwort

#8
 Von 
Kalanndok
Status:
Student
(2253 Beiträge, 351x hilfreich)

Ansonsten fällt mir noch ein:
Wenn Mutti das Kind unbedingt Sonntags abend haben will, soll sie es doch holen fahren.
Oder ist diese extra Fahrt über 2 x 100 km etwa *Trommelwirbel* Mutti nicht zuzumuten?

Wenn die Fahrt aber für die Mutter unzumutbar ist, warum sollte sie dann für den Vater nicht auch unzumutbar sein, zumal es doch eine Möglicheit gibt, das mit ohnehin notwendigen Fahrten zu verbinden?

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