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psychische (häusliche?) Gewalt

 Von 
David Ettinger
Status:
Frischling
(2 Beiträge, 0x hilfreich)
psychische (häusliche?) Gewalt

Guten Tag, Ich habe folgende Frage:

Kann ich meinen Vater dafür anzeigen dass er mir psychische Gewalt antut?

Um genauer zu werden möchte ich erstmal meinen typischen Tagesverlauf präsentieren.
Nach der Schule, nach dem ich heimgekommen bin verbringe ich den Nachmittag meist mit dem Spielen von Computerspielen, falls ich nichts für die Schule zu tun habe. So gegen 17:30 kommt dann mein Vater Heim und beschwert sich dass ich den ganzen Tag nichts getan habe, wenn ich ihn nicht mit kürzlich erworbenen guten Noten oder vollbrachten Hausarbeiten beschwichtigen kann, so verlangt er normalerweise ein längeres Gespräch in dem er "genau" wissen will was "vorgeht". Dabei will er nicht nur in aller exaktheit wissen ob ich irgendetwas in seinen Augen produktives getan habe sondern auch wo Meine Mutter/Bruder/Oma ist wenn diese nicht da sind und ob meine Mutter irgendwas aufgetragen hat, wie z.B. das Kochen eines Abendessens. Wenn ich mich dann nicht abwende um jede seiner dutzenden völlig sinnlosen Fragen zu beantworten (sinnlos deßhalb weil die Anderen meistens nicht berichten wo hin sie gehen oder er es sowieso schon weiss und meine Mutter fast nie was aufträgt), so beschwert er sich in aller Breite darüber dass ich nichtmal dass kann und ich micht nicht vom Computer abwenden kann um ihm alles zu Beantworten. Er macht mir klar dass ich ein Parasit bin der die Lebensgemeinschaft die unsere Familie darstellt nur ausnutzt, dass er den Strom bezahlt den ich verbrauche und die Lebensmittel dich ich äußerst oft in seinen Augen sogar unrechtmäßig esse (Wenn ich etwas aus der Familienobstschale esse kann es sein dass es für jemand anderen gedacht war, wenn ich Chips esse die auf den Kühlschrankt gelagert sind so kann es sein dass sie sowieso für mich und meinen Bruder gedacht waren ich aber dafür hätte fragen sollen, wenn ich zu viel Joghurt esse weil für mich niemand kocht wenn ich nach einem langen Nachmittag nach Hause komme so werde ich dafür angeschrien und fertig gemacht). Er droht mir dann normalerweise damit den Strom auszuknippsen, was er auch meistens macht, entweder über die Stromsparleiste an der mein PC hängt oder über den Schalterkasten an dem der gesammte obere Stock hängt. Die macht er weil ich auf den Vorwurf dass ich Strom verbrauche erwidere dass er mich nicht nur deßhalb herumschubbsen könne weil ihm alles gehört. Das was dann folgt ist ein wutentbranntes Wortgefecht bei dem er jedes noch so vernünftige Wort, sei es von mir oder meiner Mutter an sich abprallen lässt. Ich bin schuld, ich habe Strom verbraucht, das falsche gegessen, ihm nicht die Füße geküsst als er heimkam und mich dann auch noch darüber beschwert dass er mir den Strom sinnfreier Weise abdreht.

Nach dem Streit bin ich normalerweise immer den Tränen nahe und so wütend und verzweifelt dass ich einen von uns beiden töten möchte. ca 15 Minuten nach dem Streit taucht er dann auf um sich mit spöttischen Worten zu entschuldigen, jedes mal übermäßig betonend dass fast ausschließlich ich daran Schuld bin weil ich ihn provoziert habe, wenn während des Streits etwas zu Bruch ging so beseitigt er es dann um das ganze vor meiner Mutter zu verbergen.

(In diesem Moment kommt Er die Treppe herauf und fragt was ich mache während sie Essen, Ich antworte "Ich verfasse eine rechtliche Frage". Darauf hin dreht er mir wortlos den Strom ab und fügt dann spöttisch hinzu "Du bist ja der Harte, lern auch mal Nachzugeben", Nachdem er fertig gegessen hat kommt er wieder und sagt, "Gib auf, du hast eh gewonnen, ich hab mich ja entschuldigt")

Dieser Zustand hat angefangen als ich zwischen 12 und 14 war und hat sich über die Jahre immer weiter zugespitzt.

Inzwischen bin ich seit wenigen Monaten 18 und nachdem ich für einige Wochen bei Verwandten war und nun wieder Heim gekehrt bin hatten wir wieder einen Streit wegen einer Packung Chips...

Ich habe mich immer dagegen gewehrt ihn vor Gericht zu schleppen weil ich glaube mir dadurch die Zukunft zu zerstören (bin derzeit im Maturajahr und kann mir das anschließende Studium ohne Unterstützung nicht leisten) aber ich halte es nicht länger aus und möchte ihn dafür belangen dass er mir jegliches Selbstwertgefühl zerstört und mich in Depressionen stürzt und mich behandelt wie ein Stück *******.

Wenn ich ihn dafür zur Verantwortung ziehen kann, an welche Institution muss ich mich wenden und was habe ich zu erwarten was geschieht, welche Strafmaßnahmen könnten eingeleitet werden, und wie genau heißt das Verbrechen dessen ich ihn bezichtige? (ich wohne in Österreich)

Ich danke vielmals für jegliche Antworten, mfg.

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Mutter Vater Schule Macht


5 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
muemmel
Status:
Unsterblich
(24590 Beiträge, 13621x hilfreich)

Hi,

vergessen Sie es. Anzeigbar wären allenfalls regelrechte Beleidigungen - das wird die Situation freilich auch nicht entspannen. Im übrigen steht das Strafgesetzbuch, auch das von Ö, online - Sie können ja selbst gucken, ob Sie da was finden. Anzeigen sind an die Polizei zu richten (ich dachte immer, das sei allgemein bekannt) und Strafmaße stehen ebenfalls im StGB.

Gruß vom mümmel



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#3
 Von 
charlykessia
Status:
Beginner
(143 Beiträge, 36x hilfreich)

Hallo,

also hier in Deutschland kann man unter 25 nicht so einfach ne Wohnung bekommen. Selbst als Student braucht man dafür oft einen Bürgen.
Vielleicht wäre da eine WG am sinnvollstem? Und ansonsten ein Gespräch mit allen Fakten führen und setzt er dagegen, dann vors Gericht gehen. Da beschmutzt du wahrscheinlich seine Familienehre, aber es gibt nix schlimmeres, als daß man so unterdrückt wird.
Am besten einen Selbsthilfegruppe suchen.
Lieber ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende.

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-- Editiert am 09.01.2010 11:23

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#4
 Von 
David Ettinger
Status:
Frischling
(2 Beiträge, 0x hilfreich)

Ich danke für die erhaltenen Antworten, anscheindend gibts es keine rechtliche Hilfe für eine Situation wie der in der ich mich befinde, was eigentlich eine Mordssauerei ist!

Ich möchte noch was auf den Beitrag von Alpfrau erwidern:

"Leider stellt es sich für mich auch so dar, dass keine wirkliche Hilfe von den anderen Familienangehörigen kommt. Man lässt ihn einfach machen. Und Sie scheinen der psychisch Sensibelste in der Familie zu sein, an dem sein "böses Geschwätz" nicht abprallt, daher findet er in Ihnen das ideale Opfer."

Das stimmt ich bekomme kaum Hilfe aus der restlichen Familie die aber mindestens genauso unter seiner Herschsucht und Jähzornigkeit leidet. Des weiteren sehe ich micht nicht als den psychisch Schwächsten sondern eher als Sinnbild all dessen was er haßt, als teils "Intellektuellen" so auch als "Computerfreak" ich denke seine Generation kann damit nicht umgehen weil sie die Werte die ich verkörpere nicht verstehe. Auch bin ich der einzige der es nicht aufgegeben hat ihm wenigstens hin und wieder Paroli zu bieten, das alles macht mich zu seinem Opfer.

Falls hier nicht noch eine bessere Möglichkeit auftaucht werde ich wie vielfach vorgeschlagen den Kopf einziehen müssen bis der Schrecken ein Ende hat.

mfg

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#5
 Von 
azrael
Status:
Master
(4942 Beiträge, 726x hilfreich)

Wir kennen bisher nur die eine Seite des Problems, interessant wäre es auch mal die Seite des Vaters zu hören.

quote:
Um genauer zu werden möchte ich erstmal meinen typischen Tagesverlauf präsentieren.
Nach der Schule, nach dem ich heimgekommen bin verbringe ich den Nachmittag meist mit dem Spielen von Computerspielen, falls ich nichts für die Schule zu tun habe.

Das scheint ein Zeichen unserer Zeit zu sein. Vorm PC hängen und Computerspiele spielen. Wenn sich die Hobbys und Tätigkeiten des TE hierauf beschränken, kann ich den Vater verstehen. Ist nämlich ein bisschen sehr einseitig...
Im meinem Umfeld habe ich ebenfalls Eltern mit dem Problem nur computerinteressierter Kinder. Teilnahme am Familienleben? So gut wie Null. Man ist Eigenbrötler und Alleininteressierter innerhalb der Familie.

Bisher kann ich abgesehen von der *normalen* Eltern-Jugendlicher-Beziehung keine schwerwiegenden Gründe finden, die einen Auszug und damit Unterhaltszahlungen rechtfertigen. Ich würde eher dazu tendieren, fachliche Hilfe zu suchen, damit das Familienverhältnis wieder ins Lot kommt.

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"gruß azrael"

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