Abschlussprüfung verweigert worden

4. Juli 2014 Thema abonnieren
 Von 
VerarschterSchüler
Status:
Frischling
(6 Beiträge, 0x hilfreich)
Abschlussprüfung verweigert worden

Schönen guten Tag,

ich habe folgendes Problem: Ich befinde mich in der 2. Klasse der Sozialassistenz, eine Vorstufe zum Erzieher, bei der man eine praktische Abschlussprüfung bestehen muss, um den Titel "staatlich anerkannter Sozialassistent" erlangen zu können.

Bei dieser Abschlussprüfung bekommt man drei Tage zuvor ein Thema, muss dieses ausarbeiten und praktisch durchführen.

Ich hatte zwei Termine dafür.

Den ersten konnte ich auf Grund einer Grippe nicht antreten. Ein Attest wurde abgegeben, ich bekam einen zweiten Termin.

Nun konnte ich den zweiten Termin ebenfalls nicht antreten, da meine mir sehr nahestehende Oma verstarb und ich nicht in der Lage war eine Prüfung unter diesen Umständen durchzuführen.

Ich teilte dies meiner Lehrerin relativ kurzfristig mit. Sie sagte, dass dies ja ein Sonderfall sei, und es berücksichtigt wird.

Meiner Ausbilderin wurde von ihr mitgeteilt, dass die Prüfung in naher Zukunft stattfinden wird.
Ich bin davon ausgegangen, dass dieser Sonderfall nicht von einem ärztlichen Attest zusätzlich bestätigt werden muss, sondern nur eine Bestätigung des Todes erfolgen müsste.

Sie sagte zu mir auch, dass sie dafür eine Bestätigung bräuchte. Zu meinem Entsetzen wurde mir heute mitgeteilt, dass ich mit "ungenügend" bewertet wurde, da kein Attest vorlag.
Meine restlichen Noten sind alle überdurchschnittlich, und es würde nur an dieser Note scheitern.

Nun konnte ich mir allerdings noch einen Attest besorgen, und mich rückwirkend krankschreiben lassen.

Dies ging mit einem Beweis für den Tod meiner Oma. Meine Lehrerin kannte dies nicht so recht an, und ich solle mit der Leitung sprechen, die leider nicht da war.

Ich würde nun liebend gerne wissen, ob es ein Gesetz gibt, die die Prüfung bei einem Todesfall ohne Attest verschoben lassen könnte, damit ich rechtlich in diesem Fall auf der sicheren Seite stehe, oder ob dies jeweilig von der Schule / Schulordnung abhängig ist.

Ziemlich sicher bin ich mir allerdings, dass man drei Tage nach dem Prüfungstermin Zeit hat, das Attest bei der Schule einzureichen, welches ich innerhalb von zwei Tagen tat.

Eventuell würde sich sogar die "mündliche Zusage" des "Sonderfalls" anfechten? Ich finde es ziemlich verlogen von meiner Lehrerin, und den anderen Lehrern, die der Benotung zugestimmt haben.

Dies taten sie allerdings, bevor sie Kenntnis davon besaßen, dass ich einen Attest besitze.

Ich möchte nicht, dass die Lehrer damit durchkommen, die nicht für, sondern gegen die Schüler arbeiten.



Falls jemand etwas dazu weiß, optimal einen Paragraphen oder Ähnliches vorzuweisen hat, wäre es wunderbar.

Liebe Grüße


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16 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
wirdwerden
Status:
Unbeschreiblich
(38979 Beiträge, 14082x hilfreich)

Du schaust in Deine Prüfungsordnung, da dürfte alles drin stehen.

wirdwerden

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#2
 Von 
VerarschterSchüler
Status:
Frischling
(6 Beiträge, 0x hilfreich)

Die gibt es bei mir nicht

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#3
 Von 
Tommok
Status:
Praktikant
(594 Beiträge, 313x hilfreich)

Lieber "verarschter Schüler",

selbstverständlich gibt es eine Prüfungsordnung. Du musst dann mal herausfinden, welche es ist und dann reinschauen.

"Tod der Oma" ist meines Wissens kein gerichtsfester Grund, um eine Prüfung nicht abzulegen. Aber das wird sicherlich in der Prüfungsordnung stehen.

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#4
 Von 
gabimaus
Status:
Praktikant
(903 Beiträge, 706x hilfreich)

Jede Bildungseinrichtung hat einen Prüfungsordnung welche man auch einsehen kann und vorallem auch sollte.
In diesem Fall würde ich ausgehen das du zu Recht mit ungenügend bewertet wurdest, weil es eine selbst zu vertretene Nichtteilnahme war. Also ohne vorheriges Attest... usw.
Dessweiteren gibt es eine Prüfungskommission bei der man sicherlich auch vorsprechen kann.

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#5
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(122313 Beiträge, 40120x hilfreich)

quote:<hr size=1 noshade>Die gibt es bei mir nicht <hr size=1 noshade>

Um den Titel "staatlich anerkannter Sozialassistent" benötigt man eine geregelte Ausbildung mit einer geregelten Prüfungsordnung.

Der Bildungsträger sollte diese benennen können und auch wissen wo die Einsichtnahme möglich ist.



quote:<hr size=1 noshade>Nun konnte ich mir allerdings noch einen Attest besorgen, und mich rückwirkend krankschreiben lassen. <hr size=1 noshade>

Von was für einem Arzt (Fachrichtung) und steht das Wort "Prüfungsunfähig" (oder ähnliuces drin) oder steht einfach nur "war krank" drin?





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"Meine persönliche Meinung/Interpretation! Im übrigen verweise ich auf §675 Abs. 2 BGB ."

0x Hilfreiche Antwort

#6
 Von 
Tommok
Status:
Praktikant
(594 Beiträge, 313x hilfreich)

Noch was: wer die erste Prüfung wegen einer "Grippe" versäumt, sollte darauf gefasst sein, dann den zweiten Termin unter Umständen auch dann wahrnehmen zu müssen, wenn die Oma gestorben ist.

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#7
 Von 
drkabo
Status:
Weiser
(16862 Beiträge, 9407x hilfreich)

Es dürfte wohl um diese Vorschrift gehen:
http://www.schulministerium.nrw.de/docs/Recht/Schulrecht/APOen/BK/APOBK.pdf

Hier §19(2)
Wer unmittelbar vor oder während der Prüfung erkrankt, kann
nach Genesung die gesamte Prüfung oder den noch fehlenden Teil
der Prüfung nachholen. Bereits abgelegte Teile der Prüfung werden
gewertet. Gleiches gilt für Prüflinge, die aus nicht von ihnen zu ver-
tretenden Gründen die gesamte Prüfung oder einen Teil der Prüfung
versäumen. Im Krankheitsfall hat der Prüfling unverzüglich ein ärztli-
ches Attest vorzulegen, andernfalls gilt die gesamte Prüfung als nicht
bestanden oder der fehlende Prüfungsteil wird wie eine ungenügen-
de Leistung gewertet.


Also sehr schwammig.

quote:<hr size=1 noshade>Ich würde nun liebend gerne wissen, ob es ein Gesetz gibt, die die Prüfung bei einem Todesfall ohne Attest verschoben lassen könnte, damit ich rechtlich in diesem Fall auf der sicheren Seite stehe, oder ob dies jeweilig von der Schule / Schulordnung abhängig ist. <hr size=1 noshade>

Außer Krankeheit weden also auch andere Gründe akzeptiert.
Es müssen halt Gründe sein, die nicht vom Prüfling selbst verursacht wurden. Welche genau akzeptiert werden und welche nicht, ist nicht geregelt.

quote:<hr size=1 noshade>Ziemlich sicher bin ich mir allerdings, dass man drei Tage nach dem Prüfungstermin Zeit hat, das Attest bei der Schule einzureichen, welches ich innerhalb von zwei Tagen tat. <hr size=1 noshade>

Die Vorschrift nennt keine konkrete Zahl an Tagen. Es heißt dort "unverzüglich".

quote:<hr size=1 noshade>Dies ging mit einem Beweis für den Tod meiner Oma. Meine Lehrerin kannte dies nicht so recht an, und ich solle mit der Leitung sprechen, die leider nicht da war. <hr size=1 noshade>

In anderen, ähnlichen Prüfungsordnungen aus NRW (z.B. Abiturprüfungsordnung), steht z.B. dass man bei anderen Gründen (außer Krankheit), diese unverzüglich(!) und schriftlich(!) dem Prüfungsausschuss mitteilen muss. Und der Schulleiter ist ja im Regelfall der Vorsitzende des Prüfungsausschusses.

quote:<hr size=1 noshade>Eventuell würde sich sogar die "mündliche Zusage" des "Sonderfalls" anfechten? Ich finde es ziemlich verlogen von meiner Lehrerin, und den anderen Lehrern, die der Benotung zugestimmt haben. <hr size=1 noshade>


Für eine "Anfechtung" wird man die Vorschriften des §28 der oben verlinkten Vorschrift einhalten müssen. Da geht es dann mehr um Formalien als um ein "ich finde es verlogen":
(1) Verwaltungsakte, insbesondere Prüfungsentscheidungen kön-
nen durch Widerspruch angefochten werden. Über den Widerspruch
beschließt der jeweilige Prüfungsausschuss (§§ 17, 18). Wird dem Wi-
derspruch nicht stattgegeben, entscheidet der bei der oberen Schul-
aufsichtsbehörde gebildete Widerspruchsausschuss.
(2) Der bei der oberen Schulaufsichtsbehörde gebildete Wider-
spruchsausschuss besteht aus zwei für Berufskollegs zuständigen
schulfachlichen Dezernentinnen oder Dezernenten, von denen eine
oder einer den Vorsitz führt, sowie einer verwaltungsfachlichen De-
zernentin oder einem verwaltungsfachlichen Dezernenten. Die Leite-
rin oder der Leiter der Behörde bestimmt die Mitglieder des Aus-
schusses und die Führung des Vorsitzes. Bei Widersprüchen gegen
Leistungsbeurteilungen zieht die oder der Vorsitzende die zuständi-
ge Fachdezernentin oder den zuständigen Fachdezernenten zur Be-
ratung hinzu.
(3) Schülerinnen und Schüler, bei Minderjährigkeit deren Eltern, er-
halten auf Antrag Einsicht in die sie betreffenden Prüfungsakten. Der
Antrag ist innerhalb eines Monats nach der Bekanntgabe der Prü-
fungsentscheidung bei der Schule zu stellen.




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"
Für alle meine Beiträge gilt §675(2) BGB ."

-- Editiert drkabo am 07.07.2014 10:08

0x Hilfreiche Antwort

#8
 Von 
BigiBigiBigi
Status:
Junior-Partner
(5398 Beiträge, 1814x hilfreich)

quote:
Ich teilte dies meiner Lehrerin relativ kurzfristig mit. Sie sagte, dass dies ja ein Sonderfall sei, und es berücksichtigt wird.
[...]
Eventuell würde sich sogar die "mündliche Zusage" des "Sonderfalls" anfechten?


Läßt sich das im Zweifel beweisen?

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#9
 Von 
VerarschterSchüler
Status:
Frischling
(6 Beiträge, 0x hilfreich)

Hallo,

vielen Dank für eure Antworten.

BbSVO Vierter Abschnitt Abschlussprüfung

§ 15
Versäumnis

(1) Nimmt ein Prüfling ohne Genehmigung des vorsitzenden Mitglieds des Prüfungsausschusses an Prüfungsteilen nicht teil, so sind diese Teile mit der Note „ungenügend" zu bewerten.

(2) 1Die Genehmigung darf nur erteilt werden, wenn der Prüfling aus Gründen, die er nicht zu vertreten hat, verhindert ist. 2Die Gründe sind unverzüglich nachzuweisen.

Dies ist wohl das Gesetz, welches auf mich zutrifft. Zumindest wurde es mir von der Leiterin als Begründung genannt.

Nun hat allerdings die Schule selber, es immer so gehandhabt, dass drei Tage danach das Attest spätestens abgegeben werden muss, was die Schüler nun ja in die irre führen würde. Die wenigsten Schüler kennen solche Gesetze.

Zu drkabo: Zu meiner Ausbilderin wurde dies ebenfalls so mitgeteilt, also wären es im Prinzip zwei Zeugen.

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0x Hilfreiche Antwort

#10
 Von 
VerarschterSchüler
Status:
Frischling
(6 Beiträge, 0x hilfreich)

http://www.rechtslexikon-online.de/Unverzueglich.html

Ich bin mir ziemlich sicher, dass dieser Begriff streitbar ist, und die Leiterin keine Ahnung haben wird, was dieser Begriff in juristischer Hinsicht für eine Definition hat, und der Zeitraum meines Attests, welcher sonst immer drei Tage nach Prüfungstermin abgegeben werden musste, anfechtbar ist.

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0x Hilfreiche Antwort

#11
 Von 
BigiBigiBigi
Status:
Junior-Partner
(5398 Beiträge, 1814x hilfreich)

quote:
Ich bin mir ziemlich sicher, dass dieser Begriff streitbar ist


Nein, der bedeutet "ohne schuldhaftes Zögern", was soll daran "streitbar" (du meinst vermutlich "strittig") sein?

quote:
die Leiterin keine Ahnung haben wird, was dieser Begriff in juristischer Hinsicht für eine Definition hat


Wenn du den Verwaltungsakt anfechtest, wird sich schon ein Verwaltungsjurist für die Gegenseite mit der Sache beschäftigen, der hat dann Ahnung, was die juristische Definition ist.




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#12
 Von 
Tommok
Status:
Praktikant
(594 Beiträge, 313x hilfreich)

Du wusstest bis vor kurzem noch nicht mal, dass es bei Euch überhaupt eine Prüfungsordnung gibt und bist Dir jetzt sicher, dass Eure Lehrerin nicht weiß (oder nicht googeln kann), was "unverzüglich" bedeutet?

Schlimmstenfalls musst Du das Semester wiederholen. Und bei der nächsten Prüfung entweder keine Grippe kriegen, oder den zweiten Termin unter allen Umständen wahrnehmen.

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#13
 Von 
gabimaus
Status:
Praktikant
(903 Beiträge, 706x hilfreich)

Attest wurde nachdatiert?
Das mit den 3 Tagen zum Attest nachreichen geht nur wenn
das Attest mindestens zum Tag der Prüfung ausgestellt wurde.
Bei einem "Sonderfall" entscheidet immer ein Gremium ( zb. Prüfungskommission). Dieser hat leider dagegen gestimmt, was die auch dürfen.


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0x Hilfreiche Antwort

#14
 Von 
VerarschterSchüler
Status:
Frischling
(6 Beiträge, 0x hilfreich)

Hallo,

der Arzt hat mich für die komplette Woche krankgeschrieben. Also auch zwei Tage vor eigentlichem Prüfungstermin

MfG

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0x Hilfreiche Antwort

#15
 Von 
gabimaus
Status:
Praktikant
(903 Beiträge, 706x hilfreich)

quote:
Nun konnte ich mir allerdings noch einen Attest besorgen, und mich rückwirkend krankschreiben lassen.

Wer hat das geschrieben?
Und nun...
quote:
der Arzt hat mich für die komplette Woche krankgeschrieben. Also auch zwei Tage vor eigentlichem Prüfungstermin


Ich verstehe das nun so:
Zum Prüfungstermin gab es noch kein Attest vom Arzt.
Dem zu folge wurde die nicht durchgeführte Prüfung lt. Prüfungsordnung, mit ungenügend bewertet. Das ist doch korrekt.

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0x Hilfreiche Antwort

#16
 Von 
VerarschterSchüler
Status:
Frischling
(6 Beiträge, 0x hilfreich)

Der Arzt hat mich rückwirkend krankschreiben lassen. Die Krankschreibung habe ich also zwei Tage nach Krankmeldung abgegeben. Im Gesetz heißt es ja "unverzüglich".

Ohne schuldhaftes Zögern. Nun hast du ja schon in dem vorherigen Beitrag mitgeteilt, dass hier keine konkrete Angabe von Tagen herrscht.

Für meine Leiterin bedeutet dies allerdings "sofort". Die Frage ist natürlich nun, da es nicht eindeutig ist, meine eigentliche Lehrerin mir sagte es sei ein Sonderfall, und der Todesfall natürlich nachweislich darzulegen ist, ob man nicht dagegen angehen kann?

Gerade durch die nicht genau definierte Anzahl an Tagen durch den Begriff "unverzüglich" und der mündlichen Aussage meiner Lehrerin.

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