gemeinsames Sorgerecht - Hätte er damit gegen den Willen der Mutter eine Chance?

11. März 2006 Thema abonnieren
 Von 
Jackisback
Status:
Frischling
(10 Beiträge, 0x hilfreich)
gemeinsames Sorgerecht - Hätte er damit gegen den Willen der Mutter eine Chance?

Hallo an alle,
ich hätte da mal ne ganz allgemeine Frage:

Angenommen, bei der Geburt eines Kindes haben die Eltern das gemeinsame Sorgerecht vereinbart. Nach einigen Jahren trennen sich die Eltern und das Kind lebt fortan bei der Mutter und sieht den Vater nur sagen wir einen Tag am Wochenende.
Dann könnte der Vater ja auf die Idee kommen, dass das Kind von nun an die Hälfte der Zeit bei ihm leben soll. Sagen wir, er kommt so etwa 4 Jahre nach der Trennung auf diese Idee. Hätte er damit gegen den Willen der Mutter eine Chance? Könnte er versuchen das einzuklagen und wie gut stünden seine Chancen auf Erfolg?

Ich weiß, dass ich in diesem Forum keinen Rechtsrat erhalte, würde mich aber wirklich sehr über jede Antwort freuen.
Fürs lesen schon mal vielen Dank.

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12 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
littlesun
Status:
Schüler
(165 Beiträge, 14x hilfreich)

also sehe ich das richtig:
Die beiden sind nicht verheiratet, denn sonst hätten sie ja nichts vereinbaren müssen.
Die Mutter hat das Aufenthaltsbestimmungsrecht?
Wenn ja, kann man das natürlich einklagen aber es muss ja auch einen Grund haben. Einfach nur weil man lustig ist wird wohl schwer werden.
Es gibt das gemeinsame Sorgerecht, aber immer nur einer hat das Aufenthaltbestimmungsrecht. Das müsste dann ja dem Vater übertragen werden und dafür müssen bei einer Klage Gründe vorliegen, insbesondere, da das Kind noch nicht so groß ist, einen eigenen Willen zu äußern.
Eine Klage auf alleiniges Sorgerecht wird noch härter, da müssen dann schon schwerwiegende Gründe vorliegen.
Aber da gibt es keine pauschale Aussage, denn hier ist von Einzelfall zu Einzelfall unterschiedlich zu entscheiden.

Gruß littlesun

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#2
 Von 
Anna1812
Status:
Beginner
(82 Beiträge, 2x hilfreich)

Hallo,

@littlesun,nach was richtet sich den das Aufenthaltsbestimmungsrecht?
Klagen kann der Vtaer immer,nur wie ntschieden wird....

Da fällt mir gerade was ein,mache einen neuen Thread auf ;)

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#3
 Von 
littlesun
Status:
Schüler
(165 Beiträge, 14x hilfreich)

wonach sich das genau richtet weiß ich auch nicht aber das es nicht einfach so geht, wenn der eine das gar nicht will, das ist schonmal klar. Sicher kann man Klagen, aber ob es hilfreich ist und zum Erfolg führt ist eben die andere Frage.
Ich habe Bekannte, da war das Kind sogar schon alt genug um Wünsche zu äußern, trotzdem hat in diesem Fall die Mutter, die das Kind nun zu sich nehmen wollte, keine Schnitte gehabt, weil sie es laut Gericht aus der gewohnten Umgebung rausgerissen hätte. Da spielen viele Faktoren mit und ist wahrscheinlich auch vom jeweiligen Richter abhängig.

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#4
 Von 
Gaestin
Status:
Schüler
(268 Beiträge, 88x hilfreich)

Hallo,
wenn bei der Trennung vor 4 Jahren nicht anders festgelegt, haben beide Elternteile das ABR. Wenn die Mutter der hälftigen Betreuung nicht zustimmt, müsste dies der Vater einklagen, die Chancen sind sehr gering! Ist die hälftige Betreuung überhaupt machbar? Wohnen die Eltern nahe genug, dass das Kind in der gewohnten Umgebung ist? Lässt sich das mit der Schule vereinbaren? Eine Klage auf alleiniges ABR seitens des Vaters kann ganz schnell nach hinten losgehen, dann wird Muttern das alleinige ABR zugesprochen, und wenns ganz dumm läuft ist der Vater das Sorgerecht ganz los. Besser wäre es eine vernünftige Umgangsvereinbarung zu treffen, der bisherige Umgang ist sehr wenig. Der "Standard"-Umgang sollte drin sein. Wenn das klappt, würde ich versuchen schrittweise den Umgang zu erweitern. Bei einer hälftigen Betreuung würden sich u.U. die KU-Ansprüche aufheben, welcher betreuende Elternteil verzichtet da schon freiwillig?!
LG
Gaestin

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#5
 Von 
Jackisback
Status:
Frischling
(10 Beiträge, 0x hilfreich)

Hallo und danke erstmal an alle :) !

Also, wie ist das jetzt mit dem ABR, gibt es da ne gesetzliche Regelung, oder wonach bestimmt sich das bei gemeinsamem Sorgerecht?
Wie sehen denn eurer Meinung nach die Klagechancen aus, wenn die Elternteile beide in einer Stadt leben (wenn auch am jeweils anderen Ende) und der Vater bisher aber nur deshalb so wenig Umgang mit dem Kind hatte, weil er es so wollte bzw. es wiederholt beruflich nicht einrichten konnte, das Kind über einen Zeitraum von mehreren Monaten zu sehen. Mit anderen Worten: wenn das Kind sein bisheriges Leben fast ausschließlich bei der Mutter verbracht hat und der Vater nur als WochenendPapi aufgetreten ist und sich aus allen Verantwortungsbereichen rausgehalten hat (weil er es so wollte)?

Danke,
jack

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#6
 Von 
Keken
Status:
Schüler
(444 Beiträge, 170x hilfreich)

Hallo,
das stimmt nicht, dass beide Elternteile das Aufenthaltsbestimmungsrecht haben.
Das liegt immer bei dem Elternteil, bei dem das Kind lebt. Beide Elternteile haben das Sorgerecht. Bei einer Klage sehe ich das nicht sehr positiv. Wenn das Kind bisher seinen Lebensmittelpunkt bei der Mutter hat und der Vater nur Zahlpapi war, warum sollte das Jugendamt befürworten, dass das ABR auf den Vater übertragen wird? Ich sehe da keinen Grund. Es sei denn, die Mutter ist einverstanden, dass das Kind halb bei ihr und halb beim Vater lebt. Dann kann (!!!) das ABR auf beide übergehen.
Man kann auch bei einer Geburt eines Kindes nicht vereinbaren, dass beide das Sorgerecht haben. Das ist gesetzlich geregelt. Mit der Geburt eines Kindes sind automatisch beide Elternteile sorgeberechtigt, es sei denn, es sprechen schwerwiegende Gründen dagegen. Das ABR behält der Elternteil, wo das Kind nach einer Trennung lebt. wenn gestritten wird, entscheidet der Richter. Dazu wird ein Bericht vom Jugendamt gefertigt. Das Jugendamt muss mit beiden Elternteilen sprechen sowie mit dem Kind (sofern es möglich ist). Und wenn der Vater sich bisher nicht viel um sein Kind gekümmert hat, wird sich das nicht sehr postiv in dem Bericht auswirken. Ich gehe auch davon aus, dass das Kind gar nicht zum Vater will, weil es ihn ja kaum kennt und auch aus seiner gewohnten Umgebung gerissen wird.

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#7
 Von 
guest123-1660
Status:
Bachelor
(3594 Beiträge, 1142x hilfreich)

--- editiert vom Admin

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#8
 Von 
littlesun
Status:
Schüler
(165 Beiträge, 14x hilfreich)

@chavah

Woher hast du das? Steht das irgendwo geschrieben? Ich kenne es auch nur so, dass einer das Aufenthaltsbestimmungsrecht hat, sonst gäbe es ja ein dauerndes hin und her

0x Hilfreiche Antwort

#9
 Von 
guest123-413
Status:
Schüler
(189 Beiträge, 67x hilfreich)

--- editiert vom Admin

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#10
 Von 
Gaestin
Status:
Schüler
(268 Beiträge, 88x hilfreich)

@ keken:
Zitat "Man kann auch bei einer Geburt eines Kindes nicht vereinbaren, dass beide das Sorgerecht haben. Das ist gesetzlich geregelt. Mit der Geburt eines Kindes sind automatisch beide Elternteile sorgeberechtigt, es sei denn, es sprechen schwerwiegende Gründen dagegen."

Was für ein Blödsinn! Bei nichtehelich geborenen Kindern entscheidet einizig und allein Muttern, ob sie das Sorgerecht teilen möchte!

@Jackisback
Der Vater hat KEINE Chance! Es sei denn, dass Kind möchte es so, für diese Entscheidung muß es aber ein bestimmtes Alter haben.
Wichtig wäre doch vorrangig, den Umgang vernünftig zu regeln!
LG
Gaestin

0x Hilfreiche Antwort

#11
 Von 
Jackisback
Status:
Frischling
(10 Beiträge, 0x hilfreich)

Das geht ja hoch her hier. Bin jetzt etwas verwirrt wegen der Ungereimheiten, habe aber den Eindruck, dass Keken sich nicht wirklich auf Autoritäten stützen kann. Oder, Keken?

@Gaestin: ab welchem Alter kann das Kind mitentscheiden? Gibt es da nen Richtwert? Und was heißt KEINE Chance? Ist das höchstrichterlich entschieden worden, oder gibt es Gesetze/Rechtsprechung, der man das entnehmen kann?
Zum Standardumgang: Der Vater will eigentlich gar nicht mehr Umgang, setzt aber die Mutter unter Druck, im Falle von angemessenen Unterhaltsforderungen das Kind zur Hälfte zu sich zu holen.

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#12
 Von 
nanomaus
Status:
Frischling
(13 Beiträge, 0x hilfreich)

Also wenn es Dir um §§ geht dann findest Du unter §1626 BGB bzw. in eurem Fall §1626a was Du suchst ...

Dieser link hilft Dir auch weiter: http://www.gyn.de/schwangerschaft/eltern_sorge.php3

Elterliche Sorge umfasst laut §1626 des BGB auch die Personensorge und diese wiederum beihaltet laut §1631 BGB insbesondere die Pflicht und das Recht, das Kind zu pflegen, zu erziehen, zu beaufsichtigen und seinen Aufenthalt zu bestimmen.

Hört sich für mich so an, als ob damit das ABR gemeint ist ...

Trotzdem wenn ihr euch nicht einig seid muss ein Gericht entscheiden, und in dem Fall wird das Kind wohl eher nicht aus seinem Umfeld gerissen außer es liegen schwerwiegende Gründe vor, daß die jetztige Situation das Wohl des Kindes gefährdet.

nano



-- Editiert von nanomaus am 21.03.2006 09:57:40

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