Zweit-Ehen und Erst-Ehen. Spannend !

20. Januar 2004 Thema abonnieren
 Von 
guest123-22
Status:
Lehrling
(1831 Beiträge, 127x hilfreich)
Zweit-Ehen und Erst-Ehen. Spannend !

Hier ist ja inzwischen das Thema Zweit-Ehen heiß diskutiert.

Dazu möchte ich mal folgenden Denk-Anstoß geben:

(die Verpflichtung zur Kindesunterhaltszahlung stellt hier ja prinzipiell keiner in Frage, aber wartet mal ab....)

Man stelle sich vor:
Mann und Frau sind geschieden, Kinder leben bei der Mutter.

Beide, Ex-Frau und Ex-Mann, gehen jeweils neue Partnerschaften ein und heiraten beide einen neuen Partner (ist so ungewöhnlich ja nicht).

Gehen wir mal von etwa gleichem Einkommen der Männer in beiden neuen Zweit-Ehen aus (um es einfacher zu machen).

Dann sieht es so aus:

die Zweit-Ehe des Ex-Mannes:

- er zahlt Steuern nach Kl. 3
- bekommt KEIN Kindergeld (oder nur wenig gegengerechnet) für seine eigenen Kinder
- er zahlt Kindesunterhalt für seine Kinder

die Zweit-Ehe der Ex-Frau:
- der neue Ehemann zahlt Steuern nach Kl. 3 ( also gleiches Netto-Einkommen wie oben)
- die Zweit-Familie erhält Kindergeld vom Staat
- die Zweit-Familie erhält Kindes-Unterhalt vom leiblichen Vater

Hier findet also eine deutliche Umverteilung des Einkommens von Ex-Mann auf Ex-Frau statt, obwohl die Einkommen gleich sind!

Ihr mögt das trotzdem noch gerecht finden.
Aber: was ist mit ganz normalen Erst-Ehen mit Kindern ?

So viel Geld, wie in meinem Beispiel die Zweit-Ehe der Ex-Frau
bekommt, bekommt eine normale Erst-Ehe nicht!!! Denn eine normale Erst-Ehe genießt zwar auch die Vorteile der Steuer-Kl. 3 und des Kindergeldes, bekommt aber nicht obendrauf noch Kindesunterhalt ! Das sind mehrere hundert Euro pro Monat und Kind extra!

Wieso sind denn Zweit-Ehen der Unterhaltsberechtigten besser
gestellt als Erst-Ehen ?????

nachgefragt


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14 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
teufelin
Status:
Master
(4613 Beiträge, 248x hilfreich)

Jo, du hast soooo recht....... Frauen sollten immer Männer ohne Kinder heiraten... dann brauchen sie gar keinen Ehegattenunterhalt mehr... das Leben lässt sich locker durch den Kindesunterhalt finanzieren! Oder aber Frau ( mit Kindesunterhaltsansprüchen ) kann sich mit Mann ( unterhaltspflichtig ) zusammentun. Dann kommt es u.U. bei +/- Null raus !!

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#2
 Von 
guest123-22
Status:
Lehrling
(1831 Beiträge, 127x hilfreich)

Ich glaube, Du hast mich nicht richtig verstanden, Teufelin.

Sieh es mal aus der Sicht von Erst-Verheirateten mit Kindern:
die Erst-Familie hat bei gleichem Brutto/Netto-Einkommen mehrere hundert Euro weniger
als eine Zweit-Familie mit Kindern!

Nennst Du das gerecht ?

nachgefragt

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#3
 Von 
JuYa
Status:
Schüler
(364 Beiträge, 36x hilfreich)

Hallo nachgefragt,

wenn Du mal wieder so ein Thema zur Diskussion stellst, dann mach doch auch selber einen konkreten Vorschlag. Wie wäre es denn "gerechter"?

Gruß

Julia

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#4
 Von 
lustiger
Status:
Frischling
(36 Beiträge, 5x hilfreich)

Hallo Nachgefragt,

ich verstehe schon wie du das meinst. Aber angenommen der Mann und die Frau bekommen jeweils ein Kind aus zweiter Ehe.
Der Mann in zweiter Ehe ist dann unterhaktspflichtig seiner 2. Frau und seinem "neuen" Kind gegenüber. Das bedeutet also, dass sein Unterhalt für seine Kinder aus 1. Ehe sich verringert, weil er eine 2. Familie hat, die er auch versorgen muß.
Insofern ich glaube, dass es gleichberechtigt ist: die Frau kriegt Unterhalt für die Kinder aus 1. Ehe + Kindergeld für´s neue Kind und der Mann falls er 1 Kind aus 2. Ehe bekommt kriegt auch Kindergeld und zahlt weniger Unterhalt für Kinder aus 1. ehe..oder??

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#5
 Von 
guest123-22
Status:
Lehrling
(1831 Beiträge, 127x hilfreich)

@ lustiger

na ja, aber die Frau in zweiter Ehe bekommt
AUCH Kindergeld für die Kinder aus erster Ehe.
Eine Zweit-Ehe mit Unterhaltsanspruch für Kinder
hat eindeutig mehr Geld zur Verfügung als eine
vergleichbare Erst-Ehe.

@ Julia

ich sage nicht, dass ich gleich einen Lösungsvorschlag parat habe.
Aber ohne dass Probleme benannt werden,
kann man auch nicht darüber nachdenken
und diskutieren. Am Ende kann ein Löäsungsvorschlag stehen.
Das ist auch Sinn unserer Demokratie.

Gruß,
nachgefragt

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#6
 Von 
guest123-22
Status:
Lehrling
(1831 Beiträge, 127x hilfreich)

Im Grunde müsste meiner Meinung nach die gesamte Unterhaltsregelung für Zweit-Familien (Ehen!) überdacht werden. Hier gibt es einfach zu große Nachteile der zahlenden Zweit-Familie gegenüber der unterhaltsberechtigten Zweitfamilie.
Und die unterhaltsberechtigte Zweitfamilie ist darüber hinaus noch besser gestellt als eine Erst-Familie.

Gruß,
nachgefragt

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#7
 Von 
Saduka
Status:
Schüler
(153 Beiträge, 4x hilfreich)

Bei der Gesamtberechnung der beiden Zweitehen geteilt durch 2 stimmt die Rechnung wieder mit der Erstehe überein. Das Mehr an geld resultiert aus der Verpflichtung des Unterhaltspflichtigen für sein(e) Kinder aus erster Ehe, die ja wohl niemand in Frage stellt.

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#8
 Von 
guest123-22
Status:
Lehrling
(1831 Beiträge, 127x hilfreich)

doch! ICH stelle sie in Frage, zumindest zur Diskussion.

Gesamteinkommen beider Ehen zusammen, geteilt durch 2 ?????

Sind die beiden neuen Ehen auch untereinander miteinander "verheiratet" ???

nachgefragt

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#9
 Von 
Saduka
Status:
Schüler
(153 Beiträge, 4x hilfreich)

Lies es nochmal in Ruhe durch.

Die Verantwortung für die eigenen Kinder ist m.E. durch nichts in Frage zu stellen.

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#10
 Von 
guest123-22
Status:
Lehrling
(1831 Beiträge, 127x hilfreich)

Du hast recht, und das will ich im Prinzip auch gar nicht.
Aber genau an der Stelle müsste man sich fragen, ob das Kindergeld zumindest in diesen
Situationen nicht wieder REELL geteilt werden müsste (also wirklich je halbes Kindergeld für Vater und Mutter).

Gibt es eigentlich noch das höhere Kindergeld
ab dem dritten Kind ?

Wenn ja, würde eine Zwei-Familie mit 2 Kindern aus erster Ehe und einem "neuen" Kind in den Genuss des höheren Kindergeldes kommen ?

nachgefragt

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#11
 Von 
hh
Status:
Unbeschreiblich
(47295 Beiträge, 16755x hilfreich)

Ein höheres Kindergeld gibt es ab dem 4. Kind und die neue Familie kommt auch in den Genuss dieses höheren Kindergeldes.

Was an den von Dir beschriebenen Regelungen ungerecht ist, kann ich nicht ganz nachvollziehen.

Die Kinder sind nach wie vor Kinder des Ex-Mannes. Er ist finanziell etwa so gestellt, wie eine vergleichbarer Vater mit 2 Kinder in erster Ehe.

Der neue Mann der Ex-Frau hat keine Kinder. Er ist finanziell so gestellt, wie es in einer Ehe ohne Kinder wäre.

Die Besser- oder Schlechterstellung betrifft also in erster Linie die beiden Frauen. Es ist aber doch völlig normal und nicht ungerecht, dass eine Frau, die kein eigenes Einkommen hat einen Lebensstandard hat, der von der Leistungsfähigkeit ihres Mannes abhängt. Und die ist im Beispiel aufgrund der unterschiedlichen Unterhaltsverpflichtungen auch unterschiedlich.

Wenn man das jedoch ungerecht findet, dann ist es auch ungerecht, dass Frauen sich im Lebensstandard erheblich verbessern, wenn z.B. die Schwester den Chefarzt heiratet oder die Sekretärin ihren Chef.

Es gibt sicher Ungerechtigkeiten im Unterhaltsrecht, über die man diskutieren muss. Das beschriebene Beispiel zähle ich aber nicht dazu.

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#12
 Von 
Laetitia
Status:
Beginner
(109 Beiträge, 25x hilfreich)

Ganz sicher gibt es Ungerechtigkeiten im Unterhaltsrecht. GANZ GROSSE sogar.
Die unterhaltszahlende Zweitfamilie ist arm dran, da der Partner der keine Kinder hat indirekt für den KU dessen aufkommt der Kinder hat.
Deutschland deine Gesetze, ich krieg Blasen am Hals....

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#13
 Von 
guest123-22
Status:
Lehrling
(1831 Beiträge, 127x hilfreich)

@ Legende

Entschuldige mal bitte:

du übersiehst etwas Entscheidendes !

Ich gebe Dir recht, dass der neue Mann
der Ex-Frau keine eigenen Kinder hat
und damit genauso gestellt ist wie ein
Mann in einer Erst-Ehe.

ABER: In einer Erst-Ehe gibt es für jedes Kind
Kindergeld vom Staat, mehr nicht !
In einer Zweit-Ehe gibt es für jedes Kind
Kindergeld vom Staat PLUS Kindesunterhalt !

Und von diesem finanziellen PLUS, das es ohne Frage in der unterhaltsbeziehenden
Zweit-Familie gibt, profitiert indirekt der neue
Ehemann mit ! Genauso wie die neue Ehe-Frau der unterhaltsZAHLENDEN Zweit-Familie indirekt mitbezahlt !


Und: Stell Dir mal vor, aus der unterhaltsbeziehenden Zweit-Ehe gehen noch 2 weitere Kinder hervor
(ist vielleicht nicht häufig, aber möglich):
dann gibt es ab dem zweiten neuen Kind
sogar erhöhtes Kindergeld ! Erhöhten Kindergeldsatz für einen Vater, der nur zwei eigene Kinder hat.....

Wo bleibt da die Gerechtigkeit ?

nachgefragt

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#14
 Von 
teufelin
Status:
Master
(4613 Beiträge, 248x hilfreich)

Hallo, ich gebe "nachgefragt " da uneingeschränkt Recht.... und ich habe dich sehr wohl richtig verstanden. Das, was ich geschrieben habe, war nicht ironisch gemeint, sondern bierernst !!
Obwohl ich damals weitaus weniger verdiente, als mein Ex und keinen Ehegattenunterhalt bekam, konnten mein damaliger Freund ( allerdings ohne Kinder ) und ich samt meinen Kindern prima leben. Doppeltes Einkommen + Kindesunterhalt + Kindergeld. War super !!! Selbst wenn noch 1 oder 2 gemeinsame Kinder dazu gekommen wären.....
Sofern der Mindestunterhalt vom Ex gezahlt wird, kommt man als unterhaltsberechtigte Zweitfamilie immer besser weg !!!
Der Unterhaltspflichtige hats da weitaus schwerer.... seine Ex kann fast verdienen , was sie will.. er muss weiterhin Mindestunterhalt zahlen.... will er eine neue Familie gründen, werden zwar die neuen Unterhaltsansprüche auf die der 1. Familie angerechnet, ansonsten muss er aber für seine Kinder aus eigener Tasche aufkommen.... im Gegensatz zu seiner Ex!!
Ich sehe da auch keine Gerechtigkeit ... jedenfalls nicht, wenn hier solche Unterschiede gemacht werden. Warum gibt es z.B. im Scheidungsrecht den Begriff : " Überobligatorische Tätigkeit " ? Wenn sie arbeitet, soll es gefälligst mit angerechnet werden. Hört sie wieder auf, kann man immer noch weiter sehen und den Vater gegebenfalls wieder verpflichten. Aber Nein ! Mutter kann Kohle nach Hause schaffen, und bekommt noch zusätzlich vom Vater Ehegattenunterhalt. Was fürn Irrsinn. Den, der sich sowas mal ausgedacht hat, würd ich gern mal kennenlernen !!
Der Vater hingegen MUSS jeden erdenklichen Job annehmen, um zahlen zu können, selbst wenn die Ex die Kids den ganzen Tag zur Oma oder in den KiTa gibt, um mehr Geld, als er nach Hause zu bringen.
Mir gehts hierbei übrigens nicht nur um Ehegattenunterhalt, sondern sehr wohl auch um Kindesunterhalt !! Und jetzt : Feuer frei !! :-))

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